Ungeschoren von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel En midsommarnattsdröm, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Piper.
- Stockholm: Ordupplaget, 2003 unter dem Titel En midsommarnattsdröm. 432 Seiten.
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München: Piper, 2007.
Übersetzt von Wolfgang Butt.
ISBN:
978-3-492-04878-1. 432 Seiten. -
München; Zürich: Piper, 2009.
Übersetzt von Wolfgang Butt.
ISBN:
978-3-492-25309-3. 413 Seiten.
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[Hörbuch] Schwäbisch Hall: steinbach sprechende bücher, 2007.
Gesprochen von Till Hagen.
ISBN:
388698303X. 6 CDs.
'Ungeschoren' ist erschienen als
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In Kürze:
Mittsommer, die hellste Nacht des Jahres, steht bevor, die Zeit der Hoffnung, Sehnsüchte und Mythen. Da werden in Stockholm innerhalb kürzester Zeit die Leichen von vier Menschen gefunden. Auf unterschiedlichste Weise zu Tode gekommen, verbindet sie doch ein grausiges Detail. Sie alle tragen eine winzige Tätowierung in der Kniekehle, die zusammen ein Wort ergeben: PUCK. Getrieben von einer perfiden Moral aber, hat der Täter sein Werk noch nicht vollendet – und scheint zu gerissen für die Ermittler.
Mittsommernacht: Für Shakespeare die Zeit der verwirrten Gefühle und Inspiration zu »Ein Sommernachtstraum«, in dem er vier Handlungsstränge um mehrere Liebespaare und die Welt der Elfen kunstvoll miteinander verbindet. Arne Dahl folgt diesem großen Vorbild, doch wird bei ihm nicht geliebt, sondern gemordet.
Ein Mörder liest Gedanken und erfüllt geheime Wünsche
Die junge Kurdin Naska lebt, nach der Ablehnung einer vereinbarten Heirat, unter neuer Identität in Stockholm. Eine Maßnahme, um sie vor einem möglichen Ehrenmord durch den Bruder zu schützen. Doch sie hat die Hoffnung nie aufgegeben, wieder Kontakt zu ihm zu finden. Seine »Redestimme« hervorzulocken wie sie sagt, und so dem scheinbar unausweichlichen Ende zu entgehen. Eines Tages passiert es. Ihr Bruder macht sie ausfindig und verlangt ein Treffen. Die Hoffnung stirbt noch immer nicht und so willigt sie ein, bewaffnet sich aber mit ihrem geradezu lächerlich kleinen Klappmesser.
Es kommt nicht zum tödlichen Kampf der kleinen Schwester mit dem Schweizer Taschenmesser und dem großen Bruder. Es gibt gar keinen Kampf. Der Bruder liegt bereits erstochen da, als sie am Treffpunkt ankommt.
»Mich schickt man mit Besen vor, den Staub zu fegen hinters Tor«
Wie Puck in Shakespeares Sommernachtstraum hat ein anderer den Staub gefegt. Jemand, um den es eigentlich nicht schade ist, wurde getötet und ein anderer, der Motiv und Gelegenheit hatte, ist unschuldig. Nach diesem Schema geschehen drei weitere Morde. Vier Morde, vier Handlungsstränge; wie bei Shakespeare.
Das A-Team – neu strukturiert und auf die Probe gestellt
Die schwedische Krimilandschaft ist im Umbruch, Nesser hat van Veeteren auf ewig zwischen die Bücherregale eines Antiquariats verbannt und Wallander ist aufgrund der literarischen Afrikaausflüge seines Schöpfers zur Untätigkeit verdammt. Auch Dahl kann sich dem nicht entziehen, doch glücklicherweise geht er nicht ganz so weit. Das bewährte A-Team darf auch im sechsten auf deutsch erschienen Fall wieder ermitteln. Jedoch ist es in Teilen neu besetzt. Kerstin Holm hat die Führung von Paul Hjelm übernommen, der seinerseits nun die internen Ermittlungen leitet. Zunächst macht es fast den Eindruck, als wolle Dahl seinen Stammlesern diesen Wechsel, durch die intensive Betrachtung der Auswirkungen der Umstrukturierung, langsam und sachte näher bringen.
Kerstin Holm versucht, als alleinerziehende Mutter, Privatleben und Karriere unter einen Hut zu bringen. Paul Hjelm widmet sich seinen Eheproblemen. Er hat Angst, einer der typisch einsamen Cops aus schwedischen Krimis zu werden (Dahls kleiner Seitenhieb auf die renommierten Kollegen). Also stellt er sich dem Single-Leben, geht unter Menschen und lässt sich von einer ebenfalls geschiedenen Frau aufreißen. Doch die verwirrte Gefühlswelt des A-Team und die als Folge der Umstrukturierung einhergehende, mangelhafte Effizienz, nutzt Dahl geschickt als Gegenpol zu einem kolboldgleichen Mörder. Wie Puck mit seinem Zaubertrank, scheint dieser Gedanken lesen zu können und Menschen zu manipulieren. Darüber hinaus passt er nicht ins Weltbild der abgebrühten Ermittlerguppe. Die Hauptverdächtigen sind in Wahrheit Opfer der Ermordeten und diese wiederum sind Scheusale, die drangsaliert haben. Hat der wahre Mörder eine gute Tat getan und als Erlöser agiert?
Die Grenzen des Genres ausgelotet
»Ungeschoren« fesselt weniger durch bizarre Morde und ein verzwicktes Puzzle, das zum Mörder führt, als vielmehr durch Dahls unvergleichliche Fähigkeit Verwirrung zu stiften, diese zu sezieren und eine Krimigeschichte auf ungeahnte Ebenen zu heben. Messerscharf analysiert er eine, vom Fernsehen mit Dokusoaps gemästete Gesellschaft und die gefährlich unscharfe Trennlinie zwischen Mord, Rache und Notwehr. Daneben ist es aber auch die erzählerische Experimentierfreude, die Dahl von jeher auszeichnet, und die er in »Ungeschoren« auf die Spitze treibt.
Auf der Suche nach den Grenzen des Genres geht er mitunter vielleicht einen Schritt zu weit, etwa dann, wenn er sich selbst zu Wort kommen lässt und »laut« darüber nachdenkt, wie die Geschichte nun weiter gehen könnte. Solche etwas exzentrischen Einschübe mögen den Lesefluss ein wenig stören, aber es ist eben ein Dahl und es sei ihm angesichts der Qualität seines neuesten Werks bereitwillig verziehen. Hauptsache er erhält sich seine brillanten Ideen und bereichert die Krimiwelt weiterhin mit seinen ungewöhnlichen Werken.
Thorsten Sauer, Februar 2008
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| Peter M. zu »Arne Dahl: Ungeschoren« | 27.06.2011 |
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| helene zu »Arne Dahl: Ungeschoren« | 12.04.2011 |
| Winfried H. zu »Arne Dahl: Ungeschoren« | 02.04.2011 |
| Markus zu »Arne Dahl: Ungeschoren« | 10.01.2011 |
| Urs Trenkl zu »Arne Dahl: Ungeschoren« | 26.08.2010 |
| Wulfgäng zu »Arne Dahl: Ungeschoren« | 13.01.2010 |
| julia zu »Arne Dahl: Ungeschoren« | 09.11.2009 |
| Peter Faesi, St. Gallen zu »Arne Dahl: Ungeschoren« | 06.09.2009 |
| numerobis zu »Arne Dahl: Ungeschoren« | 16.08.2009 |
| numerobis zu »Arne Dahl: Ungeschoren« | 16.08.2009 |
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