Duell von Arnaldur Indriðason

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 unter dem Titel Einvígið, deutsche Ausgabe erstmals 2014 bei Bastei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: , 1970 - 1989.
Folge 12 der Kommissar-Erlendur-Serie.

  • Reykjavík: Vaka-Helgafell, 2011 unter dem Titel Einvígið. 317 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Lübbe Audio, 2014. Gesprochen von Walter Kreye. ISBN: 3-7857-2483-7. 4 CDs.

'Duell' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

Reykjavík 1972, der russische Schachweltmeister Boris Spasski tritt mitten im Kalten Krieg gegen seinen amerikanischen Herausforderer Bobby Fischer an. In der aufgeheizten Stimmung wird ein Jugendlicher in einem Reykjavíker Kino brutal erschlagen. Warum bloß ermordet jemand einen Fünfzehnjährigen? Der Junge schien doch nur die Tonspur eines Films aufnehmen zu wollen.

Ihre Meinung zu »Arnaldur Indriðason: Duell«

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Boris zu »Arnaldur Indriðason: Duell« 10.12.2015
Ich habe schon einige Skandinavische Krimis gelesen, darunter auch etwas von Indridason. So ein schwaches Buch allerdings habe ich lange nicht in der Hand gehabt. Es hat Längen, Nebensächlichkeiten werden ausgebreitet und erst zum Schluss kommt etwas Fahrt auf. Dazu kommen schwache Dialoge und eine nicht nachvollziehbare Situation die zum Mord führt. Da treffen sich 2 Personen konspirativ in einem fast leeren Kino (15 Personen) und setzen sich genau vor den Jungen um sich zu unterhalten. Und dieser Junge bleibt doch tatsächlich sitzen obwohl ihm die Sicht behindert ist und er durch das gerede der Herren keine saubere Aufnahme des Film auf Kasette erhalten wird!
Allein der Rahmen des Krimi ist interessant.
Indridason hat schon besseres geschrieben...
Peter Faesi zu »Arnaldur Indriðason: Duell« 10.09.2015
Ein einziger Mord an einem Jungen, der ganz einfach zur falschen Zeit am falschen Ort ist, reicht das für 428 Seiten? Wäre der Mord in der Wirklichkeit geschehen, wäre diese Frage zynisch, denn kein Aufwand kann gross genug sein für eine Mordaufklärung. Es handelt sich hier aber um einen Mord aus Buchstaben auf Papier, und da ist die Frage berechtigt. Die Antwort lautet ja, den Indridason bettet den Fall geschickt in den legendären Schachwettkampf zwischen Boris Spasski und Bobby Fischer auf Reykjavik 1972 und damit in den Kalten Krieg ein. Die Auflösung ist unerwartet und gegen Schluss auch voller überraschender Wendungen. Die Kindheitsgeschichte des Kommissars – und erst recht seine Liebesgeschichte – kann der Leser unbesorgt überspringen; waren das noch herrliche Zeiten, als Sherlock Holmes und Hercule Poirot Detektive ohne jedes Eigenleben waren und sich als Intelligenzmaschinen einzig und allein auf die Lösung des Falles konzentrieren konnten!
Heike zu »Arnaldur Indriðason: Duell« 02.08.2015
Auf Seite 405 wird ein Personalpronomen genannt, wo ich mir ziemlich sicher bin, dass es nur Marian zugeordnet werden kann. Ich habe den Satz bestimmt zehnmal gelesen und nach einem anderen Bezug gesucht, aber meiner Ansicht nach gibt es keinen.
Ich habe gehofft, dass am Ende noch einmal bewusst aufgeklärt wird, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt. Der Autor spielt an manchen Stellen mit der Neugier der Leser (z.B. lässt er am Anfang einen Zeugen zu anderen sagen: "Schon komisch, wenn man nicht weiß, ob man es mit einem Mann oder einer Frau zu tun hat."). Aber, falls das Personalpronomen auf Seite 405 keine Absicht war - was aber bei der Vielzahl von Lektoren etc. eher unwahrscheinlich ist -, hoffe ich, dass Arnaldur Indridason sich noch weitere Krimis mit Marian Briem offen halten wollte.
FrauMahlzahn zu »Arnaldur Indriðason: Duell« 23.11.2014
Meine erste Lektüre dieses Autors. Bin sehr angetan, rundum lesenswert, macht Appetit auf mehr. Kein typischer Krimi, sehr viel Hintergrund und Historie - deshalb für mich persönlich besonders interessant.
Ein unglaublich gelungener, fast genialer Kunstgriff ist die Figur Marian Briem: Über 378 Seiten kein einziges Personalpronomen, großes Lob an die Übersetzung! Faszinierend. Für mich als "Erstlesetäter" ist somit nicht erkennbar, ob Marian weiblich oder männlich ist, beides bleibt bis zum Ende und darüber hinaus möglich. Bin sehr gespannt, wie der Autor das (hoffentlich) weiterentwickelt. Und nein, es interessiert mich an dieser Stelle nicht, wie Marian in der Elendur-Reihe dargestellt wird!
Sammy zu »Arnaldur Indriðason: Duell« 03.07.2014
an Darix
Ich habe dieses Buch noch nicht gelesen, aber alle anderen Indridason-Romane. Wenn ich mich richtig erinnere, tauchte Marian Briem darin schon mehrmals auf. Und Marian Brien ist ein Mann, also keine Ermittlerin. Ich frage mich daher, ob Sie das Buch überhaupt gelesen haben. Wenn ja, dann anscheinend nur sehr oberflächlich und wenn nein, warum schrieben Sie hier eine Rezension.
Darix zu »Arnaldur Indriðason: Duell« 23.06.2014
Indridisson gelingt erneut die Verbindung über einen Mord in Island und dem politischen Geschehen Ende letztes Jahrhundert. Zurückversetzt nach Reykjavik, in die Zeit der spektakulären Schachweltmeisterschaft, zwischen den Giganten Spasski und Fischer. Parallel wird in einem Kino ein Jugendlicher ermordet aufgefunden, scheinbar ein Mord ohne Motiv. Immer stärker treten die Einflüsse des Kalten Krieges in den Vordergrund. Die damaligen “realen“ politischen Rahmenbedingungen werden in den Plot, mit den Kindheitserlebnissen – in Rückblenden - der sympathischen Ermittlerin, Marian Briem gelungen verwoben.
Island Bevölkerung, politisch und kulturell durch seine sehr speziellen meteorologischen Verhältnisse auf sich bezogen lebend, wird durch die Schachweltmeisterschaft regelrecht in den Bann gezogen. Hinzu die Ermordung des Jugendlichen. Interessant sind die Spekulationen über das Weltmeisterschachturnier und den politischen Beziehungen, der damaligen Großmächte. Auch die Differenzen zwischen GB und Island bezüglich der Fangrechte und er Ausweitung der Seemeilengrenze spielen eine Rolle. Das Finale zeigt einige Wendungen und Überraschungen auf. Fiktion und Realität sind gelungen eingebunden um die Ermordung des Jungen. Es wirft die Frage auf,Interessiert die Verantwortlichen das Leben eines isländischen Jungen, wenn man eingebunden ist in den Zwängen des Kalten Krieges? Zählt da die Aufklärung des Mordes oder sind diplomatische Rücksichtsnahmen maßgeblich?

Fazit
Indridasons verfasst sein “Duell“ in einer melancholisch, depressive Stimmung, vergleichbar den Erlendur Krimis.
Mit „Duell“ startet der Indridisson einen guten Beginn der neuen Reihe, Randbemerkung: vielleicht findet auch Erlendur wieder die eine oder andere Bemerkung in seinen nächsten Bänden.
Guter, spannender Krimi.
Jack zu »Arnaldur Indriðason: Duell« 14.02.2014
Die Erlendur-Reihe ist Geschichte - und Arnaldur macht das, was er am besten kann: Er taucht tief in die Geschichte ein, nimmt historische Orte oder Begebenheiten als Schauplatz und Handlungsstränge und verknüpft das mit einfühlsamen Zeichnungen der Hauptpersonen und ihrer Lebensgeschichte. In "Duell" gelingt das noch besser als in den meisten der Erlendur-Geschichten. Ermittler Marian Briem ist Arnaldurs Stammlesern noch als pensionierter Kollege Erlendurs bekannt. Die neue Reihe spielt 40 Jahre früher, und in diesem Band gibt es immer wieder Rückgriffe auf Marians Leben in den 30er Jahren mit der damaligen Volkskrankheit Tuberkulose. Diese gelegentlichen Einschübe wirken keineswegs aufgesetzt oder gezwungen. Arnaldur schafft es, mit diesen das Bild der Hauptperson noch klarer zu zeichnen.
Die Krimi-Handlung gerät darüber aber nie in den Hintergrund. Und auch die lebt noch von zweieinhalb eng miteinander verknüpften Handlungssträngen: einem auf den ersten Blick unverständlichen Mord im Kino und den Verstrickungen des Kalten Krieges, zu dem die Schach-WM-Partie in Island noch als undurchsichtiges Extra mit vielen (historisch verbrieften) seltsamen Fakten "on top" kommt. Alles hängt irgendwie zusammen, so viel ist bald klar - aber wie genau, darüber lässt Arnaldur den Leser bis zuletzt im Unklaren. Mehrere Optionen bieten sich lange, selbst auf den letzten Seiten immer noch zumindest zwei. Der Spannungsbogen, der phasenweise keinen "Fortschritt" zu machen scheint, bleibt durchweg erhalten.
Besonders schön finde ich, dass auch Nebenfiguren (Vidar, Albert, Briet, Katrín) in kurzer Zeit ein so klares Profil bekommen, dass man sich mit ihnen identifizieren kann und sie auch zur Zeichnung von Marians Charakter beitragen.
Insgesamt ein ganz hervorragendes Buch, wenn auch teilweise keine leichte Kost. Aber weder die Krimi- noch die Roman-Handlung enttäuscht den Leser am Ende. 95 Prozent von mir!
unclethom zu »Arnaldur Indriðason: Duell« 24.01.2014
Ein gelungener Einstieg in die neue Buchreihe des Autors. Bisher kannte ich leider noch keines seiner Bücher, obwohl ich einige seiner Bücher auf meinem SuB liegen habe.
Von der ersten Seite an fühlte ich mich aufs Beste unterhalten. Ich kam schnell in die Story hinein und konnte das Buch flüssig lesen. Besonders die plastische Schreibweise des Autors gefielen mir, stand man so doch mitten in der Story drin. Es kam mir vor als stände ich an den Schauplätzen und ermittelte mit den Protagonisten des Buches.
Insbesondere die Rückblicke halfen dabei den Ermittler und seine Vorgehensweisen zu verstehen. Die Spannung baute sich recht langsam auf, steigerte sich aber bis zum Finale. Super!
Jetzt muss ich mir nur noch das Buch kaufen, das ich als Druckfahne vorliegen habe.
Von mir gibt es 5 von 5 Sternen. Denn ich denke dass diese Buchreihe einen gewissen Kultstatus erreichen könnte.
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