Anthony Berkeley Cox

Am 5. Juli 1893 wurde Anthony Berkeley Cox in Watford, einer nordwestlich von London in der englische Grafschaft Hertfordshire gelegenen mittelgroßen Stadt, geboren. Er studierte am University College in London und war anschließend im »richtigen« Alter, um als Soldat an der Westfront des Ersten Weltkriegs zu dienen, den er mit viel Glück überlebt.

Nach Kriegsende begann Cox für Magazine wie Punch und The Humorist schriftstellerisch tätig zu werden. Ab Mitte der 1920er Jahre verfasste er Kriminalromane, die ihn als Vertreter des klassischen Whodunit zeigen, der indes zunehmend auch psychologische Aspekte in seine Werke einfließen ließ.

Unter Pseudonymen wie Anthony Berkeley, A. B. Cox, Monmouth Platts und Francis Iles schrieb Cox eine Vielzahl von erfolgreichen und sehr komplex geplotteten Einzelkrimis, die indes manchmal gar zu kompliziert gerieten, wie die strenge Kritik monierte. Auch eine Krimi-Serie floss Cox aus der Feder: Zwischen 1925 und 1934 erschienen zehn Romane (sowie diverse Storys) mit dem zeittypischen Gentleman- und Amateur-Detektiv Roger Sheringham.

Sein immenses Wissen um den Kriminalroman und sein Beharren auf dem klaren (oder wenigstens logisch nachvollziehbaren) Plot ließ Cox 1928 zum Gründer des legendären »Detection Club« werden, dem die Crème de la Crème des Genres beitrat: Agatha Christie, Dorothy L. Sayers, Gilbert K. Chesterton, Freeman Wills Crofts, Ronald Knox u. a. Mit diesen und anderen Clubmitgliedern verfasste Cox gemeinsam mehrere Romane.

In den 1930er Jahren begann Cox die starren Regeln des Whodunit vorsichtig zu erweitern. Before the Fact (1932, dt. Vor der Tat) erregte das Interesse des diesbezüglich immer hellhörigen Thriller-Regisseurs Alfred Hitchcock, der nach diesem Buch den Filmklassiker Suspicion (1941; dt. Verdacht) mit Cary Grant und Joan Fontaine in den Hauptrollen inszenierte. Auch weitere Romane und Storys wurden – meist für das Fernsehen – verfilmt.

In den 1930er Jahren konzentrierte sich Cox unter dem Eindruck des vom Aufstieg Nazi-Deutschlands geprägten politischen Alltags auf seine journalistische Arbeit. 1939 erschien sein letzter Kriminalroman. Cox schrieb für renommierte Zeitungen wie die Sunday Times und den Guardian. Am 9. März 1971 ist er im Alter von 77 Jahren gestorben.

Krimis von Anthony Berkeley Cox:

Roger-Sheringham-Reihe:
The Layton Court Mystery (anonym veröffentlicht)
(1926)
The Wychford Poisoning Case
(1926)
Roger Sherringham and the Vane Mystery / Mystery at Lover´s Cave
(1927)
Silk Stocking Murders
(1928)
Der Fall mit den Pralinen Rezension / Die vergifteten Pralinen / Der Detektiv-Klub
(1929)
The Poisoned Chocolate Case
Der Mord unter dem Dach / Mord in der Mansarde
(1931)
Top Storey Murder / Top Story Murder
Der Kellermord
(1932)
Murder in the Basement
Galgenvögel Rezension
(1933)
Jumping Jenny / The Dead Mrs. Stratton
Mr. Priestley´s Problem (als A.B. Cox)
(1927)
Picadilly Murder
(1929)
Der zweite Schuß
(1932)
The Second Shot
Spiel mit dem Feuer
(1934)
Panic Party / Mr. Pidgeon´s Island
Der verschenkte Mord
(1937)
Trial and Error
Not to be Taken / A Puzzle in Poison
(1938)
Death in the House
(1939)
Vorsätzlich (als Francis Iles)
(1931)
Malice Aforethought
Vor der Tat (als Francis Iles)
(1932)
Murder Story for Ladies / Before the Fact
The Rattenbury Case (als Francis Iles)
(1936)
As For the Women (als Francis Iles)
(1939)

Mehr über Anthony Berkely Cox:

  1. Haycraft, Harold: Murder for Pleasure. S. 144-149.
  2. Panek, Leory Lad: Watteau´s Shepherds. The Detective Novel in Britain 1914-1940. Bowling Green, Ohio: Bowling Green University Popular Press, 1979, S. 111-125.
  3. Turnbull, Malcolm J.: Elusion Aforethought: The Life and Writing of Anthony Berkeley Cox. Bowling Green, Ohio. Bowling Green University Popular Pess, 1996.

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