Der Würger von der Cater Street von Anne Perry

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1979 unter dem Titel The Cater Street Hangman, deutsche Ausgabe erstmals 1989 bei DuMont.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien / England / London, 1870 - 1889.
Folge 1 der Thomas-Pitt-Serie.

  • London: Hale, 1979 unter dem Titel The Cater Street Hangman. 247 Seiten.
  • Köln: DuMont, 1989. Übersetzt von Michael Tondorf. ISBN: 3-7701-2339-5. 298 Seiten.
  • Köln: DuMont, 2002. Übersetzt von Michael Tondorf. ISBN: 3832123393. 298 Seiten.
  • Köln: DuMont, 2005. Übersetzt von Michael Tondorf. ISBN: 3832183515. 389 Seiten.
  • [Hörbuch] Frechen: Delta Music, 2006. Gesprochen von Karl-Heinz Tafel. ISBN: 978-3865382160. 4 CDs.

'Der Würger von der Cater Street' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Waren das Schritte hinter ihr? Unsinn! Und wenn es nun doch welche waren? Es war noch recht früh. Natürlich mussten auch andere Leute auf der Straße sein; sie war sicherlich nicht die einzige unterwegs. Trotzdem ging sie schneller. Es war töricht und völlig unsinnig, sich einzubilden, die Schritte hätten irgend etwas mit ihr zu tun. Sie waren noch immer ein wenig von ihr entfernt, und es hörte sich eher nach einer anderen Frau als nach einem Mann an. Sie ging noch ein wenig schneller. Und wenn es ein Mann war?

Das meint Krimi-Couch.de:

Das ist er also, der erste Fall der hochgelobten Inspector Thomas und Charlotte Pitt Reihe. Mit einem Frauen-Serienkiller, der das viktiorianische London unsicher macht. Nicht dass einem die Handlung bekannt vorkäme, von Jack the Ripper hat man ja schon lange nichts mehr gehört. Lesen kann man das Buch trotzdem, schließlich muss doch was daran sein, dass Anne Perry in einem Atemzug mit Agatha Christie genannt wird.

Bereut habe ich es nicht, doch stellt man sich nach dem Roman schon die Frage, was er in »DuMont´s Kriminal-Bibliothek« zu suchen hat: Anteilig an den Seiten dürfte die Handlung, die die Bezeichnung »Krimi« verdient, maximal zehn Prozent betragen. Der Rest ist eine durchaus gut betrachtete Beschreibung der streng nach Klassen unterteilten Gesellschaft des viktorianischen Londons und eine recht biedere Liebesgeschichte zwischen der Dame aus gutem Hause (Charlotte) und dem rangniedrigeren Inspector (Thomas Pitt).

So tröpfelt die Geschichte ganze 292 Seiten daher, zuweilen blitzt bei Charlotte wenigstens emanzipatorischer Scharfsinn auf, Pitt bleibt hingegen blass. Und auch die Auflösung hat weder Aha-Effekt noch erlösenden Charakter – dafür weiß der Leser viel zu früh Bescheid, dafür ist der Spannungsbogen zu flach.

Hätte sich Miss Perry auf das Genre Liebesroman / Gesellschaftsroman beschränkt, wäre der »Würger von der Caterstreet« ein durchaus vertretbares Buch. So bleibt es beim Versuch, in zu großen Fußspuren zu wandeln und mehrere Gattungen unter einen Hut zu bringen. Besser man greift direkt zu den Originalen (Christie, Conan Doyle), die treffen den viktorianischen Krimi so gut, wie Sherlock Holmes den trockenen Witz.

Anmerkung:

Ob dies die britischen Verlage auch erkannt haben? Seit 1979 wird »Der Würger von der Cater Street« im kitsch-verliebten Amerika regelmäßig aufgelegt, im Vereinigten Königreich erschien er erst vor einigen Jahren.

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Ticva zu »Anne Perry: Der Würger von der Cater Street« 10.07.2009
1881: Ein Mörder treibt sein Unwesen in einer Londoner Strasse. Er erwürgt junge Frauen, egal welcher Klasse sie angehören.

Anfangs geht es sehr lange Zeit um die Familie der Protoganistin. Wie sie leben, was für einen gesellschaftlichen Stand sie haben, mit wem sie verkehren, so wie ihre unterschiedlichen Gedanken.
So erfährt man, das Protagonistin Charlotte in den Mann ihrer älteren Schwester verliebt ist und ihre jüngere Schwester sich mit einem Lord trifft, der einen zwieträchtigen Ruf hat. Nicht zu vergessen den Pfarrer, der zu jeder Gelegenheit etwas über die Schwachheit und den fleischlichen Gelüsten predigt.
Das ist alles höchst interessant, aber doch auch oberflächlich und in meinen Augen teils unwichtig.
Und als dann auch noch die Polizei ins Haus kommt, verstand ich überhaupt nichts mehr. Die Polizei wird behandelt, als wäre sie Abschaum. Ein Insekt das man zertritt.
Wäre das alles nicht schon genug, kommen durch die Morde nun auch noch ganz andere Sachen zum vorschein.

Um ehrlich zu sein, ich kann mich nicht recht entscheiden, ob ich das Buch gut oder schlecht finden soll. Die Handlung plätschert nur so dahin und die Morde, um die es eigentlich geht, werden größtenteils nur am Rande erwähnt.
Ich hatte das Gefühl, die Geschichte kommt gar nicht richtig in Fahrt. Es hat langweilige Phasen, die durch das ein oder andere Gespräch etwas aufgelockert wurden. Das gewisse etwas fehlte mir. Eine Spannung baute sich auch überhaupt nicht auf. Es war nur etwas Nervenkitzel zu spüren, der ab und an aufflackerte. Das ist aber auch verständlich, wenn nie aus der Sicht von Inspector Pitt erzählt wird und man nicht erfährt, wie die Ermittlungen voran gehen.
Auch wurden nicht alle Fragen, die im Laufe des Buches auftauchten beantwortet, zumindest ging es mir so. Und manches kam mir unglaubwürdig, bzw. zu schnell rüber.

Bis auf die Protagonistin werden alle Charaktere nur oberfllächlich beschrieben und aus manch einem Charakter wird man nicht so recht schlau.
Die Geschichte wird aus der Vogel-Perspektive erzählt, so dass man aus jeder Sicht der nennenswerten Charaktere abwechselnd einen Eindruck bekommt.
Es ist flüssig geschrieben, jedoch ohne groß gefühlsduselig zu werden.
Dien Schrift ist gut lesbar und die Kapitel sind sehr lang.

Fazit:
Für zwischendurch eine angenehme Lektüre, aber für echte Krimi-Liebhaber wohl etwas zu langweilig. Mir ging es zumindest so.
3 von 5 Sternen
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Ursula Losert zu »Anne Perry: Der Würger von der Cater Street« 18.01.2009
Ich habe den ersten Band mit Spannung gelesen und mir den ganz bewußt beschafft um den Beginn dieser Reihe zu verstehen( ich hatte vorher einen mitten aus der Reihe erwischt). Ich finde ihn spannend, gut erzählt trotz wenig Handlung. Er ist kein Thriller aber er erzählt auf sehr anschauliche und humorvolle Weise und nimmt die sozialen Strukturen im alten England aufs Korn.Ich werde mit Sicherheit mir noch andere besorgen und lesen.
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Gerlinde Bonk zu »Anne Perry: Der Würger von der Cater Street« 14.01.2009
Anfänglich war ich eher der Meinung, es handle sich mehr um eine gesellschaftliche Betrachtung der viktorianischen Zeit aus der Sicht einer Frau. Der kriminale Touch kam mehr so nebenher.Aber trotzdem las ich dieses Buch mit Freude. Inspektor Pitt erinnerte mich zuweilen ein wenig an Columbo.
Es überraschte mich zu erfahren durch Zufall den ersten Band einer ganzen Serie erwischt zu haben. Werde mich schon bald über den Rest stürzen.
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Frida zu »Anne Perry: Der Würger von der Cater Street« 02.04.2008
Vor einigen Jahren habe ich angefangen mit Band 1. Mittlerweile habe ich mindestens 10 Bände gelesen und lese parallel dazu Inspektor (Privatdetektiv) Monk. Mich begeistern die Bücher immer wieder. Es sind eben etwas andere Krimis, wo gleichzeitig viel von der damaligen Zeit zu erfahren ist. Ich kann diese Krimis allen empfehlen, die keine Action mögen und trotzdem Spannung lieben.
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geroellheimer zu »Anne Perry: Der Würger von der Cater Street« 26.09.2007
Meine erste "Begegnung" mit Anne Perry verlief durchaus positiv. Auch wenn die Krimi Handlung eher nebenher abläuft. Der Schluß ist dann doch ein kleiner "Hammer". Aber das ist dann doch schließlich "das salz in der Suppe", wenn man zum Ende des Romans ungläubig mit dem Kopf schüttelt und sich sagt: "Das hätte ich doch merken sollen!"
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Sarah zu »Anne Perry: Der Würger von der Cater Street« 08.04.2007
Ich bekam einen ganzen Stapel der Anne-Perry-Romane und begann natürlich chronologisch. Ich fand die Eheanbahnung zwischen Charlotte und Thomas ganz schön konstruiert und die Auflösung kam trotz der Rettung in letzter Sekunde auch eher so nebenbei daher. Eindeutig kein echter Krimi, denn dazu liegt die Gewichtung viel zu sehr auf den Ellisons. Inzwischen hab ich noch einen weiteren Band der Reihe gelesen und fange nachher Nummer 3 an. Hat also keine abschreckende Wirkung. ;-)
Trotz der teilweise penetrant eingeflochtenen Sozialkritik ziemlich leichte Kost.
Ane zu »Anne Perry: Der Würger von der Cater Street« 09.09.2005
Ein tolles Buch, das mich auf Anhieb für Anne Perry begeistert hat!

Eine Geschichte mit sehr viel Stimmung und Hintergrund-Koloration. Charlotte ist eine ausgesprochen sympathische Heldin mit Mut und Herz.

Bei der Auflösung habe ich knapp daneben getippt - wer die Auflösung kennt, der kann sich vielleicht denken, was und wen ich meine, ohne hier zuviel zu verraten...
Am Ende hat mich die Auflösung dann aber doch ziemlich schockiert und etwas betroffen gemacht. Gut nachzuvollziehen und menschlich irgendwie verständlich und tragisch, wie es zu den Morden kam...
Jessica zu »Anne Perry: Der Würger von der Cater Street« 24.05.2005
War doch etwas enttäuscht.
Angefangen hatte ich zum Glück nicht mit diesem Band, wusste also, dass es besser geht ;)
Einen besonders spannenden Krimi sollte man nicht erwarten, aber wer sich nicht nur für die Auflösungen von Fällen interessiert, sondern auch für das Drumherum (die Gesellschaft) ist die Reihe empfehlenswert.
Schade fand ich doch die etwas fade und gefühlskalte Entwicklung zwischen Charlotte und Pitt. Es ist weder besonders schnulzig oder anderweitig emotional und bis kurz vor seinem Heiratsantrag hat sie selbst nur lauwarme Gefühle für ihn (und hinterher scheint es eine Weile auch so)
Der einzige "Schocker" ist die Auflösung...
Um es hart zu sagen, finde ich es den mit Abstand schlechtesten Band der Reihe.
Jonathan zu »Anne Perry: Der Würger von der Cater Street« 22.02.2005
Kann das Buch leider nicht empfehlen. Habe es mir gekauft um in die PittReihe zu starten, aber wurde herb enttäuscht. Das Potenzial der Story (zweifellos vorhanden) wird nicht ausgenutzt und außerdem ist die Lösung absolut vorhersehbar... Vielleicht sind andere Teile besser, aber hier gilt: Lieber liegen lassen.
Astrid zu »Anne Perry: Der Würger von der Cater Street« 23.04.2004
Also ich fand die Auflösung der Fälle nicht besoners überraschend, aber die gesamte Atmosphäre der Bücher ist sehr angenehm und mich hat der erste Teil nicht davon abgehalten auch den zweiten zu lesen. Was ich wirklich störend finde ist, dass der Klappentext schon die Hälfte vom ganzen Buch bzw. fast vom Täter verrät.

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