Was niemals geschah von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2004
unter dem Titel Det som aldri skjer,
deutsche Ausgabe erstmals 2005
bei Piper.
Ort & Zeit der Handlung: Norwegen / Oslo, 1990 - heute.
- Oslo: Pantagruel, 2004 unter dem Titel Det som aldri skjer. 384 Seiten.
- München: Piper, 2005. Übersetzt von Gabriele Haefs. 384 Seiten.
-
[Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2006.
Gesprochen von Andrea Sawatzki.
ISBN:
3899037847. 6 CDs.
'Was niemals geschah' ist erschienen als
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In Kürze:
Skalpell, Nagel oder Montblanc-Stift – Oslos ominöser Promi-Killer entscheidet sich für sehr unterschiedliche Tatwerkzeuge und weiß sie alle wirkungsvoll einzusetzen. Dabei ist der Zusammenhang zwischen dem Mord an der Talkmasterin Fiona Helle und dem an der Rechtspopulistin Vibeke Heinerback zunächst alles andere als klar. Helle wird in ihrem Haus mit abgeschnittener und gespaltener Zunge aufgefunden, Heinerback wurde gekreuzigt.
Nicht jedem Krimiautoren gelingt es, von einer langjährig gehegten und gepflegten Serie Abschied zu nehmen, sei es auf Dauer oder nur auf Zeit. Anne Holt hat es nach sechs bzw. sieben Büchern mit der Kriminalinspektorin Hanne Wilhelmsen gewagt. Nun liegt ihr zweites Buch außerhalb dieser Reihe vor, in dem sie abermals Yngvar Stubø und Inger Johanne Vik auftreten lässt.
Er ist Hauptkommissar bei der Kriminalpolizei, sie ist Psychologin und Juristin und verfügt daneben über eine Profilerausbildung beim FBI. Derzeit ist sie allerdings im Mutterschutz, gerade kam ihre Tochter Ragnhild zur Welt. Zudem kümmern sich beide aufopferungsvoll um Inger Johannes enwicklungsbehinderte Tochter aus erster Ehe, die zeitweise bei ihnen lebt.
Der Promikiller geht um
Yngvar wäre gerne etwas mehr zu Hause, doch er steckt mitten in den Ermittlungen zu einem Mordfall. Die bekannte und beliebte Fernsehmoderatorin Fiona Helle wurde in ihrem Haus tot aufgefunden, ihre Zunge wurde herausgeschnitten, gespalten und kunstvoll in einen eigens dafür gefalteten Karton gelegt. Sie war der Star einer norwegischen Version von »Laß Dich überraschen«. Offenbar war jemand der Meinung, dass sie Lügen von sich gab. Dann wird die junge Politikerin Vibeke Heinerback ermordet, zwischen ihre Beine wurde ein Koran gelegt. Kräftige Symbolik, derer sich der Mörder hier bedient. Das dritte Opfer folgt, ein halbwegs bekannter Schriftsteller.
Das Motiv, wo bleibt das Motiv?
Schon zu Beginn äußert Inger Johanne, dass es nahezu unmöglich sei, einen Mörder ohne Motiv zu fassen. Natürlich, in den meisten Krimis steht das Motiv im Vordergrund. Wie bei einem Wollknäuel ziehen die Ermittler daran und wollen eine Verbindung zum Mörder herstellen. Aber wenn ein Mörder nun mal kein Motiv hat, sondern nur aus Nervenkitzel mordet, wie sollte man ihn da fassen, solange er keinen Fehler macht?
Yngvar bringt seiner Frau die Unterlagen mit nach Hause, damit sie ein wenig abgelenkt wird. Sie vermutet, dass der Täter die Aufmerksamkeit von jemandem bestimmten erregen will. Er fordert einen tüchtigen Gegner. Alle Morde passieren nämlich nicht in der Stadt selbst, auch wenn die Opfer aus Oslo kommen bzw. dort den größten Teil ihrer Zeit verbringen, sondern außerhalb, so dass die örtliche Polizei auf jeden Fall die Kriminalpolizei und das Team von Yngvar Stubø hinzuziehen wird. Dabei äußert sie sich sogar über die Qualität der Osloer Polizei, jetzt, wo die Wilhelmsen nicht mehr da ist …
Da stellt sich die Frage, ob Hanne Wilhelmsen je wieder ermitteln wird? Wenn allerdings solche Bücher wie dieses dabei herauskommen, wird man sie kaum vermissen.
Gewagt und gewonnen
Yngvar Stubø und Inger Johanne Vik ergänzen sich hervorragend. Die Charaktere sind äußerst glaubwürdig geschildert und die Alltagsprobleme nehmen nicht überhand. In einem Interview äußerte sich die Autorin, dass sie bei einem Buch zunächst die Handlung konzipiert und dann den passenden Ermittler dazu wählt. Dies ist ihr hier perfekt gelungen.
Anne Holt hat hier einen spannenden Psychothriller vorgelegt, den man nicht mehr aus der Hand legen kann, wenn man einmal angefangen hat. Obwohl auch immer wieder der Mörder zu Wort kommt, ohne dass zunächst das Motiv enthüllt wird, und die Handlung in ruhigen Bahnen verläuft, bleibt die Spannung auf hohem Niveau. Alles passt schlüssig zusammen, Nebenhandlung und Hauptstrang führen zielgerichtet auf ein Ende hin, das wahrlich überrascht und auch nachdenklich stimmt. »Was niemals geschah« ist das beste Buch von Anne Holt, das ich bisher von ihr gelesen habe. Sie zeigt hier mit dem psychologischen Plot eine neue, andere Stärke.
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| Colin Chapman zu »Anne Holt: Was niemals geschah« | 29.11.2009 |
|---|---|
| Otto Quaing zu »Anne Holt: Was niemals geschah« | 19.04.2009 |
| Amouna zu »Anne Holt: Was niemals geschah« | 01.10.2008 |
| Philipp zu »Anne Holt: Was niemals geschah« | 02.09.2008 |
| Brina zu »Anne Holt: Was niemals geschah« | 09.08.2008 |
| Sofia zu »Anne Holt: Was niemals geschah« | 08.07.2008 |
| Heike Holzkämper zu »Anne Holt: Was niemals geschah« | 26.01.2008 |
| verena zu »Anne Holt: Was niemals geschah« | 07.11.2007 |
| jus_li zu »Anne Holt: Was niemals geschah« | 08.08.2007 |
| Veronika Homann zu »Anne Holt: Was niemals geschah« | 24.06.2006 |
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