Der norwegische Gast von Anne Holt

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel 1222, deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei Piper.
Folge 8 der Hanne-Wilhelmsen-Serie.

  • Oslo: Piratförlaget, 2007 unter dem Titel 1222. 336 Seiten.
  • München: Piper, 2008. Übersetzt von Gabriele Haefs. ISBN: 978-3-492-04693-0. 336 Seiten.

'Der norwegische Gast' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Seit Stunden wütet über dem unzugänglichen norwegischen Bergdorf Finse ein Schneesturm. Der einzige Zug dorthin ist in einer Schneewehe entgleist, die Passagiere, unter denen auch die ehemalige Kommissarin Hanne Wilhelmsen ist, finden Zuflucht im nahen Hotel. Man macht sich bekannt, und bald drehen sich die Gespräche vor allem um eines: Was haben die Wachen vor den Türen zu bedeuten? Wen sollen sie schützen? Die königliche Familie, einen ausländischen Ter­roristen? Während die Vermutungen ins Kraut schießen, geschieht ein brutaler Mord – ein mitgereister Pastor, der durch seine Fernsehauftritte große Bekanntheit genoss, liegt erschossen im ­Schnee vor dem Haus. Panik macht sich unter den Eingeschlossenen breit, und als Hanne ­Wilhelmsen glaubt, einen Zeugen gefunden zu haben, wird auch er ermordet.

Ihre Meinung zu »Anne Holt: Der norwegische Gast«

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mafe zu »Anne Holt: Der norwegische Gast« 17.02.2010
lauer norwegenkrimi! nicht wirklich spannend, geschichte plätschert vor sich hin.
der plot ist einfach gestrickt, so gut wie keine spannungsmomente.
kommt an agatha christie romane nicht annähernd ran! zahlt sich nicht wirklich aus sich durch dieses buch zu (manchmal) quälen! nur wer wirklich viel zeit zum lesen hat, sollte sich dieses buch zulegen!
Mockingbird zu »Anne Holt: Der norwegische Gast« 09.01.2010
"Der norwegische Gast" ist sicher ein Titel mit Doppelbedeutung: Gäste sind alle in dem eingeschneiten Hotel, typisch norwegisch in ihren Verhaltensweisen nach Auffassung der ehemaligen Kommissarin. Der andere Gast, der mögliche Terrorist, bleibt anonym - oder doch nicht? Seine Beschreibung auf den letzten Seiten entspricht den Fotos von Bin Laden, und nicht umsonst meint Hanne Wilhelmsen, sie traue ihren Augen nicht und wundere sich, dass nicht mehr Amerikaner unter den Gästen waren. Ein Ende mit Ausblick - was wäre wenn, was hätte geschehen können? So werden die Morde im Mikrokosmos des eingeschneiten Hotels relativiert, Wimpernschläge in den Augen der Welt.Eine Ermittlerin, die aus dem inneren Exil in die Wirklichkeit gezogen wird, zunächst widerstrebend, zuletzt wie unter dem Zwang ihrer Instinkte, die zu ihrer eigenen Verwunderung keiner Lähmung erlegen sind. Gedankenfetzen, innerer Monolog eines Menschen, dem die Außenseiterrolle mit Kugeln in den Leib geschrieben wurde und der sich die Freiheit nimmt, streunende Jugendliche mehr zu mögen als rosafarbene Babies, freundliche Helfer anzuschweigen und sich nach Belieben auf autistische Reaktionsarmut zu beschränken. Scheinbar mitleidlos, da ohne Selbstmitleid, uneitel, uncharmant, egozentrisch, Gefühlswärme ganz tief unter der Eiskruste - Hanne Wilhelmsen ist für mich der klassische Ermittler mit Charakter, mögen muss man sie nicht, aber sie zu beobachten, ist interessant.
Frape zu »Anne Holt: Der norwegische Gast« 19.12.2009
Das Buch hat den Nagel meiner Krimi-Erwartungen auf den Kopf getroffen: stimmungsvolle Beschreibung der Situation (die auch sehr gut zur Weihnachtszeit passte); interessante Charaktere; sprachlich anspruchsvoll und manchmal ungezwungen witzig; spannend bis zum Schluss geschrieben. Und dass nicht jedes Rätsel gelöst wurde, sorgt noch für einiges Nachgrübeln, nachdem die letzte Seite umgeblättert war. Liebe Anne Holt, vielen Dank für die gelungene Unterhaltung, Sie haben mir eine lange Reise kurzweilig gestaltet!
krimimaus zu »Anne Holt: Der norwegische Gast« 16.12.2009
also leider gar kein sternchen von mir! das buch ist am anfang noch sehr spannend und macht neugierig. je weiter man aber kommt, desto langatmiger wird die geschichte. eigentlich passiert fast gar nichts, man vermutet die tollste auflösung, aber es bleibt bei einem einfach schema und vor allem bei einer einfachen auflösung. der geheime norwegische gast - bleibt geheim und ist deshalb meiner meinung nach völlig sinnlos. leider nicht überzeugend diesmal..
Tschaikowsky zu »Anne Holt: Der norwegische Gast« 26.11.2009
Kurz gesagt: das Buch ist zwar spannend, aber eine Mühsal. Vielleicht wäre es eine gute Idee, die ehemalige Kommissarin nicht in der Ichform erzählen zu lassen? Dann wären nämlich die ermüdenden Text-Dehnungen unterblieben, wie zum Beispiel: „Das würde mir wenigstens die Zeit vertreiben.“; „Wenn ich dann noch alle unter fünfzehn abzog, kam ich auf 97. [Neuer Absatz.] 97 Verdächtige. [Neuer Absatz.] Viel zu viele. [Neuer Absatz.]“; „Und ich hatte sogar schon zu Hause angerufen. [Neuer Absatz.] Ich hatte nicht viel gesagt, aber ich hatte angerufen. [Neuer Absatz.] Nefis hatte sich gefreut. [Neuer Absatz.]“
Es hätte dem Buch gut getan, wäre es vor der Drucklegung noch um mindestens 50 Seiten gekürzt worden.
Phasenweise wird die Erzählung dadurch hohl und pseudo-psychologisierend. Die Schilderung der familiären Situation der ehemaligen Kommissarin ist für die Handlung völlig belanglos.
Der Plot ist gut und die „closed shop“-Szenerie des eingeschneiten und sturmumtosten Berghotels klassisch. Dem Hotel „Finse1222“ ist zu wünschen, dass viele LeserInnen einmal auf Besuch kommen.
Der deutsche Titel des Buchs ist willkürlich; einen „norwegischen Gast“ gibt es im ganzen Buch nicht, bestenfalls einen „Gast Norwegens“. Man hätte gleich den Originaltitel „1222“ nehmen können, das wäre einfach zu übersetzen gewesen.
kernobst zu »Anne Holt: Der norwegische Gast« 08.11.2009
Inhaltsangaben kann man sich ersparen - es gibt derer genügend auf dieser Seite.

Der "Plot" ist kriminalroman-historisch gesehen klassisch - auch dazu ist auf diesen Seiten genug zu lesen.

Wie schon viele skandinavische Krimis ist nun auch dieser endgültig von der Kenntnis der Vorgängerromane abhängig. Nur mit ihrer Kenntnis kann man dieses Buch eigentlich richtig lesen und goutieren: Es handelt sich eigentlich um ein Psychogramm von Hanne Wilhelmsen - aufgehängt an einem (klassischen) Krimisujet.

Wenn man das Buch unter dieser Prämisse liest, ist es mehr als lesenwert.
Nati zu »Anne Holt: Der norwegische Gast« 28.10.2009
Abgeschnitten
Seit dem Hanne Wilhelmsen ein Schuss in den Rücken traf, ist sie von der Taille abwärts gelähmt. Die eigenbrötlerische norwegische Ermittlerin ist im Zug unterwegs von Oslo nach Bergen zu einem bekannten Spezialisten für Rückgratfrakturen. Doch plötzlich entgleist der Zug vor dem Finse Tunnel auf 1222 Meter über dem Meer. Die Mitreisenden, teils verletzt, werden in ein Hotel einquartiert. Draußen tobt der heftigste Schneesturm seit 100 Jahren und die Menschen sind abgeschnitten von der Außenwelt. Innerhalb von zwei Tagen werden zwei Hotelgäste ermordet.
Hanne Wilhelmsen verfolgt das Verhalten der Personen in dieser Extremsituation von ihrem Rollstuhl aus und kann durch ihre starke Beobachtungsgabe und unterstützt von einem Arzt, einem Anwalt und der Hoteldirektorin am Ende den Fall lösen.
Umrahmt wird das Geschehen durch den tosenden Sturm, der sich von Kapitel zu Kapitel auf der Beaufort-Skala von 0 bis 12 erhöht.
Anne Holt, die ehemalige norwegische Justizministerin, hat es wieder geschafft einen spannenden Roman über die eigenwillige Ermittlerin Hanne Wilhelmsen zu schreiben, der bis zum Schluss voller Überraschungen ist. Ein passendes Buch für lange Winterabende.
anyways zu »Anne Holt: Der norwegische Gast« 23.09.2009
Hanne Wilhelmsen, in ihrem ersten Leben Kriminalkommissarin in Oslo nach ihrem letzten Einsatz vor ein paar Jahren durch zwei Schüsse leider querschnittsgelähmt, befindet sich auf dem Weg zu einem Spezialisten der ihr Hilfe und Erleichterung für die ihr so unerträglichen Gebrechen verschaffen soll.

Sie befindet sich in der norwegischen Bergbahn von Oslo aus, als nahe des Bergdorfes Finse der Zug entgleist und der Lokführer tödlich verunglückt. Aufgrund eines noch nie dagewesenen Schneesturmes in dieser Region gehen die Bergungsarbeiten nur mühsam voran. Aber alle Passagiere werden geborgen, und nur die wenigsten haben mit schlimmen Verletzungen wie Frakturen und Gehirnerschütterungen zu kämpfen.

Hanne findet wie 196 ihrer Leidensgenossen in einem nahe gelegenen Berghotel Zuflucht.Und dort sitzen sie alle eine Zeitlang fest, da ein Ende des Schneesturmes nicht zu erkennen ist.

Nachdem der erste Schock, die Trauer und Wut einigermaßen in den Hintergrund gerückt sind, fallen Spekulationen auf fruchtbaren Boden. Warum wurde an den Zug ein zusätzlicher Waggon gehängt, der zudem in Oslo streng bewacht wurde? Und wo befinden sich die Passagiere aus diesem Teil des Zuges?

Als dann am nächsten Morgen der mitgereisten und äusserst bekannten "Fußball"-Pastors vor der Tür des Hotels mit einem Einschussloch im Kopf gefunden wird, bittet Geir Rugholmen, Ersthelfer aus dem Ort, Hanne um Hilfe.

Doch Hanne ist kein umgänglicher Mensch, sie hat sich seit ihrer Berufsunfähigkeit immer weiter von den Menschen entfernt. Und deshalb beginnt sie eher mißmutig damit, die Ermittlungen aufzunehmen.



Fazit: Obwohl eine gewisse Ähnlichkeit mit Agatha Christies Kriminalromanen besteht, versteht es Anne Holt leider nicht den Leser ebenso zu fesseln. Vielleicht liegt es an der bärbeissigen und äußerst unfreundlichen Protagonistin, oder an den vielen Vermutungen deren sich die Autorin ständig bedient . Andauernd läßt sie ihre Hauptfigur grübeln mit den Worten ."..hätte ich gewusst, dass.dann vielleicht".

Das ist auf die Dauer leider langweilig. Auch ihre Aufklärung kommt so plötzlich, das man das Gefühl hat wichtige Seiten überlesen zu haben, dabei möchte der Leser doch oft selbst den Fall lösen.



Interessant fand ich wiederum die an die Kapitelanfänge gestellten Begriffsdefinitionen von Wind bis Schneesturm, allein deshalb, weil ich selbst mal eine Zeitlang in einer Notunterkunft aufgrund eines Blizzards wohnen musste .
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stjerneskud zu »Anne Holt: Der norwegische Gast« 05.04.2009
Mit der Beaufort-Skala auf Mörderjagd

Auf der Fahrt von Oslo nach Bergen entgleist ein Zug, bei dem der Lokführer getötet wird. Alle anderen Passagiere kommen entweder unbeschadet oder mit leichten Verletzungen und mit einem gehörigen Schrecken davon. Sie werden in einem nahe gelegenen Berghotel untergebracht. Der Schneesturm schließt sie dort ein und eine Evakuierung ist vorerst nicht möglich. Unter ihnen befindet sich die ehemalige Kommissarin Hanne Wilhelmsen, die seit einer Schussverletzung im Rollstuhl sitzt. Glücklicherweise sind die Speisekammern des Hotels gut gefüllt – keiner muss Hunger oder Durst leiden – und auch für ein wenig Ablenkung ist gesorgt. Alles geht einem einigermaßen geregelten Gang nach, bis ein Mord geschieht.

Es ist das erste Buch, dass ich von Anne Holt gelesen habe und es hatte ein klein wenig eine abschreckende Wirkung auf mich. Vorerst reizt es mich nicht weitere Romane von ihr zu lesen. An sich liest sich der Krimi sehr gut, aber es kommt keine rechte Spannung auf und es bleibt aus, von ihm mitgerissen zu werden. Ich habe schon Fesselndere gelesen und die auftauchenden Figuren wecken bei mir auch keine Sympathien für sie. Durch die Ich-Form erfährt man viel über die ehemalige Kommissarin Hanne Wilhelmsen – ihre Sicht auf die Dinge und erhält einen Einblick in ihre Gedankenwelt –aber sie hat eine Art an sich, mit der ich mich nicht anfreunden konnte. Agatha Christie hat es vorgemacht Morde in einem begrenzten Umfeld stattfinden zu lassen, wie z.B. in „Tod auf dem Nil“ und „Mord im Orientexpress“, und eine der anwesenden Personen muss der/die Mörder/in sein, aber ihre Figuren versprühten dabei noch einen gewissen Charme, was hier gänzlich fehlte. Ich hatte mir mehr erhofft und wurde ein wenig enttäuscht, weil das Buch anfangs einen guten Eindruck auf mich machte, dem es leider nicht gerecht werden konnte.

Man kann es lesen, muss es aber nicht unbedingt.
villawiebke zu »Anne Holt: Der norwegische Gast« 04.03.2009
Winter 2007 in Norwegen. Ein heftiger Schneesturm tobt, als ein Zug mit 269 Passagieren, unterwegs von Oslo nach Bergen, entgleist. Bis auf den Lokführer werden alle Passagiere lebend gerettet und in einem nahe gelegenen Berghotel in Finse untergebracht. Ein Kontakt zur Außenwelt ist nicht möglich und notgedrungen arrangieren sich die Eingeschlossenen mit der unausweichlichen Situation. Für Essen, Trinken und ein wenig Unterhaltung ist gesorgt, so dass genügend Zeit bleibt, sich mit Spekulationen um einen zusätzlich angehangenen Zugwaggon zu befassen, dessen Insassen mysteriös anmuten, die aber niemand zu Gesicht bekommen hat.

Unter den unfreiwilligen Hotelgästen, immer ein wenig abseits im Rollstuhl sitzend, befindet sich die ehemalige Polizistin Hanne Wilhelmsen, die vor fünf Jahren im Rahmen eines Polizeieinsatzes schwer verletzt wurde. Seit ihrem Unfall hat sie sich vom Leben zurückgezogen und tritt den Menschen in ihrer Umgebung unhöflich, verschlossen und unfreundlich gegenüber. Jede noch so gut gemeinte Hilfe lehnt sie schroff ab und verkriecht sich lieber in ihrem Schneckenhaus, ein Verhalten, das sich im Laufe des Geschehens und aufgrund der gegebenen Situation zunehmend schwerer bewerkstelligen lässt.

In der Nacht fallen die Temperaturen weiter, der Wind nimmt zu. Ein Ende des Sturms ist nicht in Sicht, als vor der Tür, im Schnee liegend, eine Leiche entdeckt wird. Der Tote, ein extrovertierten Pastor, der durch vielfältige Fernsehauftritte seine Bekanntheit und Volksnähe akribisch gepflegt und gezielt ins rechte Licht gesetzt hat, ist erschossen worden. Nun ist es schlagartig vorbei mit der Ruhe im idyllischen Berghotel. Angst macht sich unter den Anwesenden breit, der Sturm zerrt an den Nerven der Gäste und genau an diesem Punkt geschieht der nächste Mord.

Die ehemalige Polizistin Hanne Wilhemsen, deren Vorleben einigen der Anwesenden hinlänglich bekannt ist, gerät durch die Ereignisse immer mehr unter Druck. Man bittet sie, sich der Sache anzunehmen und die Verbrechen aufzuklären, bevor die Situation eskaliert. In die Enge getrieben, stimmt sie mürrisch zu und versucht mit Hilfe der Hoteldirektorin und zwei weiterer Gäste Licht in die Geschehnisse zu bringen. Hierbei bemerkt sie zum ersten Mal, dass ihre passive sitzende Position auch Vorteile mit sich bringen kann. Bedingt durch die ungewöhnliche Perspektive und die dadurch genommene Möglichkeit in Handlungen aktiv eingreifen zu können, erschließen sich ihr Dinge, die andere übersehen. Ihre jahrelange, gut geschulte Beobachtungsgabe kombiniert sie geschickt mit systematischem Denken und so gelingt es ihr, die Morde aufzuklären und den Täter ganz in Agatha-Chriestie-Manier letztendlich zu stellen.

Aber nicht nur die ungewöhnlich Aufklärung des Verbrechens unter Einbeziehung eines breiten Publikums und der passiven Haltung der anwesenden Polizei, erinnert an die Romane der Autorin Agatha Christie. Auch die vielseitige Ausstattung der anwesenden Personen mit kuriosen Angewohnheiten, eigenwilligen Charaktere und dunklen Vergangenheiten, wie auch die Einbeziehung einer ungewöhnlichen Todesart, lassen den Leser unweigerlich an die psychologisch raffinierten Methoden von Miss Marple oder Hercule Poirot denken.

Anne Holt hat mit „Der norwegische Gast“ einen Kriminalroman geschrieben, der durch seinen leichten, flüssigen Schreibstil lesenswert daherkommt, trotz alledem aber zu sehr an seine Vorgänger erinnert. Die Idee, Personen von der Außenwelt abzuschneiden und sie gemeinsam mit einem Mörder einzuschließen, ist durch vielfältige Romanvorlagen und Filme bereits überstrapaziert und weist auch in diesem Buch keine neuen Nuancen auf. Hier kann man sich als Leser der Autorin nur wünschen, dass sie bei zukünftigen Romanen mit neuen Ansätzen brilliert. Ein weiteres Manko stellt der nicht durchgängig vorhandene Spannungsbogen dar, der allerdings durch die gewählte Erzählform kompensiert wird. Bedingt durch die Nutzung der Ich-Perspektive erlaubt die Autorin einen tiefen Einblick in die Seelen- und Gefühlswelt der Hauptprotagonistin und schafft es dadurch, dass die Geschichte einiges an Tiefgang erfährt. Und genau dieser Tiefgang ist es, was den Leser dazu bringt, das Buch nicht aus der Hand zu legen.

Insgesamt ist „Der Norwegische Gast“ ein Buch, das man entspannt lesen kann, von dem der versierte Krimileser aber nicht zuviel erwarten sollte.

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