Warte, bald ruhest auch du von Ann Granger

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1993 unter dem Titel Cold in the Earth, deutsche Ausgabe erstmals 1998 bei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 3 der Allan-Markby-und-Meredith-Mitchell-Serie.

  • London: Headline, 1993 unter dem Titel Cold in the Earth. 218 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Lübbe, 1998. Übersetzt von Edith Walter. ISBN: 3-7857-0910-2. 393 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2000. Übersetzt von Edith Walter. ISBN: 3-404-14375-2. 398 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2009. Gesprochen von Eva Michaelis. ISBN: 3-7857-3725-4. 4 CDs.

'Warte, bald ruhest auch du' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Kennen Sie Inspektor Markby und seine selbsternannte Mitdetektivin Mitchell schon? Dann wissen Sie, was auf Sie zukommt: Ein rätselhafter Mordfall, exzentrische Menschen, Spannung, ein Inspektor, der von den Methoden seiner Mitstreiterin rein gar nichts hält und der sich einmal mehr eines besseren belehren lassen muß und ein Paar, das sich auch während dieses Falles wieder ein kleines Stückchen näher kommt.

Das meint Krimi-Couch.de: »Erst weit nach der Hälfte tut sich was« 55°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Nach Sprichwort und Kinderlied musste jetzt Goethe herhalten, um »Cold in the Earth« einen mehr oder weniger sinnvollen deutschen Titel zu verpassen.

Zwei Farmen im ländlichen England, die schon bessere Zeiten erlebt haben, stehen im Mittelpunkt von Ann Grangers drittem Roman ihrer Serie um die unnahbare Diplomatin Meredith Mitchell und den unermüdlich um sie werbenden Inspektor Alan Markby.

Da ist zum einen die Witchett-Farm, deren einzige Bewohnerin Dolly Carmody nach dem Tod ihres Mannes ist. Bewirtschaftet wird hier schon lange nichts mehr. Seltsame Besucher halten nach Antiquitäten Ausschau und der reiche Bauunternehmer Dudley Newman würde gerne das Land aufkaufen, um es zu bebauen. Doch Dolly Carmody denkt nicht daran, zu verkaufen, ebenso wenig wie die Bewohner von Greyladies. Die Farm ist seit Jahrhunderten in Familienbesitz und das alte Farmerehepaar weigert sich zu verkaufen, obwohl man von der Schafzucht kaum überleben kann. Ganz im Gegensatz zu ihrem Sohn Alwyn, dessen Arbeit die Farm am Leben hält. Wenn seine Eltern nicht wären, würde er lieber heute als morgen das Geschäft mit der Baufirma machen. Tochter Jess hat überhaupt nichts zu sagen. Nach einem Nervenzusammenbruch wird sie über alle Maßen behütet.

Was spielt sich auf den Farmen ab?

Rund um die beiden Farmen wird fleißig gebaut. Inspektor Markby ist zufällig anwesend, als man entdeckt, dass für die Fundamente eines Hauses nicht tief genug ausgeschachtet wurde und der Bagger noch einmal nachbessern muß. Dabei wird die Leiche eines unbekannten Mannes zutage gefördert, der hier wohl auf ewige Zeiten unentdeckt geblieben wäre, wenn der Fehler nicht passiert wäre.

Zum Thema »Beziehung zwischen den Protagonisten«, zu dem ich mich in meiner Rezension des Vorgängerbandes ausgiebig ausgelassen habe, möchte ich diesmal schweigen, da ich hierzu absolut nichts wirklich weltbewegend Neues beitragen könnte.

Als typisches Beispiel des englischen Landhauskrimis kommt »Warte, bald ruhest auch du« daher. Geradezu überraschend startet die Story mit einer Drogentoten, doch anschließend geht es sehr beschaulich zu, nur langsam klärt sich etwas, und so dauert es bis weit über die Hälfte des Romans, ehe dem Leser ein paar Zusammenhänge klargemacht werden und sich in Sachen Aufklärung des Falles ein kleiner Fortschritt abzeichnet, nachdem endlich die Identität des unbekannten Toten aufgelöst wird.

Allzu viele Hinweise zum Rätselraten bietet die britische Krimiautorin ihren Lesern ja nun nicht gerade, und da sich die Anzahl der Charaktere sehr in Grenzen hält, sind wirkliche Überraschungen von vornherein fast ausgeschlossen. So ist es weniger die Frage nach dem Täter, sondern das Rätsel, was sich überhaupt auf den Farmen abspielt, das den Leser mit eigenen Gedanken beschäftigen kann.

Nur für Liebhaber des Genres

Überaus große Action oder gar knisternde Hochspannung darf man natürlich von einem solchen Krimi auch nicht erwarten, und so ist auch der Showdown nur ein von heftigem Gewitter begleitetes kleines Aufflackern, und ruhig und sachlich setzen sich schließlich Gut und Böse zusammen und klären, was noch zu klären bleibt.

Ein Krimi einzig für Liebhaber des Genres, dessen hervorstechende Merkmale die kauzigen Landbewohner sind. Farmer, die zwischen freundlich und cholerisch schwanken, nette alte Ladies, mißmutige Bauarbeiter, Jugendliche ohne Perspektive, junge Leute mit unbekümmerten Vorstellungen sind es, die das kleine Städtchen Bamford bevölkern und an denen der Leser seinen Spaß haben könnte. Mehr Spaß noch, wenn nicht alles so oberflächlich beschrieben wäre. Als große Erzähleren möchte ich Ann Granger nun wirklich nicht bezeichnen, wenn auch manche langweilende Redewendungen möglicherweise ein Produkt der deutschen Übersetzung sind.

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givenchy zu »Ann Granger: Warte, bald ruhest auch du« 08.03.2012
Vielleicht liegt es an der Übersetzung, aber die meiste Zeit ist jemand "gereizt, beleidigt, eingeschnappt" und dergleichen.Die Erwachsenen reagieren zum Teil wegen Kleinigkeiten wie beleidigte "Leberwürstchen" .Liegt aber evtl., an den im Übermaß, gebrauchten, immer den selben Adjektiven.Ansonsten hat man ein schönes Bild vom ländlichen England vor seinem inneren Auge.Allerdings veranlasst, mich als Reiterin, die Schilderung des Ponys und seines Verhaltens nur zum Kopfschütteln.Weniger ist manchmal mehr.Und über die "Liebesgeschichte" reden wir besser nicht.Die beiden Protagonisten suchen im Kopf schon Einfamilienhäuser aus und siezen sich noch.Lächerlich!
Stefan83 zu »Ann Granger: Warte, bald ruhest auch du« 08.09.2009
Wenn die Tage wieder kürzer werden und der Herbst vor der Tür steht, greift manch ein Krimi-Fan gerne mal zu einem klassischen Whodunit. Und wenn man diese bereits alle zu kennen glaubt, gibt es ja immer noch die heutigen Autoren, die mehr schlecht als recht ein leicht angestaubtes Genre in die Jetztzeit zu retten versuchen.

Ann Granger ist da eine angenehme Ausnahme, macht sie doch keinerlei Anstalten den guten, alten Landhauskrimi zu modernisieren. Vielmehr greift sie all das auf, was man schon an den Marple-Geschichten zu schätzen gewusst hat: Eine gemütliche Atmosphäre, verschrobene und kauzige Figuren und eine ruhige Erzählweise. Dieser Anachronismus, der wohl nicht jedermanns Sache sein wird, findet auch im dritten Band der Mitchell & Markby-Reihe seine Fortsetzung.

Meredith Mitchell hat mittlerweile das Rose Cottage in Pooks Common verlassen und ist aufgrund ihres Jobs nach London gezogen. Eine Entwicklung, die Inspektor Alan Markby wenig zusagt, da er hoffte, ihre bisher eher zarte Romanze fortführen zu können. Stattdessen hat er nun die Ermittlungen im Fall einer jungen Drogentoten am Hals, zu der sich allzu bald noch eine weitere Leiche gesellt. In der Nachbarschaft zweier alter Farmen außerhalb von Bamford wird auf einer Baustelle ein unbekannter Toter gefunden. Seine Mörder (Keine Angst, damit verrate ich nicht zuviel) hatten ihn einbetoniert und zum Schrecken aller dabei augenscheinlich lebendig begraben. Markby stellt Nachforschungen an, stößt jedoch bei Bauarbeitern und den anliegenden Farmern auf verschlossene Türen. Niemand scheint den Toten zu kennen, seine Herkunft ein unlösbares Rätsel. Da trifft es sich gut, dass Meredith gerade für einige Tage im Haus seiner Schwester Laura wohnt, um darauf aufzupassen, während diese mit ihrer Familie im Urlaub weilt. Unter dem Vorwand eine historische Abhandlung über die "Grauen Leute", eine Sekte, welche im 19. Jahrhundert in Bamford ansässig war, zu schreiben, beginnt Meredith Fragen zu stellen. Nur um ziemlich schnell festzustellen, dass sie damit in ein höchst gefährliches Wespennest sticht...

Vorhang auf für den dritten Akt der Reihe, der diesmal noch ländlicher als seine Vorgänger daherkommt. Schauplatz sind in erster Linie die Farmen "Greyladies" und "Witchett", die im Zuge der um sie grassierenden Modernisierungen als letztes Bollwerk des alten Englands standgehalten haben. Und "very english" ist dieses Buch auch in jeder Zeile. Da werden gemütlich vor dem heißen Kamin Kekse verzehrt und bei windigem, kalten Wetter ein Spaziergang im umliegenden Weideland unternommen. Granger setzt ihre Trumpfkarte, die bildreichen Beschreibungen, geschickt ein, wodurch man sich geistig unwillkürlich selbst schnell in Oxfordshire wieder findet. Da ist es schon überraschend, dass zu Beginn von einer Drogentoten die Rede ist, die in die augenscheinlich perfekte Welt Bamfords nicht passen will. Immer wieder deutet Granger zwischen den Zeilen den Fortschritt an, der besonders Markby ein Dorn im Auge ist, ohne dabei jedoch die Stimmung zu beeinträchtigen. Es bleibt alles sehr beschaulich und dauert auch diesmal wieder ziemlich lange, ehe Zusammenhänge hergestellt werden können und Fortschritte in den Ermittlungen erkenntlich werden. Bis dahin erfreut man sich an den kauzigen Landbewohnern, die einem irgendwie schnell ans Herz wachsen.

Apropos Herz: In Liebesdingen tut sich bei Meredith und Markby auch diesmal nicht viel. Das wird sich allerdings auch in den gefühlten nächsten zehn Bänden nicht wirklich ändern. Der Schluss ist alles andere als überraschend, da sich die Handlung nur um einen kleinen Kreis von Figuren dreht, was es einem einfach macht, den Täter früh zu identifizieren. Hinweise zum Rätselraten oder gar Action sind überhaupt Mangelware bis nicht vorhanden.

Insgesamt ist "Warte, bald ruhest auch du" ein unterhaltsamer, gemütlicher Landhauskrimi, den man Freunden dieses Genres nur ans Herz legen kann und der für einen verregneten Sonntagnachmittag die perfekte Lektüre darstellt. Alle anderen dürfen getrost einen Bogen darum machen, um sich nicht nachher über die Langatmigkeit beschweren zu müssen.
9 von 12 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Alexandra zu »Ann Granger: Warte, bald ruhest auch du« 10.08.2009
Das bisher beste Buch aus der Reihe. Ich habe nunmehr die ersten drei Bände gelesen.
Meredith "löst" den Fall beinahe wieder zufällig; Alan gibt nicht auf, sie doch noch zu seiner "Landfrau" zu machen; wir treffen alte Bekannte und lernen wieder neue Einwohner von Bramford kennen; auch gesellschaftspolitische Probleme kommen ins Spiel.
Ein netter Roman für ruhige Lesezeiten, ich werde auch in weiteren Bänden gerne wieder nach Bramford "reisen"...
marco zu »Ann Granger: Warte, bald ruhest auch du« 07.04.2009
für meinen geschmack ein eher schwaches buch aus dieser reihe.

neben der krimi-handlung spielt der strukturwandel in der britischen "countryside" eine rolle.
markby stochert etwas melancholich durch den fall, stößt er doch überall auf erinnerungen aus seiner jugend, die schritt für schritt der moderne weichen müssen. kein wunder, dass auch der existenzkampf von landwirten in das buch eingewoben ist.

die beschreibung der einzelnen cottage-szenen weckt erinnerungen an "fünf freunde" und schaffen eine schöne atmosphäre.

die krimi-handlung an sich ist aber über weite strecken langweilig. das buch ist eben kein klassischer "who-done-it", wie man es bei einer englische crime-lady erwartet hätte. das liegt schon daran, dass es sich eben bei dem mordopfer um einen fremden handelt, den offenbar niemand aus dem dorf kennt und vermisst.
Ani zu »Ann Granger: Warte, bald ruhest auch du« 01.12.2007
Wäre schön, wenn Leute, die Bücher kritisieren auch die deutsche Grammatik beherrschten.
Minusta on vittumaista kritisoida toisten kirjaa jos ei itse pystyy parempaan.

Grüsse aus Finnland,

Ein treuer Ann Granger Fan
lesemoni zu »Ann Granger: Warte, bald ruhest auch du« 19.03.2007
Ich habe den 3.Band genauso verschlungen wie die ersten beiden.Nun mache ich erst mal pause und lese etwas historisches.Ann Granger ist eine total liebenswerte Frau.Ich war am Freitagabend auf ihrer Lesung.Hab nun alle 15 Bände von Mitchell und Markby signiert bekommen von Ihr plus das neue mit dem neuen Ermittlerduo.Ich halte ann Granger weiter die Treue und werde ihre Bücher weiterhin lesen und auf jedenfall auch weiterempfehlen.
Die letzten 150 Seiten hab ich an einem Stück verschlungen und regelrecht an den Seiten Festgeklebt.Also absolut Empfehlenswert!!!!!!!!!!!
Caro zu »Ann Granger: Warte, bald ruhest auch du« 08.12.2005
Nachdem ich vom 2. Buch sehr enttäuscht war, ging ich schon mit Skepsis an dieses heran(habe es leider immer noch nicht geschafft das 1. zu lesen). Aber ich wurde überrascht. Es ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorgänger zu erkennen. Die Story war sehr spannend und auch das Ende war gut. Hoffen wir, dass es sich jetzt so weiter steigert!!!
Lucie zu »Ann Granger: Warte, bald ruhest auch du« 25.07.2005
Genau das Richtige für gemütliche Kirmistunden! Meiner Meinung nach logisch und fliessend geschrieben. Ich mags halt so... Das Techtelmechtel zwischen Mitchell und Markby läuft ohnehin nur nebenher und hat im Grunde mit der Story nicht viel zu tun. Auf jeden Fall werde ich gleich wieder ein Buch von Granger holen!
Gunnar 12 Jahre zu »Ann Granger: Warte, bald ruhest auch du« 03.10.2004
Hallo allerseits!
Also man muss schon sagen:
Die ist bis jetzt der beste Fall von Michell und Markby! ( Ich bin ja erst beim vierten)
Die Art wie der Drogenfahnder ermordet wurde is schon gruselig. Die letzten 4 Kapitel sind so verdammt spannend, dass ich die im Nu gelesen hab. Lob an Miss Granger. Sie schreibt wie immer super. Dieses Buch ist wieder ein Highlight. Werde bald 13. Deswegen werde ich bald nich mehr Gunnar 12 Jahre sondern Gunnar 13 Jahre sein. Die Info war für meine Leser.
Chalicee zu »Ann Granger: Warte, bald ruhest auch du« 31.08.2004
Das Buch könnte etwas mehr Biss vertragen. Manche Passagen sind etwas zu langwierig und zu seicht geschrieben. Auch die Liebesbeziehung zwischen Markby und Mitchell ist etwas unmodern und altmodisch. So verhalten sich Frauen und Männer in älteren Lebenslagen um die Jahrhundertwende. Ich finde es könnte etwas spritziger und humorvoller sein. Auch der britische kriminalistische Spürsinn a la Aghata Christi ist etwas verfehlt.

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