Das Todeskreuz von Andreas Franz

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 bei Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Frankfurt/Main, 1990 - 2009.

  • München: Knaur, 2007. ISBN: 978-3-426-63480-6. 450 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2007. ISBN: 978-3828990630. 515 Seiten.
  • München: Knaur, 2009. ISBN: 978-3-426-50273-0. 515 Seiten.
  • [Hörbuch] Berg: AME, 2007. Gesprochen von Johannes Steck. ISBN: 3938956283. 6 CDs.

'Das Todeskreuz' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Die Staatsanwältin Corinna Sittler wird grausam verstümmelt in ihrem Haus aufgefunden. In ihrem Mund entdeckt Julia Durant einen Zettel mit den Worten: »Confiteor – Mea Culpa«. Ein Ritualmord? Oder war Rache das Motiv für die brutale Tat? Denn Corinna Sittler war nicht die untadelige Staatsanwältin, für die alle sie gehalten haben: Sie hat in mindestens drei Fällen das Recht gebeugt. Da geschieht in der Nähe von Offenbach ein Mord, der dieselbe Täterhandschrift aufweist, und diesmal ist ein Richter das Opfer. Peter Brandt, der zuständige Kommissar, setzt sich mit Julia Durant in Verbindung – und muss nun widerwillig mit der Frankfurterin zusammenarbeiten …

Das meint Krimi-Couch.de: »Andreas-Franz-Fans werden aufjubeln« 95°Treffer

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Corinna Sittler lebt sein zehn Jahren in einem hermetisch abgeriegelten Haus und arbeitet von dort aus für eine Rechtsanwaltskanzlei. Nur ihre Hausdame Alina Cornelius und ihre Tochter Leslie durften das Haus betreten. Und doch wird die Ex-Staatsanwältin ermordet und an diesem Morgen nur mit blauen Strümpfen bekleidet und mit einem blutigen Kreuz am Rücken in ihrem Schlafzimmer von der Tochter gefunden. In ihrem Mund findet sich ein Zettel mit der Aufschrift »Confiteor – Mea Culpa« – »Ich bekenne – meine Schuld«. Trotz modernster Sicherungsanlagen muss jemand Zutritt gehabt haben.

Julia Durant vom Frankfurter K11 gräbt in der Vergangenheit des Opfers und findet heraus, dass die Dame während ihrer Amtszeit als Staatsanwältin zwar in kleineren Fällen extrem hart durchgegriffen hat, bei den größeren Fischen allerdings kräftig abgesahnt hat. Und mit ihr verdrehten auch noch Richter und Rechtsanwälte das Recht zum persönlichen Vorteil.

Einer dieser Richter wird in Offenbach ermordet aufgefunden und hier ermittelt Kommissar Peter Brandt. Auch im Mund des Richters findet sich der Zettel mit identischer Beschriftung und so ist Brandt auf Grund der Parallelen gezwungen, sich mit dem K11 kurz zu schließen. Obwohl er eigentlich die Frankfurter nicht ausstehen kann.

Julia Durants bisheriger Partner Frank Hellmer ist aus persönlichen Gründen nicht abkömmlich und so beginnen Durant und Brandt ihre Recherchen und rollen parallel zu den Morden in Frankfurt und Offenbach, die Hintergründe der manipulierten Verfahren auf, denn es ist nur zu offensichtlich, dass hier jemand Rache übt für das, was vor zehn Jahren passiert ist und dieser Jemand scheint eine Todesliste abzuarbeiten . …

Der deutsche Erfolgsautor Andreas Franz hat im Knaur Taschenbuchverlag »Das Todeskreuz« veröffentlicht, den man nun als zehnten Band der Julia Durant-Reihe oder fünften Band der Peter-Brandt-Serie betrachten kann, denn in dieser Geschichte arbeiten die beiden Ermittler im Team.

Und zur Freude des Rezensenten arbeiten die Beiden diesmal in bester Polizeimanier und lassen die Schwächen der vorangegangen Bände in jeder Hinsicht vergessen. Julia Durant gewöhnt sich nicht nur das Rauchen ab, sie ist auch körperlich wieder voll auf dem Damm und lässt ihren wachen Geist so richtig arbeiten. Befragungen, Recherchen, Kombinationsgabe und die Sorge um ihren Freund und Kollegen Hellmer beherrschen ihr Tagesgeschehen.

Peter Brandt hat in seiner Beziehung mit der Gerichtsmedizinerin Andrea Sievers einen Todpunkt erreicht. Dafür kommt er diesmal der Staatsanwältin Elvira Klein, die er bislang nicht sonderlich leiden mochte, menschlich näher, denn auch deren Vater scheint in die Machenschaften rund um vertuschte Vergewaltigung und Doppelmord verwickelt zu sein und ist möglicherweise ein potentielles Opfer.

Grundlegend verzichtet Andreas Franz fast gänzlich auf die Schilderung von Brutalitäten, wenn man von wenigen dramaturgisch notwendigen Seiten absieht, und lässt auch bei der Lösung des Falles die Katze nicht zu schnell aus dem Sack, so dass die Spannung in »Das Todeskreuz« durchgängig erhalten bleibt. Die Verknüpfung der Morde von damals und heute ist absolut stimmig und die Ermittlungen des gesamten K11-Teams läuft erfreulich professionell ab und ist überhaupt nicht von Zufall geprägt, sondern ein gelungenes Konglomerat von Recherche und Riecher.

Wenn man diesen Roman liest, dann wünscht man sich, dass Durant und Brandt viel öfter zusammen arbeiten mögen, vor allem, wenn es in dieser sprachlichen Qualität passiert, bei der Herr Franz auch seine Übergriffe in den pseudopsychologischen Beamtenjargon wohltuend unterlässt. In diesem Buch sind die Abläufe und die Charakterisierungen wieder stimmig und die Weiterentwicklung der Personen ist erfreulich positiv gelungen, wobei man sich unter Anderem interessehalber fragt, ob Frau Durant sich das Rauchen aus persönlichen Motiven abgewöhnt oder dahinter doch ein EU-Nichtraucherdiktat steht. Das ist natürlich für die Geschichte völlig unerheblich, aber es ist so ein kleines Detail, dass die Protagonisten in diesem Buch sich wieder mit einem Blick nach vorne bewegen und ihr privates Umfeld aufmöbeln. Mit solchen liebevollen Detailschilderungen erarbeitet sich Andreas Franz zunehmend wieder Sympathiewerte für seine Romanfiguren.

Insgesamt darf man die 516 Seiten somit als gelungene Krimilektüre dem Leser wärmstens ans Herz legen und Andreas-Franz-Fans werden ohnehin aufjubeln.

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Das meint Krimi-Couch.de: »Alles, was das Kriminalistenherz begehrt« . 85°Treffer .

Krimi-Rezension von Sylvia Rucker

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Kaum hat sich die Frankfurter Kriminalhauptkommissarin Julia Durant entschlossen, ihr Bereitschaftswochenende gemütlich in ihrer frisch renovierten Wohnung zu beenden, als sie zu einem neuen Tatort gerufen wird.

Die Anwältin Corinna Sittler wurde ermordet zu Hause aufgefunden, nackt und in offensichtlicher Erwartung eines Besuchers. Was dabei sofort ins Auge fällt, ist ein nach unten zeigendes Kreuz, das in ihren Rücken eingeritzt wurde. Auch ein Zettel in ihrem Mund mit der Aufschrift Confiteor – Mea Culpa (Ich bekenne – meine Schuld) lassen zunächst einen Ritualmord vermuten. Doch schon bald stellt sich heraus , dass bei Corinna Sittler nicht alles so war, wie es aussah.

Vor ihrer jetzigen Anstellung als Partnerin in einer renommierten Anwaltskanzlei arbeitete sie als Staatsanwältin und wurde in dieser Zeit im Zuge eines von ihr bearbeiteten Falles massiv von einem Unbekannten bedroht. Seitdem litt sie an Agoraphobie, war paranoid und lebte völlig zurückgezogen und ohne persönliche Kontakte zur Außenwelt in ihrer hermetisch abgeriegelten Wohnung. Auch ihre heutigen Fälle als Anwältin pflegte sie von dort aus zu regeln. Einzig ihre Tochter Leslie und ihre Hausdame Alina Cornelius hatten jeweils einen Schlüssel und somit Zugang zu der Wohnung.

Aber offensichtlich hatte Corinna ihre Isolation zumindest für einen oder mehrere Personen hin und wieder aufgegeben. War der Mord also vielleicht doch ein persönlicher verspäteter Racheakt? Liegen seine Ursprünge in der Zeit, in der Corinna Staatsanwältin war? Welcher Fall war es, der Corinna so nachhaltig beeinflusst hat?

Auf der Suche nach Zusammenhängen stoßen Julia und ihr Team schnell auf Schwierigkeiten, denn die Staatsanwaltschaft ist nicht ohne weiteres bereit, Informationen über ihre ehemalige Kollegin preiszugeben. Erst als Berger, Julias Vorgesetzter, unter der Hand von einem ihm gut bekannten Staatsanwalt Material zu dem damaligen Fall zur Verfügung gestellt bekommt, kommt Licht in die Sache, die nicht wenig Brisanz enthält, geht es doch dabei um zwei Mordfälle und den Vorwurf der Korruption.

Und schließlich passiert in Offenbach ein Mord mit derselben Täterhandschrift an einem Richter, der die Zusammenarbeit des dort zuständigen Kommissars Peter Brand mit Julia erforderlich macht. Gemeinsam rollen sie das Netz von Lügen und Verstrickungen auf.

Andreas Franz versteht es sehr gut, die Spannung wirklich bis zuletzt konstant beizubehalten. Temporeich und sprachlich sehr anschaulich erlebt man die Ermittlungen mit. Lange Zeit, in der man Gelegenheit hat, die Überlegungen von Julia hautnah mitzuverfolgen und immer neue Lösungsansätze zu entwickeln, weiss man nicht sicher, wer der Täter ist.

Sehr gekonnt knüpft er die Fäden zwischen einem alten Fall aus der Vergangenheit von Corinna als Staatsanwältin und dem jetzigen Geschehen und versteht es geschickt, dem Leser damit viele Spuren anzubieten, um sie dann mehr und mehr zusammenzubringen.

Nebenher zeichnet er auch das Privatleben seiner Protagonisten mit ihren Entwicklungen und schafft durch die Wiederholung bereits bekannter (und manchem Leser entweder lieb- oder leidgewordener) Gewohnheiten einen hohen Wiedererkennungseffekt. Denn wer sonst als seine Hauptdarstellerin würde ein übers andere Mal Salamibrote mit oder ohne Gurken essen?

Im Großen und Ganzen sind diese Nebenschauplätze aber doch mehr im Hintergrund platziert, so dass man sich nicht darin verliert und den Fäden der Ermittlungen immer noch gut folgen kann.

Die Auflösung nimmt zum guten Schluss nochmals eine andere Wendung, bleibt aber logisch nachvollziehbar. Dennoch verläuft dieses Ende dann für meinen Geschmack und in Anbetracht des ansonsten gut aufgebauten Spannungsbogens jedoch ein bisschen zu geradlinig und unspektakulär.

Letztlich bleiben noch einige Fragen in Bezug auf die Zukunft einiger der in die Geschehnisse verwickelten Personen offen. Mit Absicht? Denn vielleicht werden diese Rätsel ja in einem weiteren Band der Julia-Durant-Reihe gelüftet?

Insgesamt ist »Das Todeskreuz« ein gut und spannend geschriebener Krimi mit allem, was das Kriminalistenherz so begehrt: Morde, Verstrickungen, Verdächtige und eine schlüssige Ermittlungsarbeit zum Mitraten!

Wolfgang Weninger, Juli 2007

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cyana zu »Andreas Franz: Das Todeskreuz« 09.11.2011
Naja. So ganz nachvollziehbar ist es für mich nicht, warum die Rezensenten dermassen aus dem Häuschen sind. 95° sind Nesbo Qualität, und die erreicht Franz für mich bei Weitem nicht. Dazu sind die Charaktere zu farblos, die Dialoge zu floskelhaft, die Story zu platt - und dabei handelt es sich noch um einer der besseren Franz-Krimis.

Im Grunde kann ich es nicht mehr lesen - keine stahlgrauen Augen, verkniffene Mundwinkel und selbstmitleidiges Durant-Geflenne. Das geht zweimal gut, aber danach beginnen die Platitüden zu nerven
Madita zu »Andreas Franz: Das Todeskreuz« 22.08.2011
Die Seiten waren wieder mit dem gewohnten, langweiligen blabla gefüllt. Wieder lauter gutaussehende Frauen, haufenweise Zigaretten und Alkohol. Unter dem Schluß hätte ich mir dann doch mehr erwartet. Und wieder ständig die gleichen Sätze wie in allen Franz Büchern." Er/Sie fuhr sich mit der Zunge über die Lippen" oder "Seine/Ihre Kiefer mahlten aufeinander". Und warum muss eigentlich die komplette Ansage des Radiomoderators aufgeführt werden?
LiteraturGirl zu »Andreas Franz: Das Todeskreuz« 25.07.2011
Ja, auch das Buch war wieder toll (wenn es mir auch wiederholt auf die Nerven ging, dass so ziemlich alle Frauen (hoch-)intelligent und studiert waren und dazu wieder einmal hammermäßig aussahen, dazu kommen die vielen salamibrote und das bier..) und ich hatte auch keine wirkliche Ahnung, wer der Täter war. Das hat Andreas Franz wieder gut hingekriegt. Allerdings wird er ja jetzt leider keine Bücher mehr schreiben können... :(
Apo zu »Andreas Franz: Das Todeskreuz« 08.03.2011
Kann mich nur dem anschliessen, macht süchtig. Habe bis jetzt 13 Bücher durchgelesen. Brauche nur eine Woche bis ich sie durchgelesen habe. Leider vermisse ich die "Durant " in meinem jetzigen Buch "Teufelsleib". Habe ich etwas verpasst?? . Das mit dem Salamibrot war ein bisschen nervig:)da muss ich mich leider auch an meine Vorposter anschliessen. Aber man kann sich dadurch ein Bild davon machen, was vielleicht auch gar nicht schlecht bedacht ist.
Richi zu »Andreas Franz: Das Todeskreuz« 29.01.2011
nach dem ich mit einem Buch angefangen habe musste ich mir immer wieder eines besorgen. jetzt habe ich fast alle Bücher von Andreas Franz gelesen und es waren alle sehr spannend... ich kann die Bücher nur weiter empfehlen...

Auch wenn ich Bücher verliehen hatte waren die Leser immer ganz begeistert...

also ran ans lesen, die Bücher sind echt klasse
bücherkrümel zu »Andreas Franz: Das Todeskreuz« 11.11.2010
Ich habe "das Todeskreuz" als Hörbuch gehört.

Es war toll; spannend und wiedermal fühlte ich mich im Geschehen mittendrin. Der Schreibstil von Andreas Franz ist klasse, auch wenn man die Bücher "hört".

Es fällt mir jedes Mal schwer, ein Buch von A.F. beiseite zu legen oder das Hörbuch zu unterbrechen.
Beatrix zu »Andreas Franz: Das Todeskreuz« 11.11.2010
Ich fand das Buch nicht schlecht, aber Julia als Komissarin im Alleingang ist mir einfach am liebsten!Ich hoffe,dass es noch ein weiteres Buch mit Julia als Hauptermittlerin geben wird.Ihre zu lösenden Fälle sind einfach spektakulärer..Weiß Jemand, ob es Verfilmungen der Bücher gibt?
Ich bin jetzt gespannt auf Teufelsleib!
Maria-luise zu »Andreas Franz: Das Todeskreuz« 20.06.2010
Ich habe Herrn Franz doch noch eine Chance gegeben und: ich war nicht enttäuscht. Das Buch hatte Spannung und der Handlung konnte man gut folgen.
Das Aufeinandertreffen der beiden Komissare zeigt wie schwierig Zusammenarbeit sein kann, obwohl man ja eigentlich das gleiche Ziel hat. Diese Passagen sind ihm gut gelungen.
crazy_susi zu »Andreas Franz: Das Todeskreuz« 26.03.2010
Ach ja, was ich vergaß. Auch wenn er am Ende einmal Tobias und Heiko vertauscht hat, ist und bleibt er ein großartiger Autor. Das zeigt, dass ich aufmerksam gelesen habe und nicht nur schnell überflogen habe.^^ ICh hab nur das Nebensächliche überflogen, wo es nicht so spannend war, weil ich unbedingt wissen wollte, wie´s weitergeht. :)
crazy_susi zu »Andreas Franz: Das Todeskreuz« 26.03.2010
Ich fand das Buch sehr interessant, aber ich muss meiner Vorposterin zustimmen. Jedes Mal wird geschrieben, dass zwei Salamibrote gemacht werden, zwei saure Gurken dazu gelegt werden und ein Bier aus dem Kühlschrank genommen werden. Die Story an sich ist spannend geschrieben, teilweise etwas langatmig, aber im Großen und Granzen vollkommen in Ordnung. Andreas Franz hat mich wieder =)

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