Totensonntag von Andreas Föhr

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2013 bei Droemer Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Oberbayern, 1990 - 2009.
Folge 5 der Wallner-&-Kreuthner-Serie.

  • München: Droemer Knaur, 2013. ISBN: 978-3-426-21361-2. 400 Seiten.

'Totensonntag' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Totensonntag erzählt Kommissar Wallners allerersten Fall: Im Herbst 1992 ist Clemens Wallner frischgebackener Kriminalkommissar. Bei einem Besäufnis auf einer Berghütte am Tegernsee, zu dem Kreuthner ihn mitgenommen hatte, geraten Wallner und Kreuthner in eine Geiselnahme. Vom Geiselnehmer erfährt Wallner von einer dramatischen Geschichte, die sich in den letzten Tagen des zweiten Weltkriegs ereignet hat und die Kreuthner alias »Leichen-Leo« den Hinweis zur Entdeckung seiner ersten Toten liefert. Es handelt sich um ein Skelett in einem edelsteinbesetzten Sarg mit einer Kugel im Schädel.

Das meint Krimi-Couch.de: »Späte Sühne wird geschickt eingefädelt« 80°

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Eine Reise in die Vergangenheit präsentiert Andreas Föhr seinen Lesern im jüngsten Roman um den Ermittler aus dem Tal am Tegernsee. Kommissar Wallner ist noch ein 23-jähriger »Polizei-Frischling«, und gerät gleich in einen verzwickten und turbulenten Fall. Er ist bei einer speziellen Veranstaltung auf einer Alm. Dort werden die Vorräte ausgetrunken. Das will sich auch der ebenfalls noch junge Leo Kreuthner nicht entgehen lassen. Vorschriftswidrig ist er mit einem Untersuchungshäftling ebenfalls dort. Der Kleinkriminelle verliert die Nerven und nimmt eine Geisel. Wallner bietet sich im Austausch an, auf der Gondelfahrt ins Tal lässt sich der betagte Häftling über Bord fallen. Wallner findet den Mann bevor dieser stirbt und erfährt, dass unter der Kapelle St. Veit in Dürnbach eine Leiche in einem gläsernen Sarg liegt. Die Leiche liegt dort seit Kriegsende, und die Ermittler wollen nun klären, warum sich der Mann für deren Tod verantwortlich fühlte. Ihre Nachforschungen führen Wallner und seine Kollegen in die letzten Kriegstage im Mai 1945. Einige der damals beteiligten Personen leben noch, aber trotzdem gestaltet sich die Lösung des Falles als überaus schwierig. Die Ermittler stoßen auf erhebliche Widerstände, es gibt weitere Tote – und ein mehr als überraschendes Ende.

Doppel-Blick in die Vergangenheit

Andreas Föhr hat in seinem Roman Totensonntag einen doppelten Blick in die Vergangenheit gewagt. Einerseits in die Vergangenheit seines geschätzten Protogonisten, andererseits in die deutsche Vergangenheit. Beides ist ihm hervorragend gelungen. Der Leser lernt den jungen Wallner kennen, der schon einige Eigenheiten zeigt, vor allem in seiner Ermittlungsarbeit. Und auch die Vorgeschichte seiner Familie, vor allem sein spezielles Verhältnis zu seinem Großvater Manfred, wird hier in aller Ausführlichkeit ausgebreitet. Für das Verständnis der späteren Arbeit des sympathischen Kommissars nicht unwichtig. Aber der Roman dürfte nicht nur eingefleischten Föhr-Fans gefallen, sondern hat auch sonst etwas zu bieten.

Ein guter Geschichtenerzähler

Der Plot ist durchdacht, und hält so einige Überraschungen bereit. Er musste auch in das Jahr 1992 verlegt werden, weil es sonst schwierig geworden wäre, Beteiligte der Ereignisse aus den letzten Kriegstagen noch im richtigen Alter oder überhaupt zu präsentieren. Andreas Föhr zeigt sich einmal mehr als guter Geschichtenerzähler, der die Leser mit seinem Schreibstil zu fesseln vermag. Die Zeitsprünge sind moderat, und man ist den Ermittlern mit dem Wissen stets etwas voraus. Um die Aufklärung von Verbrechen aus den letzten Kriegstagen plausibel darzustellen, muss der Autor einige Kunstgriffe einbauen, die er allerdings überaus geschickt in seine Erzählung eingebaut hat. Hier darf nicht zu viel verraten werden, aber einige Ermittlungsergebnisse kommen doch höchst überraschend zustande, ohne dass die Geschichte dadurch an Glaubwürdigkeit verliert.

Kreuthner sorgt für Auflockerungen

In gewohnter Weise kombiniert Andreas Föhr spannende Abschnitte mit wirklich hervorragender Situationskomik. Er ist dabei jedoch nie in Gefahr, aus seinem Roman eine Kriminalkomödie zu machen. Dafür ist die gesamte Geschichte zu ernst und in bestimmten Abschnitten auch zu dramatisch. Aber Figuren wie Leo Kreuthner sorgen immer wieder für herrliche Auflockerungen, denn für seine unkonventionelle Art lernt der Leser diesen Polizisten schnell schätzen. Und er ist dabei das perfekte Pendant zum eher ernsthaften und zuweilen sturen Wallner. Der ist für sein Alter allerdings schon sehr reif, was ihm in der aufkeimenden Beziehung zur zehn Jahre älteren Staatsanwältin Claudia Lucas zuweilen im Wege steht. Sie ist auch noch die Tochter seines Vorgesetzten, was die Sache zusätzlich schwierig macht.

Die Geschichte aus Wallners Anfängen bei der Polizei in Miesbach ist eine hervorragende Ergänzung der Reihe, aber auch für Neueinsteiger geeignet. Ob man nun mit diesem Buch beginnen sollte, wenn man in die Wallner-Reihe einsteigen will, muss jeder Leser für sich selbst entscheiden. Die Romane um die Truppe aus dem Tegernsee-Tal sind alle auch für sich verständlich, gut lesbar und immer wieder enorm spannend. Totensonntag überrascht zudem mit einem zumindest von mir nie und nimmer erwarteten Finale – ein ganz besonderes Schmankerl.

Andreas Kurth, Februar 2014

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trafik zu »Andreas Föhr: Totensonntag« 30.10.2017
Andreas Föhr ist und bleibt einer meiner Lieblingsautoren. Am Anfang habe ich mir gedacht, dieses Buch ist nicht so gut wie die anderen. Ein Krimi der vor 20 Jahren spielt, obwohl er in der Reihenfolge Nr. 5 ist.
Ein schlechter Beginn. Trotzdem versteht es Andreas Föhr immer durch seinen Schreibstil zu überzeugen. Man freut sich schon wieder auf den nächsten Fall.
Manfred Rathunde zu »Andreas Föhr: Totensonntag« 02.09.2017
www.derweissedrache.de

ANDREAS FÖHR –
Totensonntag

Kommissar Wallner betritt die Bühne der Krimilandschaft in Deutschland. Andreas Föhr lässt Gestalten auf den Leser los, da kann man sich das Grinsen nicht mehr verkneifen. So Leonhardt Kreuther, Polizist auf Abwegen, aber immer herzerfrischend „nah“ am Geschehen und Staatsanwältin Claudia Lukas, die auch noch die Tochter von Wallners Chef ist. Es ist Hüttengaudi-Zeit am Tegernsee und Kreuther wird zum Dienst verdonnert, da man einen Haftinsassen und ein Kollegen hat, der sich krank meldete, speziell aus dem Grunde, das Besäufnis nicht zu verpassen. Leonhardt ist verständlicher Weise stinksauer, will den Kulturabend jedoch nicht versäumen und so klemmt er sich den Häftling Thomas Nissl unter den Arm und macht sich auf Okkupantionskurs zur Berghütte um sich und seinem Anvertrauten ein paar Schlucke Alkohol zu gönnen. Auf diesem fröhlichen Fest ist auch Clemens Wallner, Frischling im kriminalistischen Dienst, mehr widerwillig, soll aber auf Claudia aufpassen, die sich inmitten der bayrischen Bub´n so richtig wohlfühlt und keinen Gesang, Grölen triffst wahrscheinlich besser, verpasst. Während dieser Festlichkeit kommt es zu Unstimmigkeiten mit Nissl, der, wenn auch kleinganovenmäßig, vorbestraft ist und dem nun eine Haftstrafe droht. Die Situation eskaliert. Nissl wird zum Geiselnehmer und schießt auch noch den Hüttenwirt mit dessen eigener Flinte ins Bein. Auf der Flucht stellt sich Clemens als Geisel zur Verfügung und Nissl erzählt ihm von einem Grab, das unfern in einer kleinen Krypta sein soll. Nissl stürzt sich in den Tod und Wallner hat seinen ersten Fall am Hals und muss sich mit solchen engagierten Kollegen, wie Kreuther und der, eher extravaganten, Staatsanwältin Lukas, Claudia, herumschlagen. Herr Föhr befreit die Pferde der Fantasie von ihren Fesseln und lässt sie auf bunten Wiesen grasen und toben. Ist aber immer ganz „nah“ am Leben. Andreas zelebriert das Geschehen, das so hätte passieren können, wenn. Polizisten, die mit ihren Häftlingen mal schnell einen hinter die Binde kippen und dann auch noch bei Fluchtbedingungen beratend zur Seite stehen, sind vermutlich sehr häufig und C4-Sprengstoff ist ja auch ein gängiges Mittel um Türen zu öffnen. Die Asservatenkammer hat ja so manche nützliche Dinge zu bieten, man muss ja nur darauf zurückgreifen. Bitte nicht nachmachen! Das Grab wird gefunden, mit der Inschrift „Frieda Jonas: 24.3.1921 – 2.5.1945“. Jetzt beginnen die Recherchen und schnell läuft der Staatsapparat heiß, wobei in viele Richtungen ermittelt wird und auch viele Spuren unter die Lupe genommen werden. Die junge Frau wurde erschossen, als die Alliierten, zum Ende des II. Weltkrieges, schon an die Türen klopften. Aber Mord verjährt nicht. Andreas Föhr ist ein begnadeter Schreiber, und auch wenn das seinen „Opfern“ nicht mehr hilft, macht er sich zum Anwalt, um Endkriegsverbrechen neu zu beleuchten, da sich unsere Demokratie doch weniger darum geschert hatte. Es ist haarsträubend, auf was die Ermittler stoßen, wobei Andreas aber immer ein Grinsen im Gesicht gehabt haben dürfte, das ihm wohl eine Zwangsjacke eingebracht hätte. Dem Leser, der öffentlich dieses Buch konsumiert, wird dieses Schicksal drohen oder er muss für alle vorzulesen, damit auch jeder etwas davon hat.

(Knaur)

ISBN 978-3-456-21361-2 395 Seiten 14,99€ (D) 15,50€ (A)
kritikaster zu »Andreas Föhr: Totensonntag« 09.05.2016
ja mei, wenns alle a so begeistert san, muass ma ja selba foisch liagn, wemma wos zum rumgrantln hod... hob i aba...
a soichene staatsanwältin gibds nedamoi beim börne und thiel und wia oana mit 23 scho kommissar sei ko, bleibd am schreiba sei geheimnis. i kenn koan, und des is a gaud so.
lustig is a der schmarrn, ma härd gern zua, aba logisch is need...
und oans muass ma am föhr andreas mit viier ausrufezeichen vorn und zehne hint' amoi sogn:
! A BAIER FRISSD KOANE KOHLROULADEN! SONDERN KRAUTWICKERL!!!
WENNA A PREISS IS; NA JA,
aber wenna a baier is, gherda midn hacklstecken gschlogn!
Schnippi zu »Andreas Föhr: Totensonntag« 19.07.2015
Übermäßigen Nervenkitzel, der schlaflose Nächte verursacht, sucht man in diesem Krimi vergeblich. Trotzdem sorgt eine gewisse Spannung (vom Anfang bis zum Ende) dafür, dass der Leser immer noch ein Kapitel lesen und somit das Buch nicht so einfach und schnell aus der Hand legen will. Realistisch und nachvollziehbare Handlungen und auch ein gewisses Maß an Humor sind das Merkmal für eine kurzeweilige Unterhaltung.
Fazit:
Auch dieser Krimi macht Lust auf mehr.
Manfred Arzdorf zu »Andreas Föhr: Totensonntag« 17.01.2015
Dieses Buch ist das beste, was ich seit langem in diesem Genre gelesen habe. Nun gut, es ist einerseits eine Art Regionalkrimi (das ist Geschmackssache), daher auch zuweilen erfrischend komisch, verzichtet auf große Effekte, abartige Ver- zerrungen, die angeblicher Spannung zu dienen vorgeben, aber es ist andererseits insofern auch echte Literatur, da es uns einen glaubwürdigen Blickwinkel auf die Muster menschlicher Verrohung in totalitären Zeiten bzw. Umfeldern gibt. Und diese Mischung aus im wahrsten Sinne lehrreicher Gedanken und flüssiger, guter Unterhaltung lässt mich vor Begeisterung schwärmen!
Igelmanu66 zu »Andreas Föhr: Totensonntag« 18.10.2014
Rezension zu „Totensonntag“ – Andreas Föhr

Mord verjährt nicht

„Was machst denn für einen Scheiß?“, sagte Wallner, weil er nicht wusste, was er sonst sagen sollte. „Kannst du atmen?“
Nissl nickte und ergriff den Ärmel von Wallners Daunenjacke. „Mir ist kalt“, sagte er, während er Wallner zu sich zog. Der nahm ein Zittern wahr, das so dezent war, dass Wallner es in der ersten Aufregung nicht bemerkt hatte.
„Bleib ruhig. Die sind gleich da. Dann holen wir einen Krankenwagen.“ Wallner sah hinunter zu der Stelle, an der der Bergpfad endete und die Forststraße begann. Hier würden in wenigen Minuten einige Fahrzeuge der Polizei eintreffen. Und in einem davon wäre ein Funkgerät, hoffte Wallner, und es kam ihm der Gedanke, dass man alle Polizisten mit Mobiltelefonen ausrüsten sollte. Dann hätte er längst einen Notarzt verständigen können.
„Ich muss dir was sagen“, flüsterte Nissl.
„Beweg dich nicht so viel. Und spar dir den Atem.“ Wallner zog seine Daunenjacke aus und deckte sie über Nissl. Der hörte nicht auf zu zittern, und jetzt fing auch Wallner damit an. Der Föhn hatte nachgelassen, und die Temperaturen bewegten sich langsam auf den Nullpunkt zu.
„Den Sarg aus Glas … ich … ich hab den wirklich gesehen.“
„Wenn du wieder gesund bist, dann zeigst du ihn mir. Einverstanden?“
„Bist a anständiger Kerl.“ Er nahm Wallners Hand. Nissls Hand war erstaunlich weich und kalt wie der Tod. „Zieh die Jacke wieder an. Ich brauch sie nicht.“ „Du brauchst sie“, sagte Wallner und spähte den Berg hinab, ob sich nicht von irgendwo Lichter näherten oder Motorengeräusch zu hören war.
„In dem Sarg liegt eine Frau. Sie … sie hat ein Loch im Kopf. Von einer Kugel.“ Nissl konnte nicht weitersprechen. Er hustete und hielt sich die Hand vor den Mund. Die Hand färbte sich schwarzrot, ebenso Nissls Mund. Wallner versuchte, ihn mit einer Geste zu beschwichtigen.
„Komm, bitte! Halt dich ruhig. Wir gehen zusammen zu deinem Sarg. Wenn das hier vorbei ist. Versprochen.“
„Ich geh nirgends mehr hin“, hauchte Nissl. „Sankt Veit. Hörst du? Der Sarg ist in Sankt Veit, im Keller.“ Er starrte Wallner mit aufgerissenen Augen an und quetschte dessen Unterarm mit der blutverschmierten Hand. „Ich hab die Frau auf dem Gewissen!“

Der alte Nissl, der hier so dramatisch stirbt, war Wallner und seinem Kollegen Kreuthner gut bekannt. Ein kleiner Ganove, Alkoholiker, ohne festen Wohnsitz und mit einem beachtlichen Vorstrafenregister, was Einbrüche und Diebstähle angeht. Aber dass er einen Menschen auf dem Gewissen haben soll, kann sich niemand vorstellen. Und was soll diese Sache mit dem gläsernen Sarg, in dem schneewittchengleich eine Tote liegen soll? Als die beiden Beamten dem Hinweis nachgehen, stoßen sie auf ein Verbrechen, dessen Aufklärung sie weit in die Vergangenheit führen wird – bis hin zu einem Maitag des Jahres 1945…

Diesen Krimi habe ich förmlich eingeatmet! Der Schreibstil war sehr angenehm und kurze Kapitel führten dazu, dass ich immer „nur noch eins“ mehr lesen wollte. Sehr spannende Abschnitte wechselten mit Passagen voller trockenem Humor ab und immer wieder gab es Rückblenden in das Jahr 1945, bei deren Dramatik mir teilweise ganz anders wurde. Der Krimi selbst spielt im Jahr 1992, was insofern bedeutsam ist, als dass es noch reichlich Zeitzeugen für das Ende des zweiten Weltkriegs gibt. Und Beteiligte.

Wie ist das, wenn jemand, den man kennt, mit dem man vielleicht sogar verwandt ist, eine SS- oder SA-Vergangenheit hat? Viele von ihnen haben sich nach dem Krieg wieder eine „normale“ bürgerliche Existenz aufgebaut und haben kein großes Interesse daran, über ihr früheres Leben zu reden. Wallner und Kreuthner haben es nicht leicht, die Geister der Vergangenheit aufzuscheuchen. Dass sie aber auf einem guten Weg sind, merken sie schon bald, denn auf den „alten“ Mord folgt ein aktueller. Eins ist doch klar: Wer im Jahre 1945 keine Skrupel hatte, der kennt sie auch 1992 nicht. Obwohl es auch Verdächtige jüngeren Alters gibt… Ein kniffliger Fall!

Die Charaktere bieten uns das beliebt-bewährte grundverschiedene Ermittler-Duo, hier noch gewürzt mit einer recht unkonventionellen Staatsanwältin. Wallner ist der leicht spießige, überaus korrekte Typ und Kreuthner, nun ja, das genaue Gegenteil. Alle Freunde von ihnen werden sich freuen, die beiden hier mal als ganz junge Beamte zu erleben. Und wer sich immer schon mal gefragt hat, wieso Wallner ständig friert, erhält in diesem Buch die Antwort darauf.

Auch wer Regionalkrimis mag, kommt hier auf seine Kosten. Die bayerischen Schauplätze liefern schöne Landschaftsbeschreibungen, uriges Brauchtum und Dialekt. Ein Nichtbayer (so wie ich) muss aber keine Verständnisprobleme fürchten, denn auch wenn Sätze wie „Du! Du kannst mir mal an Schuah aufblasen!“ nicht zu meinem Sprachgebrauch gehören, kann ich ihre Aussage doch problemlos nachvollziehen ;-)

Die Auflösung war schlüssig, die Handlung ließ mich lange miträtseln und brachte sowohl überraschende Wendungen als auch die ein oder andere „Hände-über-dem-Kopf-zusammenschlag“-Situation. Fazit: Spannend, unterhaltsam und anspruchsvoll – dieser Krimi ließ bei mir keinen Wunsch offen.
jenvo82 zu »Andreas Föhr: Totensonntag« 01.10.2014
Auf mich wirkt dieser Roman ein bisschen wie gute deutsche Hausmannskost. Ein beschauliches Umfeld, nur wenige Kuriositäten, dafür ein sympathisches, junges Ermittlerduo und ein, zwei Tote ganz nebenbei. Hier merkt man allein schon am Dialekt den Lokalpatriotismus aber auch am gesamten Handlungsverlauf lässt sich unschwer erkennen, woher das Werk stammt. Die Ermittlung des Täters erfolgt nach klaren Grundsätzen, so wie man sich das vorstellt und alle Personen werden sinnbringend eingesetzt. Trotz einer guten Geschichte und humorvoller Dialoge fand ich den Plot im Großen und Ganzen recht seicht. Spannung, Nervenkitzel und Kopfkino blieben weitgehend aus, so dass der Roman eher dahinplätschert. Fazit: Ein realitätsnaher Kriminalroman für Zwischendurch – kurzweilig/ unterhaltsam aber nichts für schlaflose Nächte.
rolandreis zu »Andreas Föhr: Totensonntag« 13.05.2014
Andreas Föhr hat bisher vier Titel in der Reihe um Kommissar Wallner veröffentlicht. "Totensonntag" ist vom Erscheinen her eigentlich die fünfte Episode, spielt zeitlich aber im Oberbayern des Jahres 1992. Erzählt wird der allererste Fall des frischgebackenen Kommissars bei der Kripo Miesbach, wenn man so will also eine Art "Prequel" zu den bisherigen Fällen. Diesmal werden viele Eigenheiten der Personen aufgeklärt und man erfährt viel über die Anfänge und Hintergründe des Kommissar Wallner. Wie immer fühlt man sich bei Wallner und Kreuthner sehr sehr gut unterhalten. Speziell das Verhältnis von Wallner und Kreuthner in diesem Krimi hat mir sehr gut gefallen. In Summe ein guter Kriminalroman mit historischem Hintergrund und ungeahnten Wendungen am Ende.
wendelin zu »Andreas Föhr: Totensonntag« 08.05.2014
Bei einem Besäufnis auf einer Berghütte am Tegernsee, geraten Wallner und Kreuthner in eine Geiselnahme. Vom Geiselnehmer erfährt Wallner von einer Toten in einem edelsteinbesetzten Glassarg. Als sie die Leiche finden, stellt sich heraus, dass die Tote dort schon seit über 50 Jahren liegt, mit einer Kugel im Schädel.

Totensonntag erzählt Kommissar Wallners allerersten Fall. Im Herbst 1992 ist Clemens Wallner frischgebackener Kriminalkommissar – und er reicht weit in die Vergangenheit zurück. Anschaulich beschreibt Andreas Föhr was sich in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs grausames ereignet hat. Eine todtraurige Geschichte, sehr einfühlsam erzählt.

Aber es wäre nicht Andreas Föhr, wenn es nicht auch humorvolle Passagen gäbe. Kollege Leonhardt Kreuthner und seine Verwandtschaft sind ja an sich schon saukomisch. Zusammen mit Staatsanwältin Claudia Lukas wird daraus ein „Duo Infernale“ – inklusive versehentlicher Sprengung eines ganzen Hauses … zum Totlachen!

Ein ebenso überraschender wie stimmiger Schluss runden die spannende
Geschichte ab. Und der gekonnte Vortrag von Michael Schwarzmaier macht das
Hörbuch zu einem Volltreffer.

Fazit:
Eine wirklich gelungene Mischung – spannend, todtraurig und irre witzig zugleich.
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Annemarie Pawlowski zu »Andreas Föhr: Totensonntag« 03.01.2014
Habe sofort nach Erscheinen das neue Wallner/Kreuthner Buch gekauft. Für mich der bisher beste Krimi der Reihe. Ich freue mich schon auf den nächsten Band. Wenn beim "Totensonntag" auf Seite 230 noch aus dem "Neffen" ein "Enkel" wird, ist doch alles mehr als perfekt. Weiter so, Herr Föhr, bescheren Sie uns auch in Zukunft viele (ent-) spannende Lesestunden.

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