Eisenberg von Andreas Föhr

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2016 bei Knaur.
Folge 1 der Dr.-Rachel-Eisenberg-Serie.

  • München: Knaur, 2016. ISBN: 978-3-426-65396-8. 400 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Argon, 2016. Gesprochen von Michael Schwarzmaier . ungekürzte Ausgabe. ISBN: 3839814561.

'Eisenberg' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Rachel ist Mitinhaberin einer angesehenen Münchner Kanzlei, frisch getrennt und Mutter einer 13-jährigen Tochter. Ihr neuer Fall soll eigentlich nur ein bisschen Medienpräsenz bringen – ein Obdachloser, der eines äußerst gewalttätigen Mordes verdächtigt wird – doch als sie ihrem Mandanten zum ersten Mal gegenübersitzt, ist Rachel sprachlos: Sie kennt den Mann – oder glaubte das zumindest …

Das meint Krimi-Couch.de: »Penner, Killer und eine überaus clevere Anwältin« 80°

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Rechtsanwältin Rachel Eisenberg weist zunächst eine junge Obdachlose ab, die bei ihr juristischen Beistand sucht. Dann hört sie unter Kollegen vom Mord an einer Studentin, und der Festnahme eines Obdachlosen. Der Fall interessiert Eisenberg nicht wirklich, sie hofft aber auf ein gewisses Interesse der Medien. Es stellt sich heraus, dass sie ihren neuen Mandanten Heiko Gerlach aus der Vergangenheit kennt – sie hatte sogar eine kurzzeitige Beziehung mit ihm.

Eisenberg kennt ihn nicht wirklich gut, glaubt aber, ihn als Täter ausschließen zu können. Mit ihrem Team beginnt sie die dünne Beweislage zu analysieren – bis Gerlach bei einem Haftprüfungstermin den Mord plötzlich gesteht. Er entzieht Rachel das Mandat, aber die ermittelt mit ihrem Team trotzdem weiter.

Durch den Laptop des Mordopfers – der durch einen glücklichen Zufall in Rachels Hände gerät – ergibt sich eine ganz neue Sicht auf mögliche Zusammenhänge und Hintergründe. Aber für die hartnäckige Rachel ist es noch ein weiter Weg, bis sie die schockierende Wahrheit erfährt.

Föhr unterhält den Leser mit einer spannenden Geschichte

Neben der bei vielen Lesern recht beliebten Reihe um die ausgebufften bajuwarischen Polizisten Kreuthner und Wallner hat Andreas Föhr jetzt den ersten Band seiner neuen Serie um die clevere Rechtsanwältin Rachel Eisenberg vorgelegt. Der für den Leser verwirrende Beginn ist dabei ein Prolog, in dem der Tod der Titel-gebenden Top-Anwältin unvermeidbar zu sein scheint.

Der Roman führt in vielen Wendungen auf diese schwierige Situation hin, und Föhr unterhält darin den Leser mit einer spannenden und mit Rätseln gespickten Geschichte. Der wirklich gut konstruierte Plot bietet dabei viele Fragen und interessante Aspekte, die teilweise erst im überaus spannenden und dramatischen Finale aufgelöst werden.

Eisenberg ist eine ungewöhnliche und interessante Figur

Anwälte als entscheidende oder gar alleinige Ermittler sind in der Kriminal-Literatur mittlerweile recht weit verbreitet, aber mit Rachel Eisenberg hat Andreas Föhr eine in meinen Augen ungewöhnliche und interessante Figur geschaffen. Sie hat so einige Ecken und Kanten – und im komplizierten juristischen Betrieb lässt sie sich von Staatsanwälten und Richtern nicht unterbuttern.

Rachel Eisenberg greift dabei zu ziemlich ungewöhnlichen Mitteln, eckt mehr als einmal damit an – und sie hat auch privat so einige offene Fragen zu klären. Wie die energische Rechtsanwältin auf dem Schulhof einen Nachwuchs-Macho so richtig anzählt, damit der ihre Tochter künftig in Ruhe lässt – das hat schon Extra-Klasse. Es macht vor allem Spaß, ihr bei ihren Recherchen zu folgen, der Auftakt zur neuen Reihen von Andreas Föhr ist im Hinblick auf die Protagonistin mehr als vielversprechend.

Zusammenhänge bleiben bis zum Schluß undurchschaubar

Aber auch die Geschichte selbst hat es in sich. Da gibt es noch eine Nebenhandlung um eine Frau vom Balkan und deren Tochter. Dann ist der da noch der geheimnisvolle Retter einer jugendlichen Obdachlosen, ein paar merkwürdige Polizisten an der bayerischen Grenze – und eben der ehemalige Lebensgefährte von Eisenberg. Heiko Gerlach ist eine ziemlich komplexe Figur, die für den Leser lange Zeit undurchschaubar bleibt.

Überhaupt bleiben die Zusammenhänge lange Zeit absolut unklar, lassen sich bei der Lektüre allenfalls erahnen, und werden erst am Schluß deutlich – in der Rückschau ist dann alles glasklar. Ob man die einzelnen Ereignisse und Wendungen insgesamt für realistisch oder doch für zu konstruiert hält, muss jeder Leser am Ende für sich entscheiden. In meinen Augen zeigt Andreas Föhr auch in seiner neuen Serie, dass er ein guter Geschichten-Erzähler ist. Der Plot, die Hintergründe, die Haupt- und Nebenfiguren, und nicht zuletzt die authentischen Dialoge passen hervorragend und machen die Lektüre ebenso spannend wie kurzweilig.

Andreas Kurth, Oktober 2016

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BBauer zu »Andreas Föhr: Eisenberg« 19.03.2017
Ich kannte die Romanreihe um Kommissar Wallner vorher nicht, habe meinen ersten Krimi von Andreas Föhr deshalb völlig unvoreingenommen gelesen.
Den Sprachstil finde ich großartig, auch wenn man dem Autor Erfahrung im Drehbuchschreiben anmerkt. Der Plot ist gut konstruiert (wenn auch etwas weit hergeholt, das muss man mögen oder darf sich nicht dran stören), wendungsreich, ohne logische Fehler und spannend bis zum überraschenden Ende, die Figuren sind glaubhaft herausgearbeitet.
Die persönliche Geschichte um die taffe ermittelnde Rechtsanwältin mit dem angedeuteten dunklen Geheimnis in ihrer Vergangenheit macht Lust auf eine Fortsetzung.
Alles in allem ein guter Lesespaß, nicht mehr, aber auch nicht weniger!
Angeregt von vielen guten Kritiken möchte ich aber noch auf jeden Fall die Krimireihe um Komm. Wallner lesen (in der richtigen Reihenfolge).
rolandreis zu »Andreas Föhr: Eisenberg« 09.03.2017
"Eisenberg" ist der erste Band einer neuen Reihe von Andreas Föhr. Rachel Eisenberg ist eine Fachanwältin für Strafrecht und führt gemeinsam mit ihrem geschiedenen Mann eine Kanzlei. Ich war sehr gespannt auf die neue Protagonistin des Autors, da mir seine Wallner & Kreuthner Bände recht gut gefallen. Doch diesmal konnte ich mit diesen Personen nicht so warm werden. Zwar ist der Krimiplot gut durchdacht, aber die Geschichte konnte mich nicht fesseln. Vielleicht fehlt mir auch ein wenig das Lokalkolorit und eine Prise Humor. Eisenberg ist mir einfach zu glatt, wenig Ecken und Kanten, eher die Art von Münchner der mir weniger liegt in meiner Heimatstadt. Dazu hätten es ruhig etwas weniger Gerichtsverhandlungen sein dürfen. In Summe ein solider Krimi, aber die andere Reihe von Andreas Föhr gefällt mir wesentlich besser.
Karl Geideck zu »Andreas Föhr: Eisenberg« 12.01.2017
Bin begeistert. Andreas Föhr versteht es, komplexe Handlungen in ihrem Ablauf weiter zu präzisieren, die plötzlich eine neue Richtung einschlagen. Das Ganze wird gepaart mit mehreren Randfiguren, die die Geschichte ergänzen und die Neugier zusätzlich anspornen. Es baut sich im Verlauf eine immer größere Spannung auf.
Der Leser (Michael Schwarzmaier) krönt das Hörbuch durch seine hervorragende Stimme und Dialekte. Wie auch die vorhergehenden Kommissar Wallner-Krimis ist dieses Hörbuch wärmstens zu empfehlen.
Peter Tönnies zu »Andreas Föhr: Eisenberg« 27.12.2016
Ein absolut lesens- bzw. hörenswerter Krimi! Die verschiedenen Handlunsstränge, die komplexen Figuren und deren soziale Verflechtungen sind hochinteressant und spannend. Es müssen nicht immer Wallner und Kreuthner sein. Bin schon gespannt auf den Fall dieser neuen Reihe! Hoffentlich lässt sich Andreas Föhr von den negativen Kritiken nicht von einer Fortsetzung abschrecken!
christine Schröder zu »Andreas Föhr: Eisenberg« 22.10.2016
Ich vermisse wallner und Kreuthner

Wer Andreas Föhr liest oder liest wartet auf die Beiden.

Eisenberg war nicht so meine Sache.

Viel zu viel psycho.

Kurzer Tip

Lassen Sie Wallner und Kreutzner wieder leben mit Schwarzmeier als Sprecher,

Das ist, was Ihre Leser lesen oder hören wollen.

Ich freue mich auf das nächtste Buch von Ihnen
fsmilla zu »Andreas Föhr: Eisenberg« 11.09.2016
Nein, mir hat es nicht gefallen.ist mir zu konstruiert und wirr. Auch der Stil gefällt mir nicht...die ständige Erklärung der Münchner SchickiMicki Gewohnheiten...also das ist doch alles uralt...
Ist mir schon lange nicht mehr passiert, dass ich Seiten ungelesen weiterblättere.aber ich habe mich gelangweilt.
Schade, hat mehr versprochen als er letztendlich hielt.
Martin Bode zu »Andreas Föhr: Eisenberg« 13.08.2016
Die alten Miesbach-Krimis lebten von der Spannung zwischen dem korrekt-analytischen, ewig fröstelnden Wallner und dem anarchistischen Schlitzohr Kreuthner "von innen heraus". Das fehlt bei "Eisenberg", ein komplexer, politisch korrekter Thriller auf mehreren zeitlichen und inhaltlichen Ebenen aber ohne Identifikations-Potential. Er liest sich konstruiert; ihm fehlt das bayrisch verankerte innere Feuer. Andreas Föhr kann besser...
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
leseratte1310 zu »Andreas Föhr: Eisenberg« 22.06.2016
Dr. Rachel Eisenberg ist Anwältin aus Leidenschaft und nimmt auch schon mal einen Fall an, der sie interessiert und nicht das große Geld bringt. Als ein Obdachloser wegen eines sehr gewalttätigen Mordes am Flaucher verhaftet wird, ist das ein Fall für sie. Doch als sie den Verdächtigen das erste Mal sieht, erlebt sie eine Überraschung. Sie war mit dem Mann eine Zeitlang zusammen.
Das Buch beginnt schon sehr dramatisch. Wir erleben Rachel, als sie gefangen und gut verschnürt auf ihren Tod wartet. Doch was hat sie in diese Situation gebracht? Heiko, der ehemalige Physikprofessor, lebte in letzter Zeit auf der Straße und Rachel weiß nicht, was sie von ihm halten soll, obwohl sie früher mit im leiert war. Er verhält sich merkwürdig und ist undurchschaubar. Dennoch übernimmt sie diesen Fall. Obwohl die Beweise gegen Heiko Gerlach erdrückend sind und er gesteht, gibt es immer mehr Zweifel, ob der Fall wirklich so einfach ist. Rachel Eisenberg sieht Mängel bei der Polizeiarbeit und macht sich selbst an die Ermittlungen.
Daneben gibt es noch einen weiteren Handlungsstrang. Eine Albanerin mit ihrer kleinen Tochter verschwinden auf ihrer Flucht nach Deutschland spurlos. Was hat diese Geschichte mit dem Mord am Flaucher zu tun?
Rachel Eisenberg ist eine engagierte und risikobereite Anwältin, die im Interesse ihres jeweiligen Mandanten auch schon mal am Rande der Legalität handelt. Vor Gericht läuft sie zu Hochform auf. Sie hat die Trennung von ihrem Mann Sascha noch nicht wirklich verwunden, was dadurch auch noch erschwert wird, dass sie eine gemeinsame Kanzlei führen. Tochter Sarah ist gerade in einem schwierigen Alter, in dem man auch schon mal Grenzen überschreitet, aber Rachel und Sascha gehen damit recht entspannt um.
Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, so dass man alle gut kennenlernt. Das hilft einem aber überhaupt nicht, den Täter aus der Reihe der Verdächtigen frühzeitig herauszufinden. Dieser Krimi führte mich mit seinen vielen unverhofften Wendungen immer wieder auf neue Fährten und bis zum Ende wusste ich nicht, was denn nur wirklich Sache ist. Die Geschichte ist von Anfang an spannend und die Spannung steigt zum Ende noch mal dramatisch.
Es bleiben noch Fragen offen, die dann erst in einem Folgeband geklärt werden.
Ein sehr spannender und überzeugender Krimi.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Phillip Rees zu »Andreas Föhr: Eisenberg« 05.06.2016
Gut fünfhundert Seiten - eigentlich keine große Sache. Wenn man etwas Zeit hat, ist das eigentlich in ein paar Tagen erledigt. Samstag Nachmittag, kurz vorm Kaffee. Schau mal einfach rein, was dieser Andreas Föhr so schreibt.Ich war diesem Autor bislang wissentlich nicht begegnet. Bestimmt einigen seiner Drehbücher, aber sonst? Und der Kaffee, werden Sie sich fragen. Der wurde kalt. Auch der Kuchen wurde nicht angerührt. Ob ich überhaupt noch was an dem Tag gegessen habe? Ich weiß es ehrlichgesagt nicht. 0:48 Uhr kam das Buch dann in das "gelesen"-Regal.
Wenn also der Anspruch an einen Autor ist, dass sein Buch fesselt, man es nicht mehr aus der Hand nehmen kann, auf Neudeutsch heißt das, glaube ich, Peitschtörner, dann ist das ein Buch der Oberklasse. Spannende Geschichte, sympathische Protagonisten (endlich mal keine depressiven oder versoffene, drogenabhängige Kommissare) realitätsnahe Beschreibungen (bis auf den bewaffneten Justizbeamten, die gibts in Deutschland nicht im Gefängnis).
Wenn man, so wie ich, viele (ganz viele) Krimis gelesen hat, macht sich aber auch eine gewissse Vorhersehbarkeit bemerkbar. Spannend ist es allerdings vor allem deshalb, weil man schwer erraten kann, wie es dazu kam. Und ich bin mir sicher, dass das von Herrn Föhr auch so beabsichtigt ist. Zumal man nach der scheinbaren Lösung des Falls noch viel zu viele Seiten übrig hat. Soviele Danksagungen kann es ja kaum geben.
Edith Sprunck zu »Andreas Föhr: Eisenberg« 04.06.2016
Andreas Föhr zeigt sich hier ganz anders als in seinen Krimis mit Wallner und Kreuthner. Dieser sehr spannende und unterhaltsame Krimi erinnerte mich phasenweise an einen amerikanischen Gerichtsthriller. Die neue Ermittlerin: die Anwältin Rachel Eisenberg. Sie ist resolut, forsch, intelligent, mit allen Wassern gewaschen - und ein ganz kleines bisschen etepetete.
Ein ungeklärter Mordfall wird aufregend und kurzweilig aufgedröselt, wobei Rachel Eisenberg sich sehr einfallsreich zeigt. Der Clou: lange Zeit einziger Verdächtiger der Ankläger ist ein einstiger Physikprofessor, der seit geraumer Zeit als Obdachloser auf der Straße lebt - und früher einmal eine Liebesbeziehung zu Rachel Eisenberg hatte. Relativ bald gesteht er den Mord, widerruft dieses Geständnis aber später. Zweifel an seiner Schuld bzw. Unschuld begleiten den Krimi vom Anfang bis fast zum Ende.
Rasanter Schreibstil, gut gezeichnete Charaktere und immer wieder eine kleine hintergründige Humorspritze, ohne die Andreas Föhr wohl nicht auskommt.
Ich freue mich auf eine Fortsetzung, bei der Frau Eisenberg ihre Talente wieder zum Einsatz bringt.

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