Der Nobelpreis von Andreas Eschbach

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 bei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Stockholm, 1990 - 2009.

  • Bergisch Gladbach: Lübbe, 2005. ISBN: 3-7857-2219-2. 555 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2006. 555 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2007. ISBN: 978-3-404-15763-1. 555 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2011. ISBN: 978-3-404-27066-8. 555 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2005. Gesprochen von Stephan Benson. ISBN: 3-7857-3048-9. 6 CDs.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2008. Gesprochen von Stephan Benson. ISBN: 978-3-404-77315-2. 6 CDs.

'Der Nobelpreis' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Das alljährliche Auswahlverfahren, das die zu kürenden Nobelpreisträger bestimmt, nimmt seinen Lauf wie immer, als ein Flugzeug der Scandinavian Airline auf dem Flughafen von Milano mit einem Business-Jet kollidiert. Alle Passagiere finden den Tod. Mit an Bord waren drei Mitglieder des Gremiums, das den Nobelpreis in Medizin vergibt. Kurz vor der Abstimmung erhält Professor Hans-Olof Andersson, ebenfalls Mitglied der Nobelversammlung, Besuch von einem Unbekannten, der ihm viel Geld bietet, damit er eine bestimmte Kandidatin wählt, die für den Schweizer Pharmakonzern Rütlipharm arbeitet. Er lehnt das Angebot entrüstet ab. Doch bald darauf entführen die Unbekannten Anderssons vierzehnjährige Tochter Kristina und erpressen ihn nun auf diesem Weg, die gewünschte Stimme abzugeben. Verzweifelt beschließt Andersson, sich dem Willen der Unbekannten zu beugen. Allerdings merkt er schnell, dass er Teil einer viel größeren Verschwörung ist und dass offenbar zahlreiche andere Komiteemitglieder auf der Soldliste seiner Erpresser stehen. Er weiß nur einen Ausweg: Er wendet sich an seinen Schwager Gunnar Forsberg. Der sitzt gerade eine mehrjährige Gefängnisstrafe wegen Einbruchs und Industriespionage ab. Andersson erreicht die vorzeitige Freilassung Gunnars, der sich sofort auf die Suche nach den Entführern macht. Die Widerstände, gegen die Gunnar anrennt, wachsen stetig. Dass er sich auch noch in die Klassenlehrerin seiner Nichte verliebt, erleichtert seine Suche nicht gerade. Die Uhr beginnt zu ticken – und das immer lauter, denn bis zur Nobelfeier sind es nur noch wenige Tage …

Das meint Krimi-Couch.de: »Subjektive Wahrnehmung spaltet die Leserschaft« 75°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Es gibt so ein paar Dinge, die gehören sich einfach nicht für einen Schriftsteller. Zum Beispiel, am Ende des Buches zu sagen, es war alles nur geträumt. Oder jemanden sterben zu lassen und später wieder zum Leben erwecken. Oder den Ermittler am Ende selber als Mörder entlarven. Oder das, was Andreas Eschbach in »Der Nobelpreis« gemacht hat. Der Roman wird die Leserschaft in zwei Lager spalten: die eine Gruppe wird sich verschaukelt fühlen und das Buch verdammen, die andere wird verblüfft und begesitert sein über den Kniff des Autors, der der Handlung eine völlig unerwartete Wende gibt.

Doch zunächst mal der Reihe nach. Andreas Eschbach ist dem Publikum bislang eigentlich nur als Science-Fiction-Autor ein Begriff, wenn er auch zum Beispiel beim »Jesus-Video« bereits gezeigt hat, dass er das Talent zum Thriller-Autor besitzt. Mit »Der Nobelpreis« legt er nun seinen ersten reinrassigen Thriller vor, in dem es um Entführung und Korruption im großen Stil geht.

Wer weiß schon wirklich genau über den Nobelpreis Bescheid? Nachdem man die ersten Kapitel gelesen hat, die der Autor in unterhaltsamer Sachbuchmanier verfasst hat, ist man nicht nur mit dem Auswahlverfahren, sondern auch mit der Verleihungszeremonie bestens vertraut. Überhaupt begeistern vor allem die Abschnitte des Buches, in denen Eschbach Wissen vermittelt, auch wenn diese mitunter nicht optimal in die Handlung integriert wirken. In einigen Gebieten gut recherchieren musste er sicherlich, um dem Leser die Arbeitsweise eines Industriespions zu schildern. Faszinierend, welche Sicherheitssysteme benutzt werden und wie man sie überlisten kann.

Professor Hans-Olof Andersson gehört zu der Kommission, die zuständig ist für die Auswahl des Nobelpreisträgers. Für ihn eine ehrenvolle Aufgabe. Um so entsetzter ist er, als ein Unbekannter ihm drei Millionen Kronen dafür bietet, dass er bei der Abstimmung für die Kandidatin Sofia Hernández Cruz aus Spanien stimmt. Andersson lehnt ab, obwohl er für sich bereits vorher beschlossen hatte, sowieso für Sofia Hernández zu stimmen. Nachdem er auch ein weiters Angebot nicht annimmt, wird seine 14-jährige Tochter Kristina entführt. Als letzter Ausweg fällt ihm sein ungebliebter Schwager Gunnar Forsberg ein. Doch der sitzt wegen Industriespionage im Gefängnis. Andersson nutzt seine Beziehungen und bekommt Gunnar auf Bewährung frei.

Nach gut einhundert Seiten erfolgt der erste Bruch in der Handlung. Obwohl ebenfalls als Stilmittel verpönt, wechselt der Autor nun die Erzählperspektive. Bis hierhin schilderte ein übergeordneter Erzähler das Geschehen, nun übernimmt Gunnar nicht nur die Protagonistenrolle von Hans-Olof, es geht auch in der Ich-Form aus seiner Sicht weiter.

Nach dem Unfalltod von Anderssons Frau, Gunnars Schwester, ist Kristina Gunnars einzige Verwandte und Gunnar  ist entschlossen, sein Leben und seine Freiheit aufs Spiel zu setzen, um das Mädchen zu retten. Nach den ersten meist blinden Aktionen, aus denen Gunnar meist nur knapp entkommen kann, verflacht das Geschehen ein wenig. Und je mehr Gunnar sinnlos anrennt, desto mehr fragt man sich, was das alles soll und ahnt allmählich, dass da irgendwas nicht stimmt. Und dann packt Eschbach seinen großen Bluff aus.

Seine Schreibweise ist zweifellos Mainstream, seine Plots das genaue Gegenteil. Aufgrund seiner genialen Ideen zähle ich mich auch zu Eschbachs Fangemeinde, doch hier war ich am Wendepunkt der Geschichte zunächst auch hin und her gerissen zwischen Überraschung und Enttäuschung. Doch nach einigen Seiten der Erklärung wird deutlich, wie der Autor die Verbindung vom Aufbau der Story mit dem Thema der Nobelpreisträgerin verknüpft hat. Die Faszination der subjektiven Wahrnehmung wird nun auch für den Leser deutlich spürbar.

Wie Eschbach zeigt, ist es möglich, auch völlig unblutige und dennoch spannende Thriller zu verfassen. Dadurch hebt er sich wohltuend vom Gros vor allem amerikanischer Thriller-Autoren ab. Hier fließt zumindest kein Menschenblut. Die detaillierte Schilderung von Tierversuchen jedoch dürfte nicht nur den Protagonisten dazu veranlssen, sich zu übergeben.

Was mich dazu veranlasst, dem Roman keine höhere Wertung zu geben, sind nicht die bereits beschriebenen Dinge, sondern fehlende Verwicklungen im Mittelteil, wo die Spannung merklich nachlässt und vor allem der allzu weichgespülte Schluß.

Mit »Der Nobelpreis« ist Andreas Eschbach wieder ein origineller Roman gelungen, über den man zweifellos spricht, dennoch zähle ich ihn eher zu den schwächeren Werken des Autors.

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Burkhardt zu »Andreas Eschbach: Der Nobelpreis« 03.09.2016
Das Einzige, was man dem Autor vorwerfen kann, ist der übermäßige Grad an Entschuldigungen im Laufe seiner Erzählung. Jeder Leser nimmt ohnehin eine eigene Wahrheit mit nach Hause, wie die auseinandergehenden Meinungen zum Roman sehr schön zeigen. Die Diskussion sollte aber nicht im Streit um Stilmittel stecken bleiben. Es gibt auch nur zehn gute Geschichten auf der Welt, die lediglich in immer neuem Gewand erzählt werden. Vielmehr sollte der Fokus vielmehr auf dem liegen, was Eschbach über die vierte Wand hinaus kommuniziert. Mit den interessantesten Teil des Romans stellt für mich die Schilderung jenes jüngst vergangenen Zeitabschnitts dar, als das menschliche Kommunikationsbedürfnis kurz nach der Jahrtausendwende geradezu explodierte, Handysucht und Banalitätenaustausch ihre absurden Ausmaße anzunehmen begannen und die furchtbaren asozialen Medien noch eine hoffnungsvolle Verheißung am Horizont darstellten. Haben wir Heutigen, in der gefühlt totalen Weltvernetzung und am Strang eines einzigen Algorithmus, eine bessere Übersicht gewonnen über das, was Wahrheit ist oder wie wir uns ihr auch nur annähern können? Können wir ein audiatur et altera pars überhaupt noch bewerkstelligen? Sind wir nicht tatsächlich die erste Generation der Menschheit, die mehr Wissen verliert als neu dazugewinnt?In der schon vergehenden Übergangswelt zwischen Mailbox und Zeitungsarchiv zeigt Eschbach sehr schön die Manipulierbarkeit und Filtrierbarkeit unserer Wahrnehmungen, unserer Meinungen und damit auch unseres Verhaltens. Darin liegt die eigentliche Stärke des Romans, und wer Augen hat zum Lesen, der lese, wohin es die Menschheit führen wird, wenn sie von allen Dingen nur noch den Preis kennen will, aber von nichts mehr den Wert.So bleibt die Frage nach der Glaubwürdigkeit unserer Wahrnehmung ebenso unbeantwortet wie jene, welche der beiden Hauptpersonen tatsächlich der schlechtere Mensch ist. Der eine erhält immerhin eine neue Chance, der andere darf für den Rest seines Lebens ins Fegefeuer. Das finde ich weit eher unbefriedigend als manch leichte Hänger, abstruse Wendungen und Klischeenerds und Weltverschwörungsphantasten. Wie im richtigen Leben bleiben Menschen zurück, die viel verloren und wenig genug gewonnen haben. Am ehesten noch Erkenntnis, und die ist -wie meistens - zu teuer erkauft.Ein Happy end findet nicht statt, und das zu Recht, denn dann wäre die Aussage dieses Buches vom Leser genau so schnell vergessen wie die Namen der Nobelpreisträger und ihre Taten durch eine übersättigte Öffentlichkeit. Nur was uns stört, kann uns vielleicht zum Nachdenken anregen, vielleicht sogar über die letzte Seite hinaus.Auch der Nobelpreis ist der Güter höchstes nicht. Der Übel größtes aber bleibt die Schuld.
Hansfrantz zu »Andreas Eschbach: Der Nobelpreis« 10.01.2012
1995 wurde in der schwedischen Zageszeitung "Dagens Nyheter" behauptet, der Nobelpreis 1986 für Physiologie und Meditin sei gekauft gewesen.
Nobelpreisträgerin war die italienische Wissenschaftlerin Rita Levi-Montalcini, deren Arbeiten von dem Pharmazieunternehmen Fidia unterstützt wurde. Die Zeitung behauptete das Unternehmen hätte dem Karolinska Institut Geld für die Wahl überwiesen.
Später hat die Zeitung die Behauptung zurückgenommen und sich entschuldigt.

Mir scheint Eschbach hat diesen Vorfall als Grundlage für seinen Roman benutzt.
Ich finde Eschbach hat eine verblüffende und spannede Story aus der Vorgabe gewoben.
Der Erzählwechsel hat bmich erst verblüfft, dann aber begeistert.
Jossele zu »Andreas Eschbach: Der Nobelpreis« 01.01.2012
Eschbach hat ja bereits in einigen seiner Bücher, die eher dem Genre der Phantastik zuzuordnen sind, bewiesen, dass der das Metier des Thrillers durchaus beherrscht. Der Nobelpreis wäre für mich fast der Beweis gewesen, dass er auch den reinen Thriller zu schreiben versteht, wenn, ja wenn da nicht dieser vermaledeite Kniff mit den Erzählperspektiven und der Auflösung wäre. Wie immer schreibt Eschbach in einer klaren, einfachen Sprache. Er baut rund um die Verleihung des Medizin-Nobelpreises, garniert mit Informationen über das Nobelpreis Prozedere, einen Plot auf, der in seiner Kompliziertheit und Undurchschaubarkeit sicherlich seinesgleichen sucht. Ich fand es sehr spannend, auf die Auflösung hinzulesen und war sehr gespannt, wie Eschbach dieses Konstrukt am Ende erklären würde. Von der Auflösung war ich dann sehr enttäuscht: er erklärt einfach einen Teil des aufgebauten Handlungsbogens zu einer Fantasie des Ich-Erzählers. Das mag man genial finden, ich halte es für unzulässig, denn es befreit den Autor brachial von den vorher angelegten logischen Fesseln. Eschbach mag selbst geahnt haben, dass er dem Leser hier viel zumutet: er lässt die Hauptfigur den Leser sogar direkt fragen, ob er gerade kurz davor wäre, das Buch in die Ecke zu pfeffern. Ja, ich war kurz davor, habe es dann aber doch nciht getan und noch gelesen, wie Eschbach im Stakkato das Happy End runterrasselt. Schade: die brillante Idee etwas anders aufgebaut und es wäre rundum gelungen gewesen, so aber nur mäßig.
Katharina zu »Andreas Eschbach: Der Nobelpreis« 16.10.2011
Einfach unglaublich wie Eschbach es schafft die Leser zu beeinflussen einfach alles zu glauben was Hans-Olof erzählt!! Ich war total verblüfft über das Ende, kann aber alle die Eschbach wegen dieses tollen Kniffes verdammen nicht verstehen. Das ist eins meiner Lieblingsbücher und deswegen schreibe ich auc meine Seminararbeit darüber!
tedesca zu »Andreas Eschbach: Der Nobelpreis« 15.12.2009
Ein recht spannender Thriller vor dem Hintergrund der Nobelpreisverleihung, wobei diese wohl nur Zierrat ist, denn die Geschichte könnte auch in jedem anderen Milieu spielen. Verwirrend aber sehr raffiniert fand ich den Perspektivenwechsel nach ca. 120 Seiten - mehr möchte ich an dieser Stelle nicht vorwegnehmen -, UND die große Wendung der Handlung, mit der wohl niemand gerechnet hätte...

Stephan Benson liest hervorragend und kommt auch mit den schwedischen Eigennamen gut zurecht. Alles in allem ein spannendes Hörbucherlebnis, das man durchaus mit gutem Gewissen empfehlen kann. Vom Thema her vielleicht nicht Eschbachs orginiellstes Buch, aber vom Stil her sicher das beste, das ich bisher von ihm gelesen habe.
Conny66 zu »Andreas Eschbach: Der Nobelpreis« 10.08.2009
Mich hat dieses Hörbuch fasziniert, und ich habe es in kürzester Zeit gehört!
Erst dachte ich, man kann sich unmöglich so lange konzentrieren, aber es geht immer weiter, der Spannung wegen konnte ich nicht aufhören!

Es fängt erst erzählend-plätschernd an, man erfährt Interessantes über den Nobelpreis und seine Vergabe, aber dann geschehen unglaubliche Dinge, Erpressung, Entführung usw.

Zuerst wird aus der Sicht des Hans-Olof Andersson erzählt, später aber erzählt dann sein Schwager Gunnar Forsberg weiter.
Dieser Übergang hat mich etwas stutzen lassen, ich wusste nicht, warum man auf einmal eine andere Perspektive wählt...
Aber nach der kurzen "Umgewöhnung" ging es rasant weiter. Es wurde spannender und verwickelter. Ich konnte aber immer den Faden behalten.
Gegen Ende hab ich die "Lösung" geahnt, wurde aber auch total überrascht!

Die 6 CDs à ca. 60 - 70 Minuten lassen sich schön hören, sind meiner Meinung nach toll strukturiert.
Der Sprecher liest fantastisch! Ich werde ihn mir merken! Und hoffe, noch mehr von ihm hören zu können!

Ich kann dieses Hörbuch nur empfehlen!
War es mein erster Eschbach, aber auf jeden Fall nicht mein Letzter!
Thommy191968 zu »Andreas Eschbach: Der Nobelpreis« 08.03.2009
"Der Nobelpreis" ist einer der besten Romane, die ich gelesen habe. Der Autor Andreas Eschbach versteht es auf sehr interessante Art und Weise, den historischen Hintergrund des Nobelpreises zu beschreiben und auf der anderen Seite eine spannende Story zu erzählen. Ich empfehle das Buch sowohl al Hörbuch als auch als Roman. Es ist vielleicht ganz gut, das Buch erst zu "hören" und dann zu lesen. Spannung ist gewährleistet. Viel Spaß bei diesem 75 Grad-Roman.
Klaus zu »Andreas Eschbach: Der Nobelpreis« 01.08.2008
Der Nobelpreis bietet dem Leser eine gute Portion Unterhaltung; Krimikost und eine leichte Prise Humor.
Warum sollte man nicht mal während des Lesens überrascht werden indem die Perspektive gewechselt wird.
Auch die Wendung am Schluß mag vielleicht zunächst merkwürdig sein, aber es wird alles so gut erklärt, daß man das Buch dann eben doch nicht in Ecke wirft.
Ist halt mal total was anderes und gerade deshalb gut.
Karin zu »Andreas Eschbach: Der Nobelpreis« 28.12.2007
es hat den anschein, als würde andreas eschbach nach worten bezahlt. wie schon bei "der letzte seiner art" hat auch dieses buch extreme längen. bereits nach den ersten seiten war ich versucht, es beiseite zu legen.
anders als meine vorrezensentin, hat mich der plötzliche wechsel der erzählperspektive sehr wohl erschreckt. gleichzeitig hat es mich aber auch bewegt, erst recht weiterzulesen, um den grund dafür zu erfahren.
zu eschbachs ehrenrettung sei gesagt, dass er es zum teil versteht, den leser zu amüsieren. wie beispielsweise mit jener szene, in der sich forsberg bei seinem ersten einbruch mit der polizei konfrontiert sieht.
genau wie seine leser dürfte selbst der autor bereits während des schreibens den schluss nicht kennen. anders ist es nicht zu verstehen, dass am ende eines eschbach-buchs, wie "das jesus-video", "eine billion dollar" oder jetzt bei "der nobelpreis" zumindest mir die erkenntnis bleibt: da ist ihm nichts mehr eingefallen!
Marion zu »Andreas Eschbach: Der Nobelpreis« 20.12.2007
auch mir hat das buch gut gefallen.

die wendung, die die geschichte nimmt, hat mich in keinster weise schockiert oder gestört. ich finde, herr eschbach kann sich als erzähler einer fiktiven geschichte schon die freiheit nehmen, sein buch nach seinen vorstellungen zu schreiben. zudem hat er das ganze nett verpackt und schlüssig erklärt.

ich habe sicherlich schon etliche viel bessere, spannendere und schöner formulierte bücher gelesen, aber ich habe mich beim lesen von "der nobelpreis" gut unterhalten. und das ist mir das wichtigste.

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