Kalteis von Andrea Maria Schenkel

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 bei Edition Nautilus.

  • Hamburg: Edition Nautilus, 2007. ISBN: 978-3894015497. 160 Seiten.
  • München: btb, 2009. ISBN: 978-3-442-73800-7. 192 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2007. Gesprochen von Monica Bleibtreu. ISBN: 3899034384. 4 CDs.

'Kalteis' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

München, Ende der 30er Jahre: Süß und sehnsüchtig ist der Traum vom Glück in der großen Stadt – auch Kathie träumt ihn und entflieht der Enge des dörflichen Lebens. Manch eine ist hier schon unter die Räder gekommen, aber sie wird es schon schaffen. Oder? Dunkelhaarig, kräftig und hübsch ist sie, wie die Frauen, die seit einiger Zeit in München und Umgebung spurlos verschwinden. Der Teufel scheint auf dem Fahrrad unterwegs zu sein.

Das meint Krimi-Couch.de: »Ja mei, die Schenkel-Andrea bleibt ihrer Linie treu« 60°

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Mit Tannöd ist Andrea Maria Schenkel im letzten Jahr der Überraschungswurf gelungen. Schlank kam der Roman aus dem kleinen Hamburger Verlag Edition Nautilus daher, erhielt eine begeisterte Besprechung nach der anderen, den Deutschen Krimi-Preis, den Friedrich-Glauser-Preis, schaffte es ganz nach vorne in die Bestsellerlisten. Keine leichte Bürde, wenn mit Kalteis nun der zweite Roman der bayerischen Autorin auf den Markt kommt. Doch Frau Schenkel wird die Leser, die Gefallen an Tannöd gefunden haben, nicht enttäuschen. Vielleicht hat sie sogar recht, wenn sie meint, dass Kalteis besser ist. 

Schenkel erzählt die Geschichte des Serienkillers Josef Kalteis, auf dessen Konto zahlreiche Frauenmorde im München zur Nazi-Zeit gingen. Schenkel erzählt aber vor allem die Geschichte von Kathie, einem jungen Ding, das es vom Land in die Großstadt zog. Wie das alles enden wird, verrät sie ungewöhnlich genug direkt im ersten Kapitel, mit der Exekution des Täters. Und was passieren wird und muss mit der Vielzahl von Charakteren, die Andrea Schenkel einführt und aus deren Perspetive sie die verschiedenen Kapitelchen erzählt, ist sehr bald so klar wie dieser Plot eine ganz besondere Spannung erzeugt. Eine, die von der Vorahnung, des Vorwissens des Lesers lebt. Dennoch oft genug aber auch die von Auslassungen gespeiste Suspense mit drastischen Bildern ins Fürchterliche, ins Abstoßende steigert.

Alles andere also als ein »normaler« Krimi über einen Serienmörder. Authentisch, beruht er doch auf realen Gegebenheiten. Aufwühlend, verstörend, minimalistisch. Und sehr, sehr mit Lokalkolorit angereichert.

Für einen »Saupreiß« wie den Autor dieser Zeilen findet das, was gerne als Heimat(kriminal)roman bezeichnet wird, in Kalteis nämlich seine Grenzen der Lesbarkeit. Nicht, dass er einen Langenscheidt Bayerisch-Deutsch, Deutsch-Bayerisch benötigt hätte. Es ist der Satzbau, den Andrea Schenkel konsistent verdreht und die Urtümlichkeit, in der sie ihre Figuren plaudern und erzählen lässt. Das wirkt authentisch, und nach Tannöd muss man konstatieren: Ja mei, so schreibt´s die Schenkel-Andrea nunmal. Rein subjektiv gelesen erzeugt dieser vorherrschende Ton und Lokalkolorit aber auch eine Distanz, die es zusätzlich schwer macht, sich im München der 30er-Jahre zurecht zu finden.

Aber wie geschrieben: Das ist eine subjektive Einschätzung, die nichts daran ändert, dass Andrea Maria Schenkel mit ihrem minimalistischem Sprachstil und ihrem Bruch mit traditionellen Krimi-Strukturen auch und gerade durch ihren zweiten Roman Kalteis als eine absolute Bereicherung der hiesigen Krimi-Szene betrachtet werden muss. Dass ihre Werke entsprechend sperrig sind, wird der eine als willkommene Abwechslung und Originalität begrüßen, der andere als überschätzte Literatur abtun wollen.

Beiden Lagern möchte sich Ihr Rezensent schlussendlich nicht anschließen. Was Andrea Schenkel auf nur 150 Seiten stark komprimiert erzählen kann, ist aller Ehren wert. Doch löst Kalteis auch keine Begeisterungsstürme aus. Und von einer Revolution des Deutschkrimis zu sprechen, hieße, sich blind dem Hype anzuschließen. Nein, Kalteis ist sicherlich wie Tannöd ein Kriminalroman, der dank seiner Andersartigkeit weit aus der Masse heraussticht – unterm Strich an vielen Stellen aber sichtlich bemüht daher kommt und mit weitaus weniger Dialekt deutlich besser hätte punkten können.

Lars Schafft, August 2007

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baudolino zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 24.11.2011
Ein Krimi, beruhend auf authentischen Ereignissen, den ich unheimlich (im wahrsten Sinn des Wortes) spannend fand. Angereichert mit vielen Zitaten aus den Vernehmungsprotokollen ist hier eine atmospärisch unglaublich dicht gewebte Geschichte entstanden, die den Leser nicht mehr losläßt. In ihrer positiven Beurteilung kann ich mich den anderen Lesern nur anschließen. Was ich mir gewünscht hätte, wäre noch etwas mehr Zeitkolorit gewesen, vielleicht ein Zeitungsbericht über die verschwundenen Opfer oder ähnliches. Auch der allzu rasche Abstieg eines Dienstmädchens zur Gelegenheitsprostituierten überzeugt in seiner Darstellung nicht so ganz. - Ich würde dieses Buch reifen Lesern mit guten Nerven ohne weiteres empfehlen. Übrigens ist der von Lars Schafft erhobene Vorwurf der zu häufigen Verwendung von Dialekt völlig aus der Luft gegriffen. Im Gegenteil! Wenn man des Bairischen - wie ich - mächtig ist, wird man unschwer erkennen, wie sich die Autorin erfolgreich bemüht hat, das Buch auch für "Nordlichter" lesbar zu machen. Dieses teilweise recht kastrierte Bairisch als "Dialekt" zu bezeichnen, verrät leider nur die mangelhafte Kenntnis des Rezensenten!
tedesca zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 15.02.2011
Langweilig fand ich das Buch auf keinen Fall, ganz im Gegenteil!

Wie schon in "Tannöd" rollt Andrea Schenkel auch in diesem Buch einen wahren Fall anhand von Zeugenaussagen und Protokollen auf, die einem zum Teil das Blut in den Adern gefrieren lassen. Josef Kalteis (der im wirklichen Leben Johann Eichhorn hieß und "Die Bestie von Aubing" genannt wurde) steht kurz vor seiner Hinrichtung, wie viele Mädchen er ermordet hat, erfahren wir nicht, doch letztendlich fehlt es nicht an grausigen und schaurigen Details.

Wobei das Buch im Grunde von den lebendigen Schilderungen einer Epoche lebt. Davon, wie junge Frauen von den Vätern aus dem Haus getrieben werden, um sich eine Arbeit in der Stadt zu suchen, wie sie kaum über die Runden kämen, ohne sich für ein paar Mark oder ein Dach über dem Kopf dem Nächstbesten an den Hals zu werfen. Vom Oktoberfest und den Dorfwirtshäusern, und von den finsteren Wegen und Gassen, die dem Mädchenmörder seine Opfer quasi in die Arme laufen lassen.

Im Mittelpunkt er Erzählung steht die junge Kathi, die in ihrer naiven Art beschließt, nicht als Dienstbotin zu enden sondern eine feine Dame zu werden. Deren kurzes Leben aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird, die uns immer mehr ziitern lassen vor dem, was immer unausweichlicher wird.

Alles in allem ein spannender, grausiger und zugleich einfühlsamer Thriller, der durch seine karge Sprache und direkte Rede im zeigemäßen Bayrisch auszeichnet.

Zum Hörbuch muss man noch sagen, dass Monica Bleibtreu genau diesen Zeitgeist eins zu eins übermittelt, dass sie jede Figur gekonnt liest, ohne jemals in ein Einpersonenhörspiel zu mutieren. Große Lesekunst, die diesem Buch noch ein Krönchen mehr aufsetzt.
Monika* zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 23.03.2010
Also ich kann absolut nicht verstehen, dass jemand schreibt dieses Buch sei langweilig... Es is kein herkömmlicher Krimi, das ist wohl klar, aber trotzdem sehr schön aufgebaut. Sicherlich wird die Vorgehensweise von Kalteis ziemlich krank beschrieben, aber um zu verstehen wie grausam das für Frauen ist, die vergewaltigt werden ist das notwendig. Im ersten Moment wenn man das Buch gelesn hat, denkt man man hat den Roman verstanden...Aber falsch...erst mit weiterem Nachdenken kommen die Interessanten fragen auf.. z.B. ist Josef Kalteis zugleich der Chauffeur , da die Sportmütze ein Indiz dafür wäre...naja das könnt ihr euch selber überlegen, will ja nichts vorwegnehmen...
Mimi zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 26.09.2009
Also ehrlich gesagt, ich habe Tannöd zur Hälfte gelesen, dann abgebrochen, weil ichs ziemlich langweilig fand.so in Protokollsprache.dann habe ich mir nun Kalteis gewünscht, nachdem ich den Klappentext gelesen habe und dachte es sei spannend. Fehler! Schon auf der 1. Seite dacht ich, oh Gott, wieder nur in Protokollen, dachte aber, gut diesmal zieh ichs durch, is ja schade ums Geld. Ich finde die Art, wie die Vorgehensweise des Mörders beschrieben wird extrem vulgär und fast schon krank. Ich dachte was für ein Typ, der so ein Buch schreibt, der muss ja psychisch Probleme haben. Doch es ist eine Frau, wo ich mir dachte.das ist ja furchtbar. An sich habe ich mich durch die Protokolle gekämpft, auch wenn meiner Meinung nach zu viele Mädchen zu durcheinander behandelt wurden, und ich mir im Endeffekt nur Kathie gemerkt habe, die ja letztendlich quasi die Hauptperson ist. Man bekam schon einen guten Einblick in die Gedanken des Mörders, letztendlich ärgere ich mich aber wirklich darüber, dass die krankhafte Vorgehensweise tatsächlich von einer Frau beschrieben wird!
Zu dem Kommentar, dass sich das Buch als Klassenlektüre eignen würde: AUF GAR KEINEN FALL!! Lehrer die so ein Buch mit Kindern lesen würden, bekämen wohl mächtig Ärger mit aufgebrachten Eltern und entsetzten Kindern...
lilalu zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 09.05.2009
Das Büchlein der Frau Schenkel kommt ja hier in den meisten Kritiken schlecht weg. Ich habe "Tannöd" gelesen, und ich habe "Kalteis" gelesen. Ich glaube, das Problem, dass viele LeserInnen haben, ist: Beides sind keine herkömmlichen Kriminalromane, und eigentlich gehören sie nicht auf die "Krimi Couch", denn das weckt bei vielen Leuten falsche Erwartungen. Diese kleinen Romane - oder sind es eher Reportagen? - sind keine Krimis im eigentlichen Sinn, sie haben nur eine kriminelle Handlung als Plot. Da ist der Mord quasi der "Aufhänger" für die Geschichte dahinter. Man muss den Stil der Autorin mögen - das eher Derbe ihrer Sprache, die verquere Art ihres Satzbaus, die den bayerischen Dialekt greifbarer machen soll. Es sind eher Kurzromane, die sich als Klassenlektüre in Schulen eignen - ähnlich Martin Sperrs legendären "Jagdszenen aus Niederbayern", und die einen menschlichen Abgrund, eine menschliche Not und Bedürftigkeiten spiegeln. Diese Romane muss man "aushalten", auch diesen Sprachduktus muss man aushalten. "Tannöd" war jetzt auch nicht so mein Ding, und ich habe nie ganz verstanden, warum es so sehr gelobt wurde. "Kalteis" hat mir gut gefallen - wie gesagt: Nicht als "echten" Krimi, sondern eher als Sittengemälde. Wenn man das Buch so sehen kann, ist es sehr gelungen! Allein, was mich ein bisschen störte, ist: Wenn Frau Schenkel schon so sehr viele Zeugen zu Wort kommen lässt, dann sollte sie auch daran denken, dass Menschen unterschiedlich sind, d. h. sie muss nicht Männlein und Weiblein, Mutter und Tochter, Vater und Sohn, Jung und Alt die immer selben Sätze in der immer gleichen Art sagen lassen. Hier hätte sie mehr variieren können, mehr Eigenheiten der einzelnen Menschen herausarbeiten müssen, nicht so holzschnittartig vorgehen dürfen. Aber ich denke, um solche Finessen, die sonst in einem Krimi wichtig sind, geht es der Autorin gar nicht. Sie will eigentlich keinen Mord aufklären - das ist zweitrangig - sie will vielmehr einen Abgrund offenbaren, der uns allen nicht so fremd ist. Und das ist das wirklich Gruselige an ihren Kurzromanen.
antoenchen123 zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 12.09.2008
Ich habe selten so was langweiliges gelesen, wie dieses Buch ! Das hat nichts mit Roman, Krimi, Thriller oder sonst was zu tun, ein durcheinandergewürfel von Zeutenaussagen die dieses oder jenes Mädchen sonst wo zuletzt gesehen haben, wer da von Spannung redet- ich weiß ja nicht. Gott sei Dank konnte ich mir dieses Buch leihen über jeden Euro hätte ich mich geärgert. Danke nie wieder ! Das einzige positive für mich war ich mag die bayrische Mundart und Lebenskultur aber auch das war mager !
norman zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 08.08.2008
Die meisten Bücher, die ich lese, sind Geschenke. Gottseidank in diesem Fall.
Schade dass man hier 300 Zeichen Schreiben muss. Manchmal sind zehn ein ausreichendes Zeichen.
Wer sich mit zusammen gestoppelten Pseudoverhörprotokollen und einigen sich wiederholenden Schlendereien der Opfer (Oder ist es nur eins?) über Landstraßen und unergründlichen Verhaltensweisen derselben (Opfer) amüsieren will und einen Trottel von Mörder, lese dieses Buch. Erstaunlich trotzdem: die Preisverteilungen an Autoren.
Pumsmogul zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 05.04.2008
Der Erfolg der Autorin bei den wichtigsten Preisverleihungen für deutschsprachige Krimis wird mir immer unerklärlich bleiben. Ihr 2. Roman ist in Handlung und Sprache öde und fad und knüpft nahtlos an ihrem Erstlingswerk "Tannöd" an. Die Verkaufspreise für ihre Heftchen sind aber die größte Unverschämtheit...
anushka zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 11.03.2008
Basierend auf einem wahren Kriminalfall (aber kein "true crime Buch"!) hat die Autorin diesen Roman wie einen Tatsachenbericht geschrieben. Zwischen polizeilichen Vernehmungsprotokollen von Josef Kalteis finden sich Zeugenaussagen von Angehörigen der verschwundenen Frauen und die Geschichte von Kathie, die exemplarisch das Leben eines der Opfer beschreibt. Besonders rührend ist Kathies Geschichte, weil sie sich in der großen Stadt eine schöne Zukunft und persönliche Freiheit erhofft und feststellen muss, dass alles gar nicht so einfach ist. Und sie zeigt, wie schnell ein junges Mädchen in einer Großstadt unter die Räder gerät.
Dieses Buch war sehr spannend und Kathies Geschichte sehr ergreifend. Der Schreibstil war sehr interessant und die Methoden (Vernehmungsprotokolle, Zeugenaussagen, etc.) ließen dieses Buch sehr authentisch wirken. Die zum Teil zusammenhangslosen Schilderungen der unterschiedlichen Lebensgeschichten wirkten gerade dadurch authentisch, dass sie zusammenhangslos waren und somit zeigten, dass es zwischen den Opfern eines Serienmörders keine Verbindungen gibt außer der, dass sie an einem abgelegenen Ort einem fremden Mann begegnen.
Bis zehn Seiten vor Schluss fand ich dieses Buch unglaublich überzeugend und wesentlich besser als Schenkels erstes Buch. Leider gelingt es der Autorin nicht, am Ende alle Fäden zusammenzubringen. Die Zusammenhänge werden zwar im letzten Satz angedeutet, doch für mich war das zu subtil. Ich hätte es gern expliziter gehabt und mehr erfahren, was über diese Morde bekannt wurde. Bei einigen der Frauen wurde nicht mal deutlich, ob sie überhaupt je gefunden wurden. Zudem wurden die Jahreszahlen zum Teil sehr durcheinander geworfen und die Ereignisse werden nicht chronologisch geschildert.
Wirklich schade, denn an sich ist dieses Buch - meiner Meinung nach - wirklich sehr gut und authentisch und die Person der Kathie sehr überzeugend und sympathisch.
Andreas Scherer zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 12.02.2008
Ich habe die beiden Bücher von Andrea Maria Schenkel direkt hintereinander gelesen. Bei Tannöd hat mich besonders der ständige Wechsel der Erzählperspektive angesprochen.Hinzu kam, dass ich die heraufbeschworene düstere Atmosphäre als sehr dicht und überzeugend empfunden habe.
Kalteis hingegen war eine einzige Enttäuschung. Was offensichtlich viele Leser als besonders authentisch wahrgenommen haben - das vermeintliche Sich hineinfinden in bayerische Ausdrucksform und Sprachduktus - ging mir schlichtweg zunehmend auf die Nerven. Ich fühlte mich erinnert an das kindische Gestammel von "Meister Yoda" aus "Star Wars", der neben dem Aussehen wesentlich durch seine verquaste Vergewaltigung der Synthax charakterisiert ist. Die überstrapazierte Nutzung einer versch(r)obenen Satzstellung (ohne erkennbaren Grund stehen die Adverbien ständig am Anfang der Sätze) und der permanente Verzicht auf vollständige Sätze durch Auslassen des Verbs machen noch keine stilistische Originalität aus. Die Figuren in Kalteis, vor allem einige Frauen, bilden letztlich nicht viel mehr als Klischees ab: tumbe bayerische Landpomeranzen, die nur allzu bereitwillig die Beine breitmachen.
Nachdem ich tags zuvor den neuen Roman von Martin Suter, "Der letzte Weynfeldt", gelesen hatte, wurde mir überdeutlich, was dann doch den Unterschied zwischen erster und bestenfalls dritter oder vierter Liga ausmacht.
Zur Erholung gönne ich mir Bernhard Schlinks Selb-Romane, die ich erst jetzt für mich entdeckt habe.

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