Alistair Maclean

Einsam sind die Männer der Tat

Alistair Stuart MacLean wurde am 21. April 1922 im schottischen Glasgow geboren. Er wuchs in den Highlands nahe Inverness auf und besuchte die Hillhead High School in Glasgow. Der II. Weltkrieg prägte aus das Leben des jungen Alistair. 1941 meldete er sich zur Royal Navy. Zweieinhalb Jahre diente er auf einem Kreuzer und geriet u. a. in japanische Kriegsgefangenschaft. Nach dem Krieg studierte er an der Glasgow University Englisch. Ab 1953 arbeitete er als Schullehrer für Englisch und Geschichte an der Gallowflat Secondary School in Glasgow.

In dieser Zeit begann MacLean zu schreiben. Seine Kurzgeschichte »The Dileas« gewann 1954 einen Preis, was ihm die Aufmerksamkeit des Verlegers William Collins sicherte. Dieser riet MacLean ein Buch zu schreiben. »HMS Ulysses« (dt. »Die Männer der Ulysses«) erschien 1955. Es basiert auf MacLeans Kriegserlebnissen auf See und wurde umgehend ein großer Erfolg.

In den nächsten drei Jahrzehnten reihte der Verfasser Erfolg an Erfolg. Der »typische« MacLean-Roman schildert die gefährlichen Abenteuer eines stoischen Einzelgängers oder isolierten Gruppe, die gegen eine feindliche Übermacht und mindestens einen Verräter in den eigenen Reihen kämpfen muss. Platziert wurde dieser Plot im II. Weltkrieg, im Geheimdienst-Milieu, später auch im internationalen Terrorismus. Diese recht simple, aber höchst effiziente Konstruktion ließ seine Geschichten für den Film interessant werden. Zahlreiche MacLean-Werke wurden erfolgreich und vor allem in den 1960er Jahren mit großem Staraufgebot verfilmt; der Autor schrieb nicht selten selbst die Drehbücher.

Bestseller-Ruhm, Reichtum, Anerkennung – In den 1980er Jahren gehörte MacLean mit 30 Millionen weltweit verkaufter Bücher zu den erfolgreichsten Schriftstellern seiner und aller Zeiten. 1983 ehrte ihn die Glasgow University mit einem Ehrendoktorhut. Aber MacLean war zu diesem Zeitpunkt bereits ein durch Alkoholismus zerstörter Mann. Am 2. Februar 1987 starb er nach einer Serie von Schlaganfällen in München; begraben wurde er in Celigny in der Schweiz, wo er als Steuerflüchtling residierte und seit den späten 1950er Jahren auch als Hotelier tätig war. Er hinterließ eine Anzahl von Exposés, die zum Teil in Filmdrehbücher verwandelt wurden. Da Geschäft außerdem Geschäft ist, arbeiteten Lohnautoren (John Denis, Simon Gandolfi, Alastair MacNeill, Hugh Miller) diese Fragmente in »Romane nach Alistair MacLean« um, dessen Name selbstverständlich in besonderer Größe auf den Titelbildern prangte.

Von seinen Werken hatte MacLean selbst (scheinbar) nicht viel gehalten. Er schreibe nicht gern und daher möglichst schnell und bleibe deshalb gern bei der ersten Fassung, gab er zu Protokoll. Die späteren Werke leiden stark unter dieser Praxis (sowie an überzogenen Plots). Sich selbst betrachtete er nicht als »Schriftsteller«, sondern als »Geschichtenerzähler«. Der Action gab er stets den Vorrang vor der Psychologie, Kamerad- und Männerfreundschaften ersetzen Romanzen. Als solcher lieferte er in seinen besten Tagen zeitlose Klassiker der puren Unterhaltung. (mdoc)

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