Stimme des Blutes von Alicia-Giménez-Bartlett

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

deutsche Ausgabe erstmals 2008 .
Ort & Zeit der Handlung: Spanien / Barcelona, 1990 - 2009.

  • Bergisch-Gladbach: BLT, 2008. Übersetzt von Sybille Martin. 155 Seiten.

'Stimme des Blutes' ist erschienen als

In Kürze:

Gleich viermal ist Spaniens berühmteste Ermittlerin Petra Delicado gefordert: vier Leichen in einem Massagesalon im Rotlichtmilieu, der Tod eines schönen litauischen Einwanderers, das grausame Sterben eines Fitnesstrainers im Sportstudio und ein verunglückter Lateinlehrer stören die sommerliche Idylle in Barcelona. Das kongeniale Ermittler-Duo Delicado und Garzón nimmt die Fährte auf.

Das meint Krimi-Couch.de: »Vier Kurzgeschichten für zwischendurch« 65°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Stimme des Blutes ist eine Sammlung mit insgesamt vier Kurzgeschichten der bekannten spanischen Krimiautorin Alicia Giménez-Bartlett, in denen einmal mehr die Inspectora Petra Delicado ermittelt. An ihrer Seite, wie üblich, Subinspector Fermin Garzón.

»Tod im Fitnessclub« (»Muerte en el Liceo«), Seite 10-42:
Pepe Ruiz, Mitte 30, von Beruf Türsteher in einer Disko, unbeliebt und streitsüchtig, besucht regelmäßig einen Fitnessclub. Dort findet sich nun seine im wahrsten Wortsinne gegarte Leiche, denn er verbrachte die Nacht unfreiwillig, da von außen eingeschlossen, in der Sauna. Das Thermostat war auf Höchsttemperatur eingestellt. Nur wenige Gäste hatte der Club an diesem Tag, zuletzt verließen die jungen Damen einer Hockeymannschaft, die zuvor unter sexuellen Anspielungen und Belästigungen von Ruiz zu litten hatten, das Haus …

»Glauben Sie das? Glauben Sie, dass diese Mädchen es gewagt hätten, ihm zu drohen, die Eier abzuschneiden?«
»Ich wüsste nicht, warum sie es nicht hätten tun sollen. Er hat sie ja nicht in Ruhe gelassen.«
»Aber Inspectora, damit hätten sie sich auf sein Niveau begeben.«
»Ja, aber darin besteht doch die Gleichberechtigung, oder glauben Sie etwa, dass wir Frauen nur im Positiven den Männern gleichgestellt sein wollen?«

»Der Fall des Litauers« (»El Caso del Lituano«), Seite 44-79:
Rimantas Laztdelis, Litauer, wird bei einem Handgemenge auf offener Straße erschossen. Offenbar bedrohte er jemanden und es löste sich fatalerweise ein Schuss, der ihm selber zum Verhängnis wurde. Die Mordwaffe hielt er jedenfalls in seiner Hand …

»Sie verdächtigen also weiterhin normale Mitbürger, nicht wahr? Dann sage ich Ihnen, dass ich denen im Augenblick ebenfalls misstraue. Also, Inspectora, glauben Sie wirklich, dass skrupellose Unternehmer ihren illegalen Arbeitern so viel zahlen, dass sie sich so eine Bude leisten können?«
»Na ja, wenn er als Killer arbeitete...«
»Verdammt, Petra, das wäre dann wohl eher der Pate der Mafia und kein Unternehmer! Nein, Spanien ist da vergleichsweise rückständig.«
»Ich weise Sie darauf hin, dass wir es schon ganz schön weit gebracht haben. Bei vielen Delikten bewegen wir uns auf internationalem Niveau.«

»Stimme des Blutes« (»La Voz de la Sangre«), Seite 82-142:
In einer Wohnung, die sich »Massagesalon« nennt, tatsächlich aber ein Bordell ist, werden vier der fünf jungen Angestellten mit mehreren Schüssen geradezu exekutiert. Nur eine Prostituierte überlebt, da sie zur Tatzeit zuhause war. Die Inhaberin der Wohnung schlief und hat angeblich nichts mitbekommen. Zudem seien in ihrem Haus ohnehin nur vertrauenswürdige Stammkunden zu Gast …

»Aber Sie sind sich nicht sicher, dass jemand aussagen könnte, Sie gesehen zu haben?«
»Ah, jetzt verstehe ich, was Sie meinen! Nein. Was ist, glauben Sie etwa, ich hätte meine Kolleginnen umgelegt? Neue Karriere als Mörderin, meinen Sie wohl?«
»Wir glauben noch gar nichts. Sie leben noch und die anderen nicht. Wir müssen ermitteln, das ist unsere Pflicht.«
»Das finde ich in Ordnung. Hoffentlich helfen die Ermittlungen, diesen Hurenbock zu finden, der sie umgelegt hat.«
»Deshalb ermitteln wir ja.«

»Mord am Gymnasium« (»Muerte en el Gimnasio«), Seite 144-156:
Der unbeliebte Lateinlehrer Juan Montano steht kurz vor seiner Pensionierung, die er allerdings nicht mehr erleben soll. Beim Betreten des Klassenzimmers wird er erschlagen und da niemand den Raum seitdem betreten oder verlassen hat, sollte der Mörder schnell gefasst sein. Doch zunächst fehlt die Tatwaffe und der vermeintliche Mörder könnte jeder der insgesamt sechsundzwanzig Schüler sein. Doch die Fünfzehnjährigen schweigen beharrlich …

Das Gespann Delicado / Garzón ist äußerst unterhaltsam

Die vier Kurzgeschichten umfassen keine hundertfünfzig Textseiten und da liegt einmal mehr das Problem, welches Kurzgeschichten meist innewohnt. Spannung kann kaum aufgebaut werden, da es auf der Kürze der Seiten zu wenige Verdächtige gibt. Dennoch gelingt es der Autorin, mit der einen oder anderen Überraschung aufzuwarten. Doch die Geschichten von Giménez-Bartlett leben ohnehin von dem kongenialen Ermittlerduo, bestehend aus der Inspectora und ihrem Subinspector. Humorvoll, spöttisch und selbstironisch nehmen sich die Beiden gerne gegenseitig auf den Arm, ohne dabei den jeweiligen Fall aus den Augen zu verlieren.

Wer sich kurzweilig auf dem Weg zur Arbeit in Bus und Bahn unterhalten möchte, liegt hier durchaus richtig. Wer ausgeklügelte Fälle sucht, lässt (auch) von diesen Kurzgeschichten besser die Finger.

Jörg Kijanski, Mai 2016

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panda zu »Alicia-Giménez-Bartlett: Stimme des Blutes« 30.09.2008
Ich habe schon einige Bücher von Gimenez-Bartlett gelesen, aber dieses ist eindeutig das schlechteste.

Da werden auf 155 Seiten vier Kurzgeschichten erzählt, wo man eigentlich von Anfang an weiss, wer der Mörder ist.

Obwohl der Titel einiges Verspricht, kann man es meiner Meinung nach vergessen, schade ums Geld
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