Gefährliche Riten (Spanische Blumen) von Alicia Giménez-Bartlett

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1996 unter dem Titel Ritos de muerte, deutsche Ausgabe erstmals 1998 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: Spanien / Barcelona, 1990 - 2009.
Folge 1 der Petra-Delicado-und-Fermín-Garzón-Serie.

  • Barcelona: Grijalbo, 1996 unter dem Titel Ritos de muerte. 261 Seiten.
  • München: Goldmann, 1998 Spanische Blumen. Übersetzt von Sybille Martin. ISBN: 3-442-43943-4. 320 Seiten.
  • Zürich: Unionsverlag, 2002 Gefährliche Riten. Übersetzt von Sybille Martin. von der Übersetzerin bearbeitet. 315 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: BLT, 2004. Übersetzt von Sybille Martin. ISBN: 3-404-92152-6. 332 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2005. Gesprochen von Lena Stolze. Bearbeitung: Leonhard Koppelmann. Regie: Leonhard Koppelmann. 2 CDs.

'Gefährliche Riten (Spanische Blumen)' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Die spanische Kommissarin Petra Deliciado arbeitet an der Aufklärung einer Serie von Morden. Allen Opfern wurde ein mysteriöses Mal in den Arm gedrückt, dessen Form an eine Blume erinnert. Bald verfolgt sie eine heiße Spur, doch dann wird ihr Hauptverdächtigter ermordet.

Das meint Krimi-Couch.de: »Schlicht gestrickte Handlung ohne jeden Pfiff« 67°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Es ist Petra Delicados erster Fall: Sie, die Anwältin, die ihr Dasein im Archiv fristete, wird tatsächlich die Ermittlungen in einem realen Fall leiten, allerdings nur, weil ein Kollege erkrankt ist. Und an ihrer Seite steht Subinspector Garzón, der gerade von Salamanca nach Barcelona versetzt wurde. Die beiden sind ein seltsames Pärchen, sie gebildet, aber ohne Erfahrung in Ermittlungen, er eher bäuerlich, ein gestandener Mann, dem man so leicht nichts vormachen kann. Sie müssen sich erst zusammenraufen, denn so recht scheint Fermín Garzón das Verhalten seiner neuzugeteilten Chefin nicht zu passen. Er scheint ein wenig altmodisch zu sein.

In Barcelona werden mehrere Mädchen vergewaltigt und dabei mit einem Mal in der Form einer Blume gezeichnet. Fermín und Petra tappen im Dunkeln und schon ruft die Öffentlichkeit nach der Ablösung der beiden. Tatsächlich werden sie von dem Fall wieder entbunden, doch die Inspectora rebelliert, bis sie wieder ermitteln dürfen. Und wieder gibt es ein neues Opfer. Die beiden gehen dem einzigen Hinweis nach, den sie haben: In der Wunde eines der Mädchen blieb ein kleiner Stachel zurück, der mit einem bestimmten Material überzogen war, das zu einem Juwelier führt. Dieser kann eine ungefähre Täterbeschreibung abliefern. Endlich kommen die Untersuchungen in Gang.

Die Teile einer Serie wirken zweifellos auf den Leser in Abhängigkeit davon, in welcher Reihenfolge sie gelesen werden. Hätte ich den vorliegenden ersten Band »Gefährliche Riten« als erstes Buch von Alicia Giménez-Bartlett gelesen, wäre dem sicherlich kein weiteres gefolgt. Bei »Tote aus Papier«, der vierten Geschichte, faszinierten mich die Figuren und in Kombination mit ihnen auch die Konstruktion des Falles. Die Story war zwar nicht herausragend, aber man konnte insgesamt von einem stimmigen Paket sprechen, bei dem das Lesen einfach Spaß machte. Hier ist die Story dagegen so platt und nichtssagend, dass es fast schade um die vertane Zeit gewesen wäre, wenn die Autorin nicht auch schon gezeigt hätte, wie intensiv sie sich mit ihren Charakteren auseinandergesetzt hat. Die Ermittler sind präzise gezeichnet und vermitteln ein glaubwürdiges Bild.

Viel mehr lässt sich zu diesem Buch wirklich nicht sagen: Eine solch schlicht gestrickte Handlung ohne jeden Pfiff, der es an jeglicher Spannung mangelte, habe ich schon seit einiger Zeit nicht mehr gelesen. »Gefährliche Riten« ist nur aus dem einen Grunde empfehlenswert, nämlich um das Ermittlerduo Petra Delicado und Fermín Garzón näher kennenzulernen und vor allem zu erfahren, wie sie ein Team wurden, das, obwohl die beiden so unterschiedlich sind, doch so gut zusammenarbeitet. Davon erfährt man im vierten Band nämlich nichts. Petra und Fermín sind sehr sympathisch, was mit der Story zumindest ein klein wenig versöhnt.

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CRI zu »Alicia Giménez-Bartlett: Gefährliche Riten / Spanische Blumen« 19.12.2013
So schlecht fand ich das Buch nun auch wieder nicht. Für einen spanischen Krimi sogar recht gut. OK, er hat seinen Längen und es wird ein zu deutlicher Schwerpunkt auf das (bisherige) Leben von Petra Delicado gelegt, Fermín Garzón betreffend fällt dieser Aspekt schon deutlich knapper aus. Eigentlich ist die Konstellation mit diesen beiden Hauptfiguren ganz spannend, denn sie sind nicht nur gegensätzlich als Frau bzw. Mann, auch dass die Frau die Chefin ist, er Frauen in dieser Rolle und bei der Polizei nicht gewohnt ist, sie auch reichlich Vorurteile gegen den älteren Kollegen von Land hat, der so altmodisch rüberkommt, er dagegen mit dem modernen Großstadtleben nicht recht etwas anzufangen weiß usw.
Milieustudien über Barcelona, wie in vorherigen Kommentaren erwähnt, kann ich nicht erkennen, höchstens Kritik an mangelnden Perspektiven für junge Leute (schlechte Jobs oder gar keine Arbeit, gezwungen bei den Eltern zu leben, ...).
Dank des Lobes der anderen Kommentatoren für die folgenden Bände der Reihe, werde ich mir sicher gelegentlich den nächsten besorgen.
Jossele zu »Alicia Giménez-Bartlett: Gefährliche Riten / Spanische Blumen« 07.04.2013
Dieser Debütfall der Inspectora Petra Delicado hat mich persönlich enttäuscht. Das Fahlen von Spannung bei der Lösung des Falles wurde ja verscheidentlich schon angesprochen und da kann ich mich nur anschließen. Was jedoch die verschiedentlich gelobte Figurenzeichnung der Autorin angeht, so muss ich widersprechen. Beide Hauptfiguren sind, so finde ich, hölzern und nach einfachstem Schnitzmuster gezeichnet. Die "Alle sind gegen mich, weil ich eine Frau bin" - Attitüde der Inspectora wirkt aufgesetzt und bemüht und im Falle der Zusammenarbeit mit dem Subinspector ist von Anfang an klar, dass die zwei sich im Laufe der Ermittlungen gut verstehen werden. Wenn die folgenden Bände nicht so gut bewertet wären, dann wäre das mein erster und letzter Roman von Gimenez-Bartlett gewesen. So wage ich einen weiteren Versuch. 50° von mir, mit viel gutem Willen.
Marie zu »Alicia Giménez-Bartlett: Gefährliche Riten / Spanische Blumen« 08.06.2009
mhm...naja es ist DAS Debüt, des wegen zieht sich die Lektüre etwas dahin...Obwohl es einem vielleicht am Anfang fad hinüberkommt, wird es mit der Zeit besser, obwohl man nie so richtig auf die Folter gespannt wird, die Spannung ist nie wirklich übermäßig groß. Aber für einen Anfänger ganz OK. Als ich angefangen habe das Buch zu lesen, war ich etwas enttäuscht. Später kam aber noch etwas Humor wegen den Streitereien zw. Delicado und dem " Assistenten " . das darauffolgende Buch ist sehr unterhaltsam und empfehlenswert:)
Alexandra zu »Alicia Giménez-Bartlett: Gefährliche Riten / Spanische Blumen« 19.10.2008
Eine etwa seltsame Polizeiarbeit wird hier beschrieben: einer unerfahrenen Kommissarin wird die Leitung der Ermittlungen übergeben. Nachdem sich die Presse über mangelnde Erfolge bei der Täterjagd mokiert, wird ihr der Fall entzogen, dann doch wieder zugeteilt, zu guter letzt wird ihr noch ein erfahrener Kollege aus einer anderen Stadt an die Seite gestellt - schon alles etwas merkwürdig.
Die Handlung lebt durch die Personen der Petra Delicado und Fermín Garzón, der eigentliche Fall und die Ermittlungen spielen eher eine Nebenrolle. Schade.
Stefan83 zu »Alicia Giménez-Bartlett: Gefährliche Riten / Spanische Blumen« 19.02.2008
Mit „Gefährliche Riten“, welches auf Deutsch schon einmal unter dem Namen „Spanische Blumen“ weniger erfolgreich veröffentlicht worden ist, liegt der erste Band der Krimi-Reihe um das Duo Petra Delicado und Fermín Garzón vor. Es ist Giménez-Bartletts Debüt als Krimi-Autorin, und das dem so ist kann der erfahrene Leser auch zwischen den Zeilen immer wieder lesen. Es in erster Linie die mangelnde Ausgewogenheit zwischen dem eigentlichen Krimifall und der Skizzierung der einzelnen Figuren, die hier dem Betrachter ins Auge fällt. Die Autorin konzentriert sich sehr auf die beiden Hauptfiguren und deren angespanntes Arbeitsverhältnis und hat dazu selbst gesagt: "Der Hauptgrund warum ich eine Inspektorin ins Leben gerufen habe, war, dass mir vertraut ist, wie eine Frau denkt. Außerdem gefällt mir, dass sie die Chefin ist." Der geschlechtsspezifische „Machtkampf“ zwischen Delicado und Garzón hat deshalb auch einen entsprechenden Stellenwert im Buch. Eine Tatsache die besonders männliche Leser wohl abschrecken könnte, würde Giménez-Bartlett dies nicht so unterhaltsam und kurzweilig auf Papier bringen. Denn das Gezanke der beiden wird sowohl intellektuell, als auch stellenweise zum hinknien witzig beschrieben, so dass man, bis auf wenige Ausnahmen, durchaus Amüsement an dem Ganzen finden kann. Was den Humor angeht ist Delicado deshalb wirklich eine echte Empfehlung und Alternative zu den eher biederen, langweiligen Brunetti & Co. Schade nur, dass dem der eigentliche Krimiplot größtenteils geopfert wurde, denn dieser vermag mich an keiner Stelle richtig zu packen. Seitenlang plätschern die Ermittlungen vor sich hin, wird sinnlosen Hinweisen nachgegangen, um dann jedes Mal in einer Sackgasse zu landen. Dies ist wahrscheinlich sehr authentisch in Bezug auf echte Polizeiarbeit, verhindert aber das aufkommen jeglicher Spannung und Atmosphäre. Obwohl mehrere Frauen dem Serienmörder zum Opfer fallen, fehlt schlichtweg das Gefühl der Bedrohung und damit auch das Interesse des Lesers daran, die Identität des Täters zu erfahren. Wer also einen fesselnden Krimireißer erwartet, wird hier sicherlich enttäuscht werden. Insgesamt ist „Gefährliche Riten“ ein durchwachsenes Debüt, das vor allem von seinen interessanten, sehr sympathischen Figuren lebt, sich aber streckenweise, ähnlich wie Teresa Solana, mehr wie eine Milieustudie Barcelonas als ein Krimi liest.
Joachim9 zu »Alicia Giménez-Bartlett: Gefährliche Riten / Spanische Blumen« 06.10.2005
Für mich gehört das Buch zur sogenannten Strandliteratur; man kann es durchaus mal zwei Tage liegen lassen und weiß dann immer noch was gespielt wird. Es wartet nicht mit einer komplexen Handlung auf, ist aber schön erzählt. Mann sollte es gelesen haben wenn man die anderen Bücher der Reihe lesen will. Die Inspectora ist ein menschliches Wesen das Zweifel hat und auch Probleme wie Du und ich. Die aber auch mal über die Stränge schlägt.
3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Gabriel zu »Alicia Giménez-Bartlett: Gefährliche Riten / Spanische Blumen« 19.08.2005
Nicht der beste Fall der Inspektorin Delicado, aber der erste und deshalb ein Muss. Nach dieser Lektüre kann man die folgenden, teilweise genialen Stories, mehr geniessen. Dieses Buch ist spannend und interessant, weckt aber vor allem die Lust auf mehr. Für einen Erstling ok.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Christoph zu »Alicia Giménez-Bartlett: Gefährliche Riten / Spanische Blumen« 02.06.2005
Mit großem Genuß habe ich die "Gefährlichen Riten" gelesen denn der Roman kann mit doppelter Spannung aufwarten: Wie entwickelt sich die Zusammenarbeit zwischen der Inspectora Delicado und dem Subinspector Garzón und wer verbirgt sich hinter dem Vergewaltiger der die Straßen von Barcelona in Angst versetzt.
Die Entwicklung der Charaktere erscheint manchmal ein wenig bemüht aber als Grundlage für die weiteren Bücher der Reihe notwendig.
PollyEsther zu »Alicia Giménez-Bartlett: Gefährliche Riten / Spanische Blumen« 09.02.2005
Auch ich habe zuerst den 4. Fall gelesen und danach diesen- und kann mich nur anschließen.

Kein Highlight wie "Tote aus Papier", aber interessant, um die Vorgeschichte des Duos zu erfahren und einen Vorgeschmack auf das Ironiepotential Petra Delicados zu bekommen.
william zu »Alicia Giménez-Bartlett: Gefährliche Riten / Spanische Blumen« 27.06.2004
Nun ja, viel ist der Meinung von "bee" nicht hinzu zu fügen. Du erwahrtest eine spannende Achterbahn, und stellst fest du bist auf einem Kinderkarusell gelandet. Pech gehabt. Das nächste Buch probiere ich aber doch noch aus. (vielleicht fährt das Kinderkarusell etwas schneller)

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