Remember Mia von Alexandra Burt

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2015 unter dem Titel Remember Mia, deutsche Ausgabe erstmals 2016 bei dtv.

  • New York: Berkley, 2015 unter dem Titel Remember Mia. 384 Seiten.
  • München: dtv, 2016. Übersetzt von Susanne Goga-Klinkenberg. ISBN: 978-3423261012. 384 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: GoyaLiT, 2016. Gesprochen von Jana Schulz. ISBN: 3833735651. 384 CDs.

'Remember Mia' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Eine junge Mutter kämpft darum, ihr Gedächtnis wiederzuerlangen während die Welt sie für die Mörderin ihres Kindes hält.

Nach einem Autounfall erwacht Estelle Paradise im Krankenhaus und kann sich an nichts erinnern. Man hat sie in einer tiefen Schlucht aus dem Wrack ihres Wagens geborgen schwer verletzt. Doch nicht alle Verletzungen stammen von dem Unfall: Es hat auch jemand auf Estelle geschossen. Wer? Nur sehr langsam dringt die wichtigste Frage in ihr Bewusstsein: Wo ist Mia, ihre sieben Monate alte Tochter? Sie war nicht mit im Unfallwagen. In einem schmerzlichen Prozess kehrt Estelles Erinnerungsvermögen zurück: Mia war schon drei Tage vor dem Unfall aus ihrem Apartment in New York verschwunden. Und Estelle wird auf einmal vom Opfer zur Hauptverdächtigen.

Das meint Krimi-Couch.de: »Ermordete die Mutter ihre eigene Tochter?« 70°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Es ist der ultimative Horror für jede Mutter. Die eigene Tochter ist verschwunden. Estelle brachte die sieben Monate alte Mia in ihr Bettchen, verschloss die Wohnungstür und ging schlafen. Am nächsten Morgen ist alles wie immer bis Estelle feststellt, dass Mia verschwunden ist. Nicht nur das, es fehlen nahezu sämtliche Sachen, die ihrer Tochter gehören.

»Mrs. Paradise, Kinder verschwinden nicht einfach aus einer verschlossenen Wohnung. Sie verschwinden nicht spurlos. Wollen Sie behaupten, dass jemand durch Wände gehen und einen Schrank voller Babykleidung und ein Dutzend Säuglingsflaschen verschwinden lassen kann? Windelpackungen? Und das alles, während Sie geschlafen haben?«

Wenige Tage später. Estelle erwacht aus dem Koma. Schwer verletzt wurde sie aus ihrem Auto befreit, nachdem sie in eine Schlucht stürzte. Eine Schussverletzung stammt jedoch nicht von dem Unfall, der sich rund drei Autostunden von ihrer Wohnung entfernt zugetragen hat. Estelle leidet an Amnesie, kann die letzten Tage nicht erinnern. Mühsam ergibt sich ein Bild über die Zeit unmittelbar vor und nach Mias verschwinden. Aber nicht nur die Polizei stellt sich die Frage, welche Rolle die verzweifelte Mutter hierbei spielte? Um einer Anklage zu entgehen, willigt Estelle einer psychiatrischen Behandlung zu, die ihr die verlorene Erinnerung wiederbringen soll …

Ohnmacht, Wahnsinn, Obsessionen und »technische Fouls«.

In ihrem Debütroman greift Alexandra Burt ein Thema auf, das wohl nur wenige Menschen kalt lassen dürfte. Ein sieben Monate altes Mädchen verschwindet, die Mutter ist völlig verzweifelt, zumal nicht ausgeschlossen ist, dass sie selber mit dem Verschwinden ihrer Tochter zu tun hat. Was folgt sind Rückblicke, in der die Protagonistin und Ich-Erzählerin einen Einblick in ihr bisheriges Leben gibt. Schnell wird klar, dass Estelle keine »normale« Mutter war. Sie hatte es in ihrem Leben nicht einfach, musste Rückschläge hinnehmen. Andere Menschen meidet sie, hat wenig Selbstbewusstsein und so erscheint es wie das große Glück ihres Lebens, dass der aufstrebende Anwalt Jack Connor eines Tages ihr Herz erobert. Es folgen Hochzeit, Geburt der Tochter und nur wenig später erste Risse in der noch jungen Ehe. Mia schreit immerfort, hat seit der Geburt ständig Koliken. Während Estelle von Arzt zu Arzt rennt, glaubt Jack, dass seine Frau schlichtweg unfähig ist, sich ansprechend um das Kind zu kümmern. Es kommt zur Trennung.

Die Polizei verdächtigt derweil Estelle, denn ihr Verhalten unmittelbar nach Mias Verschwinden ist sonderbar. Sie informierte weder direkt ihren Mann noch die Polizei. Einzige Hoffnung bietet die psychiatrische Klinik von Creedmoor, wo der hoch angesehene Dr. Ari sich des Falles annimmt.

»Ich sehe Dr. Ari an. Auf diesen Moment haben wir beide gewartet. Er will das Rätsel lösen, das nicht einmal die New Yorker Polizei knacken konnte. Er ist eine Legende, weil er den Vergesslichen die Erinnerung wiedergibt, und hat einen Ruf zu verlieren. Und ich …wenn ich keine logische Erklärung finden kann, droht mir ein Leben im Gefängnis. Ich habe Glück – falls man in so einer Lage von Glück sprechen kann -, dass New York vor Jahren die Todesstrafe abgeschafft hat. Ich kann natürlich immer noch auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren, denn welche geistig gesunde Mutter bringt ihr kleines Kind um? Und selbst wenn ich sie nicht umgebracht habe: Welche geistig gesunde Frau weiß nicht, wo ihre Tochter ist? Egal wie, der Schwarze Peter liegt immer bei mir.«

Der Plot ist durchaus spannend, hat aber einige Schwächen. So wirkt Estelle meist überfordert und desorientiert. Sympathie beim Leser kommt da kaum auf, eher Mitleid  und große Überraschung darüber, dass sie zum Ende hin plötzlich recht selbstbewusst auftritt. Die Auswahl jener Personen, die neben Estelle für das Verschwinden Mias verantwortlich sein könnten, ist äußerst überschaubar. Gleichwohl bietet die Auflösung einige turbulente Kapriolen, in denen Obsession, Ohnmacht und Wahnsinn eng beieinander liegen. Teile des Plots funktionieren aber nur, da die Autorin sich einiger »technischer Fouls« bedient. So folgt beispielsweise im späteren Verlauf die ersehnte Erklärung, wie Mia aus der verschlossenen Wohnung verschwinden konnte. Doch hätte sich die Polizei die Wohnung gründlich angesehen …Überhaupt spielt die Polizei eine erstaunlich unbeteiligte Rolle und dies beim Verschwinden eines Kleinkindes. Ermittelt sie überhaupt?

Zudem besteht der größte Teil der Handlung verständlicherweise aus Rückblenden, die aber in dieser Ausführlichkeit nicht hätten sein müssen; Längen und Wiederholungen inklusive. Wer psychologische Spannungsromane mag, sollte nicht zuletzt angesichts der ungewöhnlichen Ausgangslage dennoch zugreifen.

Jörg Kijanski, September 2016

Ihre Meinung zu »Alexandra Burt: Remember Mia«

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Wencke zu »Alexandra Burt: Remember Mia« 26.06.2016
Die sieben Monate alte Mia verschwindet unter sehr mysteriösen Umständen aus ihrem Bettchen. Es gibt keine Einbruchspuren in der Wohnung, auch die Kleidung, Milchfläschchen und die Utensilien von Mia sind spurlos verschwunden. Mia ist kein einfacher Säugling. Sie weint und schreit sehr viel und bringt ihre Mutter damit an ihre nervliche Belastungsgrenze.

Mias Mutter kommt im Krankenhaus nach einem schweren Autounfall wieder zu sich. Sie kann sich an kaum etwas erinnern und kann auch sonst keinen klaren Gedanken fassen. Sehr schnell kommen die Gedanken zu ihrer verschwundenen Tochter. Die Amnesie nach dem Autounfall hält an und schnell wird Mias Mutter selbst zur Verdächtigen.

Dieser Thriller ist ein wirklicher Pageturner, das kann ich nur so bestätigen. Gleich schon zu Anfang geht es rasant los. Der Leser wird nach und nach mit interessanten Informationen versorgt, aber die Spannung bleibt bis zum Schluss.

Zunächst hatte ich gedacht, dass es sich um eine amerikanische Autorin handelt. Es hat mich dann aber auch gefreut, dass Alexandra Burt in Deutschland geboren ist und in den USA einen so tollen Thriller auf den Markt gebracht hat. Ich hoffe, dass wir noch mehr von ihr lesen dürfen.
Maren78 zu »Alexandra Burt: Remember Mia« 22.06.2016
"Remember Mia" konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Irgendwie hat es mich nicht ganz in seinen Bann gezogen. Es lässt sich zwar leicht und locker lesen, aber der gewisse Kick fehlte.
Nach einem Autounfall erwacht Estelle Paradise schwerverletzt im Krankenhaus. Sie kann sich an nichts mehr erinnern. Nur daran das sie eine 7 Monate alte Tochter Mia hat. Doch diese ist spurlos verschwunden und Estelle wird verdächtigt etwas damit zu tun zu haben.
Mehrere Personen sind Zeugen das Estelle mit ihrer kleinen Tochter oftmals überfordert war.
Immer mehr Puzzlesteinchen führt Estelle zusammen um ihre Unschuld zu beweisen. Doch was ist wirklich mit der kleinen Mia passiert?
An sich sind postnatale Depression sicherlich mal ein guter Ansatzpunkt für einen Thriller. Mir wurde in das in diesem Buch allerdings nicht so ganz gut rübergebracht.
Conny S. zu »Alexandra Burt: Remember Mia« 19.06.2016
Finde die Wahrheit

Alexandra Burt ist die Autorin des Thrillers „Remember Mia“, in dem es nicht nur um das Verschwinden eines kleinen Mädchens geht, sondern auch um die Psyche der Mutter sowie den Kontrollwahn des Vaters.

Estelle Paradise erwacht in einem Krankenhaus, nachdem sie einen schweren Autounfall hatte. Sie kann sich nicht erinnern, was passiert ist. Auch nicht, wieso sie eine Schussverletzung hat. Wollte jemand sie umbringen? Oder hat sie selbst versucht, sich zu töten? Und wo ist ihre sieben Monate alte Tochter Mia? War sie mit im Auto, als der Unfall geschah? Oder deuten die bruchstückhaft vor ihrem Auge auftauchenden Bilder darauf hin, dass Mia schon vor dem Unfall verschwunden ist? Allerdings leidet Estelle durch ein Trauma an Amnesie, sodass sie der Polizei keine große Hilfe bei der Aufklärung der Schussverletzung und auch nicht bei der Suche nach Mia ist.
Vielleicht kann Jack, Estelles Ehemann, ihr einige dieser Fragen beantworten. Er scheint jedoch nicht besonders darauf bedacht zu sein, seiner Frau zu helfen. Hat er womöglich etwas mit dem Verschwinden seiner Tochter zu tun? Oder mit dem Autounfall? Warum sonst sollte er wollen, dass Estelle sich selbst in eine psychiatrische Klinik einweist? Auch in ihrem bisherigen gemeinsamen Leben schien er besser zu wissen, was gut für die kleine Familie ist. Oder war dies nur ein Versuch, die Wahnvorstellungen seiner Frau zu ignorieren? Hat er sich deshalb auch in seine Arbeit als Anwalt gestürzt und war kaum zu Hause?

Fragen über Fragen, die sich beim Lesen des Thrillers stellen. Die Spannung wird dadurch immer weiter aufgebaut und man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Als Leser fragt man sich ständig, wie tickt Estelle wirklich? Bildet sie sich manche Dinge nur ein, oder sind diese wirklich so passiert? Leidet sie womöglich unter Wochenbett-Depressionen? Oder könnte es wirklich sein, dass Mia - ohne irgendwelche Spuren - aus dem verschlossenen Haus entführt wurde? Oder noch schlimmer, hat Estelle ihr womöglich selbst etwas angetan?
Ich schwanke zwischen Sympathie und Antipathie für Estelle. Sie wirkt manchmal wirklich etwas verrückt. Den Charakter von Jack mochte ich von Anfang an nicht.
Kasin zu »Alexandra Burt: Remember Mia« 06.06.2016
Estelle - was hast du nur getan? Diese Frage hat sich mir die ganze Zeit aufgedrängt. Was ist mit der kleinen Mia geschehen und welche Rolle außer die einer Mutter hat Estelle gespielt?
"Remember Mia", das Debüt der Autorin Alexandra Burt, erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft umfasst 384 Seiten und ist in der Kategorie des Thrillers angesiedelt.

Für mich war es allerdings eher eine Art der Unterhaltungslektüre. Natürlich kam Spannung auf, schon meine erste Frage spiegelt das wider, doch über viele Kapitel zog sich die Geschichte endlos in Estelles Erinnerungen dahin.

Aber erst einmal kurz zur Story :
Estelle erwacht im Krankenhaus. Ein schwerer Autounfall hat sie fast das Leben gekostet. Doch da ist noch mehr - eine Schusswunde und Estelles Erkenntnis das irgendwo da draußen ihre kleine Tochter Mia ist, die bereits vor dem Unfall verschwunden war.
Für die Polizei, die Medien, ihrem persönlichem Umfeld ist schnell ein Urteil gesprochen, Estelle hat Mia etwas angetan!
Aber stimmt das auch? Kann eine Mutter ihrem geliebten Kind Schaden zufügen? Estelle setzt alles daran ihre Erinnerungen wieder zu bekommen. Ein Aufenthalt in einer Klinik soll ihr endlich Gewissheit verschaffen und sie zurück führen zu dem Tag an dem Mia verschwand und das Wie und Warum zu Tage fördern.

Estelle, die Mutter; Jack, der Vater; Mia, das Kind - eine Familie die gar keine mehr ist. Hat der Vater etwas mit Mias Verschwinden zu tun?
Er kommt im Buch schlecht weg, ein Unsympath, Egoist und alles andere als guter Ehemann.
Auch Estelle wirkte oft negativ. Eine Mutter die an Rande ihrer Grenzen steht, körperlich wie auch seelisch. Mia macht ihr schwer zu schaffen, ein Schrei-Kind das alle Aufmerksamkeit fordert.

Doch auch ihr Umfeld bekommt zur genüge ihr Fett weg.
Die ermittelnden Polizisten sind ja fast schon klischeehaft dargestellt in ihren unfähigen und abstrusen Ermittlungen zum Verschwinden Mias.
Estelles fast schon einziger Vertrauter in der Klinik und ein Gehilfe auf dem Weg zur Erinnerung, der Psychologe, kam mir als einziger im positiven Sinne rüber.

Viele Teile des Buches sind einzig den Erinnerungen Estelles gewidmet. Das hat mich stellenweise sehr gestört, da darüber immer mehr der Spannung verloren ging. Hätte ich nicht um diese Schusswunde gewusst und damit dass irgendetwas ganz gewaltig aus dem Runder lief, dann wäre ich bestimmt üner so manche Seiten hinweg geflogen um nur den oder diesen Abschnitt beenden zu können.

Während der ganzen Zeit konnte ich mir keinen Reim machen wer gut oder böse ist. Wer will Estelle wirklich helfen und wer eben nicht?
Diese Szenerien um die Problematik mit ihrem Kind, den ständigen Gewissensbissen der Kleinen nicht gerecht zu werden.
Ihre Sorgen und Nöte, ihr Gefühl von Versagen und Einsamkeit war sehr gut geschildert.
Aus psychologischer Sicht wirklich klasse gemacht, tiefgründig genug und mit sehr schön ausgearbeiteten Sätzen und Abschnitten.
Das hat mich mehr als einmal sehr berührt.
Und doch war es mir einfach zu viel davon, diese Wiederholungen störten mich ungemein und so hat der Reiz der Geschichte sich mehr oder eher weniger in Wohlgefallen aufgelöst.

Der Prolog war ein Pageturner, der Rest eher angenehmer Zeitvertreib. In den letzten Kapiteln hin wurde es dann (viel zu spät) spannend und brachte einige Dinge zum Vorschein die ich so nie erwartet hätte.

Der Schluss selbst hat mit Sicherheit eine wichtige Bedeutung für die Autorin, mir hat er sich nicht erschlossen und so blieb ich ratlos zurück.

Letztendlich hat es mich dann doch gefesselt, denn ich musste es unbedingt wissen - Estelle, was hast du getan?
c)K.B. 06/2016
Conny S. zu »Alexandra Burt: Remember Mia« 05.06.2016
Finde die Wahrheit

Alexandra Burt ist die Autorin des Thrillers „Remember Mia“, in dem es nicht nur um das Verschwinden eines kleinen Mädchens geht, sondern auch um die Psyche der Mutter sowie den Kontrollwahn des Vaters.

Estelle Paradise erwacht in einem Krankenhaus, nachdem sie einen schweren Autounfall hatte. Sie kann sich nicht erinnern, was passiert ist. Auch nicht, wieso sie eine Schussverletzung hat. Wollte jemand sie umbringen? Oder hat sie selbst versucht, sich zu töten? Und wo ist ihre sieben Monate alte Tochter Mia? War sie mit im Auto, als der Unfall geschah? Oder deuten die bruchstückhaft vor ihrem Auge auftauchenden Bilder darauf hin, dass Mia schon vor dem Unfall verschwunden ist? Allerdings leidet Estelle durch ein Trauma an Amnesie, sodass sie der Polizei keine große Hilfe bei der Aufklärung der Schussverletzung und auch nicht bei der Suche nach Mia ist.
Vielleicht kann Jack, Estelles Ehemann, ihr einige dieser Fragen beantworten. Er scheint jedoch nicht besonders darauf bedacht zu sein, seiner Frau zu helfen. Hat er womöglich etwas mit dem Verschwinden seiner Tochter zu tun? Oder mit dem Autounfall? Warum sonst sollte er wollen, dass Estelle sich selbst in eine psychiatrische Klinik einweist? Auch in ihrem bisherigen gemeinsamen Leben schien er besser zu wissen, was gut für die kleine Familie ist. Oder war dies nur ein Versuch, die Wahnvorstellungen seiner Frau zu ignorieren? Hat er sich deshalb auch in seine Arbeit als Anwalt gestürzt und war kaum zu Hause?

Fragen über Fragen, die sich beim Lesen des Thrillers stellen. Die Spannung wird dadurch immer weiter aufgebaut und man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Als Leser fragt man sich ständig, wie tickt Estelle wirklich? Bildet sie sich manche Dinge nur ein, oder sind diese wirklich so passiert? Leidet sie womöglich unter Wochenbett-Depressionen? Oder könnte es wirklich sein, dass Mia - ohne irgendwelche Spuren - aus dem verschlossenen Haus entführt wurde? Oder noch schlimmer, hat Estelle ihr womöglich selbst etwas angetan?
Ich schwanke zwischen Sympathie und Antipathie für Estelle. Sie wirkt manchmal wirklich etwas verrückt. Den Charakter von Jack mochte ich von Anfang an nicht.
Littletortoise zu »Alexandra Burt: Remember Mia« 01.06.2016
Estelle wird schwer verletzt gefunden und verdächtigt, ihrem Baby etwas angetan zu haben. Doch sie kann sich nicht erinnernIn einer Klinik soll man ihr helfen, ihr Gedächtnis wiederzuerlangen. Und nach und nach kommt die Wahrheit ans Licht.Meine Meine Meinung:
Durchaus spannend geschrieben, zumindest bis zur Auflösung war ich sehr an das Buch gefesselt.Doch dann die bösen Charaktere: die Dialoge wirkten irgendwie etwas flach und nahmen dem Buch etwas an Fahrt.Bis zur Auflösung zweifelt man immer wieder an Estelles Unschuld, überlegt, was passiert sein könnte und ob ihre Erinnerungen der Wahrheit entsprechen oder eine Verdrängung dieser sind.Doch nach der Auflösung plätschert alles noch dahin, der Höhepunkt wurde erreicht und dann nicht weiter ausgeschöpft. Da schlummerte noch nichtgenutztes PotentialDas Buch ist durchaus lesenswert, es fehlt aber noch ein Fünkchen, um mich vollends vom Hocker zu reißen. Daher von mir nur 4 Sterne
anyways zu »Alexandra Burt: Remember Mia« 01.06.2016
Kein wütendes Gebrüll. Keine nass geweinten kleinen Babywangen. Ruhe! Doch dann …Mia ist verschwunden! Ganz langsam sickert diese schreckliche Erkenntnis ins Gedächtnis von Estelle. Doch warum und wohin verschwand ihre kleine sieben Monate alte Tochter mitsamt ihrer Kleidung, den Pflegeutensilien und ihren Milchflaschen? Diese Fragen kann sich Estelle nicht beantworten, denn sie leidet an einer retrograden Amnesie, die sie in Folge eines Autounfalls mit Schussverletzung, erlitt. Bewusst wird ihr nur, dass Mia schon lange vor dem Autounfall verschwunden war. Warum ist sie nicht zur Polizei gegangen? Ihr Mann Jack kann (oder will)ihr auch nicht helfen, er besucht sie nur einmal im Krankenhaus und macht ihr Vorwürfe. Erschwerend kommt hinzu, dass sogar die Polizei davon ausgeht, dass sie ihrer eigenen kleinen Tochter etwas angetan hat. Auf der Suche nach ihren verschütt gegangenen Erinnerungen, tauchen vor ihrem geistigen Auge, immer wieder Bilder von kleinen blutigen Händchen und Füßchen auf. Estelle ist schier am Verzweifeln und ertrinkt in Selbstvorwürfen. In dieser Situation, und um sein eigenes Ansehen als Anwalt nicht zu gefährden, lässt Jack sie in Creedmoor, einer psychiatrischen Anstalt unterbringen. Hier beginnt sie mit dem renommierten Psychiater Dr. Aris eine mehrmonatige Therapie. Doch kann er ihr helfen Mia zu finden?

Remember Mia, als Thriller ausgepriesen mit einem sehr gut gelungenen Cover, das mich als Thriller Fan gleich angesprochen hat. Doch dieses Buch ist für meine Begriffe kein Thriller, eher eine intensive Auseinandersetzung mit einer vorübergehenden psychischen Störung, gewürzt mit Krimi Elementen. Die Schilderungen einer jungen Mutter, die sich , ohne dass sie oder ihre Umwelt etwas davon ahnt oder mitbekommen will, in einer tiefen postnatalen (im Buch als postpartal bezeichnet, mir ist der andere Begriff nur geläufiger) Depression steckt. Alexandra Burt hat ihren Roman in unterteilt in vier Abschnitte, wobei der erste und letzte durchaus über Strecken spannend und fesselnd geschrieben ist. Die Beiden mittleren Teile behandeln in langen Abschnitten die psychologische Aufarbeitung des Unfalltraumas und der Erinnerungslücken. Das ist über weite Strecken zwar nicht uninteressant aber doch recht langatmig. Da diesen auch gänzlich die Spannungsbögen fehlen, würde ich das Buch insgesamt eher als Roman bezeichnen.
Sehr gut gefallen hat mir die Darstellung der jungen verzweifelten Mutter, ihre Fokussierung auf das Kind und Muttersein. Der Perfektionismus auf der einen Seite und die Hormonumstellung auf der anderen Seite können durchaus zu einem psychischen Ungleichgewicht führen. Diesen Aspekt und die daraus resultierenden, von Außenstehenden nicht immer nachvollziehbaren Handlungen der Betroffenen, sind sehr gut herausgearbeitet. Weniger gut gefallen hat mir die Figur des Ehemanns und der Polizisten. Hier spielt die Autorin mit zu vielen Stereotypen. Der Ehemann ist wirklich das viel beschworene Abbild eines arroganten, karrieresüchtigen und beziehungsblinden Egoisten und die Polizei als solche mit komplett unfähigen Protagonisten bestückt. Für die Handlung war beides zwar sehr zuträglich, aber auch irgendwie langweilig und einfallslos.

Fazit: Ein spannender Roman und eine Hommage an alle Mütter die das Abenteuer Familie konsequent durchstehen.
subechto zu »Alexandra Burt: Remember Mia« 19.05.2016
Wo ist Mia

»Was habe ich getan? Ich muss mich erinnern, um sie zu finden.«

Estelle erwacht in einem New Yorker Krankenhaus und kann sich an nichts erinnern. Sie hatte einen schweren Autounfall. Zudem hat sie eine Schusswunde. Wollte sie Selbstmord begehen oder wurde sie angeschossen?

Bald ist klar, dass Estelle unter einer dissoziativen Amnesie leidet. Retrograd, vermutlich posttraumatisch. Vielleicht sogar Trauma bezogen. Der Grund könnte ihre kürzlich verschwundene Tochter sein. Mia war sieben Monate alt, als sie angeblich aus ihrem Bettchen entführt wurde.

Wo liegt das Motiv? Estelles Ehemann Jack und Vater der kleinen Mia hat ein Alibi. Und so wird Estelle schnell selbst zur Hauptverdächtigen.

„Remember Mia“ ist das Psychogramm einer Frau zwischen Wahn und Wirklichkeit. Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Sicht von Estelle. Ungefiltert wie gleichermaßen chaotisch und bruchstückhaft. Was ist wahr und was ist nur das Ergebnis unserer Fantasie? Estelles Gedanken sind sprunghaft, teilweise verworren. Warum verschweigt sie gegenüber der Polizei wichtige Details? Jedenfalls drehen sich die Ermittlungen im Kreis…

Im Grunde geht es in diesem Buch ums Muttersein. Estelle hat offenbar eine Postpartale Depression. Außerdem ist Mia ein Schreikind, was Estelle total überfordert. Einerseits ist sie sehr in Sorge um ihr Baby und sucht permanent Bestätigung von Ärzten und anderen Experten, dass Ihr Kind gesund ist, andererseits kümmert sie sich nicht um Mia und lässt sie einfach weinen.

Die Geschichte fand ich leidlich spannend und vorhersehbar. Auch der Erzählstil von Alexandra Burt vermochte mich nicht zu fesseln. Estelle kommt megaunsympathisch rüber. Das hat mich zunehmend genervt. Also habe ich nach 120 Seiten aufgegeben und das Buch abgebrochen.

Fazit: Definitiv kein Thriller, bestenfalls ein Spannungsroman. Schade...
leseratte1310 zu »Alexandra Burt: Remember Mia« 19.05.2016
Estelle Paradise erwacht schwer verletzt im Krankenhaus und kann sich nicht erinnern. Aber sie will wissen, wo ihre Tochter Mia ist. Man hat Estelle weit von zu Hause mit ihrem Wagen in einer Schlucht gefunden. Außerdem hat sie Schussverletzungen. Doch Mia war nicht im Wagen. Schon bald wird Estelle verdächtigt, dass sie selbst ihre kleine Tochter beseitigt hat.
Ich kann die Gefühle von Estelle ein Stück weit nachvollziehen, aber sie wirkt auf mich überspannt und hysterisch. Schon während der Schwangerschaft will sie jede Menge unnötiger Untersuchungen, welche die Ärzte ablehnen, da es dem Kind gut geht. Dann ist Mia da und Estelle gerät wohl ein wenig in Wochenbettdepressionen, die sich aber nicht bessern, da das Kind ständig schreit – allerdings nur bei Estelle. Sie fühlt sich überfordert. Ihr Mann Jack ist ihr auch keine Unterstützung, für ihn läuft alles normal, aber er ist auch kaum zu Hause. Seine Spekulationen sind nicht aufgegangen, er nimmt einen neuen Job an und lebt dann am Ort seines Jobs.
Als Estelle im Krankenhaus aufwacht, ist ihr Jack auch keine Hilfe. Er macht ihr Vorwürfe, weil sie ihm nicht Bescheid gab, dass Mia verschwunden ist. Es ist natürlich merkwürdig, wie Estelle sich verhalten hat, aber in der Situation benötigt sie Unterstützung und keine Vorwürfe.
Natürlich hat die Polizei sehr bald Estelle im Verdacht, aber die ist felsenfest davon überzeugt, dass man ihr Baby entführt hat. Doch sie gibt nicht auf und kämpft wie eine Löwin um ihr Kind und damit wurde ihr Verhalten verständlicher.
Durch Estelles Erinnerungsfetzen ergibt sich ein Bild, da für mich ziemlich widersprüchlich ist. Was ist Estelles Fantasie zuzuschreiben und was ist Realität?
Das Buch liest sich gut und flüssig, aber mir fehlt der Thrill bei dieser Geschichte. Auch das Ende hat mich nicht vollkommen überzeugt.
Das Buch hat mich nicht gepackt.
Ihr Kommentar zu Remember Mia

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