Ein Krokodil für Mma Ramotswe von Alexander McCall Smith

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1998 unter dem Titel The No. 1 Ladies’ Detective Agency, deutsche Ausgabe erstmals 2001 bei Nymphenburger.
Ort & Zeit der Handlung: Botswana, 1990 - 2009.
Folge 1 der Mma-Ramotswe-Serie.

  • Edinburgh: Polygon, 1998 unter dem Titel The No. 1 Ladies’ Detective Agency. ISBN: 0748662529. 226 Seiten.
  • München: Nymphenburger, 2001. Übersetzt von Gerda Bean. ISBN: 3-485-00870-2. 236 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2003 Dunkler Zauber. Übersetzt von Gerda Bean. ISBN: 3-404-14918-1. 268 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2007. Übersetzt von Gerda Bean. ISBN: 978-3-404-15737-2. 268 Seiten.

'Ein Krokodil für Mma Ramotswe' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Precious Mma Ramotswe, intelligent, pfiffig, und mit einem Hang zu philosophischen Betrachtungen, hat nach dem Tod ihres sehr geliebten Vaters genug Geld, um eine Detektivagentur aufzumachen. Dort sitzt sie oft mit ihrer Sekretärin, trinkt heißen Tee und wartet stundenlang auf Kunden. Und sie kommen tatsächlich: Eine erfolgreiche Bankangestellte, bei der sich ein Mann als ihr lang verschollener Daddy ausgibt und es sich bei ihr gemütlich machen will …der aber nicht mit Mma Ramotswes Spürsinn gerechnet hat; eine Ehefrau, die Beweise für die Untreue ihres Ehemannes sucht, aber nicht begeistert ist, als Mma Ramotswe sich selbst zur Verfügung stellt, um den untreuen Ehemann zu überführen …Mma Ramotswe ist den sonderbarsten Menschen und den unwahrscheinlichsten Fällen gewachsen – gefährlich wird es jedoch auch für sie, als sie von einem verzweifelten Vater mit der Suche nach seinem verschwundenen Sohn beauftragt wird – und Zauberunwesen auf die Spur kommt …

Das meint Krimi-Couch.de: »Mma verzaubert den, der verzaubert werden will« 80°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Botswana – auch da gibt es Probleme, wie überall sonst auf der Welt auch. Und das macht sich Precious Ramotswe zunutze. Ihre Mutter starb, als sie klein war, und die Cousine ihres Vaters half im Haushalt und erzog sie zu einer Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht. Nun ist ihr Vater gestorben und hat ihr seine Rinderherde hinterlassen: Sie solle sich mit dem Erlös aus dem Verkauf ein Geschäft kaufen, meinte er noch kurz vor seinem Tod. Er hat sich zwar nicht vorgestellt, dass sie eine Detektivagentur eröffnet, aber sicher wäre er stolz auf seine patente Tochter gewesen. Sie nennt die Agentur die »No. 1 Ladies Detective Agency« und stellt auch gleich eine Sekretärin ein. Der erste Fall lässt nur kurz auf sich warten und ist auch mit dem gesunden Menschenverstand von Mma Ramotswe schnell gelöst. Bei einer Frau aus dem Dorf hat sich ein Mann einquartiert, der sich als ihr lange verschollener Vater ausgibt und sich von ihr von hinten bis vorne bedienen lässt, aber sie zweifelt an dieser Aussage. Nur, in Botswana kann man nicht einfach jemanden wegschicken, der verwandt mit einem ist und so muss eben Mma ans Werk. Wie ihr die Lösung dieses Falls gelingt, das ist nachzulesen in »Dunkler Zauber«.

Kurz gesagt: Der Untertitel taugt nichts, Mma Ramotswes erster Fall ist eine Aneinanderreihung von vielen kleinen Fällen. Nun, es ist keine Sammlung von Kurzgeschichten, sondern einfach ein Ausschnitt aus dem Leben der Protagonistin. Spektakulär sind ihre Aufgaben nicht, aber wie sie diese löst, das ist wunderbar. Da wird zum Beispiel ein Mann vermisst, ist er vielleicht mit einer anderen Frau davongelaufen? Hat die Tochter des reichen Mannes einen Freund? Eine Frau vermutet, dass das neue Auto ihres Mannes ein gestohlenes Auto ist, wie kann man es am besten zurückbringen? Der Arzt im Krankenhaus ist mal gut und mal schlecht, nimmt er Drogen?

Keine wilden Verfolgungsjagden, keine langwierigen Untersuchungen nach einem Mordfall, kein Whodunit, keine nervenzerreißende Spannung. Alexander McCall Smith zeigt uns ein Afrika mit ganz viel Atmosphäre, mit vielen liebevollen Details, einer einfachen Sprache. Mma Ramotswe verzaubert uns mit ihrer direkten Art und ihrer Unkompliziertheit. Sie hat auf jeden Fall noch nie etwas von einer Diät gehört. Sie ist stolz darauf, dass sie richtige Rundungen hat:

»Sie haben sicher nicht meine Größe«, sagte Mma Ramotswe. »Ich brauche eine sehr weite Bluse.« Die Händlerin ging die Kleiderstange durch und sah Mma Ramotswe wieder an. »Sie haben Recht«, sagte sie. »Sie sind zu dick für diese Blusen. Viel zu dick.« Mma Ramotswe lächelte. »Aber es sind hübsche Blusen, Mma, und ich hoffe, dass Sie sie an eine nette zierliche Person verkaufen.« (S. 130)

»Dunkler Zauber« verzaubert zumindest den Leser, der verzaubert werden will. Die Fälle von Mma sind einfach und man vergisst sie vielleicht sogar schnell, aber die liebenswerte Detektivin prägt sich ein.

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Rainer zu »Alexander McCall Smith: Ein Krokodil für Mma Ramotswe« 04.12.2009
Beim Lesen der ersten beiden Bände (auf Englisch) habe ich voller innerer Anspannung auf den schrecklichen "twist" gewartet, den die Handlung bestimmt noch nehmen würde.
Als der im zweiten Buch immer noch nicht kam, fiel mir auf, wie "action"-gedrillt man Krimis heute liest.
Die Ramotswe-Romane sind fast zu schön um wahr zu sein.
Etliche Male aber habe ich mich dabei ertappt, auch mal wieder einen ruhigeren und positiveren Blick auf die Menschen im Buch und um mich herum werfen zu können.
Das war außerordentlich wohltuend.
Ich kann die Bücher nur sehr empfehlen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Bibliophagos zu »Alexander McCall Smith: Ein Krokodil für Mma Ramotswe« 30.09.2009
Endlich mal ein schoener Krimi, der nicht so bluttriefend daherkommt, so wie es viele andere Bücher aus dem angelsächsischen Raum sind. Liebevoll führt Mma Ramotswe die LeserInnen an der Hand fuehrend durch Afrika wie einst Agatha Christie ihre Liebhaber durch die Welt.
Ein klasse Debuet, weiter so!
Wertung 95 Grad
Mia H. zu »Alexander McCall Smith: Ein Krokodil für Mma Ramotswe« 26.03.2008
Ich habe das buch ja auf englisch gelesen und muss sagen, dass es mir zimlich leicht gefallen ist. Das buch hat mir gefallen, es ist schön so zwischendurch zu lesen. Ich finde es außerdem humorfoll. Ein sehr unterhaltendes Buch. Wer "detective" geschichten mag sollte es unbedingt lesn.
Schnubsel zu »Alexander McCall Smith: Ein Krokodil für Mma Ramotswe« 20.08.2007
Ein absolut netter Krimi, nicht blutig, nicht gruselig, einfach schön zum lesen. Ich hatte das Buch an einem Tag durch. Es wird viel über die botswanischen Alltagsaktivitäten und ein kleines bißchen über afrikanische Geschichte gelesen.
Für Leute geeignet, die nicht in jedem Satz über Mord und Totschlag, Vergewaltigung etc. stolpern möchten, sondern die Fehler der Menschen und Machenschaften des Alltages mögen.

Ich freu mich schon auf den nächsten Band
Karin FL zu »Alexander McCall Smith: Ein Krokodil für Mma Ramotswe« 04.08.2006
Auch wenn ich nie in Afrika war (mal abgesehen vom Schnuppern in Tunesien) ist mir auch, als würde ich die rote Erde riechen können und ich kann mich in das Leben von Mma Ramotswe hinein versetzen. Kein Mord ist passiert, schon gar kein Serienmörder hält in Atem, man hat keine Angst um die Protagonistin, es wird also keine herkömmliche Spannung aufgebaut, und doch habe ich nicht aufhören können zu lesen
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Michael Busch zu »Alexander McCall Smith: Ein Krokodil für Mma Ramotswe« 16.06.2006
Es macht Spaß den Abend mit Mma Ramotswe zu verbringen - Ihre Erlebnisse sind frisch, lustig aber auch zum nachdenken anregend.
Erfrischend ist der Stil in dem das Buch (und auch alle anderen dieser Serie) geschrieben ist - einfach und verständlich - das tut nach vielen Krimis mit Fachchinesisch wieder richtig gut - man liest und versteht auf anhieb.
Schmunzeln ist einfach angesagt bei Mma Ramotswe, ich hoffe wir werden noch viel von Ihr und Botswana erfahren.
Katrin Bußmann zu »Alexander McCall Smith: Ein Krokodil für Mma Ramotswe« 18.04.2005
Als eingefleischter Afrika- und Krimi- Fan kann ich nur sagen, dass die Mischung sehr gelungen ist. Sprache und Tempo des Buches geben das Botswana, das ich kennen gelernt habe sehr genau wieder. Ich kann es fast riechen und hören. Die kleinen Geschichten, die erzählt werden sind zugleich spannend und amüsant. Ich freue sehr mich auf jeden neuen Band als kleine Urlaubsreise in ein wunderbares Land.
Barbara zu »Alexander McCall Smith: Ein Krokodil für Mma Ramotswe« 03.11.2004
Durch Zufall bin ich im Urlaub in Kroatien im Hotelkiosk auf die ersten beiden Bände um Mma Ramotswe gestoßen und habe beide mit viel Vergnügen gelesen. Ja, es ist eine etwas einfach geschriebene, leichte Urlaubslektüre - aber trotzdem kann man zwischen den Zeilen doch auch so einiges über die Kultur, Land und Leute in Botswana oder allgemeiner in Schwarzafrika erfahren - auch durch den "roten Faden" - ihre Beziehung zu dem Automechaniker - läßt sich viel über typische und nicht ganz so typische Verhaltensmuster bei Männern und Frauen - und hier würde ich sagen: weltweit - erfahren. Noch fehlt mir der dritte Band aus dieser Serie, den ich mir sicherlich noch zulegen werde. Ich empfehle diese Bücher vor allen Dingen denjenigen, die weniger an bluttriefenden Krimis oder vielen Leichen interessiert sind, sondern eher daran interessiert sind, mehr zu erfahren über afrikanische Lebensart und Lebensfreude sowie die kleinen Unwägbarkeiten des Lebens, wie sie hier von den beiden Detektivinnen untersucht und gelöst werden. 80 - 90 °C
whitemouse/ manu zu »Alexander McCall Smith: Ein Krokodil für Mma Ramotswe« 02.03.2004
ich finde dieses buch eigentlich sehr gelungen. sicher, an einen krimi hat man/ frau etwas andere erwartungen, trotzdem
haben die geschichten um die charmante mma. ramotswe, einen besonderen reiz.
es handelt sich auch um eine stimmige erzählung mit einer athmosphärisch dichten schilderung des (frauen)-alltags in botswana und um wunderschöne landschaftsbeschreibungen. es geht weniger um die aufklärung der "Fälle". die biographie der protagonistin steht stellvertretend für viele frauenbiographien in afrika.
reines lesevergnügen
kue zu »Alexander McCall Smith: Ein Krokodil für Mma Ramotswe« 28.01.2004
Ein nettes kleines Büchlein mit einer liebenswerten Mma und recht humorig anmutenden Fällen und Anekdoten, aber auch nachdenklich stimmenden Tönen... mehr jedoch auch nicht.

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