Schattenturm von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2005
unter dem Titel Darkhouse,
deutsche Ausgabe erstmals 2006
bei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: Irland, 1990 - 2009.
Folge 1 der Joe-Lucchesi-Serie.
- London: HarperCollins, 2005 unter dem Titel Darkhouse. 381 Seiten.
- New York: Delacorte Press, 2007. 381 Seiten.
-
Bergisch Gladbach: Lübbe, 2006.
Übersetzt von Karin Meddekis.
ISBN:
978-3-7857-2239-8. 381 Seiten. -
Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2007.
Übersetzt von Karin Meddekis.
ISBN:
978-3-404-15692-4. 381 Seiten.
-
[Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2006.
Gesprochen von Sascha Rotermund.
ISBN:
3-7857-3074-8. 5 CDs.
'Schattenturm' ist erschienen als
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In Kürze:
Eine Kindesentführung in New York entwickelt sich zur Katastrophe, und Joe Lucchesi, der ermittelnde Beamte, zieht sich mit seiner Frau und seinem Sohn in einen Ort an der irischen Küste zurück, um die schrecklichen Ereignisse zu vergessen. Joes Sohn Shaun fühlt sich nach anfänglichen Schwierigkeiten in der kleinen Gemeinde sehr wohl, was vor allem auf seine Freundschaft zu einem jungen Mädchen, Katie Lawson, zurückzuführen ist. Als Katie eines Tages spurlos verschwindet, verwandelt sich die friedliche Gemeinde in einen Ort des Schreckens. Joes Ermittlerinstinkte werden geweckt, zumal sein Sohn durch die Beziehung zum Opfer in den Kreis der Verdächtigen gerät und seinen Eltern manches verheimlicht. Doch auch Joes Frau hat ein Geheimnis, das sie mit allen Mitteln vor ihrem Mann zu verbergen sucht. Und Joe muss schließlich erkennen, dass er die albtraumhaften Ereignisse in New York nicht hinter sich gelassen hat ...
Das meint Krimi-Couch.de: »Ein beachtliches Debüt«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
Obwohl die Irin Alex Barcley mittlerweile (2007: Blutbeichte) bereits einen Nachfolgeband für ihren Protagonisten, den New Yorker Ermittler Joe Lucchesi, auf den Buchmarkt geworfen hat, lohnt es sich doch, rückwirkend einen Blick auf den Erstling der Autorin zu werfen, der uns mit Schattenturm zu den Anfängen führt, die für die Fortsetzung zwar nicht unbedingt notwendig ist, aber für das Verstehen um die persönlichen Verhältnisse Lucchesis nicht unerheblich ist.
Lucchesi hat bei seinem letzen Fall, einer Kindesentführung, die in einem Massaker endete, nicht gerade die beste Figur gemacht. Da seine Frau irischer Abstammung ist, beschließt er eine Auszeit von seinem Polizeiberuf zu nehmen und mit Kind und Kegel in ein kleines Dorf in Irland zu ziehen. Mountcannon ist wirklich ein Nest, aber seine Frau beweist künstlerisches Talent als Innenarchitektin und beginnt einen Leuchtturm als Galerie umzuwandeln und auch Sohn Shaun hat nach anfänglichen Kontaktproblemen endlich Zugang zu den örtlichen Jugendlichen gefunden und sich eine Freundin angelacht.
Was Joe Lucchesi in der Zwischenzeit so treibt, damit ihm nicht langweilig wird, verrät uns die Autorin nicht, aber er kommt, schneller als ihm lieb ist, wieder mit dem Verbrechen in Berührung. Denn Shauns Freundin verschwindet spurlos und nach 130 Seiten wird bei den Klippen die Leiche einer jungen Frau gefunden …
Darkhouse, das Karin Meddekis für die Verlagsgruppe Lübbe auf 380 Seiten in den Schattenturm übersetzt hat, zeigt in großen und dramatischen Zeitsprüngen vor allem die durch eine schlimme Kindheit geprägte Entwicklung des späteren Täters, der in Texas aufgewachsen ist und in New York schon ein Mal mit Joe Lucchesi unliebsame Bekanntschaft geschlossen hat. Ein wenig an den Haaren herbei gezogen ist die ganze Geschichte schon, wenn ein Psychopath über den großen Teich kommt und seinem New Yorker Erzfeind das Leben zur Hölle machen will, aber die Autorin hat es doch geschafft, die ganze Story reichlich plausibel zu konstruieren und vor dem Leser auszubreiten.
Die Rückblenden auf das, was zur Ursache der irischen Verstrickungen führt, sind packend, aber zeitlich nicht immer ganz zusammenhängend geschildert, können aber in ihrer Lebendigkeit permanent Spannung erzeugen, auch wenn man manchmal den Eindruck hat, als versuche die Autorin Sympathien für den späteren Täter zu erzeugen.
Joe Lucchesi wirkt als verzweifelter Loser, der eigentlich nichts zu tun hat, außer für seine Familie da zu sein und in dem Moment, wo er endlich eine Aufgabe sieht, weil die Freundin seines Sohnes verschwunden ist, wird er von den örtlichen Behörden nicht für voll genommen, ja sogar ernsthaft aufgefordert, sich nicht in Ermittlungen einzumischen, die ihn als Zugereistem überhaupt nichts angehen. Sogar Behinderung der Behörden wird ihm unterstellt und zwar so massiv, dass er über kurz oder lang sogar zum Verdächtigen wird.
Da hat Mrs. Barclay ordentlich aus dem Vollen geschöpft und absolut stimmige Figuren geschaffen, egal ob es sich hier um den Ermittler oder den Täter handelt. Lediglich Randfiguren werden nur leicht skizziert, obwohl sie sich mehr Zeichnung verdient hätten und auch die örtlichen Gegebenheiten ließen mehr stimmungsvolles Ambiente zu, vor allem wenn es um Wiesen, Wald, Dörfer, Menschen und Leuchttürme geht, eben irisches Szenario, wie es der Leser sich gemeinhin vorstellt. Dort wo die Autorin Bilder malen sollte, wirkt alles zu kurz angepackt, aber dort, wo sie in der Handlung schwelgen kann, verbreitet sie Spannung pur.
Die Handlung an und für sich ist streckenweise konfus und durch die Zeitsprünge verwirrend komplex, löst sich aber im Verlauf durchaus logisch auf und wird auch im Endeffekt tadellos zu Ende gebracht, wobei es nicht ausbleibt, dass der eine oder andere Faden offen bleibt, der dann natürlich schon für die Blutbeichte als Anknüpfungspunkt dienen könnte.
Alles in allem ein sehr beachtliches Debüt, das amerikanisches Krimitempo mit irischem Flair verknüpft und jederzeit eine Krimi-Couch-Empfehlung wert ist.
Wolfgang Weninger, April 2008
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| Stefan83 zu »Alex Barclay: Schattenturm« | 03.08.2008 |
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| tini167 zu »Alex Barclay: Schattenturm« | 17.07.2008 |
| Tanja3582 zu »Alex Barclay: Schattenturm« | 03.07.2008 |
| Henriette zu »Alex Barclay: Schattenturm« | 25.02.2008 |


