Die Rache des Chamäleons von Ake Edwardson

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 unter dem Titel Möt mig i Estepona, deutsche Ausgabe erstmals 2013 bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: Spanien, 2010 - heute.

  • Stockholm: Leopard, 2011 unter dem Titel Möt mig i Estepona. 277 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2013. Übersetzt von Angelika Kutsch. ISBN: 978-3-550-08022-7. 320 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2013. Gesprochen von Matthias Brandt. 5 CDs.

'Die Rache des Chamäleons' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

Dein Mann liebt dich. Eure Kinder. Er ist erfolgreich, und ihr habt ein schönes Leben. Doch eine Nachricht verändert alles. Ein alter Freund glaubt, dass dein Mann ihm noch etwas schuldet. Und das fordert er jetzt ein. Weil du ihn liebst, gehst du mit ihm auf diese tödliche Mission. Doch wer ist der Mann an deiner Seite?

Das meint Krimi-Couch.de: »Wirres Psychospiel ohne roten Faden« 30°

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Peter und Rita Mattéus führen offensichtlich ein zufriedenes Leben. Beide verdienen angemessen Geld in ihren Berufen, sie haben zwei gesunde und brave Mädchen, und scheinbar sind auch die Zukunftsaussichten akzeptabel. Doch plötzlich wird alles anders, denn Peter wird von seiner anscheinend eher dunklen Vergangenheit eingeholt. Von einem anonymen Absender bekommt Peter ein Päckchen zugesandt. Zunächst versucht er zu verdrängen, was das bedeuten könnte, aber dann wird ihm klar, dass er die Schatten der Vergangenheit nicht weit genug hinter sich gelassen hat. Dunkle Erinnerungen kommen zurück, schwere Träume beginnen ihn zu quälen. Und schnell wird ihm bewusst, dass nun auch seine kleine Familie in Gefahr gerät, denn die weiteren Signale die er erhält, sind ziemlich eindeutig. Ihr Haus wird beobachtet, jeder Schritt verfolgt. Und als dann endlich der Kontakt hergestellt ist, wird schnell klar, dass die Situation praktisch ausweglos ist. Peter kann seine Frau die Lage kaum erklären, aber als die beiden gezwungen werden, nach Spanien zu reisen, wird Rita schnell in die Intrigen und politischen Spielchen hineingezogen.

Der Autor schafft es in diesem Roman mühelos, nicht nur seine Protagonisten, sondern auch den Leser heillos zu verwirren. Aus harmlosen Alltagssituationen heraus versucht er, durch die Kontaktaufnahmen der zunächst unbekannten Akteure aus Peters Vergangenheit, so etwas wie Spannung aufzubauen. Aber das gelingt allenfalls in Ansätzen. Edwardson versucht verschiedene Blickwinkel aufzubauen, und streut unkommentiert Vergangenheitserinnerungen ein. Ein roter Faden ist zunächst nicht einmal im Ansatz zu erkennen. Vielmehr wird das Ganze zum Ehedrama, weil der Protagonist seiner Ehefrau nur flaue Erklärungen für die rätselhaften Ereignisse liefert. Und auch seine »Legende« für die Reise nach Spanien wirkt für Rita – und den Leser – mehr als unglaubwürdig.

Die schier endlosen Dialoge sollen dadurch aufgepeppt werden, dass Peter Fragen seiner Mitmenschen ständig wiederholt. Diese Macke geht seiner Frau gewaltig auf die Nerven, später dann auch seinen »Freunden« aus alten Zeiten, und dem Leser sowieso. Überhaupt sind die ellenlangen Gespräche keinesfalls spannungssteigernd, sondern eher ermüdend. Es wird allenfalls angedeutet, dass Peter einst Kontakte zur baskischen ETA hatte. Wie und ob er in deren Kampf eingebunden war, oder ob er nur ein kleiner Helfer bei Waffen und/oder Drogengeschäften zur Geldbeschaffung war, bleibt stets im Dunkeln. Kann sein, er war ein richtiger Bösewicht. Kann aber auch sein, er ist nur in die ganze Sache »reingestolpert«, weil er sich in eine Baskin verknallt hatte. Unstreitig scheint nur zu sein, dass er zum Verräter wurde – und selbst verraten wurde.

Insgesamt bleibt der Autor bei dem durchaus vielversprechenden Plot zu sehr an der Oberfläche der angerissenen Thematik. Ausländische Mitstreiter in den Reihen der ETA, die Verquickung von Terror-Finanzierung und Drogengeschäften, politische Intrigen, Aussteiger und die Rache der Inhaftierten – daraus hätte man weitaus mehr machen können. Die in den eher wirren Dialogen geschilderten Gedankengänge führen den Leser jedoch nicht an die verschiedenen Probleme heran, sondern zeigen allenfalls mögliche Konflikte auf, ohne sie zu vertiefen.

Das Hin und Her trägt zudem nicht gerade dazu bei, dass der Leser die chronologische Abfolge der Ereignisse wirklich verfolgen kann. Es ist nichts dagegen zu sagen, dass Leser mitdenken sollen – aber sie müssen die Chance dazu bekommen. Und auch die Figuren sind eher mager gezeichnet, allenfalls im leicht dynamisierten Finale wird das anders. Apropos Finale: Verstehen muss man das Ende nicht wirklich. Insgesamt also ein verschenkter Plot, aus dem ein guter Politthriller oder Kriminalroman hätte werden können.

Andreas Kurth, April 2013

Ihre Meinung zu »Ake Edwardson: Die Rache des Chamäleons«

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christian naton zu »Ake Edwardson: Die Rache des Chamäleons« 03.10.2017
Das CHAMÄLÄON war mein erster Edwardson-Krimi und wird auch der letzte gewesen sein.
Ein total misslungenes Buch: Die dünne Story wurde krampfhaft zerdehnt und mit läppischen Dialogen aufgefüllt, der unglaubwürdige und irgendwann auch nicht mehr interessierende Plot ist sehr uninspiriert. Aus den kontrastierenden Kulissen Schwedens und Spaniens wird trotz endloser und ziemlich klischeehafter Landschaftsbeschreibungen kein literarischer Nutzen, geschweige denn eine symbolische Ebene gewonnen.
Die Personen bleiben eindimensional, vor allem Peters Frau wie auch die Braut des "Jesus" sind eigenschaftslose Abziehbilder. Die Mühe, bis zum (fast dadaistisch verschwurbelten) Ende durchzuhalten, hat sich nicht gelohnt.
Konrad Müller zu »Ake Edwardson: Die Rache des Chamäleons« 15.07.2016
Nachdem ich schon mehrere Ake Edwardson- Bücher gelesen habe, kaufte ich mir die Rache des Chamäleons mit großer Freude - und wurde mit noch größerer Enttäuschung hinters Licht geführt. Die Geschichte hört sich vom Umschlag aus gesehen, sehr interessant an. Das war es dann eben auch schon. Der Funke sprang beim besten Willen einfach nicht über. Ja, ich weiss, dass Ake Edwardson nicht unbedingt leicht zu lesen ist, aber besonders "Segel aus Stein" liebe ich und empfinde es, als einen der besten Krimibücher, die ich je gelesen habe. Aber hier meine Bitte an alles Leser: Finger weg! Vergeudete Zeit. Man erwartet und wartet und wartet - und dann ist das Buch zu Ende
Maggie zu »Ake Edwardson: Die Rache des Chamäleons« 13.01.2016
Ich habe noch nie ein Hörbuch mit derart dümmlichen Dialogen gehört. Manche Worte und Sätze werden zweimal oft auch dreimal wiederholt. Anscheinend versucht der Autor einem banalen Inhalt Bedeutung und Dramatik zu verleihen.
Mit Sicherheit werde ich keine weiteren Machwerke von diesem Autor lesen oder hören.
TochterAlice zu »Ake Edwardson: Die Rache des Chamäleons« 30.12.2015
Ein geheimnisvoller, in einem fernen Land - Spanien, wie sich herausstellt - spielender Prolog führt den Leser in das Geschehen ein - er erscheint als Dokumentation einer zerissenen, unter Druck stehenden Persönlichkeit am Rande einer Katastrophe - oder sogar mittendrin? Die Spannung ist geweckt und steigert sich, als wir im weiteren Verlauf Peter Mattéus und seine Familie - Ehefrau und zwei kleine Töchter - kennenlernen, alle überaus sympathisch und absolut liebenswert: doch sie werden bedroht: Peter erhält im Büro einige Fotos seiner Familie, danach einen Telefonanruf, während dem er aufgefordert wird, nach Hause zu seiner Familie zu fahren, wo aber offenbar alles in Ordnung ist . nur geheimnisvolle Tickets für eine Reise in die Sonne liegen vor und Peter kann die Freude seiner Frau darüber nicht recht teilen... und dann wird auch sie zum Ziel der Drohungen. Alles sehr, sehr geheimnisvoll: es gibt "Altlasten" aus der Vergangenheit, die Peter seiner Frau vorenthalten hat und so stellt sich nach der Ankunft im fernen Spanien heraus, dass Peter dort in einem - im wahrsten Sinne des Wortes - früheren Leben in unlautere Machinationen verwickelt war und den ein oder anderen kennt, auf dessen Bekanntschaft er in seinem jetzigen Leben nur zu gern verzichten würde. Ein Leben, das er seiner Familie gern vorenthalten hätte - doch das lag nicht in seiner Macht.

Ein spannungsreicher Start, der den Leser interessiert und neugierig werden lässt auf den neuen Edwardson. Leider flaut dies bald ab und die Story verkommt zu einem langweiligen Thriller, bei dem ich nur am Ball blieb, um diese Rezension verfassen zu können. Nach einem furiosen Beginn flaut die Story ab und entwickelt sich ausgesprochen unoriginell - nett geschrieben zwar, aber auch nicht so fesselnd, dass ich bereitwillig und eifrig weitergelesen hätte. Der Chamäleon ist aus meiner Sicht eine absolute Enttäuschung und markiert leider kein Highlight in Edwardsons Oeuvre.
Kerstin zu »Ake Edwardson: Die Rache des Chamäleons« 27.08.2015
Peter führt ein ganz normales Leben. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und hat einen guten Job. Aber dann holt ihn die Vergangenheit ein. Peter hat einen Teil seiner Jugend in Spanien verbracht. Und dort gute Freunde gehabt, Freunde mit denen er ein Geheimnis teilt und Freunde die der Meinung sind, sie haben mit ihm noch eine Rechnung offen.
Seine kriminelle Vergangenheit holt Peter ein und bringt ihn und seine Frau Rita von Schweden nach Spanien und dort passieren einige kuriose Sachen. Rita ist wirklich eine liebende Ehefrau und steht dies alles mit ihrem Mann durch. Wir erfahren viel über die Vergangenheit. Leider nur auf eine nicht so angenehm zu lesende Weise. Mitten im Kapitel wird von Gegenwart zur Vergangenheit gesprungen und von Ort zu Ort. So dass man leider nicht immer den besten Überblick hat, wo man sich gerade befindet. Gegenwart oder Vergangenheit und wer spricht eigentlich gerade mit wem. Was sind Decknamen oder neue Personen im Buch. Für mich waren diese Sprunghaften Wechsel sehr anstrengend und haben das Buch leider nicht einfach zu lesen gemacht oder dazu Spannung erzeugt. Eher kommt es dazu, dass man dadurch viele Zusammenhänge gar nicht oder erst ziemlich spät versteht. Was dem Buch, dass vom Thema her sehr gut ist, leider nicht gut tut.
Es klärt sich alles auf, man könnte fast sagen schlüssig und trotzdem ist auch der letzte Teil des Buches für mich verwirrend. Vom Ende ganz zu schweigen. Ich bin mir noch nicht sicher, ob das Ende bedeutet, dass ein zweiter Teil Folgen wird. Wo ich jedoch zugeben muss, der würde mich schon rein interessieren, ob dann noch etwas Licht ins dunkle gebracht werden könnte.
Allen in allem, kein schlechtes Buch vom Inhalt nur leider etwas gewöhnungsbedürftig. Was ich persönlich etwas schade fand.
nati zu »Ake Edwardson: Die Rache des Chamäleons« 02.12.2014
Schatten der Vergangenheit
Das Buch „Die Rache des Chamäleons“ spielt nicht wie die anderen Bücher von Ake Edwardson überwiegend in Schweden, sondern in Estepona, einer Stadt an der Costa del Sol. Es geht um Schmuggel, organisierte Kriminalität und Terrorismus.

Der Autor beginnt mit einem verwirrend geschriebenen Prolog, der dann zu dem Hauptprotagonisten Peter Mattheus überleitet. Peter hat sich ein neues Leben aufgebaut. Er fühlt sich wohl mit seiner Frau Rita sowie den Töchter Magdalena und Isabella. Doch dann kehren die Schatten der Vergangenheit zurück. Während einer Präsentation im Büro wird ihm ein Umschlag übergeben, der aktuelle Fotos seiner Familie und einen Schließfachschlüssel enthält. Im Schließfach befindet sich ein Handy und ein Anrufer teilt ihm mit, dass er sofort nach Hause fahren soll. Dort wird er von seiner Frau freudestrahlend empfangen, die sich für Reisetickets nach Spanien bedankt, doch Peter ist selbst überrascht und schockiert. Er will diese Reise nach Spanien nicht antreten. Wie konnte man ihn auffinden, denn vor zwanzig Jahren hatte er einen anderen Namen getragen. Auch seiner Frau Rita hat Peter nichts von seiner Vergangenheit erzählt, doch nun muss er sich seiner Vergangenheit in Spanien stellen, um seine Familie zu schützen.

Nach dem ich bereits einige Bücher von Ake Edwardson gelesen habe, empfinde ich jedes Mal, dass sein Schreibstil nicht gerade leicht zu lesen ist. Die Beschreibungen sind sehr detailliert und fallen teilweise recht poetisch aus, ohne dass sie eine große Aussagekraft besitzen. Dem Erzähltempo haftet eine besondere Art der Langsamkeit an, alles wirkt sehr nebulös, verwischt zwischen Traum und Wirklichkeit. Zu dem Hauptprotagonisten Peter konnte ich keine Verbindung aufbauen, man spürt zwar die innere Zerrissenheit, aber er blieb für mich eine farblose Person. Obwohl sich am Ende die Ereignisse überschlagen und ich nicht mit dieser Wendung gerechnet habe, hätte ich mir für einen Thriller von Beginn an eine mitreißendere Geschichte gewünscht.
Nuigurumi zu »Ake Edwardson: Die Rache des Chamäleons« 08.08.2014
Marius zu »Ake Edwardson: Die Rache des Chamäleons« 17.03.2013
Schweden am Strand

Nachdem „Der letzte Winter“ der letzte Fall für Kommissar Winter war, wendet sich Ake Edwardsson nun neuen literarischen Ufern zu. Mit „Die Rache des Chamäleons“ verharrt der schwedische Bestsellerautor zwar im Genre des Kriminalromans, allerdings findet er nun einen ganz anderen Sound, um die mit etwa 250 Seiten relativ kurze Geschichte zu erzählen.
Die Handlung ist hierbei auch rasch zusammengefasst: Der erfolgreiche Werber Peter Matteus erhält eines Tages Fotos von seiner Familie zugespielt und wird so von einem nebulösen Gegner mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Dass diese alles andere als ruhig und schön war, muss auch Peters Frau Rita schnell erkennen, als sich der unsichtbare Gegner Peter und seiner Frau bei einem Urlaub an der spanischen Küste offenbart.
Rätselhaft flirrend, oszillierend zwischen konkreten Informationen und verschwommenen Ahnung manövriert Edwardsson seine Protagonisten und Leser durch „Die Rache des Chamäleons“. Mir drängte sich bei der Leküre des Werks stark die Assoziation zu einer Fata Morgana auf, die ähnlich wie in der baskischen Hitze, die Peter und seine Frau erfahren, immer mal wieder unscharfe Details preisgibt, die Wahrheit aber erst am Ende offenbart.
Ahnungen von den Terrortaten der ETA und von den Verwicklungen des schwedischen Werbers in diese Angelegenheit durchziehen das Buch wie ein flüchtiger Duft, der sich doch nie so richtig konkret fassen lässt. So besteht der Reiz dieses Buches in meinen Augen nicht in seiner tatsächlichen Story, die für mein Empfinden reichlich dünn ausfällt, sondern eher im kunstvoll pointillistisch dahingetupften Aufbau des Romans.
Edwardsson destilliert das Gefühl der vertrauten Fremde in einem anderen Land im Sommerurlaub perfekt und kontrastiert es mit dem vergangenen und gegenwärtigen baskischen Terror und der düsteren Vergangenheit von Peter Matteus. Kunstvoll verwischt ist „Die Rache des Chamäleons“ in meinen Augen zwar eher ein schwacher Kriminalroman, dafür aber eine starke Charakterstudie eines Mannes in einem altvertrauten und dennoch unbekannten Umfeld. Wer einen Krimi mit weniger Spannungselementen und mehr literarischen Arabesken sucht, der lese dieses Buch.
wendelin zu »Ake Edwardson: Die Rache des Chamäleons« 15.03.2013
In die Idylle einer glücklichen schwedischen Familie bricht das Unheil ein. Den Familienvater Peter holt die erfolgreich verdrängte Vergangenheit ein. Was hat er damals in Spanien getan, dass ihn und seine Familie bis in die Gegenwart so erpressbar macht, dass er dafür sogar einen Mord begehen will?

Das ist die Frage und ich konnte sie bis zum Ende des Buches nicht klären. Um was geht es hier eigentlich? Terrorismus, Waffenschmuggel, Mord, Verrat, Drogenhandel oder einfach nur Rache?

Der Protagonist Peter stolpert durch die Geschichte wie durch einen Alptraum. Hier mischen sich Traum und Wirklichkeit, Vergangenheit und Gegenwart. Es gibt eigentlich keine Geschichte, sondern nur eine Abfolge von Momentaufnahmen, die wild durcheinander wirbeln, sich aber nie zu einem kompletten Bild zusammensetzen lassen. Zwar liegt über allem beständig eine bedrohliche Stimmung, aber Spannung will so recht keine aufkommen und auch nach Logik sucht man vergebens.

Einzig die Frauen sind in ihren Handlungen und Motiven einigermaßen glaubwürdig und in Maßen nachvollziehbar. Was die Männer sich hier an Scheingefechten liefern ist für mich weder verständlich noch plausibel.

Zwar gibt es einen Showdown, aber danach wird alles wieder in Frage gestellt und der Schluss war für mich noch verwirrender als der Rest der Geschichte.

Fazit: Mich konnte das Buch nicht überzeugen.
c-bird zu »Ake Edwardson: Die Rache des Chamäleons« 21.02.2013
Tolles Ende - aber sonst?
Peter Matteus hat es geschafft: Er ist erfolgreich im Beruf, gehört der oberen Mittelschicht an. Zusammen mit seiner Frau Rita und seinen beiden Töchtern führt er ein ruhiges und schönes Leben. Wenn da nicht die Sache mit dem Umschlag wäre, den er eines Tages durch einen Boten erhält. Fotos von seiner Familie, sowie ein Schlüssel zu einem Schließfach. Der Inhalt des Schließfachs macht Peter schnell klar, dass ihn seine Vergangenheit eingeholt hat. Die Fotos hingegen lassen ihn erkennen, dass seine Familie bedroht ist, wenn er nicht die alte Schuld ausgleicht, die nun eingefordert wird. Peter muss mit seiner Frau, die noch nichts von Peters Vorleben ahnt, nach Spanien. Die Reise geht an die Coste del Sol, dorthin wo alles begann...

Die Handlung wird auf zwei Zeitebenen erzählt, dem Jetzt und dem Damals. Etwas verwirrend fand ich immer die Sprünge in die Zeit zurück, als die Geschichte ihren Anfang nahm. Dieser Wechsel erfolgt immer plötzlich, ohne dass man sofort erkennen kann, auf welcher Zeitschiene man sich gerade befindet. Auch Peters Visionen und Albträume haben mich etwas irritiert und waren nicht gerade dem Lesefluss förderlich. Von den Hauptfiguren konnte ich mir auch kein richtiges Bild machen, da hat mir etwas gefehlt. Ebenso wie die Bedrohung für die Familie, die für mich irgendwie nicht richtig greifbar war. Der Erzählstil Edwardsons selbst ist auch nicht gerade sehr flüssig und schon etwas gewöhnungsbedürftig. Ich hatte den Eindruck, dass mehr zwischen den Zeilen stand, als im Buch selbst. Dazu muss man wahrscheinlich eingefleischter Edwardson-Fan sein.

Das Ende hingegen: Respekt! Ein toller Showdown, wirklich sehr gelungen und unerwartet. Hier zeigt sich, dass der Titel für die deutsche Ausgabe sehr treffend gewählt wurde.
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