Rotkäppchen und der böse Wolf von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1941
unter dem Titel N or M?,
deutsche Ausgabe erstmals 1945
bei Scherz.
ISBN-10: 3-502-52021-6, ISBN-13: 978-3-502-52021-4.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien / England / Südengland, 1930 - 1949.
'Rotkäppchen und der böse Wolf' ist erschienen als
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In Kürze:
Tommy und Tuppence Beresford hatten schon lange keine Gelegenheit mehr, ihre detektivischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Doch jetzt befindet sich England im Krieg. Da greift der Geheimdienst auf seine bewährten Helfer zurück. Die Aufgabe, die es zu bewältigen gilt, verlangt höchsten Einsatz: Ein gefährlicher Doppelagent, der die englische Armee mit einem Netz seiner Helfershelfer überzogen hat, soll enttarnt werden. Nur so viel ist von ihm bekannt: Es ist entweder N. oder M. …
Das meint Krimi-Couch.de: »Hat auch nach über 60 Jahren keinen Staub angesetzt«
Krimi-Rezension von Peter Kümmel
Eine der ungewöhnlichsten Serien der Kriminalgeschichte dürfte Agatha Christies Reihe um das Ehepaar Tommy und Tuppence, genannt »Nickel« Beresford sein. Denn die Serie lief zwar ingesamt über fünfzig Jahre lang, umfasst aber trotzdem nur fünf Bücher, davon ein Band mit Kurzgeschichten. »Ein gefährlicher Gegner« war Christies zweites Buch überhaupt. Dort ermittelt das Ehepaar beim Geheimdienst im ersten Weltkrieg.
Nach einem zwischenzeitlichen Storyband erschien dann fast zwanzig Jahre später der zweite Fall der Beresfords: »N or M?«. Und das Buch hat auch nach über 60 Jahren noch keinen Staub angesetzt. Selbst bei Spionageromanen schafft es die britische Altmeisterin, die Handlung in einem abgeschlossenen Personenkreis spielen zu lassen und macht mangels Mord aus einem »Whodunit« einfach einen »Whoisit«.
Es ist das Frühjahr des Jahres 1940 und England leidet unter den Plagen des zweiten Weltkriegs. Tommy Beresford und seine Frau Nickel sind Mitte vierzig und nicht mehr gefragt. Keine Verwendung für Tommy in der Armee, kein Bedarf für Nickel in der Krankenpflege. Und erst recht nicht im Geheimdienst, für den man früher tätig war. Bis eines Tages ein Mr. Grant vor der Tür steht. Als Freund des ehemaligen Chefs des Geheimdienstes stellt er sich vor und bietet Tommy einen Job im Büro an.
Doch als Nickel das Haus verlässt, kommt er zur Sache: ein geheimer Auftrag wartet auf Tommy. Gesucht wird »der innere Feind«, gesucht werden »N und M«, ein Mann und eine Frau, deutsche Agenten. Ein Mitarbeiter, der ihnen auf der Spur war, wurde bei einem angeblichen Unfall getötet. Seine Spur führt in eine Fremdenpension in einer kleinen Stadt an der Südküste.
Nach einer der Verwirrung dienenden Reise über Schottland mietet sich Tommy dort ein und findet eine weitgehend unverdächtige Gesellschaft vor: die Pensionswirtin mit ihrer erwachsenen Tochter, ein ehemaliger Major, eine ältere Dame, ein Flüchtling aus Deutschland, ein Hypochonder mit seiner Frau, eine Mutter mit Kind, eine alte Jungfer sowie Mrs. Blenkensop, die niemand anderes ist als Nickel Beresford. Natürlich hat sie das Gespräch zwischen Grant und ihrem Mann belauscht und lässt sich das Spionagespiel nicht entgehen.
Wie man es von Christie gewohnt ist, lenkt sie nun den Verdacht geschickt von einer Person auf die nächste und lässt aufgrund verquerer Logik sowohl Schluß als auch Gegenschluß gleichermaßen zu. Ein deutscher Spion wird sich ja wohl nicht eine Tarnung als deutscher Flüchtling zugelegt haben, das wäre zu offensichtlich. Obwohl, gerade weil es so einfach wäre, würde ihn das eher unverdächtig machen.
Am Ende ist es dann meist jemand, den man überhaupt nicht auf der Rechnung hatte. Doch hier kann durch einzelne Ereignisse und Benehmen von Personen auch der Leser bereits frühzeitig die richtigen Schlüsse ziehen. Dennoch ist man bei manchen Charakteren hin und her gerissen, auf welcher Seite sie nun stehen.
Wie die meisten Christies, so lässt sich auch dieser bequem an einem Urlaubstag lesen und dabei gut entspannen. Und wer schon allzu viele Christies kennt und des oftmals widerkehrenden Schemas bei den Poirots und Miss Marples überdrüssig ist, dem sei dieser doch etwas andere Roman empfohlen. Woher der seltsame Titel »Rotkäppchen und der Wolf« kommt, das erschließt sich dem Leser erst am Ende.
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| Krimi-Tina zu »Agatha Christie: Rotkäppchen und der böse Wolf« | 12.07.2009 |
|---|---|
| MissyMarple zu »Agatha Christie: Rotkäppchen und der böse Wolf« | 24.03.2007 |
| Kathrin zu »Agatha Christie: Rotkäppchen und der böse Wolf« | 30.09.2006 |
| Stephan zu »Agatha Christie: Rotkäppchen und der böse Wolf« | 12.06.2006 |
| Bettina86 zu »Agatha Christie: Rotkäppchen und der böse Wolf« | 24.02.2006 |
| Ham zu »Agatha Christie: Rotkäppchen und der böse Wolf« | 02.10.2005 |
| Viktoria zu »Agatha Christie: Rotkäppchen und der böse Wolf« | 11.07.2005 |
| Martin Haider zu »Agatha Christie: Rotkäppchen und der böse Wolf« | 02.12.2004 |
| Sam zu »Agatha Christie: Rotkäppchen und der böse Wolf« | 29.03.2004 |
| Anja S. zu »Agatha Christie: Rotkäppchen und der böse Wolf« | 13.08.2003 |
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