Rotkäppchen und der böse Wolf von Agatha Christie

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1941 unter dem Titel N or M?, deutsche Ausgabe erstmals 1945 bei Scherz.
Ort & Zeit der Handlung: , 1930 - 1949.

  • London: Collins, 1941 unter dem Titel N or M?. 192 Seiten.
  • Bern: Scherz, 1945 Das Haus der Mrs. Perenna. Übersetzt von Lucy von Jacobi. 206 Seiten.
  • Bern; Stuttgart; Wien: Scherz, 1950. Übersetzt von Lucy von Jacobi. 190 Seiten.
  • Bern; München; Wien: Scherz, 1974. Übersetzt von Lucy von Jacobi. ISBN: 3-502-50443-1. 170 Seiten.
  • Bern; München; Wien: Scherz, 1996. Übersetzt von Lucy von Jacobi. überarbeitete Fassung. ISBN: 3-502-51545-X. 179 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Scherz, 2003. Übersetzt von Lucy von Jacobi. überarbeitete Fassung. ISBN: 3-502-52021-6. 206 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2006. Übersetzt von Lucy von Jacobi. überarbeitete Fassung. ISBN: 978-3-596-16894-1. 206 Seiten.

'Rotkäppchen und der böse Wolf' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Tommy und Tuppence Beresford hatten schon lange keine Gelegenheit mehr, ihre detektivischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Doch jetzt befindet sich England im Krieg. Da greift der Geheimdienst auf seine bewährten Helfer zurück. Die Aufgabe, die es zu bewältigen gilt, verlangt höchsten Einsatz: Ein gefährlicher Doppelagent, der die englische Armee mit einem Netz seiner Helfershelfer überzogen hat, soll enttarnt werden. Nur so viel ist von ihm bekannt: Es ist entweder N. oder M. …

Das meint Krimi-Couch.de: »Hat auch nach über 60 Jahren keinen Staub angesetzt« 71°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Eine der ungewöhnlichsten Serien der Kriminalgeschichte dürfte Agatha Christies Reihe um das Ehepaar Tommy und Tuppence, genannt »Nickel« Beresford sein. Denn die Serie lief zwar ingesamt über fünfzig Jahre lang, umfasst aber trotzdem nur fünf Bücher, davon ein Band mit Kurzgeschichten. »Ein gefährlicher Gegner« war Christies zweites Buch überhaupt. Dort ermittelt das Ehepaar beim Geheimdienst im ersten Weltkrieg.

Nach einem zwischenzeitlichen Storyband erschien dann fast zwanzig Jahre später der zweite Fall der Beresfords: »N or M?«. Und das Buch hat auch nach über 60 Jahren noch keinen Staub angesetzt. Selbst bei Spionageromanen schafft es die britische Altmeisterin, die Handlung in einem abgeschlossenen Personenkreis spielen zu lassen und macht mangels Mord aus einem »Whodunit« einfach einen »Whoisit«.

Es ist das Frühjahr des Jahres 1940 und England leidet unter den Plagen des zweiten Weltkriegs. Tommy Beresford und seine Frau Nickel sind Mitte vierzig und nicht mehr gefragt. Keine Verwendung für Tommy in der Armee, kein Bedarf für Nickel in der Krankenpflege. Und erst recht nicht im Geheimdienst, für den man früher tätig war. Bis eines Tages ein Mr. Grant vor der Tür steht. Als Freund des ehemaligen Chefs des Geheimdienstes stellt er sich vor und bietet Tommy einen Job im Büro an.

Doch als Nickel das Haus verlässt, kommt er zur Sache: ein geheimer Auftrag wartet auf Tommy. Gesucht wird »der innere Feind«, gesucht werden »N und M«, ein Mann und eine Frau, deutsche Agenten. Ein Mitarbeiter, der ihnen auf der Spur war, wurde bei einem angeblichen Unfall getötet. Seine Spur führt in eine Fremdenpension in einer kleinen Stadt an der Südküste.

Nach einer der Verwirrung dienenden Reise über Schottland mietet sich Tommy dort ein und findet eine weitgehend unverdächtige Gesellschaft vor: die Pensionswirtin mit ihrer erwachsenen Tochter, ein ehemaliger Major, eine ältere Dame, ein Flüchtling aus Deutschland, ein Hypochonder mit seiner Frau, eine Mutter mit Kind, eine alte Jungfer sowie Mrs. Blenkensop, die niemand anderes ist als Nickel Beresford. Natürlich hat sie das Gespräch zwischen Grant und ihrem Mann belauscht und lässt sich das Spionagespiel nicht entgehen.

Wie man es von Christie gewohnt ist, lenkt sie nun den Verdacht geschickt von einer Person auf die nächste und lässt aufgrund verquerer Logik sowohl Schluß als auch Gegenschluß gleichermaßen zu. Ein deutscher Spion wird sich ja wohl nicht eine Tarnung als deutscher Flüchtling zugelegt haben, das wäre zu offensichtlich. Obwohl, gerade weil es so einfach wäre, würde ihn das eher unverdächtig machen.

Am Ende ist es dann meist jemand, den man überhaupt nicht auf der Rechnung hatte. Doch hier kann durch einzelne Ereignisse und Benehmen von Personen auch der Leser bereits frühzeitig die richtigen Schlüsse ziehen. Dennoch ist man bei manchen Charakteren hin und her gerissen, auf welcher Seite sie nun stehen.

Wie die meisten Christies, so lässt sich auch dieser bequem an einem Urlaubstag lesen und dabei gut entspannen. Und wer schon allzu viele Christies kennt und des oftmals widerkehrenden Schemas bei den Poirots und Miss Marples überdrüssig ist, dem sei dieser doch etwas andere Roman empfohlen. Woher der seltsame Titel »Rotkäppchen und der Wolf« kommt, das erschließt sich dem Leser erst am Ende.

Ihre Meinung zu »Agatha Christie: Rotkäppchen und der böse Wolf«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Krimi-Tina zu »Agatha Christie: Rotkäppchen und der böse Wolf« 12.07.2009
Tommy und Tuppence Beresford haben einen Auftrag. Es gilt (wir haben den zweiten Weltkrieg) eine Spion aus den eigenen Reihen zu entlarven.
Klingt jetzt ganz und gar nicht nach Agatha Christie . Aber der großen alten Dame gelingt es im Handumdrehen aus dieser Spionagegeschichte fast vollständig einen klassischen Landhauskrimi zu machen. Alle Verdächtigen sind in und um die Pension Sans Souci versammelt und es geht die übliche Indiziensucherei los. Nur das Ende ist Christie untypisch actionreich. Wobei da allerdings auch deutlich wird, dass derartiges nicht zu ihren Stärken gehört. Da spielt Kommissar Zufall ein wenig zu oft mit.
Mir war auch allein aufgrund der Darstellung der Personen einer der Hauptverdächtigen leider ziemlich früh klar.
Aber genug gemeckert, Tommy und Tuppence sind in ihrer erfrischenden Art alleine wert das Buch zu lesen, von den liebevoll gezeichneten anderen Charakteren ganz zu schweigen. Und ein paar intelligente Anmerkungen zum Thema Patriotismus gibt es obendrein. Lesenswert.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
MissyMarple zu »Agatha Christie: Rotkäppchen und der böse Wolf« 24.03.2007
Mein Kommentar: Wow.
Erst dachte ich: Naja, wird wohl nicht soooo apannend. Kriegsgeschichte eben.
Jetzt ist dies mein Liblingschristie. Total gut. Der typische versteckte schwarze Humor, das neue schreckliche "ich werde beobachtet"-Kriegsgefühl, viel Stoff zum nachdenken,...
Kathrin zu »Agatha Christie: Rotkäppchen und der böse Wolf« 30.09.2006
Ich bin eigentlich von allen Christies begeistert. So auch bei "Rotkäppchen und der böse Wolf". Mich interressieren zwar normalerweise keine Kriegsgeschichten, aber Tuppence und Tommy sind in ihrer Pfiffigkeit einfach nicht zu toppen. Das Lesen dieses Buches ist für alle Christie-Fans ein Muss!
Stephan zu »Agatha Christie: Rotkäppchen und der böse Wolf« 12.06.2006
Wie oben schon genannt ist der Roman sehr durchschaubar und kann daher mit Bestsellern von John Grisham oder Dan Brown nicht mithalten. Jedoch finde ich, dass das Buch sehr einfach zu lesen ist und somit der ideale Freizeitspaß ist!
3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Bettina86 zu »Agatha Christie: Rotkäppchen und der böse Wolf« 24.02.2006
Habe es anfangs nur der Vollständigkeit halber gelesen, weil mich so Kriegshandlungen in dem Sinn normal nicht interessieren, aber A.C. hat es mal wieder geschafft, mich vollkommen vom Gegenteil zu überzeugen. Das Buch ist wirklich klasse, sehr spannend und zum Schluss habe ich mal wieder die falsche Person verdächtigt. A.C. ist eben wirklich die "Queen of Crime".
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Ham zu »Agatha Christie: Rotkäppchen und der böse Wolf« 02.10.2005
Eigentlich ist die Story eine Agentengeschichte und kein Krimi. Daher fällt auch die Suche nach einem Motiv aus. Dennoch ein typischer "Who's-done-it?".
Leider ist dieser Roman sehr durchschaubar, so wußte ich bereits nach der Hälfte, wer der Täter ist, inkl. der richtigen Begründung. Bei guten Christies habe ich dazu meist keine Chance. Für Fans okay, muss man aber nicht gelesen haben...65°.
Viktoria zu »Agatha Christie: Rotkäppchen und der böse Wolf« 11.07.2005
Ein tolles Buch, ich konnte gar nicht aufhören zu lesen. Die Ganzen Verwirrungen und Verdächtigungen der Beiden, fesseln dich so an das Buch. Am Ende ist man dann überrasscht wer der wirkliche Täter war! Auf den man nie im Leben gekommen wäre. Eine Meisterleistung wie all ihre bücher
Martin Haider zu »Agatha Christie: Rotkäppchen und der böse Wolf« 02.12.2004
Es ist ziemlich spannend aber doch sehr lustig. Das man über den 2. Weltkrieg sehr viel erfahrt. Agatha Christie schrieb schon sehr viele Bücher und sie sind große Bestseller ich kann das nur sehr gut empfehlen und wünsche euch viel Spaß an diesem Buch.
Sam zu »Agatha Christie: Rotkäppchen und der böse Wolf« 29.03.2004
ein buch voller spannung, witz und liebe
phu ich konnte einfach nicht aufhörn, eien tag hab ich grad mal gebraucht, man kann einfach nicht aufhörn
Anja S. zu »Agatha Christie: Rotkäppchen und der böse Wolf« 13.08.2003
guter Krimi

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 12.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Rotkäppchen und der böse Wolf

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: