Mord im Orientexpress von Agatha Christie

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1934 unter dem Titel Murder on the Orient Express, deutsche Ausgabe erstmals 1934 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: Balkan, 1930 - 1949.

  • New York: Dodd, Mead & Company, 1934 unter dem Titel Murder on the Orient Express. 229 Seiten.
  • London: Collins, 1934. Collins Crime Club. 229 Seiten.
  • Leipzig: Goldmann, 1934 Die Frau im Kimono. Übersetzt von Elisabeth van Bebber. 229 Seiten.
  • München: Goldmann, 1951 Der rote Kimono. Übersetzt von Elisabeth van Bebber. 203 Seiten.
  • Bern, München, Wien: Scherz, 1985. Übersetzt von Otto Bayer. Neue, ungekürzte Textfassung. ISBN: 3-502-19122-0. 222 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 2006. Übersetzt von Otto Bayer. ISBN: 978-3-596-17422-5. 253 Seiten.

'Mord im Orientexpress' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Eigentlich wollte Hercule Poirot die Fahrt in dem weltberühmten Luxuszug genießen, aber seine Mitreisenden verderben ihm das Vergnügen gründlich. Allerdings wird er bald entschädigt, denn eine Leiche wird entdeckt. Ein Toter und ein Zug voller Verdächtiger: ein gefundenes Fressen für den Meisterdetektiv.

Das meint Krimi-Couch.de: »Dreckiges Dutzend im Edel-Express« 100°Treffer

Krimi-Rezension von Michael Drewniok

Graf Rudolph und Gattin Helena Andrenyi aus Ungarn. Colonel Arbuthnot, britischer Kolonialoffizier in Indien. Mary Debenham, Erzieherin in Bagdad. Prinzessin Dragomiroff, russische Herrscherin im französischen Exil. Hildegarde Schmidt, ihre deutsche Zofe. Antonio Foscarelli, italienischer Kaufmann. Cyrus B. Hardman, US-amerikanischer Privatdetektiv. Seine Landsfrau Mrs. Hubbard, eine reiche Witwe. Samuel E. Ratchett, vermögender Geschäftsmann im Ruhestand. Hector MacQueen, sein Privatsekretär. Edward Masterman, Ratchetts Kammerdiener. Greta Ohlsson, schwedische Missions- Lehrerin: 13 nach Herkunft und Gesellschaftsschicht höchst unterschiedliche Passagiere des Schlafwagen-Abteils »Athen-Paris«, angekoppelt an den Orientexpress, der die Strecke Istanbul-Calais in drei luxuriösen Tagen zurücklegen wird in diesem Winter des Jahres 1934.

Ebenfalls an Bord: Pierre Michel, altgedienter Schaffner, der etwas nervös ist, da sich sein Chef Monsieur Bouc, einer der Direktoren der mächtigen Internationalen Schlafwagengesellschaft, ebenfalls auf großer Fahrt befindet. Das ist allerdings noch seine geringste Sorge, wie sich zeigt, als zunächst der Express sich in einer Schneewehe irgendwo in der jugoslawischen Wildnis festfährt und dann Mr. Ratchett von zwölf Messerstichen durchbohrt tot in seinem Bett entdeckt wird.

Welch Zufall: Hercule Poiront weilt unter den Passagieren

Während der zufällig anwesende griechische Arzt Dr. Constantine Todeszeitpunkt und -ursache feststellen kann, müssen die polizeilichen Ermittlungen improvisiert werden. M. Bouc fürchtet den Skandal, aber das Glück ist ihm hold: Ein alter Freund weilt unter den Passagieren des Orientexpresses. Hercule Poirot ist einer der erfolgreichsten Kriminalisten der Welt. Er übernimmt die Herausforderung, den Mord an Ratchett zu klären, auf dass der oder die Täter bis zum Eintreffen der Polizei nicht auf Nimmerwiedersehen verschwinden können.

Ob Poirot sich damit nicht übernommen hat? Die Indizien am Tatort sind widersprüchlich und deuten auf bewusste Täuschungsmanöver hin. Dennoch steht bald fest, dass Ratchett selig niemand anderes als der berüchtigte Gangster Cassetti gewesen ist, der vor einigen Jahren in den USA dem Scharfrichter gerade noch entkam, nachdem man ihn der Entführung und Ermordung der dreijährigen Daisy Armstrong beschuldigt hatte. Poirots Ermittlungen fördern Erstaunliches ans Tageslicht. Alle Verdächtigen, die mit Ratchett im Zug reisten, scheinen irgendwie den Armstrongs nahe gestanden zu haben. Trotzdem dauert es einige Zeit, bis sogar der geniale Poirot begreift, dass er unfreiwillig Teil eines ausgefeilten Komplotts wurde, welches der Gerechtigkeit zum Sieg verhelfen sollte …

Gemeuchelt hat stets der, dem man es am wenigsten zutraute

Einer der größten Klassiker des Thrillers überhaupt in Neuauflage; verfasst von Agatha Christie, der Königin des »Landhaus-Krimis« oder »Cozys«. Auch wenn dieser zur Abwechslung auf Schienen spielt, ist die Konstellation dennoch bekannt: In einem abgeschlossenen Raum geschieht ein Mord; der Täter oder die Täterin muss sich unter den Anwesenden befinden, denen eine Flucht unmöglich ist. Ein schlauer Detektiv dröselt den verwickelten Fall gemächlich auf, bis er ihn im großen Finale vor allen andächtig Lauschenden löst; gemeuchelt hat stets jene/r, dem/der man es am wenigstens zutraute.

Das war schon 1934 wahrlich kein originelles Handlungsgerüst mehr. Wer wusste dies besser als Agatha Christie, die sich seiner seit ihrem Debüt als Schriftstellerin 1920 schon mehrfach selbst bedient hatte (und bis zu ihrem Tod 1976 dabei bleiben sollte)? Also versuchte sie nun etwas Neues, Originelles (was ihr die notorisch innovationsfeindlichen Cozy-Hardcorefans später nur noch selten vorwerfen konnten). Was dies ist, dürfte dem einigermaßen krimifesten Leser oder Filmfreund längst kein Geheimnis mehr sein. Es mag aber sein, dass es – zumal unter den jüngeren Krimifreunden – einige gibt, welche die (zumindest 1934) erstaunliche Auflösung noch nicht kennen. Ihnen sei hier daher der Spaß nicht verdorben.

Ein statisches Vergnügen mit den üblichen Verdächtigen

Abgesehen von seinem erstaunlichen (und trotz seiner Kompliziertheit sogar überzeugenden) Schluss ist »Mord im Orientexpress« ein erstaunlich statisches Vergnügen mit den üblichen Verdächtigen, falschen Alibis und Verwirrungen. Es geschieht im Grunde nichts; ein Mord geschieht in der Nacht, die Verdächtigen und der Detektiv sitzen im zur Unbeweglichkeit verdammten Luxuszug fest – und reden. Die Kunst der Agatha Christie manifestiert sich darin, trotzdem eine spannende und vor allem auch witzige Kriminalgeschichte zu Stande gebracht zu haben.

Der »Mord im Orientexpress«-Kinofilm von 1974 macht deutlich, worauf deren Erfolg basiert: Es sind die Beteiligten dieses Dramas, die sorgfältig so gestaltet wurden, dass sie einerseits als Individuen interessant wirken, die andererseits möglichst wenig miteinander verbindet. Da uns Christie bald darauf hinweist, dass letzteres ganz gewiss nicht zutrifft, bleiben wir Leser am Ball und werden mit dem bereits erwähnten Schlussgag reich belohnt.

Was hat die Entführung des Lindbergh-Babys damit zu tun?

Inspirieren ließ sich der Verfasserin übrigens von zwei realen Ereignissen. Da war zum einen die auch heute noch oft diskutierte Entführung des Lindbergh-Babys. Vater Charles hatte 1927 im Alleinflug den Atlantik überquert und war zum amerikanischen Nationalhelden geworden. 1932 wurde sein Sohn gekidnappt und trotz der Zahlung eines hohen Lösegeldes ermordet. Die Tat wird dem deutschen Einwanderer Bruno Hauptmann zugeschrieben, der dafür auf dem Elektrischen Stuhl endete. Zum anderen war Agatha Christie bekannt, dass der Orientexpress 1929 tatsächlich einmal an der türkischen Grenze eingeschneit wurde und sechs Tage auf offener Strecke liegen blieb.

»Mord im Orientexpress« wurde wie gesagt 1974 verfilmt. Das Ergebnis: kein cineastisches Meisterwerk, aber ein mit Stars des alten (u. a. Ingrid Bergman, Richard Widmark, Lauren Bacall) und (damals) aktuellen Hollywood (Sean Connery, Jacqueline Bisset, Michael York) gespicktes, zeitloses Ausstattungskino der Sonderklasse, dazu mit einem wie immer bemerkenswerten Albert Finney als Hercule Poirot. Der amerikanische Fernsehsender CBS ließ die Geschichte 2001 mit Alfred Molino in der Poirot-Rolle neu in Szene setzen; der Erfolg hielt sich in Grenzen.

Eine Denkmaschine ohne Eigenschaften

Hercule Poirot: trotz auffälliger Charakterzüge oder Macken eigentlich ein Mann ohne Eigenschaften; eine Denkmaschine, der man ein Privatleben nur zutraut, so lange es sich um feines Essen oder Bartpflege dreht. Aber ganz so einfach ist es nicht. Dieser M. Poirot ist ein durchaus manischer Zeitgenosse. Er löst seine Kriminalfälle primär um des eigenen Vergnügens wegen, wähnt sich über dem Gesetz stehend bzw. definiert Gerechtigkeit nach seinem Gusto: Wer der Täter ist, bestimmt vor allem und allen anderen Hercule Poirot. Das hat er mit Sherlock Holmes und den meisten anderen genialen Privatdetektiven gemeinsam.

Auf den treuen Captain Hastings – Poirots Watson – müssen wir dieses Mal verzichten. Kein Wunder, denn ein Chronist hätte diesen einzigartigen Fall von doppelter Selbstjustiz an die Öffentlichkeit gebracht, was schlecht für die Beteiligten gewesen wäre. Hastings wird »vertreten« durch den stürmischen M. Bouc, der sogar noch begriffsstutziger als Poirots üblicher Steigbügelhalter ist, aber des Detektives eigenwilliges Verständnis von Gerechtigkeit teilt. Dasselbe gilt für Dr. Constantine, dessen moralische Anpassungsfähigkeit Christie schon dadurch signalisiert, dass sie ihn von seiner Geliebten träumen lässt.

Ansonsten spielen die übrigen Beteiligten unserer Geschichte jeweils Rollen. Wie wir schließlich erfahren, tun sie dies nicht nur zu des Lesers Erbauung (steifer Brite; feuriger Ungar; aristokratisch verblühte Russin; heißblütiger Italiener; robuste Deutsche etc.), sondern auch aus deutlich finsteren Motiven. Unter ihnen ragt die trügerisch geschwätzige Mrs. Hubbard hervor, die im Film (s. o.) kongenial von Lauren Bacall verkörpert wurde.

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Helena zu »Agatha Christie: Mord im Orientexpress« 13.02.2010
"Mord im Orientexpress" ist der dritte Fall den ich von A.C. gelesen habe. Es bleibt bis zum Ende spannend und das Ende ist wirklich unerwartet, die Verhöre haben aber ihre Längen.
Dieser Krimi ist trotz allem absoltut lesenswert, aber ich finde nicht, dass dieser Fall DAS Werk Christies überhaupt ist. "Der Tod auf dem Nil" hat mir noch besser gefallen.
Tobias zu »Agatha Christie: Mord im Orientexpress« 04.02.2010
"Mord im Orentexpress" - ein unvergessbares Werk Agatha Christie's. Es hat Witz und Stil und eine einmalige überführung des Mörders.
Ich hatte mir mit 10 Jahren zum ersten Mal ein Agatha-Christie-Video gegriffen und wollte es anschauen. Ich weiß noch, dass ich vorher nie von Agatha Christie gehört hatte. Ich schaute mir die Verfilmung mit Albert Finney als Hercule Poirot und Jean Connery als Colonel Arbuthnot mit glänzenden Augen an und war begeistert, insbesondere als bei der Auflösung eine Rückblende zum Tathergang mit de Mörder gezeigt wurde. Ich weiß noch genau wie ich beim Abspann(den ich mir bei allen Filmen schon immer gern angeschaut habe) meine Eltern fragte: «Wer war denn dieser Härkuulä Peurott? Welcher war der denn im Film? War das dieser Mann der am Anfang mit dem Detektiven gegessen hat?»
Heute kenne ich alle AC-Romane auch als Buch und ich weiß auch wer Monsieur Bouc ist.^^
Ich bin aber vom Film immernoch mehr begeistert,als vom Buch an sich. Ein kleiner Abzugspunkt für das Buch - 96°.

Einer der Rechtschreibfehler (außer "Härkuulä Peurott") war kein Versehen. Ihr wisst, was ich meine.^^
Lylith zu »Agatha Christie: Mord im Orientexpress« 27.09.2009
Ein ganz besonderes Who-done-it. Nicht nur ein Klassiker der Kriminalliteratur, sondern auch eine Ausnahmeerscheinung im Genre.
Ein Mord geschieht im Orient-Express und da dieser in einer Schneewehe feststeckt übernimmt Poirot die Ermittlungen in dem Fall.
Wieder einmal darf ich besonders lobend die wundervoll ausgestalteten Charaktäre der Reisenden im Orient-Express hervorheben. Mrs. Christies Romane zeichnen sich immer durch die bunt und kontrastreich bestückten Gruppen von Menschen aus, die durch das Schicksal oder aber einen mörderischen Plan zusammengeführt werden.
Die Lösung des Falls ist rational und herrlich einzigartig.
Fazit: ein Krimi den man durch und durch genießen kann.
ChimChim zu »Agatha Christie: Mord im Orientexpress« 03.06.2009
Ich kann mich den guten kritiken leider nicht anschließen. Es ist natürlich kein schlechter Krimi, aber ich persönlich finde andere Bücher von Christie einfach besser. Für mich waren die ewig langen Verhöre und Zeugnisse der einzelnen Personen einfach nichts und dadurch hat sich das doch eher kurze Buch ganz schön in die Länge gezogen. Die charaktere waren mir irgendwie nicht sympathisch und mit dem vielen französisch konnte ich mich auch nicht anfreunden. Richtig fesselnde spannung kam für mich leider nicht auf, deswegen von mir nur 70°
>Vergissmeinnicht zu »Agatha Christie: Mord im Orientexpress« 01.04.2009
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, denn es war von Anfang an sehr spannend! Deshalb empfehle ich es allen Agatha Christie-Krimi-Fans weiter !

Die Lösung ist dann nicht sooo unerwartet, denn im Laufe des Buches kann man sich immer wieder denken, dass es so ausgeht! Was ich aber gut finde, ist, dass Hercule Poirot von Anfang an dabei ist!

Da ich schon sehr viele Bücher der "Queen of Crime" gelesen habe, kann ich vieles darüber sagen! Und (zweifellos!) war "Mord im Orientexpress eines Ihrer besten Krimis!

Ich hoffe mein Kommentar war für einige hilfreich ! =D
Stefan83 zu »Agatha Christie: Mord im Orientexpress« 27.03.2009
Wir schreiben das Jahr 1931.

Nach der Scheidung von ihrem ersten Mann, Colonel Archibald Christie, vor gut drei Jahren, ist aus der vormals sesshaften Agatha Christie eine Liebhaberin vom Reisen geworden. Immer öfter zieht es sie in den Nahen Osten, besonders in den Irak, um dort Max Mallowan zu besuchen, einen vierzehn Jahre jüngeren Archäologen, der an einer Ausgrabungsstätte nahe Ur seine Forschungen betreibt und den sie kennen und lieben gelernt hat. Als sie im selben Jahr kurz vor Weihnachten auf den Rückweg den Orientexpress wählt, sorgt ein heftiges Unwetter dafür, dass der Zug auf halber Strecke in Nordgriechenland einen Halt einlegen muss. Unter den Fahrgästen befinden sich unter anderem auch ein ungarischer Minister samt Frau, ein leitender Angestellter der Waggon-lit und eine russische Großfürstin im Exil. Agatha Christie, von Langeweile geplagt, versucht sich die Zeit zu vertreiben und beginnt Ideen für einen neuen Roman zu sammeln. Es ist die Geburtsstunde von "Mord im Orientexpress".

Diesmal schickt die Autorin Hercule Poirot ohne seinen treuen Freund Captain Hastings auf die Reise. Der belgische Meisterdetektiv hat so eben einen schwierigen Fall für die französische Armee in Syrien gelöst und macht sich nun von Aleppo aus auf den langen Heimweg. Seinen ursprünglichen Plan, ein paar Tage im winterlichen Istanbul zu verbringen, muss er leider streichen, da ein neuer Auftraggeber ihn so schnell wie möglich zurück in London wissen will. Um die Distanz in möglichst kurzer Zeit zu bewältigen, wählt Poirot den Orient-Express, dessen Kurswagen Istanbul-Calais sich jedoch als vollends ausgebucht herausstellt. Nur mit Hilfe seines alten Freundes Monsieur Bouc, dem Direktor der Eisenbahngesellschaft, kann der kleine Belgier noch ein Abteil ergattern. Und wird bald darauf mit dem womöglich schwersten Fall seiner Karriere konfrontiert.

Mitten in der Nacht, zwischen Vinkovci und Brod, wird der Amerikaner Samuel Edward Ratchett durch zwölf Messerstiche in der Brust ermordet. Da der Zug auf freier Strecke aufgrund einer Schneeverwehung Halt gemacht hat, ist es für alle Reisenden unmöglich ihn zu verlassen. Der Mörder muss sich also noch im Waggon befinden. Monsieur Bouc bittet Poirot um die Aufklärung der mysteriösen Geschehnisse.

Wann immer der Name der Queen of Crime auftaucht, ist es vor allem dieser Roman, der mit ihrem Schaffen verbunden wird, was wohl nicht zuletzt auch an der großartigen und mit hochkarätigen Stars (u.a. Sean Connery, Lauren Bacall, Albert Finney, Ingrid Bergman) besetzten Kinoverfilmung liegt. Und kaum ein anderes Ende in der Geschichte der Kriminalliteratur hat für soviel Überraschung und gleichviel Diskussionsstoff gesorgt.

Für mich persönlich ist "Mord im Orientexpress" der Whodunit par excellence und der mit Abstand beste Fall des belgischen Detektivs mit den kleinen grauen Zellen, denn selbst als die wahre Identität des Getöteten ans Licht kommt (Christie hatte hier wohl den Lindbergh-Fall im Hinterkopf), scheint hier jeder doch ein perfektes Alibi zu haben. Und gleichzeitig wirkt auch jeder auf seine Art verdächtig. Wer ist denn bloß der Mörder? Agatha Christie führt den Leser in diesem vertrackten Fall bis zum Schluss an der Nase herum, weshalb man nicht anders kann, als sich an Hercule Poirot zu klammern, der wieder streng logisch all die für uns verborgenen Fäden entwirrt und noch dem kleinsten Indiz eine Bedeutung zuteil werden lässt. Wenn uns dann Christie-typisch in kuschelig-warmer Runde im Speisewaggon die Lösung präsentiert wird, fällt voller Erstaunen die Kinnlade herab, so genial und doch gleichzeitig offensichtlich einfach scheint nun alles.

Insgesamt ist "Mord im Orientexpress" ein genialer, grandioser Kriminalroman voll herrlich skurriler Figuren, der selbst den gewieftesten Krimileser noch überraschen dürfte und für alle Zeiten einen Sonderplatz in meinem Bücherregal einnehmen wird. Ein Meisterstück und Juwel im beeindruckenden Gesamtwerk der unübertroffenen "Queen of Crime".
3 von 5 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
melitta zu »Agatha Christie: Mord im Orientexpress« 20.10.2008
Wahrscheinlich das beste Buch der Autorin.

Agatha Christie gelingt es (wieder) einen sehr verworrenen Krimi zu schreiben, und nur Hercule Poirot ist in der Lage das Geschehene zu entwirren.

Spannend und sehr gut geschrieben, regt zum Mitdenken und Mitraten an, doch die Lösung ist dann doch eher unvermutet.

100° für dieses gelungene Meisterwerk.
André Polis zu »Agatha Christie: Mord im Orientexpress« 07.09.2008
Das Buch "Der Orient-Express" bietet den besten Krimistoff aller Zeiten!!
Nicht nur Krimi- und Mordszene sind stimmig,sondern auch die Kommunikation untereinander.Wenn einem auch die Figur des Herculé Poirot nicht immer gefällt,so wird er doch in diesem Buch wirkungsvoll in Szene gesetzt.Der Thrill und die Spannung treten angesichts der ganzen Entwicklung auf eine ganz andere Erzähleben und so überraschend ist doch der Schluß.So sei jedem Filminteressierten überdies die Version mit Sean Connery und dem unvergleichlichen Anthony Perkins ans Herz gelegt.Die jüngere BBC-Version hingegen rate ich nicht anzusehen.
adriana zu »Agatha Christie: Mord im Orientexpress« 25.08.2008
das buch ist sehr spenend es hat so was besonderes es ist richtig spannend es zu lesen mann weis ja nie wie es weiter geht ich habe nur die ersten paar seiten gelesen und ich möchte weiter lesen das buch hat irgend was besonderes ich werde mir jetzt die nächste ausgabe holen mir gefallen die bucher sehr meine freund hat alle schon gelesen sie wollte mir sagen was passiert ich habe nein gesagt ich möchte die bücher selbst lesen
0 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
CharlyDD zu »Agatha Christie: Mord im Orientexpress« 22.08.2008
Man nehme 13 Passagiere aus unterschiedlicher Herkunft, lässt sie in einem Zug im Schneesturm festsitzen und schon findet man sich in den Ermittlungen zu einem Mordfall.

Meine Ahnung zur Mitte des Buches wer Mr. Ratchett umgebracht hat (die von mir allerdings als abwegig abgetan wurde), hat sich gegen Ende doch bestätigt.

"Mord im Orientexpress" war von Anfang bis Ende spannend konstruiert und auch logisch aufgebaut und mauserte sich wieder zu einem wahren "Christie-Genuss".
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

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