Dreizehn bei Tisch von Agatha Christie

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1933 unter dem Titel Lord Edgware Dies, deutsche Ausgabe erstmals 1934 . 193 Seiten. ISBN-10: 3-596-17071-0, ISBN-13: 978-3-596-17071-5.

'Dreizehn bei Tisch' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Mehr als einmal hat Lady Jane ihren Gatten, Lord Edgware, in Gegenwart Hercule Poirots zur Hölle gewünscht. Doch als der Haustyrann eines Tages tot in seiner Bibliothek aufgefunden wird, beschleicht Poirot der Verdacht, dass man ihn auf eine falsche Fährte locken will. Denn welches Motiv soll Lady Jane gehabt haben, wo Lord Egware doch kurz vor seinem Tod in die Scheidung eingewilligt hat?

Das meint Krimi-Couch.de: »Paris war niemals in Paris« 70°

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Aus dem Jahre 1933 stammt dieser Roman der Queen of Crime und ist somit angesichts ihrer insgesamt 73 Kriminalromane noch als Frühwerk zu bezeichnen, obwohl sie bereits zu diesem Zeitpunkt bahnbrechende Erfolge mit einigen ihrer Werke erzielt hatte.

Ein Hercule Poirot, so stellt Erzähler Hastings eingangs fest, hätte diesen Fall wohl als große persönliche Niederlage empfunden, denn er lässt sich bei diesem Verbrechen viel zu lange vorführen, ehe er hinter die wahren Zusammenhänge kommt.

Poirot wird von der Schauspielerin Jane Wilkinson gebeten, das Gespräch mit ihrem Mann, dem vierten Lord Edgware zu suchen und ihn zur Einwilligung zur Scheidung zu bewegen, die dieser ihr so standhaft verweigert. Der sich anfangs sträubende Poirot erfährt sodann vom Lord, dass dieser keine Einwände gegen eine Scheidung habe, und sieht den unliebsamen Auftrag sodann als abgeschlossen. Doch am kommenden Morgen wird der Lord tot in seinem Haus gefunden. Sekretärin und Diener des Lords haben am Vorabend Lady Jane Wilkinson das Haus betreten sehen, doch die hat ein hervorragendes Alibi, war sie doch an jenem Abend mit Zwölf anderen Personen auf einem Empfang. Ja, sie waren Dreizehn bei Tisch und jeder kann beschwören, dass Lady Jane tatsächlich da war.

Ein vorgetäuschter Selbstmord

Da gibt es noch die junge und intelligente Schauspielerin Carlotta Adams, die gerade mit einem Parodie-Programm in London gastiert und unter anderem auch eine Jane-Wilkinson-Parodie zum besten gibt. Könnte sie sich an jenem Abend als Lady Jane verkleidet und den Lord erstochen haben? Poirot kann es von ihr nicht mehr erfahren, denn auch sie wird tot auf ihrem Zimmer gefunden. Zwar kann er Selbstmord sehr schnell ausschließen, aber es bringt ihn nicht weiter. Und so laufen alle Spuren, die der Belgier aufnimmt, nacheinander ins Nichts. Bis sich herausstellt, dass der Täter von griechischer Mythologie keinen Schimmer hat und Paris (betont auf der ersten Silbe) nichts mit der französischen Hauptstadt zu tun hat.

Obwohl »Dreizehn bei Tisch« einer von den durchschnittlicheren Romanen Christies ist, ist auch hier erstaunlich, wie oft die Autorin es schafft, ihre Leser zu verunsichern. Poirot und Hastings sind ein erstaunlich harmonierendes Gespann und die Erzählposition eines Hastings ist bis ins letzte Detail durchdacht. Seine Unwissenheit im Zusammenspiel mit den fortwährenden Belehrungen des Poirots schaffen erst die Verstärkung der Position des Lesers, der sich immer wieder über die korrekte Zusammenfügung von Aussagen und Indizien Gedanken macht. Nochmals wirklich erstaunlich, wie viele alternativ mögliche Tathergänge Poirot auf diese Art und Weise entwickelt.

Leider endet dieser Roman für viele Leser immer wieder mit der Enttäuschung, den wahren Täter bereits früh gekannt zu haben. Dafür scheinen Tathergang, Motiv und Zeugenaussagen zu eindeutig und Poirot nimmt dies auch sehr früh als Alternative auf. Wohl genau hierin mag das Kalkül der Autorin nicht unbedingt aufgegangen zu sein. Durch die vielen Indizien, die gegen den tatsächlichen Tathergang sprechen, kann sie letztlich nicht das Gefühl beim Leser beseitigen, den Täter bereits gekannt zu haben.

Ihre Meinung zu »Agatha Christie: Dreizehn bei Tisch«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

EdgarAllan zu »Agatha Christie: Dreizehn bei Tisch« 31.03.2009
Gleich zu Beginn kann man den Täter schon erahnen, zu viele Hinweise und Details führen auf seine Fährte. Nichts destotrotz schafft Christie es erneut mittels geschickt gestreuter Indizien und Aussagen den Leser auf falsche Fährten zu führen und so den ersten Verdacht für kurze Zeit vergessen zu machen.
Eine ungewöhnliche Story, doch leider (k)ein überraschendes Ende.
Stefan83 zu »Agatha Christie: Dreizehn bei Tisch« 27.02.2009
Für Hercule Poirot, den belgischen Meisterdetektiv mit dem gewissen Mangel an Bescheidenheit, ist dieser Fall wohl eher eine persönliche Niederlage, denn viel zu lange tappt er diesmal im Dunkeln, bis ihn schließlich nur der Kommentar eines wildfremden Passanten auf die Lösung bringt und die wahren Zusammenhänge erkennen lässt. Sein getreuer Freund Hastings, Erzähler der Poirot-Geschichten, hat ihn dennoch niedergeschrieben, wodurch wir Krimi-Fans einmal mehr in den Genuss eines kurzweiligen Detektivromans mit dem kleinen Belgier kommen.

Agatha Christie legte 1933 mit "Dreizehn bei Tisch" ihren achten Fall mit Hercule Poirot vor und dieser kann angesichts ihrer 73 Kriminalromane noch als Frühwerk bezeichnet werden, wenngleich sich die Autorin zu diesem Zeitpunkt längst einen Namen im Genre gemacht hatte. Und auch hier zeigt sie einmal mehr, warum man sie mit dem Titel "Queen of Crime" adelte. Diesmal hat Poirot es mit einem wahrlich ungewöhnlichen Fall zu tun:

Der belgische Detektiv wird von der Schauspielerin Jane Wilkinson gebeten, ihren Mann, Lord Edgware, davon zu überzeugen, in eine Scheidung einzuwilligen, da sie beabsichtigt erneut zu heiraten. Andernfalls sieht sie sich genötigt andere Wege zu finden, um eine Trennung herbeizuführen. Poirot ist von ihrer Offenheit gleichfalls schockiert und überrascht, und willigt ein, in der Hoffnung damit ein mögliches Verbrechen zu verhindern, zu dessen Ausführung die selbstsüchtige und moralfreie Jane Wilkinson absolut fähig zu sein scheint. Gemeinsam mit Hastings sucht er den Lord auf, der ihnen ebenso überraschend eröffnet, bereits vor sechs Monaten seiner Frau in einem Brief, der wohl auf dem Weg verloren gegangen ist, sein Einverständnis mit der Scheidung erklärt zu haben. Das Problem scheint gelöst und Poirot teil der Lady Edgeware die freudige Nachricht mit. Am kommenden Morgen findet man den Lord tot auf. Er wurde in seiner Bibliothek erstochen. Für die Tat hat Lady Wilkinson, die zwei Bedienste des Lords beim Betreten des Hauses gesehen haben wollen, ein perfektes Alibi. Mit zwölf anderen Personen hat sie den Abend an dem der Mord geschah verbracht: Es saßen "Dreizehn bei Tisch". Wer also war es?

Wieder mal eine typische Whodunit-Ausgangskonstellation, aus der Agatha Christie dieses Mal allerdings nicht so viel macht, wie möglich gewesen wäre. Zwar schafft sie es erneut mittels geschickt gestreuter Indizien und Aussagen den Leser auf falsche Fährten zu führen. Einen offensichtlichen Verdächtigen behält man aber stets im Auge. Mit einer sonst so genialen und völlig verblüffenden Lösung kann "Dreizehn bei Tisch" diesmal leider nicht aufwarten, was den Lesespaß aber in keinster Weise hemmt. Stattdessen erfreut man sich an Christies raffinierten Irrungen, den köstlichen Figuren und einem bestens aufgelegten Hercule Poirot, der im Verlauf der Ermittlungen eine erstaunliche Zahl von möglichen Tathergängen entwickelt. Auch wenn das Kalkül der Autorin, den Leser aufs Glatteis führen zu wollen, am Ende nicht voll aufgeht:

Insgesamt ist "Dreizehn bei Tisch" ein routinierter, solide geschriebener Whodunit aus der Feder der "Queen of Crime", der bestens unterhält und an dem Fans des klassischen Kriminalromans sicherlich ihre Freude finden werden.
3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Krimi-Tina zu »Agatha Christie: Dreizehn bei Tisch« 10.02.2009
Hercule Poirot wird von der Schauspielerin Jane Wilkinson gebeten, ihr zu helfen, sich von ihrem Mann zu trennen. Welcher der Krimi-Logik folgend natürlich kurze Zeit später ermordet aufgefunden wird. Es folgt das bekannte Verwirrspiel, in dem jeder verdächtig erscheint und keiner eine ganz reine Weste hat.
Allerdings hat es sich Frau Christie hier mit dem Plot tatsächlich ein wenig zu leicht gemacht. Der tatsächliche Täter ist früh klar. Schon aus Mangel an Alternativen. Was bei einem whodunnit nicht sein sollte. Ich gebe zu, ich habe die ganze Zeit noch auf irgendeine überraschende Wendung gewartet, die mir zeigt dass ich völlig falsch lag.Die kam leider nicht. Somit war das Ende ein bisschen enttäuschend.
Dennoch ein nettes Buch für zwischendurch. Schön geschrieben mit der üblichen Sammlung skurriler Charaktere. 70°
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Carsten zu »Agatha Christie: Dreizehn bei Tisch« 09.10.2008
Mein 13ter Christie ( ja wirklich *g* ) ich habe ihn lustiger weise zusammen mit Nikotin bestellt. Lustig ist daran das in Nikotin eine Stelle vorkommt wo es auch um den Aberglauben von 13 zu Tisch geht. Da musste ich beim lesen schon lachen.

Nun aber zum Buch selber. Da man mit der Zeit Christies Kniffe ganz gut kennt habe ich diesmal zum bisher ersten mal genau richtig gedacht. Freilich wäre ich niemals in der Lage gewesen so wie Poirot alle Zusammenhänge oder gar das Motiv zu erkennen. Aber den Täter und auch den Trick richtig erraten zu haben reicht mir:D.

Routiniert spult Christie das gewohnte ab. Viele Verdächtige, viele falsche Fährten und ein überraschendes Ende.

Mir hat das Buch wie die anderen 12 sehr gut gefallen.

Hm. 90 Grad
CharlyDD zu »Agatha Christie: Dreizehn bei Tisch« 19.07.2008
Diesmal ist es schwierig das Buch zu beurteilen, weil ich das Gefühl habe, es nicht mit der nötigen Konzentration gelesen zu haben.

Mein Bauchgefühl hat zwar den Täter schnell entlarvt, allerdings nicht auf Grund gesammelter versteckter Hinweise, sondern einfach weil ich es an Christies Stelle auch so gemacht hätte.
Gegen Mitte des Buches bin ich es leicht überdrüssig geworden mit Poirot von einem Verdächtigen zum nächsten zu hasten um dann völlig verzweifelt zurückzubleiben weil man mit seiner vermeintlichen Spur nicht weiterkommt.

"Dreizehn bei Tisch" ist eher mittelmäßig.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Klaus-Rudolf zu »Agatha Christie: Dreizehn bei Tisch« 15.08.2007
Wenn man so will, greift Christie hier auf den "Urvater" des modernen Krimis, E.A. Poe und seine Erzählung "Der gestohlene Brief" zurück. Das offensichtlichste übersieht man, weil es eben so "selbstverständlich" ist, dass niemand einen Gedanken daran verschwendet. Insoferen glaube ich den hier zu Wort gekommenen "Hellsehern" (wir haben alles vorher gewusst) nicht ganz. Genauso wie ich haben Sie einen starken Anfangsverdacht gehabt, aber sooo dumm kann doch kein Mörder sein, es muss komplizierter sein. War es aber nicht!!! Das offensichtlichste war in der Tat die Lösung!! Eben - wir hatten doch recht und den Mörder sofort entlarvt.
Einziger kleiner "Staubfleck" - das der Mörder genau diese Mordmethode kannte/beherrschte, war etwas weit hergeholt, aber wohl der Dramaturgie geschuldet.
oemchenli zu »Agatha Christie: Dreizehn bei Tisch« 15.03.2006
Wieder mal ein echter Christie, scheinbar viele Verdächtige, Poirot läuft gedanklich angespannt nach links dann wieder nach rechts und dann plötzlich kommt die große Erleuchtung, und Hilfe von Captain Hastings seinen guten Freund hat er auch, da ist das mal sehr herzerfrischend wenn sie sich beide austauschen.

Filmisch gesehen kenne ich die Auflösung aber ich weiß nicht wo ich’s hin stecken soll.

Gruß oemchenli
kristof koesfeld zu »Agatha Christie: Dreizehn bei Tisch« 14.02.2006
Auch bei diesem Buch ist es einfach wieder schön das der Verdacht zwischendurch immer wieder auf andere Leute fällt und man ständig aufs neue glaubt zu wissen wer der Mörder ist -- und dennoch eines neuen beleert wird.
Hastings würde genau wie der Leser auch,die falschen Leute beschuldigen!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Steffen zu »Agatha Christie: Dreizehn bei Tisch« 01.12.2005
Wenn ich mir hier die Kommentare zum Roman durchlese, frage ich mich bei manchen, wie man hinter die Geschichte bzw. die Morde kommen kann. Gibt es Seminare wo man lernen kann, schnellstmöglich herauszufinden wer der Mörder in Christie-Büchern ist?
Außerdem fand ich es teilweise sehr verwirrend aufgrund der vielen Personen die in diesem Buch mitgewirkt haben.
Was mir an allen Christie-Büchern gefällt ist die "vornehme" und etwas altmodische Sprache der Protagonisten.
Ham zu »Agatha Christie: Dreizehn bei Tisch« 06.09.2005
Wer tötete Lord Edgware? War es seine Frau oder ihre Doppelgängerin? Wieder einmal benutzt A.C. Verwechslungen und Rollentausch für ihre Story. Wenn man viele ihrer Romane kennt, fällt die Lösung nicht schwer, so dass ich diesen Roman auch nicht unbedingt gelesen haben muss...76°.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 19.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Dreizehn bei Tisch

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: