Der Tod auf dem Nil von Agatha Christie

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

deutsche Ausgabe erstmals 1959 .
Ort & Zeit der Handlung: Ägypten, 1930 - 1949.

  • : Scherz, 1959. Übersetzt von Pieke Biermann. 320 Seiten.

'Der Tod auf dem Nil' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Für Männer ist Linnet Ridgeway schlicht bezaubernd. Frauen bekommen bei ihrem Anblick messerscharfe Lippen. Nur sie selbst hält sich für harmlos. Als Hercule Poirot neben ihrer Leiche steht, sagt er einfach: »Die meisten Liebesgeschichten sind doch nur Tragödien.« Diese hier bringt seine kleinen grauen Zellen zum Rotieren.

Das meint Krimi-Couch.de: »Mord im Tal der Könige« 96°Treffer

Krimi-Rezension von Stefan Heidsiek

Im Laufe ihrer langen Karriere als Autorin hat Agatha Christie mehr als eine Handvoll hervorragender Kriminalromane auf Papier gebracht, doch kaum einer wird so mit der englischen »Queen of Crime« in Verbindung gebracht, wie »Der Tod auf dem Nil«.

 Wann immer ihr Name fällt, hat man unwillkürlich gewisse Bilder im Kopf, die natürlich in erster Linie der äußerst gelungenen Verfilmung aus dem Jahre 1978 zu verdanken sind. Sir Peter Ustinov in der Rolle des Hercule Poirot hat geprägt und wird, trotz des neueren Films von 2004, in dem David Suchet den belgischen Meisterdetektiv verkörpert, und welcher sich noch näher an der literarischen Vorlage orientiert, stets im Bewusstsein der meisten verankert sein. Das Buch selbst gelesen haben, wann immer man sich im Freundeskreis umhört, dann aber nur die wenigsten. Sehr bedauerlich, ist doch Der Tod auf dem Nil nicht nur einer der erfolgreichsten, sondern auch der besten Romane von Agatha Christie. Neben der spannend erzählten Geschichte, in der es nicht allein bei einem Mord bleibt, liegt der Reiz dieses Buchs besonders im Ort der Handlung begründet: dem Raddampfer »Karnak«, während seiner Fahrt auf dem Nil zwischen Assuan und Abu Simbel.

 Auf diesem befindet sich auch Hercule Poirot, der in der Hoffnung nach Ägypten gereist ist, ein paar ruhige Tage im Tal der Könige verbringen zu können. Mit ihm an Bord: Eine ganze Reihe verschiedenster Reisegäste, aus ebenso vielen Schichten, unter ihnen die unglaublich reiche, hoch intelligente und wunderschöne Linnet Ridgeway. Sie hat alles was das Herz begehrt, und das ist, so die Meinung etlicher Passagiere, eindeutig zu viel, um gerecht zu sein. Für die selbstbewusste junge Linnet jedoch scheint es keinerlei Hindernisse zu geben. Sie ist überzeugt davon, dass mit Geld, energischem Auftreten und einem bezaubernden Lächeln, alles in ihrem Sinne geregelt werden kann. So ist es wenig verwunderlich, dass sich an ihrer Seite ihr frisch gebackener Ehemann Simon Doyle befindet, der ehemalige Verlobte ihrer besten Freundin Jacqueline de Bellefort. Linnet, neidisch ob des Liebesglücks der beiden, hatte diesen kurzerhand »Jacky« ausgespannt. Kochend vor Zorn und zum Kummer des besorgten Poirot, reist die Verstoßene jetzt dem neuen Traumpaar der High-Society nach. Wie ein verzweifelter, unglücklicher Schatten verfolgt sie die beiden und übt auf diese Art und Weise rächenden Psychoterror aus. Poirot, der eine Tragödie befürchtet, warnt Jacky vor den möglichen Folgen ihrer Taten, findet jedoch bei ihr kein Gehör.

 Als sich Simon und Linnet dann dazu entschließen, Jacqueline zu ignorieren, eskaliert die Situation: Völlig betrunken schießt die Verschmähte eines Nachts in der Schiffsbar auf ihren ehemaligen Geliebten und verletzt ihn schwer. Betroffen über ihre eigene Tat erleidet sie daraufhin einen Nervenzusammenbruch. Das nun einbrechende Chaos wird kaltblütig ausgenutzt: Die millionschwere Linnet, die noch kurze Zeit vorher behauptete, »keinen Feind auf der Welt zu haben«, wird am nächsten Morgen tot in ihrer Kabine aufgefunden. Im Schlaf durch einen aufgesetzten Kopfschuss getötet, und damit genau so, wie Jacky es die letzten Tage angedroht hatte. Hercule Poirot und Colonel Race, der an Bord einen Geheimauftrag für die britische Regierung ausführt, nehmen die Ermittlungen auf…

 Der Plot mag wie der x-te Aufguss eines typischen Whodunits klingen, doch es ist die Ausführung, welche diesmal von Christie besonders hochwertig gestaltet wird. Mit der richtigen Balance zwischen psychologischer Betrachtung der Charaktere und Krimihandlung gelingt es der »Queen of Crime«, ein atmosphärisch äußerst dichtes Rätselspiel zu Papier zu bringen, das den Leser ein ums andere Mal auf die falsche Fährte führen wird. Ein jeder scheint hier ein Motiv gehabt zu haben, aber keiner die Gelegenheit zur Ausführung des Mordes. Wer ist also der Täter? Selten wurde diese Frage von Agatha Christie so spannend ins Szene gesetzt wie in diesem Buch. Nach heutiger Sicht sind dabei die einzelnen Typen der Verdächtigen natürlich etwas veraltet, aber es ist gerade diese Verschrobenheit der feinen Gesellschaft, welche der Geschichte ihren Charme verleiht. Die hochwohlgeborene, tyrannische Miss van Schuyler, die exzentrische Autorin von Skandalromanen Mrs. Otterbourne, der überzeugte junge Kommunist Mr. Ferguson, Linnet Doyles dubioser Treuhänder Mr. Pennington. Wie schon beim Mord im Orent-Express scheint das Zusammenleben auf engen Raum dem Verbrechen äußerst förderlich zu sein. Und wie dort, so müssen auch hier Poirots kleine graue Zellen Höchstarbeit leisten.

 Selbiges gilt für den Leser, dessen Aufmerksamkeit bereits schon am Anfang stark gefordert ist, um im Wust der vielen vorgestellten Figuren den Überblick zu behalten. Bis der Mord dann letztendlich geschieht, dauert es knapp 140 Seiten. Eine für Christie-Verhältnisse lange Zeit, in der sich jedoch die Spannung kontinuierlich aufbaut und eine emotional aufgeladene Stimmung ein Beiseitelegen des Buches unmöglich macht. Wie dann Hercule Poirot mithilfe seiner analytischen Methoden und Gedanken die Nachforschungen abschließt, ist ebenso einfalls- wie geistreich. Und manchem Leser werden dann auch spätestens an diese Stelle, die eklatanten Unterschiede zur '78er Verfilmung auffallen, welche nämlich in vielerlei Dingen völlig andere Wege geht. Agatha Christie war Zeit ihres Lebens an Ägypten interessiert und hat das Land einige Male bereist. Die Faszination des Landes und seine unverwechselbare Atmosphäre hat sie in diesem Werk für alle Zeiten eindrucksvoll eingefangen.

 Insgesamt ist Der Tod auf dem Nil ein Whodunit auf dem allerhöchsten Niveau, dessen Auflösung man getrost als genial bezeichnen kann und der wieder einmal beweist, dass Christie den Namen »Queen of Crime« ohne Zweifel verdient hatte und immer noch hat. Einer der Höhepunkte aus der Reihe um Hercule Poirot und ein Klassiker, der jedem Freund des guten, alten Rätselkrimis ans Herz gelegt sei!

Stefan Heidsiek, Februar 2010

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NomisBlackPearl zu »Agatha Christie: Der Tod auf dem Nil« 15.12.2009
Das Buch beginnt eigentlich sehr verwirrend durch die vielen Charaktere und ist am Anfang schwer zu lesen.
Aber es entwickelt sich zum sehr spannenden Krimi auch durch den scharfsinn und der Charaktere Hercule Poirot. Nur zum empfehlen. Mir ist das Lesen dieses Buches etwas schwer gefallen, da ich die Verfilmung mit Ustinov schon einige Male gesehen habe. Trotzdem fand ich es sehr spannend.
Seestern zu »Agatha Christie: Der Tod auf dem Nil« 28.10.2009
Ich fand es eigentlich nicht verwirrend bezüglich der vielen Charaktere. Ein sehr gutes, spannendes Buch, mein zweiter Christie-Krimi und bis jetzt mein Favorit. Hatte es in 10 Tagen durch. Poirot ist eine ganz tolle Figur. Ich würde Bücher von Agatha Christie nur im Original (englisch) lesen, weil da der ganze Sprachwitz auch mit rüber kommt und nichts durch die Übersetzung verloren geht.
Günther Lauterberg zu »Agatha Christie: Der Tod auf dem Nil« 30.09.2009
Hallo zusammen!
Der Film mit Peter Ustinov ist bestimmt allen Krimi Fans mehr im Gedächtnis als das Buch es jeh` sein wird.Ich habe mir das Taschenbuch erstmals 1985 in Grichenland gekauft und nur teilweise im Urlaub gelesen (keine ausreichende Ruhe gefunden).Erst einige Jahre später fand ich die Ruhe um es erneut anzugehen. Die Personen waren auf den Ersten Blick verwirrend und ich musste einige male zurückblättern und erneut nachlesen. Das Taschenbuch hat mich aber danach auf vielen Reisen begleitet und wurde immer zu einer spannenden Unterhaltung.Nun... wieder einige Jahre später.. habe ich das Buch erneut (4. oder 5. mal ganz) gelesen und konnte die Nächsten Seiten fast nicht abwarten. Eigentlich kannte ich schon alles, aber irgendwie war ich immer wieder auf`s neue überrascht.Man kann dieses Buch vermutlich nicht beim 1. mal richtig lesen und die Zusammenhänge erkennen. Zusehr ist der Leser (ich jedenfalls) der Ablenkung durch die einzelnen Namen der Beteiligten Personen unterlegen.
In der heutigen hektischen Zeit sind die Filme über den Tod auf dem Nil vermutlich angesagter, aber ich kann das Buch nur jedem Krimi Fan empfehlen.Nur beim 1. Lesen kündigen sich bestimmt Schwierigkeiten an wenn man nicht 100% bei der Sache ist. Ich habe mir das Buch übrigens nochmal gekauft, da mein altes Taschnbuch die vielen Reisen nicht mehr verheimlichen kann.
Und nicht vergessen., das Buch soll unterhaltend sein und das ist es bestimmt.
Viel Spass beim Lesen
G.L.
LORENA.B zu »Agatha Christie: Der Tod auf dem Nil« 24.09.2009
Okaay mein zweiter Kommentaar haha
ich finde das Buch Ja schon gut doch da ich selber eigentlich solche Romane nicht sehr gerne maag ...

Finde ich es nicht so gut.

Das ist meone Bewertung naja
Es war schonm anchmal spannend aber
nihct soo das ICH unbedingt weiterlesen muss/will.


Das Buch ,,Der Tod auf dem Nild ''
kann man unterschiedlich einschätzen .
und ICH persönlich würde es nicht weiterempfehlen .
0 von 5 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Torsten Janssen zu »Agatha Christie: Der Tod auf dem Nil« 24.09.2009
Lieber DERINTROLAS (komischer Name), sicherlich kann man über Bücher geteilter Meinung sein, aber dir ganz persönlich würde ich empfehlen "Der Tod auf dem Nil" (der übrigens zweifelsfrei einer der berühmtesten Kriminalromane der Welt ist) noch mindestens 30mal zu lesen, dann wird sich Deine Ausdrucksmöglichkeit und Rechtschreibung sicherlich um einiges verbessern. Gruß Torsten Janssen
3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Lorena zu »Agatha Christie: Der Tod auf dem Nil« 23.09.2009
Das Buuch war eigentlich guut außer das immer zu viel drumrum geredet wurde fand ich schlechth und dieses Buch fand meine ganze klauus auch nicht guut


ich würde es auch nicht weiterempfehlen ...

Es wäre besser für etwas ältere leute (reifere) geignet doch in meinem alter .. nein nein ..


ich fand es nicht guut..
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Lisa zu »Agatha Christie: Der Tod auf dem Nil« 06.04.2009
Wir lasen das Buch mit meiner Klasse und wir fanden den Buch sehr gut.

Ausser dass man am Anfang nicht wusste
wer wer ist; da es ja viele Charakter gab.

An sonstem war das Buch sehr spannend.Man wusste nie wer der Täter ist und das war sehr aufregend.

Ich bin schon gespannt auf das nächste Buch von Agatha Christie.

Ich empfehle das Buch an allen; das müsst Ihr einfach lesen!!

Viel Spass!!
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CharlyDD zu »Agatha Christie: Der Tod auf dem Nil« 19.10.2008
Hercule Poirot und Colonel Race ermitteln wieder als unschlagbares Team zusammen. Um den Verbrecher zügig zu entlarven dem der Colonel nachjagt sollte man vorher "Der Mann im braunen Anzug" gelesen haben.

Mit den gefühlten 100 Personen hatte ich am Anfang leichte Startschwierigkeiten und musste ab und zu mal zurückblättern um zu schauen wer welche Rolle zu spielen scheint. Christie lässt sich diesmal auch sehr viel Zeit bis die erste Leiche ihren Auftritt hat. Der Leser wird aber schnell durch mehrere folgende Morde entschädigt.

Für geübte Christie-Leser sollte es kein Problem darstellen ihre Absichten zu durchschauen und den Fall vor Poirot zu lösen.

Faszit: "Der Tod auf dem Nil" überzeugt durch glänzende Charaktere, einer gut durchdachten Geschichte und brillianten Schreibweise. Es ist mit einer ihrer besten Krimis und sollte unbedingt gelesen werden.
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Miss Doyle zu »Agatha Christie: Der Tod auf dem Nil« 30.05.2008
"Tod auf dem Nil" ist ca. mein 21. Buch von A. Christie. Und langsam mache ich Fortschritte was die Auflösung der Fälle angeht, dieses mal habe ich von Anfang an sogar richtig gelegen. Wie die meisten der Bücher von der Autorin habe ich das Buch meistens in zwei Tagen durch weil ich einfach unbedingt das Ende wissen will denn ich liebe dieses "meine-güte-schon-wieder-ganz-anders-als-man-dachte-ende-und-agatha-christie-hat-geniale-einfälle-"-Gefühl was sich dann bei mir einstellt.

Am Anfang war es ein bisschen verwirrend mit den vielen Charakteren aber nach der Zeit kennt man jeden. Erinnert hat es mich an Mord im Orientexpress. Gäbe es Sterne zu vergeben würde ich von fünf vier vergeben. Aber: Lesen
Michael zu »Agatha Christie: Der Tod auf dem Nil« 25.04.2008
Der Film aus den späten siebziegern mit Staraufgebot ist längst ein Klassiker und immer wieder sehenswert;den Roman jedoch kann er nicht übertreffen:Stellenweise völlig andere Charaktere treten in diesem grandiosem Buch auf,welche im Film gar nicht erst erwähnt wurden.Fazit:Erst lesen,dann schauen...
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