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Thomas Gisbertz
Mäßiger True-Crime-Thriller

Buch-Rezension von Thomas Gisbertz Okt 2020

Dr. Fred Abel muss vor Gericht in einem besonders schweren Fall von Misshandlung aussagen: Ein 22 Monate altes Mädchen hat gleich zwei massive Schädel-Hirn-Traumata erlitten, die nicht von einem einfachen Sturz herrühren können, wie es dessen Mutter behauptet. Bei dem Opfer, das aufgrund der Verletzungen mit schweren Spätfolgen rechnen muss, handelt es sich ausgerechnet um die Nichte von Abels langjähriger Kollegin Sabine Yao. Das Verhältnis zwischen den beiden Rechtsmedizinern wird durch die Geschehnisse einer harten Belastungsprobe unterzogen…

Brutaler Mord

Währenddessen findet Privatermittler Lars Moewig, ein alter Freund Fred Abels, im Berliner Kickbox-Club „Drachenhöhle“ eine mehr als grausam zugerichtete Leiche in einem Boxsack, in dem das Opfer scheinbar zu Tode geprügelt wurde. Moewig bittet Abel unmittelbar um Hilfe. Schon bald führen ihre Nachforschungen beide in die Welt libanesischer Drogen-Clans, die ihre ganz eigenen Vorstellungen von Recht und Gerechtigkeit haben.

Neuer Co-Autor

Über Autor Michael Tsokos muss man nicht mehr viel sagen: Er leitet seit 2007 das Institut für Rechtsmedizin der Berliner Charité und das Landesinstitut für gerichtliche und soziale Medizin in Berlin. Tsokos ist Deutschlands bekanntester Forensiker. 2014 gründete er in Berlin die erste Gewaltschutzambulanz. Bekanntheit erlangte Tsokos auch durch zahlreiche Sachbücher, in denen er über seine Arbeit in der Rechtsmedizin berichtet, sowie die beiden Thriller-Reihen um Paul Herzfeld und Dr. Fred Abel. Zerrissen ist der nunmehr vierte Band über die BKA-Einheit für Extremdelikte, der Abel angehört.

Neu ist diesmal der Co-Autor: Nachdem Tsokos in den ersten drei Bänden der Fred-Abel-Reihe von Schriftsteller Andreas Gößling (Rattenflut u.a.) Unterstützung erhielt, steht nun der ehemalige BILD-Nachrichtenchef Wolf-Ulrich Schüler an seiner Seite. Schüler ist seit 2019 stellvertretender Chefredakteur in der Zentralredaktion der Mediengruppe RTL.

Bewegend bis klischeehaft

Thematisch ist Tsokos‘ neuester True-Crime-Thriller brandaktuell - das gilt insbesondere für das Auftreten der sogenannten Clans, problematischer arabischer Großfamilien, derer sich in den letzten Monaten auch die Tagespresse häufig annahm. Zuletzt rückte die Clankriminalität in NRW - speziell dem Ruhrgebiet - oder auch die Klage des bekannten Rap-Sängers Bushido gegen einen Clan-Chef und Ex-Geschäftspartner in den Fokus der Öffentlichkeit.

Des Weiteren weiß keiner besser als der Berliner Rechtsmediziner Tskokos, dass die im Roman dargestellten Fälle und Schicksale leider keine Fiktion, sondern oftmals traurige Realität sind. Insofern hat es der Leser - wie bei allen Romanen des Autors - in der Tat mit wahren Verbrechen zu tun. Tsokos selber weist im Nachwort auch darauf hin, dass in seinen Augen nur „echte[n] Profis“ eine literarische Verarbeitung wahrer Kriminalfälle gelingen kann.

Allerdings sind die beiden Autoren im Bereich des fiktionalen Schreibens weniger professionell vorgebildet; ein Sachbuch würde für die Geschichten daher angemessener sein, denn die Darstellung der mitunter berührenden Schicksale verliert durch die zu sachliche Schilderung und die trockene, fast schon hölzerne Sprache an Ausdrucksstärke. Der Leser wird regelrecht von Fall zu Fall gehetzt, bekommt es mal mit medizinischem Fachjargon, mal mit nüchternen Obduktionsergebnissen oder mit einem der gefühlt 100 Cliffhanger zu tun.

Das Autoren-Duo lässt sich keine Zeit für seine Figuren oder die Geschichten hinter den Geschichten. Es wäre interessant gewesen, die sogenannten Clans nicht nur als kriminelle und höchst brutale Sippschaft darzustellen, die das Recht stets in die eigenen Hände nimmt, sondern stärker die internen Strukturen und familiären Erwartungen in den Vordergrund zu rücken. So bleibt es bei einer zwar weitgehend richtigen, aber insgesamt zu oberflächlichen Beschreibung. Das gelingt dem Profiler Axel Petermann in seiner True-Crime-Reihe, die er in Zusammenarbeit mit Claus C. Fischer veröffentlicht, bedeutend besser, da sie stärker die Perspektive des Täters einnehmen – hier fehlt diese fast gänzlich.

Vielleicht würde man auch mehr Tiefe in der Handlung erreichen, wenn sich das Team um Dr. Abel - auch anders als in der Wirklichkeit - nur mit einem Fall beschäftigen würde, statt zahlreiche Nebenplots aufzubauen, die letztendlich keine Rolle spielen und nur am Ende kurz aufgeklärt werden.

Zähes Lesen

Wenn Tsokos und Schüler versuchen, Fred Abel eine persönlichere Seite zu geben, indem sie auf dessen Privatleben und seine Beziehung zu seiner Partnerin Lisa eingehen, dann geht das gründlich daneben. So möchte unter anderem Abels Freundin ihm gleich zu Beginn der Handlung etwas sehr Wichtiges mitteilen. Leider braucht sie dafür den ganzen Roman, sodass man oftmals genervt rufen will: „Jetzt sag es ihm endlich!“

Des Weiteren wollen die Kapitel, die sich mit dem Privatleben des Rechtsmediziners beschäftigen, so gar nicht zum Rest des Romans passen. Insgesamt wirkt die Darstellung des Geschehens oftmals so blutleer wie manche Leiche auf dem Sektionstisch der Hauptfigur. Allein die kurzen Kapitel sorgen für Abwechslung und Tempo.

Fazit

Mit Zerrissen gelingt dem Autoren-Duo Tsokos/Schüler ein hochaktueller True-Crime-Thriller, der diesen Namen inhaltlich auch verdient hat. Aber ein Roman ist eben mehr als das bloße Schildern von Gewalttaten, Brutalität und Verbrechen. Seinen besonderen Reiz erhält das Buch sicherlich durch das Bewusstsein des Lesers, es mit weitgehend realen Fällen zu tun zu bekommen. Wer einen sprachlich anspruchsvollen, in die Tiefe gehenden Thriller sucht, wird hier aber weniger gut bedient.

Zerrissen

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Letzte Kommentare:
15.11.2020 12:41:22
KlausA

Tja, damit hat es Michael Tsokos endgültig auf meine Ignore-Liste geschafft. Die Geschichte ist an vielen Stellen so unglaubwürdig und realitätsfremd, dass auch der Hinweis am Ende des Buches, dass viele Szenen aus dem "richtigen Leben" stammen nur für einzelne Sätze gelten können. Dass scih hinter dem Wohnzimmerschrank ein Raum für Drogenverstecke befindet und die Drogenhändler und Mörder in der Wohnung quasi ein- und ausgehen, wie sie wollen; dass sie dabei auch Türen auflassen und Taschen vergessen, dass sie im Schrank sitzen und eines der beiden kleinen Mädchen beinahe tottreten und das andere völlig ignorieren; dass das zufällig die Nichte der Kollegin ist; dass ein anderes Mordopfer zufällig vom Freund gefunden wird und vor allem, dass am Ende die Polizei so dämlich reagiert wie sie es denn dann tut: wenn das alles Wirklichkeit ist, dann lese ich lieber Fiktion. Und wenn der Autor das aber als "aus der Wirklichkeit entnommen, weil selbst erlebt" verkaufen möchte, gerne, an wen immer er will aber halt nicht mehr an mich. Ich lese sehr wohl die anderen Kritiken und sehe, dass der Roman offensichtlich auch etlichen gefällt. Also: jedem so wie er mag. Ich mag halt nich tmehr.

28.10.2020 10:01:40
gerlisch

Persönlicher FAll von Abel's Kollegin Sabine Yao

Wow, was für ein spannender Thriller. Michael Tsokos hat hier mit dem 4. Teil um Fred Abel und seinem Team wieder eine Story geschaffen, die eine Mischung aus realen Begebenheiten aus seinem Tätigkeit als Rechtsmediziner und fiktiven Handlungen beinhaltet.

Der Leser wird hier entführt nach Berlin in die Szene der Familienclans und der organisierten Krminalität. In diesem Teil ermittelt Abel im Fall einer Kindesmisshandlung die die Familie seiner Kollegin Sabine Yao betrifft. Außerdem bittet sein alter Feund Lars Moewig um Hilfe, als er im Boxclub eine Leiche in einem Boxsack findet.

Obwohl im Laufe der Story schon im Großen und Ganzen klar wurde wie es mit der Handlung weitergeht, war der Thriller von der ersten bis zur letzten Seite sehr spannend. Die detaillierten Beschreibungen der Sektionen "mit einem knackenden Geräuch zerteilte Rippen" ließen mich beim Lesen zusammenzucken.

Interssant aber auch erschreckend fand ich den Hinweis am Ende des Buches, wo der Autor Vergleiche zu seinen realen Fällen zieht.

Auch den versprochenen nächsten Teil muss ich unbedingt lesen.

27.10.2020 15:46:35
HexeLilli

Das Cover ähnelt den Vorgänger Bänden, schwarz, grau mit rotem Titel. In diesem True Crime Thriller hat der Rechtsmediziner vom BKA für Extremdelikte, Fred Abel viele verschiedene Tote auf seinem Sektionstisch. Es wäre sicher besser gewesen hätte man sich nur auf den wichtigsten Fall konzentriert, die Anderen tauchten ja eh kaum wieder auf.
Die Nichte seiner Kollegin wurde mit schweren Hirnverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert, gelingt es Abel zu beweisen, dass die Mutter unschuldig ist? Ein Mann wurde in einen Boxsack eingenäht und zu Tode geprügelt. Er wird ausgerechnet von Abels besten Freund Lars Moewig gefunden. Bald kommt man auf die Spur eines Berliner Familien Clans, deren Leben aus Gewalt, Raub, Drogen, Prostitution und Geldwäsche besteht. Hier laufen viele Fäden zusammen.
Dieser nunmehr 4 Band in der Reihe braucht etwa 200 Seiten um auf Touren zu kommen. Die kurzen Kapitel springen zwischen den Schauplätzen hin und her. Die vielen medizinischen Fachbegriffe störten meinen Lesefluss und die Spannung hielt sich bis da in Grenzen.
Die zweite Hälfte des Buches verschlang ich dann in einem Rutsch, Nervenkitzel pur. Erschrocken war ich über die Brutalität und die Machenschaften des Familien Clans. Obwohl bekannt, können sie ungehindert ihr Unwesen treiben und die Polizei steht machtlos daneben, weil die Beweise fehlen.
Da am Ende noch einige Fragen offen bleiben, wird es sicher bald eine Fortsetzung geben. Ich kann das Buch gerne empfehlen, nur am Anfang nicht die Geduld verlieren.

06.10.2020 07:41:37
Isa

True Crime
Der vierte Band der Fred-Abel-Reihe beginnt mit einem spannenden Prolog und anschließend wird Fred Abel zu einem Fall von Kindesmisshandlung hinzugezogen. Im weiteren Verlauf eröffnen sich neben dem Rechtsmedizininstitut weitere Schauplätze mit Toten und den dazugehörigen Ermittlungen.
Das Buch ist eine Mischung aus True Crime und Fiktion. Der Alltag der Rechtsmedizin wird relativ detailliert und authentisch beschrieben. Aufgrund der verschiedenen Handlungsstränge und Wendungen bleibt der Spannungsbogen bis zum Ende erhalten und dann endet das Buch mit einem gemeinen Cliffhanger, der Fred Abels Privatleben betrifft. Die Protagonisten sind dynamisch, schlüssig und sympathisch gezeichnet. Der angenehme Schreibstil liest sich flüssig und mitreißend, ebenso tragen die kurzen Kapitel dazu bei. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven der Protagonisten erzählt. Lesenswert finde ich auch das Nachwort, worin der Autor beschreibt welche Ereignisse er als Vorlage zu diesem Buch genommen hat. Dem Autor ist es gelungen, die Parallelgesellschaften authentisch in die Handlung zu integrieren.

04.10.2020 13:02:06
Bibliothekarin

Tsokos mag ein genialer Rechtsmediziner und sympathischer Typ sein, aber schreiben kann er nicht. Banaler geht es kaum. Sorry, aber hier von Literatur zu sprechen, ist schon sehr mutig. Langatmig, klischeehaft und sprachlich platt.

04.10.2020 01:08:34
Darts

True-Crime-Thriller von Michael Tsokos versprechen immer Hochspannung und auch bei 'Zerrissen', dem vierten Teil mit dem Rechtsmediziner Fred Abel und seinem Team, wird man nicht enttäuscht.
Gleich der Einstieg in das Buch läßt einen etwas gruseln. Eine ältere Dame wurde für tot erklärt und wird in die Rechtsmedizin verbracht. Doch dort erwacht sie plötzlich wieder. Wie kam es zu dieser falschen Todeserklärung?
Dr.Fred Abel muß ein Gutachten erstellen; ein knapp zwei Jahre altes Mädchen wurde grausam zugerichtet und liegt nun im Koma. Laut Aussage der Mutter, hatte sie ihre Zwillinge unbeobachtet gelassen und geht von einem unglücklichen Sturz aus. Kann man ihr glauben? Die Verletzungen sprechen eine andere Sprache. Dr.Abel befindet sich in einer Zwickmühle mit seinem Gutachten, denn seine Kollegin Sabine Yao ist die Tante des kleinen Mädchens.
Dann bekommt er auch noch einen Anruf seines Freundes Jens Moewig. Dieser hat zusammen mit dem Besitzer eines Fitnessstudios einen Toten entdeckt. Eingenäht in einen Boxsack und totgeprügelt. Wie sich herausstellt, ist es der Sohn von dessen früheren Mentors und ist wohl irgendwie ins Drogengeschäft abgerutscht.
Und immer wieder stossen alle Ermittlungen, ob Polizei, LKA oder BKA auf die Familie Saad. Eine staatenlose Großfamilie aus dem Libanon, welche ihre eigenen Gesetze lebt. Diese Großfamilien, auch Clans genannt, sind hauptsächlich in Berlin, Bremen und im Ruhrgebiet ansässig.
Der Autor erklärt im Anhang, welche wahren Fälle er zugrunde gelegt hat, für diesen äußerst spannenden True-Crime-Thriller. Da bekommt der ganze Thriller noch einmal eine andere Dimension.
Das 400-seitige Buch ist durchgehend spannend und durch den flüssigen Schreibstil und die kurzen Kapitel sehr gut zu lesen. Allerdings nichts für schwache Nerven! Da es auf jeden Fall noch einen weiteren Band dieser Reihe geben soll, hoffe ich, dass es mit Fred Abel, Lisa Suttner und dem ungeborenen Kind ein gutes Ende nimmt und freue mich darauf, es bald zu erfahren.

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