Rotes Gold von Tom Hillenbrand

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2012 bei Kiepenheuer & Witsch.
Ort & Zeit der Handlung: Frankreich / Paris, 2010 - heute.
Folge 2 der Xavier-Kieffers-Serie.

  • Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2012. ISBN: 978-3-462-04412-6. 351 Seiten.
  • [Hörbuch] München: audio media, 2012. Gesprochen von Gregor Weber. ISBN: 3868046852. 4 CDs.

'Rotes Gold' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Seit der Luxemburger Koch Xavier Kieffer mit Frankreichs berühmtester Gastrokritikerin liiert ist, wird er zu den exklusivsten Events eingeladen. Doch das edle Dinner beim Pariser Bürgermeister endet bereits nach der Vorspeise: Rynosuke Mifune, Europas berühmtester Sushi-Koch, kippt plötzlich tot um. Die Diagnose lautet: Fischvergiftung. Doch Kieffer ist skeptisch und deckt schnell Widersprüche auf. Er taucht ein in die Welt der Sushiküche und muss erkennen, dass es Fische gibt, die teurer sind als Gold und wertvoller als ein Menschenleben.

Das meint Krimi-Couch.de: »Küchenmeisterdetektiv versus Fischmafia« 73°

Krimi-Rezension von Matthias Kühn

In Teufelsfrucht wurde Xavier Kieffer gegen seinen eigenen Willen zum Ermittler – herrlich unbedarft, tapsig und nicht ganz von dieser Welt. Wer Teufelsfrucht nicht kennt, sollte jetzt lieber nicht weiterlesen, sondern sich das Buch besorgen. Es lohnt sich.

Im Erstling deckt Kieffer eine Gemüseverschwörung auf und verhindert, dass ein Forscher aus der Schweiz die Gaumen der Welt mit einem neuartigen natürlichen Geschmacksverstärker in die Irre führt. Am Ende kam er ziemlich in Gefahr, und das Buch endete mit einem wirklich schönen Schlussgag, der die Freude auf den zweiten Fall zusätzlich ankurbelte.

Hier ist er also, der zweite Band – und natürlich muss da genau das fehlen, was Teufelsfrucht ausmachte: Dass Kieffer nämlich in den Fall hineinrutscht, ohne etwas dagegen tun zu können. Dieses Problem hat Tom Hillenbrand zwar ganz ordentlich gelöst, indem er sich an den Gefallen erinnert, den Kieffer dem Bürgermeister von Paris schuldet. Der hat ihn schließlich, auf Bitten von Valérie Gabin, aus den Klauen von Gero Wyss gerettet. Aber auch der recht schlaue Kniff, der aus Kieffer plötzlich einen richtigen Ermittler mit nach oben offenem Spesenkonto macht, kann nicht darüber hinwegtäuschen: Ganz glaubwürdig ist das leider nicht; zudem fehlt dadurch auch das Tölpelhafte, das Kieffer ausmachte.

Seit der Rettung ist rund ein Jahr vergangen, als Kieffer von Valérie zu einem außergewöhnlichen Ereignis eingeladen wird. Ereignisse sind für Kieffer natürlich immer kulinarischer Natur, und hier handelt es sich um ein Festessen im Musée d’Orsay, das der dekadente Bürgermeister zu Ehren des größten japanischen Sushimeisters in Europa gibt. Dann ist der tot, der Bürgermeister gerät in Bedrängnis und erinnert sich daran, dass Kieffer doch schon einmal einen Fall gelöst hat. Na ja, ein bisschen arg konstruiert ist das ja schon.

Egal, Kieffer stürzt sich in den Fall. Dass der Meisterkoch aus Japan sich nicht aus Versehen selbst vergiftet hat, liegt auf der Hand. Was aber sind die wahren Hintergründe? Mit ständig wiederkehrenden Exkursen über die japanische Küche, internationale Überfischung und den Thunfischfang sammelt der luxemburgische Koch Detail für Detail und setzt so ein wirklich gewaltiges Puzzle zusammen. Schön ist dabei, wie Kieffer aus seiner Vergangenheit ein kleines Netzwerk wiederbelebt; den Rest der Kontakte steuert Pekka Vatanen bei, EU-Beamter, Stammgast und bester – weil einziger – Freund des Kochs.

Hillenbrand stattet seinen Protagonisten diesmal mit einigen Zügen aus, die seine Zeitgenossenschaft untermauern und damit das Kauzige etwas demontieren. So erwähnt Hillenbrand, dass seine Figur beide Arten von Musik mag: gute (Talking Heads) und schlechte (U2). Außerdem läuft zwischen Kieffer und Valèrie Gabin eine Liebesbeziehung, die aus dem Einzelgänger einen beziehungsfähigen Mann macht – muss eigentlich nicht sein. Auch die plötzliche Bereitschaft zur körperlichen Gewalt überzeugt nicht ganz, auch wenn Kieffers Kraft – zumindest in den Händen – plausibel hergeleitet wird. Immerhin wichtig für den Fortlauf der Geschichte ist das Zugeständnis an eine moderne Kundschaft: Kieffer lässt in seinem Restaurant einen Internetzugang einrichten.

Hillenbrand hat unglaublich viel recherchiert für diesen Roman. Dass er die große Fülle seiner Rechercheergebnisse in den Roman packt, macht den etwas oberlehrerhaft und phasenweise nahezu langweilig: Da ist einfach zu viel an Erkenntnissen versammelt. Und die Liebe des Autors zur Technologie, die er im ersten Band noch unterdrücken konnte, kommt hier etwas zu sehr an die Oberfläche. Das zieht sich übrigens durch: Im letzten Drittel, in dem Rotes Gold immer mehr an Spannung gewinnt, stört das weniger, weil es besser in die Story integriert ist, aber selbst dort liest sich der Text manchmal wie ein Artikel in Geo. Höflich formuliert.

Natürlich: Hillenbrand gelingt es sehr kunstvoll, seine brillante Recherche in die Geschichte zu packen – oder umgekehrt. Wenn ich nächstes Mal beim Japaner ein Maguro-Sashimi genieße, werde ich sicher daran denken, welcher Aufwand betrieben wird, um diese Köstlichkeiten auch in die entlegensten Winkel der Welt zu verbreiten – und welche Folgen das alles hat.

Jetzt bin ich gespannt auf den nächsten Roman. Denn ein paar Fragen bleiben noch offen. Ob die dann geklärt werden, ist allerdings fraglich. Immerhin könnte Javier Kieffer seine Visitenkarte ändern; darauf müsste ab sofort stehen: »Regionale Küche, internationale Ermittlungen«. Wie international das schon in Rotes Gold ist, das verrate ich jetzt aber nicht.

Sprachlich konnte Hillenbrand das Niveau nicht ganz halten; es holpert doch immer wieder mal. Aber das ist bei deutschen Krimis leider üblich, meist viel schlimmer als hier; es wäre eigentlich die Aufgabe eines guten Lektorats, das zu entschlacken.

Es gibt übrigens in Rotes Gold wieder ein Glossar, das diesmal neben den luxemburgischen Spezialitäten auch einige Begriffe aus der japanischen Küche enthält. Und es wird wieder geraucht, was das Zeug hält. In vielen Kritiken zum Erstling hieß es, das ständige Rauchen störe; Hillenbrand hat sich das zu Herzen genommen: In Rotes Gold wird noch viel mehr geraucht.

Matthias Kühn, Oktober 2012

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trafik zu »Tom Hillenbrand: Rotes Gold« 17.01.2018
Durch einen Zufall bin ich auf dieses Buch gekommen. Ich kannte den Krimiautor Tom Hillenbrand überhaupt nicht.
Es ist das zweite Buch in der Reihe um den Spitzenkoch Xavier Kieffers. Es hat mich sehr überrascht.
Tom Hillenbrand versteht es sehr gut mit einem klaren Schreibstil eine sehr gute Stimmung zu erzeugen. Natürlich steht das Kochen im Mittelpunkt. Dies ist auch das einzige Problem bei diesem Buch. Man bekommt immer wieder bei den vielen genauen Beschreibungen von guten Essen, extrem Hunger.
Freue mich schon auf den nächsten Teil.
Georgio zu »Tom Hillenbrand: Rotes Gold« 09.08.2017
Grosser Schissendreck, nix de gute. Miese Kiefer hatte genomme bei die Schribe droge
TochterAlice zu »Tom Hillenbrand: Rotes Gold« 21.11.2015
ch liebe Sushi - und ich liebe Xavier Kieffer, den luxemburgischen Koch! In diesem spannenden Krimi hat man beides zusammen - was will man mehr?!

Es geht weiter mit Xavier - unkonventionell, sympathisch und ein Feinschmecker in jeder Hinsicht hat sich der Protagonist aus der "Teufelsfrucht" kein bisschen verändert: das freut die geneigten Leser, die bereits ungeduldig auf die Fortsetzung dieser stimmungsvollen Reihe gewartet haben.

Xavier gerät durch seine Freundin, die Pariser Gastrokritikerin - nein, wohlgemerkt DIE Gastrokritikerin überhaupt - Valerie in illustre Kreise: ein vom japanischen Sternekoch Mifune zubereitetes exklusives Sushi-Diner, zu dem Francois Allégret, der Bürgermeister von Paris einlädt und auf dem der Koch - quasi im Zenit seines Erfolges - auf fatale Weise zu Tode kommt -vergiftet durch das schwere Nervengift Tetrodotoxin, das aus dem Kugelfisch wie auch aus anderem Meeresgetier gewonnen wird.

Xaviers erhofftes romantisches Wochenende mit Valerie platzt aufgrund der aufwühlenden Entwicklungen, doch findet er Ablenkung durch ein Austernfrühstuck mit einem alten Freund - Japaner und ebenfalls Koch - durch den er aufschlussreiche Informationen zu Mifune, zur Kunst der Sushi-Zubereitung und den in Meerestieren enthaltenen Giften enthält. Der Termin mit Valerie wird vertagt, seine Überlegungen zum Todesfall jedoch nicht. In den ersten Stunden nach dem grausigen Ereignis wird ein fataler Unfall vermutet, doch es kommt schlimmer! Verbrecherische Taten, bei denen sich alles um den König der Meere, den Thunfisch, dreht! Und Xavier ist immer mittendrin: er schuldet Bürgermeister Allégret, der nun im Kreuzfeuer steht, nämlich noch einen Gefallen und der scheut sich nicht, ihn als Ermittler einzusetzen - ein Ermittler jedoch, dem sein Job mit kiloweise Stopfleberpastete "versüßt" wird...

Im zweiten Band dieser wundervollen luxemburgischen Serie geht es ganz schön zur Sache - von der leichten Behäbigkeit, die den ersten Teil durchzog, ist keine Spur mehr zu erkennen. Wer atmosphärische Krimis liebt, in denen Essen und Trinken eine große Rolle spielen, auf knackige Spannung aber nicht verzichten will - für den ist "Rotes Gold" wie gemacht! Herrlich, wie Hillenbrand die Atmosphäre sowohl in Paris als auch im beschaulichen Luxemburg einfängt! Aber ob das Rauchen am laufenden Band - fast keine Seite, auf der sich Xavier nicht mindestens einen Glimmstengel gönnt - unbedingt sein muss? Hier wird es als typisch französische und auch luxemburgische Eigenart verkauft: nun, ich kenne jede Menge überzeugte bis militante Nichtraucher sowohl aus Frankreich als auch aus den Benelux-Ländern, für die genussvolles Essen und Zigarettenqualm am besten auf zwei unterschiedliche Planeten verteilt sein sollten... mir scheint, der Autor will hier auf charmante Art ein ganz persönliches Laster legitimieren. Das stört mich ein ganz kleines bisschen, tut dem Lesevergnügen in ganz großem Stil jedoch keinen Abbruch.
vifu zu »Tom Hillenbrand: Rotes Gold« 30.04.2014
Da ich eine kleine Schwäche für Thunfischsteaks habe, mußte ich diesen Krimi lesen und habe nun viel dazugelernt.
Hillenbrand hat eine schön spannenden Plot entwickelt, auch wenn ich die Actioneinlagen nicht wirklich glaubwürdig finde! Aber egal, die Story liest sich flott und frau hat gleich wieder Lust auf ein wenig Luxemburg! Die touristischen Szenen sind schon sehr nett. Eine schöne Urlaubsbegleitung!
isbjoern zu »Tom Hillenbrand: Rotes Gold« 14.05.2013
Ein interessanter Krimi rund um den Thunfischhandel und die Sushi-Küche; ein sympathischer ermittelnder Koch; eine Ermittlung, die den Leser über die Großmärkte, Küchen und Meere halb Europas führt und in ein actionreiches Finale mündet. Liest sich flüssig und phasenweise spannend. Die eigentliche Ermittlung wirkt jedoch ein wenig erzwungen und das James Bond Finale hätte nicht sein müssen. Eine etwas realistischere Ermittlung hätte stilistisch besser gepasst. Trotzdem schönes Lesevergügen.
Kunstdirektor zu »Tom Hillenbrand: Rotes Gold« 25.03.2013
Wer schon immer alles über Thunfisch wissen wollte, in „Rotes Gold" erfährt man alles über diese bedrohte Tierart. Eingebettet in einen Thriller, der es in sich hat. Wer Teufelsfrucht gelesen hat, hat auch an diesem Krimi großes Vergnügen. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall des Meisterkochs, zumal er in jenem kleine Land agiert, das bei uns um die Ecke liegt.
RyanMalloy zu »Tom Hillenbrand: Rotes Gold« 01.08.2012
Xavier Kieffers zweiter Fall führt den Luxemburger Koch in die Welt des Fischhandels.
Diese ist eine skrupellose Geldmaschinerie, denn eine steigende Nachfrage trifft auf überfischte Meere, und nicht jede Fischart kann in Aquakultur gezüchtet werden. Die Idealisten, die den Fisch ehren und die Natur respektieren, stehen der konsumgetriebenen Fischindustrie im Wege. Und einige Geschäftsleute gehen über Leichen.
So schildert Tom Hillenbrand die Situation, und zum Teil ist da sicher auch etwas dran. Dennoch kommt der mahnende Zeigefinger für meinen Geschmack manchmal etwas zu deutlich durch. Der Krimi selbst ist spannend geschrieben, auch wenn es schwer zu glauben ist, dass es so glimpflich abgeht, wenn der Hobbydetektiv Kieffer sich in Gefahr begibt.
subechto zu »Tom Hillenbrand: Rotes Gold« 22.06.2012
Tödliches Omakase

"Rotes Gold" ist bereits der zweite Fall für den sympathischen Sternekoch und Hobbydetektiv Xavier Kieffer. Schauplätze sind diesmal Paris und Luxemburg sowie eine Insel im Mittelmeer. Xavier ist zusammen mit seiner Freundin Valérie, der Chefin des berühmten Guide Gabin, ins Orsay zu einem Sushi-Event geladen.

Während des Life Cookings, bricht der japanische Sushi-Meister vor seinen Gästen bewusstlos zusammen und stirbt noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Wie sich herausstellt, ist er an einem Nervengift gestorben, das bestimmte Fische in sich tragen. Hat er sich bei der Zubereitung des Essens selbst vergiftet oder handelt es sich um einen Anschlag? Noch in Paris stellt Xavier erste Nachforschungen an...

Mifune wird nicht der einzige Tote bleiben und auch viele Thunfische sterben. Hier hat der Autor ein heißes Eisen angepackt, denn der Rote Thun ist tatsächlich von Aussterben bedroht. Trotzdem waren mir die diesbezüglichen Informationen etwas 'too much' für einen Krimi. Dass "Rotes Gold" SF-Elemente enthält, finde ich dagegen genial.

"Teufelsfrucht", das Krimi-Debüt von Tom Hillenbrand, hatte mir viel Vergnügen bereitet. Denn beide Bücher sind nicht nur für Krimi-Fans ein Genuss, sondern auch für Hobbyköche. Obendrein sind die Romane sprachlich ein Leckerbissen, sehr locker und wohltuend formuliert. Des Weiteren hat der Autor am Ende wieder ein kleines Glossar mit seinem Küchenlatein beigefügt.

Insgesamt hat mir "Rotes Gold" nicht so gut gefallen wie der Vorgänger: zu viel Sushi im Allgemeinen und Thunfisch im Besonderen. Außerdem hätte der Krimi für meinen Geschmack etwas spannender sein können. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass immer noch zu viel geraucht wird. Alles in allem habe ich mich aber nicht nur gut unterhalten, sondern auch köstlich amüsiert.

Deshalb empfehle ich "Rotes Gold" hiermit gerne weiter! :-)
Mel.E zu »Tom Hillenbrand: Rotes Gold« 11.06.2012
Was du schon immer über Thunfisch wissen wolltest

Xavier Kieffer scheint die Toten anzuziehen wie die Motten das Licht und auch hier im zweiten Teil des etwas dicklichen Kochs aus Luxemburg scheint es so zu sein, das er in Dinge hineingezogen wird, die ihn verwirren und auf den neusten Mord ansetzen. Treibt ihn die Neugier oder ist es der Bürgermeister von Paris, dem Kieffer noch einen Gefallen schuldet? Der Bürgermeister war es, der einlud ins Pariser Musée d´Orsay um sich dort von einem der besten Sushiköche der Welt Ryuunosuke Mifune bekochen zu lassen. Es kommt aber wie es kommen soll und Mifune stirbt vor Kieffers Augen an einer Vergiftung durch Tetrodotoxin, einem schweren Nervengift. Alles sehr mysteriös und voller Rätsel. Ein Rätsel dem Kieffer schnell auf die Spur kommt. Finanziell unterstützt durch den Bürgermeister, der durch den Tod Mifunes in die Medien gekommen ist und nun seine Weste reinwaschen muss. Das Essen zusammen mit dem Bürgermeister wo es unter anderem Stopfleber und andere Delikatessen zu verspeisen gab ist mir wirklich bitter aufgestoßen. Besonders der Verzehr des kleinen Vogels Ortolan hat in mir fast einen Brechreiz hervorgerufen. Guckst du hier: http://www.youtube.com/watch?v=8y4MS7mSzX8 Hier wird genau gezeigt wie so ein Verzehr vonstatten geht. Kleiner Tipp: Brecheimer gleich daneben stellen, falls du von zartem Gemüt bist.
Ich muss gestehen, das ich den ersten Teil "Teufelsfrucht" um einiges besser fand und ich nach Beenden des Buches doch ein leichtes Ekelgefühl in Sachen Fisch besonders Thunfisch verspürte. Ich denke das wir in Zukunft wohl ohne Thunfisch auskommen werden, denn das was ich bisher kaufte ist scheinbar alles andere aber kein Thunfisch, das wurde schon reichlich in der Leserunde besprochen und ich beginne mehr und mehr über meine Essgewohnheiten nachzudenken. Vielleicht ist das ja das Ziel des Autors? Natürlich war es spannend in die sogenannte Thunfischmafia einzutauchen und neue Erkenntnisse zu gewinnen, aber mich hat der Krimi dieses Mal nicht so sehr gepackt wie sein Vorgänger. Teilweise fand ich ihn auch sehr oberflächlich und die Hauptprotagonisten sehr blass gezeichnet.
Dennoch muss ich sagen, das es ein sehr gutes Buch ist, da es sich aus dem Einheitsbrei abhebt und eben ein Kulinarischer Leckerbissen ist.
Besonders die Ortsbeschreibungen haben mir sehr gut gefallen. Was mir schwergefallen ist, da ich der französischen Sprache nicht mächtig bin oder auch japanisch nicht zu den Sprachen zählt die ich sprechen oder lesen kann, die vielen neuen Worte zu verstehen. Dafür gibt es im Anhang einen Glossar, an den ich beim Lesen aber nicht gedacht habe und deshalb das eine oder andere Mal die Seite mit einem Fragezeichen im Gesicht las.
Kieffer ist schon ein cooler Typ über den ich wirklich gerne mehr lesen würde, denn er ist nicht nur Koch, sondern auch ein Spitzenermittler, der sich nicht unterbuttern lässt und auf eigene Faust den Rätseln auf die Spur kommt. Bissel utopisch das ganze, aber irgendwie auch liebenswert, da Xavier doch sehr menschlich rüberkommt und das gefällt mir.

Eine Leseempfehlung an alle die sich für Fischfang und Zucht interessieren. Vielleicht werdet ihr auch in Zukunft darüber nachdenken was ihr euch in die Pfanne haut. Sushi mochte ich schon vorher nicht, daher ist dies kein Verlust für mich, aber über unsere Essgewohnheiten werde ich auch weiterhin nachdenken und spreche da sicherlich im Sinne meiner Familie, wo besonders meine Mittlere sehr darauf bedacht ist, was wir auf den Tisch bringen.
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