Sven Koch: Kalte Sonne

Eine Kulisse, so atmosphärisch und greifbar, dass der Leser die tief stehende Herbst-Sonne Jütlands fast zu spüren scheint

Sven Koch: Kalte SonneVogelschwärme verdunkeln den Himmel. Es ist die Zeit der Sort Sol – der schwarzen Sonne und neben der grauen Düsternis des dänischen Herbstes suchen auch Überschwemmungen die Küsten heim.

Für die 35-jährige Maja braut sich dagegen ein ganz persönliches Unwetter noch unheilvollerer Art zusammen. In den Fernseh-Nachrichten sieht sie im Hintergrund ihren Mann Erik durchs Bild laufen der noch vor der Geburt ihrer Tochter Emma Selbstmord begangen hat!

Für Maja erwacht der Albtraum von damals in vollen Ausmaß erneut zum Leben konnte sie doch bis heute nicht verwinden, was an jenem Tag ohne ein Zeichen der Vorwarnung geschah. Immerhin waren sie zu dieser Zeit ihres Lebens so glücklich wie bisher noch nie: Maja hatte ihm gerade erst überglücklich die frohe Nachricht ihrer Schwangerschaft überbracht, als Erik kurz darauf zum Strand Schwimmen ging und niemals wieder kehrte.

Eine DNA-Analyse der an den Strand gespülten Leiche und der gefundene Abschiedsbrief ihres Mannes brachten Maja die letzte Gewissheit die nun, nach über fünf Jahren, mit einem Mal zerschlagen wurde und sie an allem, nicht nur am Suizid ihres Mannes, zweifeln lässt.

Wie im Wahn macht sich die alleinerziehende Mutter auf die Suche nach Antworten. Antworten auf die Frage, ob ihr ganzes Leben zusammen mit Erik eine einzige große Lüge war. Noch nicht einmal das Kindermädchen Silje, das über die schwierige Zeit nach dem Selbstmord zu Majas Freundin geworden ist, und ihr Psychotherapeut können die junge Frau davon abhalten, sich Hals über Kopf in größere Gefahr zu stürzen, als Maja sich in ihren schrecklichsten Träumen ausmalen könnte.

Die atemlose Jagd nach Antworten auf einem schmalen Steg zwischen Wahrheit und Paranoia inmitten einer eindrucksvollen Kulisse. Atemlose Psychospannung mit Twists bis zum Schluss.

Ein besonderer Hochgenuss für alle Leser skandinavischer Thriller!

Das Phänomen der Sort Sol schürt die unruhige Atmosphäre des düsteren Thrillers

Die Sort Sol Dunkle Sonne ist kein Phänomen, das einer besonderen Planetenkonstellation geschuldet ist. Doch nimmt dies nichts von seiner Faszination: Jedes Jahr im Herbst erheben sich an der Nordseeküste Südjütlands Scharen von Vögeln in die Luft, verdunkeln die Sonne auf ihrem Weg in den Süden. Erst schwingt sich nur eine kleine Gruppe dunkler Stare in den Himmel, dann noch eine und noch eine! Bis die Luft aufgeladen von Flügelschlagen und Vögelschreien und die Sonne nur noch eine matte Scheibe hinter fließendem Gewirbel ist. In perfekter Koordination schiebt sich die Welle voran, verändert ihre Form, wird immer größer, von Minute zu Minute. Bis nach zwanzig Minuten der Zauber vorbei ist als hätte das alles nie stattgefunden.

Über den Autor

Sven Coch (c) Kerstin SchomburgSven Koch wurde 1969 geboren und arbeitet als Redakteur bei einer Tageszeitung.

Zusammen mit seiner Familie und einer Katze (diese benötige man als Autor ganz dringend) lebt er im Landkreis Detmold. Bekanntheit erlangte er durch die Veröffentlichung seiner Dünen-Reihe.

Heute ein großer Fan von Stephen King, schrieb er schon in der sechsten Klasse seine ersten Kurzgeschichten und noch viel früher sein erstes Drehbuch für einen Western das sich leider aufgrund der knappen Finanzierungsmöglichkeiten schlecht umsetzen ließ.

Neben dem Schreiben gehören auch Kunst, Musik und Fotografie zu seinen großen Leidenschaften: Mit seiner Band THE JERKS lässt Sven Koch die Zeit des Rockabilly wieder aufleben und einige seiner Fotografien lassen sich auf Postkarten und in Foto-Fachmagazinen finden.