Gesetz des Todes von Robert Crais

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2010 unter dem Titel The first rule, deutsche Ausgabe erstmals 2014 bei Heyne.
Folge 13 der Elvis-Cole-und-Joe-Pike-Serie.

  • New York: G. P. Putnam´s Sons, 2010 unter dem Titel The first rule. 308 Seiten.
  • München: Heyne, 2014. Übersetzt von Jürgen Bürger. ISBN: 978-3-453-43768-5. 416 Seiten.

'Gesetz des Todes' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Ein Gangster darf keine Familie haben außer seiner kriminellen Bruderschaft. Wer diese Regel bricht, wird mit dem Tod bestraft. So lautet das oberste Gesetz der russischen Mafia … L. A., Gegenwart: Der harmlose Modeimporteur Frank Meyer wird mitsamt seiner Familie regelrecht hingerichtet. Schnell tritt Joe Pike auf den Plan, denn Meyer, der offenbar Verbindungen zur serbischen Mafi a hatte, war einst sein Freund. Pike tarnt sich als Waffenhändler und begibt sich mithilfe seines Partners Elvis Cole in die Unterwelt von L. A.

Das meint Krimi-Couch.de: »Kurzweilige Action mit kleinen Überraschungen« 80°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Als Joe Pike von der brutalen Ermordung Frank Meyers und dessen Familie erfährt, nimmt er umgehend mit Hilfe seines Partners Elvis Cole die Ermittlungen auf, denn Meyer war bis vor zehn Jahren in Pikes Team als Vertragssöldner. Hoch riskante Aufträge haben beide gemeinsam erfüllt bevor Meyer seine Frau Cindy heiratete und seitdem eine Importfirma im Modebereich betreibt. Der Kontakt riss ab, doch Pike fühlt sich für seine Männer verantwortlich selbst über deren Tod hinaus.

»Sie hatten darauf vertraut, dass ihre Teamkameraden sie aufhoben, wenn sie stürzten. Keiner wurde zurückgelassen, denn diese Verpflichtung reichte über jegliche Logik und Vernunft hinaus. Es war ein Versprechen gegenüber den Lebenden, das über den Tod hinaus bestehen blieb.«

Nun wurde also Meyer von einer Einbruchsbande erschossen, die bereits zuvor sechs Überfälle verübte und auch dabei über Leichen ging. Durch das lebensgefährlich verletzte, aus Serbien stammende Kindermädchen der Meyers kommt Pike in Kontakt mit deren Schwester Rina Markovic. Diese führt Pike auf eine erste heiße Spur, direkt in das Zentrum der serbischen Mafia von Los Angeles. Die Jagd auf den Mörder von Frank Meyer kann beginnen, wobei Pike einmal mehr auf die Hilfe altbewährter Freunde zählen kann. Allerdings sind auch Polizei und ATF, das Bureau of Alcohol, Tobacco und Firearms, hinter den Mördern her …

»Das Gesetz bin ich« (frei nach Charles Bronson).

Wer sich für den bisherigen Werdegang von Elvis Cole und Joe Pike interessiert, der möge bitte die zu diesem Thema ausführliche Rezension zu Straße des Todes lesen, um hier Wiederholungen zu vermeiden. Nun ist also Joe Pike endgültig aus dem Schatten seines Partners Joe Cole herausgetreten und zum Protagonisten der Handlung mutiert.

»Ich bin niemals jemandem begegnet, der so viele Leute umgebracht hat wie Sie und trotzdem nach wie vor frei herumläuft.«

Dies bedeutet auch, dass Pike deutlich mehr zu reden hat wie in vorausgehenden Büchern, in denen er ähnlich schweigsam agierte wie Clint Eastwood in seinen früheren Meisterwerken. Pike war einst Berufssöldner, umgab sich mit den besten Männern des Metiers und erfüllte gefährlichste Aufträge über den Globus verteilt. Dies zahlt sich nun aus, denn im Kampf gegen führende Köpfe der serbischen Mafia von L.A. ist er auf die unterschiedlichsten Hilfen seiner Ex-Kollegen angewiesen. Detailliert beschreibt Robert Crais die Arbeit Pikes, der zunächst jedes Terrain sorgfältig auskundschaftet bevor er, selbst für Ermittler der Special Investigation Section (SIS) des LAPD, unsichtbar bleibt.

»Moment mal. Dis SIS observiert diesen Typen, und du bist in seine Bude eingebrochen?«
»Ja.«
»Das ist krass.«

Robert Crais liefert mit Gesetz des Todes einen gradlinigen und schnörkellosen Pageturner, in dem der Protagonist das Gesetz in die Hand nimmt; Selbstjustiz inklusive. Wem der eine oder andere Mord in diesem Zusammenhang aus Gründen der »political correctness« sauer aufstößt, der darf gerne gleich zu einem anderen Buch greifen; die Auswahl ist ja groß genug. Wer aber derartige Verhaltensweisen – ähnlich wie bei Filmen der Marke »Expendables« – eher locker nimmt und Filme von Arnold Schwarzenegger als gute Action versteht und nicht etwa als Werbefilme für die amerikanische Waffenindustrie, der wird an diesem Thriller seine Freude haben. Hierzu muss man allerdings anmerken, dass die Werke von Robert Crais ausdrücklich nicht mit den vorgenannten Filmen verglichen werden sollen; eher drängt sich ein Vergleich mit seinem Kollegen Don Winslow auf. Gesetz des Todes hat keine Längen, der Mix aus Ermittlung und Action ist ausgewogen, Sprache und Erzählstil dem Genre entsprechend, die Unwissenheit der polizeilichen Behörden versteht sich fast von selbst.

Jörg Kijanski, September 2014

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walli007 zu »Robert Crais: Gesetz des Todes« 30.09.2016
Pfirsichduft

Eines Abends werden Frank Meyer und seine gesamte Familie in ihrem Haus in Los Angeles überfallen und brutal ermordet. Nur knapp mit dem Leben davon kommt ihr Kindermädchen. Sie ist allerdings nicht in der Lage, irgendwelche Aussagen zu machen. Frank war vor langer Zeit als Söldner tätig, hatte aber mit seiner Frau ein ganz neues Leben begonnen. Doch nun wird er verdächtigt, in illegale Geschäfte verwickelt gewesen zu sein. Sein Freund und ehemaliger Gruppenführer Joe Pike glaubt das nicht und nutzt seine alten Kontakte, um heraus zu finden, was wirklich geschehen ist. Die einzige Spur ist das sich gerade noch so ans Leben klammernde Kindermädchen oder deren einzige Besucherin, ihre Schwester.

Joe Pike ist ein harter Hund, der für seine Freunde und Kameraden einsteht. Er ist überzeugt, dass Frank sauber war. Der Überfall auf sein Haus war der letzte in einer Reihe. Die Täter gingen äußerst brutal vor, es gab bereits elf Tote. Doch bei dieser vorerst letzten Tat war etwas anders, eine vierte Person war beteiligt. Joe Pike ruft die aus seinem alten Team zusammen, mit denen er noch Kontakt hat. Die Schwester des Kindermädchens kann ihn tatsächlich mit ein paar Informationen versorgen, die einen Ansatzpunkt bieten und, die die Polizei nicht hat.

Joe Pike stürmt nicht nur einfach los und bam! Aber fast, mit seinem militärischen Hintergrund ist das kein Wunder. Da wo die Polizei sich an die Gesetze halten muss, nutzt er alle Mittel und Wege, die ihm zur Verfügung stehen und geht dabei manchmal durchaus ruppig vor. Ein einsamer Held auf einem Feldzug gegen das Unrecht - natürlich eine genau richtige Zutat für einen spannenden und straighten Thriller. Wie eine schnurgerade Autobahn, letztlich nicht unbedingt das Ziel des Rechts, aber doch das Ziel der Gerechtigkeit im Auge, so wirken Pikes Handlungen. Er hält sich konsequent an seine Linie. Dem Leser wird mit dieser Figur fesselnde Unterhaltung geboten, die so klar ist, dass weiteres Nachdenken nicht unbedingt nötig ist. Ein schneller Thriller, der sich in einem Zug inhalieren lässt.
Sabandi zu »Robert Crais: Gesetz des Todes« 02.11.2014
Ein echter Pageturner. Die kurzen knackigen Sätze lassen einen nur so durch die Geschichte fliegen. Mein erster Crais Roman, aber sicher nicht der letzte! Der Vergleich mit Don Winslow drängt sich beim lesen auf. Cooler Held, ähnlich auch wie Jack Reacher von Lee Child. Für Freunde dieser Schriftsteller ein Tipp!
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