Purpurschatten von Philipp Vandenberg

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1999 bei Lübbe.

  • Bergisch Gladbach: Lübbe, 1999. ISBN: 3-7857-0996-X. 477 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2000. ISBN: 3828968619. 477 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2002. ISBN: 3-404-14771-5. 540 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe, 2009. Gesprochen von Dietmar Wunder. ISBN: 3-7857-4205-3. 6 CDs.

'Purpurschatten' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Der mysteriöse Tod seiner Mutter, ein gescheitertes Attentat und andere unerklärliche Vorgänge veranlassen den Fotojournalisten Alexander Brodka, seine eigene Vergangenheit zu erforschen. Dabei gerät er immer mehr in den Sog einer geheimen Organisation. Bestürzt muss er feststellen, dass alle Spuren nach Rom führen, hinter die Mauern des Vatikans, wo dunkle Mächte die Fäden ziehen. Und diese Männer in Purpur kennen nur ein Ziel: ihn zum Schweigen zu bringen. Gemeinsam mit seiner Geliebten stellt sich der Journalist der Heiligen Mafia, die ein beispielloses Verbrechen plant …

Das meint Krimi-Couch.de: »Und täglich grüßt der Vatikan« 62°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Alexander Brodka kann mit dem Fotoapparat umgehen und knipst im Auftrag der großen Gazetten weibliche Schönheiten. Seine Geliebte, Juliette Colin, verheiratet mit einem versoffenen Chirurgen, betreibt eine Kunstgalerie. Als Brodkas Mutter unerwartet stirbt, kehrt er heim nach München, um ihren Nachlass zu regeln. Dabei findet er heraus, dass seine Mutter, offenbar mit Unterstützung eines hohen Geistlichen, ein Vermögen angesammelte und auch einige Geheimnisse mit ins Grab genommen hat, deren Aufklärung einigen Subjekten ein Dorn im Auge zu sein scheint. Und diese Subjekte scheinen Purpur zu tragen und im Vatikan aus und ein zu gehen. Auch vor einem Mord schrecken die geistlichen Herren nicht zurück und so wird Brodka zum Opfer geheimer Machenschaften im Vatikan.

In Juliette Colins Galerie sollen angeblich Fälschungen zum Verkauf gelangt sein. Fälschungen, die sie in Rom von einem Kunsthändler als Originale gekauft hat. Auch dieser Kunsthändler verfügt über Kontakte in den Vatikanstaat, wo die Behüter der Vatikanischen Museen offensichtlich illegal die Werke der alten Meister verhökern und die Museen mit Kopien bestücken. Aber jeder, der diesen Geschäftemachern zu nahe kommt, beißt in den sauren Todesapfel und auch Juliette kommt der vatikanischen Mafia deutlich zu nahe. Nur gemeinsam können Brodka und Colin tiefer in die undurchsichtigen Machenschaften eindringen, aber über ihren Köpfen braut sich einiges zusammen.

Philipp Vandenberg, deutscher Journalist und Erfolgsautor, der in München Germanistik und Kunstgeschichte studiert hat, springt mit seinem neuen Elaborat »Purpurschatten« mit Vehemenz auf den abfahrenden Zug in Richtung Vatikan, in dem sich schon allzu viele Autoren befinden, die dem Drang des Hitparadenlesers nach sakraler Erbauung einen Schmöker nach dem anderen um die Ohren schmeißen.

Herr Vandenberg kann sich dabei leider nicht in die bessere Riege der Klerus-Märchenerzähler einordnen, was weniger an seiner sprachlichen Kompetenz liegt, sondern an der an den Haaren herbei gezogenen Konstruktion, die vom Wiener Schwulenlokal bis zum masochistischen Kurienkardinal, vom versoffenen Chirurgen bis zum diebischen Hausdiener, alles verwertet, was in den letzten Jahren an Figuren in der Boulevardpresse zu finden war. Damit könnte der Leser zwar noch ordentlich leben, aber leider sind vor Allem die Hauptpersonen Brodka und Colin wenig sympathisch gezeichnet und ihr permanentes Misstrauen gegeneinander wird mit der Zeit für den Leser langweilig.

Wohltuend fällt dem ortskundigen Leser auf, dass die lokalen Gegebenheiten, sei es in München, Wien oder Rom sehr exakt und lebendig beschrieben sind. Wie überhaupt Herr Vandenberg dort sprachlich am Besten zurecht kommt, wo er sich auf Bilder und Stimmungen einlässt, seien es die heruntergekommenen Viertel hinter dem Wiener Westbahnhof oder in Trastevere auf der anderen Seite des Tibers, wo das Volk lebt. Hier trifft der Autor auch die Zeichnung der Nebencharaktere exakt und so werden diese kleinen Randfiguren menschlicher und sympathischer dargestellt, als man es von den wichtigen Charakteren eigentlich erwarten möchte.

»Purpurschatten« hat sich leider nur zu einem mittelprächtigen Leseabenteuer entwickelt, dessen von literarischen Modeerscheinungen gezeichneter Plot zwar über weite Strecken Spannung erzeugen kann, aber man hat beim Lesen immer wieder das Gefühl, es sei alles schon ein Mal da gewesen. Wer noch kein Buch aus der Sakral-Ecke gelesen hat, der kann mit »Purpurschatten« gerne als Einstiegslektüre starten, denn der Roman ist um nichts schlechter (oder besser) als vergleichbare Literatur aus England, Amerika oder Frankreich, wobei die Überschwemmung des Buchmarktes mit diesen Leseinhalten zusätzlich für ein durchschnittliches Lesegefühl sorgt.

Ihre Meinung zu »Philipp Vandenberg: Purpurschatten«

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Inge zu »Philipp Vandenberg: Purpurschatten« 23.12.2016
Der Purpurschatten ist mein erster Vandenberg. Mein Arbeitsbereich ist die münchner Innenstadt, ich wohne in Bogenhausen und meine Nichte in Wien. Ein Krimi, dem ich durch beinah alle Örtlichkeiten folgen kann ist für mich eine echte Bereicherung. Kein Vergleich zu den zur Zeit so beliebten Bayern-Krimis. Ich für meinen Teil fand es durchaus gelungen. Realitätsnähe erwarte ich in einem Krimi ja nicht wirklich.
SILVIJA zu »Philipp Vandenberg: Purpurschatten« 18.07.2011
Philipp Vandenberg ist ein fantastischer
Schriftsteller, Ich habe viele Bücherr von Ihm gelesen, nur Purpurschatten konnte Ich nicht bekommen um es zu lesen. Ich binn Archäologin und Kunsthistorikerin, so
dass Ich sehr dafür interesiert binn. Da Ich auch Germanistin binn preferiere Ich BÜcher
in der deutschen Sprache.Vielen DankSilvija Varga
Mark Odermatt zu »Philipp Vandenberg: Purpurschatten« 10.01.2011
Boulevardmässige und unglaubwürdige Geschichte.

Da werden Bettgestelle "unter Strom gestellt", ohne dass irgendwelche Sicherungen durchgehen und Handlungsstränge werden so durcheinandergeschüttelt, dass offenbar der Autor selber den Ueberblick verloren hat (Bsp.: Juliette ist irgendwann darüber empört, dass um sie gewürfelt wurde, obschon sie die Szene bereits vorher verlassen hatte und anschliessend weder mit Collin noch mit Brodka Kontakt hatte!).

Mein erster (und wohl auch letzter) Vandenberg. Kaum höher stehend als ein Jerry Cotton. Aber da hat man wenigstens keine hohen Erwartungen.
engelmicha zu »Philipp Vandenberg: Purpurschatten« 29.09.2009
da dies mein zweiter vandenberg ist, kann ich behaupten: er kanns besser!!!
was einem hier an klischeehaftem und an den haaren hernbeigezogenem serviert wird, ist schwerlich bis zum ende durchzuhalten.
am meisten haben mich die langatmigen handlungsstränge genervt, die mit dem eigentlichen plot nicht das geringste zu tun haben. ganz so als würde der autor nach zeilen bezahlt. von den logischen ungereimtheiten ganz zu schweigen.
aber wie gesagt: er kanns besser!
Rolf.P zu »Philipp Vandenberg: Purpurschatten« 29.06.2008
Der Autor findet zu einem Thema zurück, das er gerne zu bearbeiten scheint: Kirche und Kurie.
"Purpurschatten" ist ein typischer Vandenberg-Roman. Der Autor benutzt eine interessante, wortreiche und von vielen Metaphern geprägte Schreibweise, die gut zu lesen ist. Philipp Vandenberg ist es wiedereinmal gelungen, einen Fiktionsroman spannend zu gestalten.
Abwechslungsreiche Handlung und dieses "So könnte es wirklich im Vatikan zugehen"-Gefühl haben mich zum weiterlesen animiert.
Was in anderen Vandenberg-Büchern noch glaubwürdig rüberkam, ist im Purpurschatten schon arg überzeichnet. Natürlich gehört so was zur künstlerischen Gestaltung, aber genauso wie: Der letzte Tag, oder Die letzten Tage des Vatikan wird auch der Purpurschatten sehr abenteuerlich und langatmig, wobei aber überschau - oder berechenbar. Vielleicht ist man durch seine anderen Werke verwöhnt.

Alles in allem ein wenig überzeugendes Werk, das sich trotzdem leicht konsumieren lässt.
Alex. zu »Philipp Vandenberg: Purpurschatten« 16.12.2006
Ein gutes Unterhaltungsbuch für die kalte Jahreszeit. Leider kommt der Autor nicht an die Erfolge der Vorgänger ran. Trotzdem keine überflüssige Zeit.
Patrick zu »Philipp Vandenberg: Purpurschatten« 15.04.2005
Ich kann mich nur Bea und Sandra anschließen, ist echt ein klasse Buch bei dem man sich meiner Meinung nach nicht langweilen kann.
Nach dem Buch war ich vom Bücher lesen dass ich sehr viel inzwischen lese.Ich lese dann vielleicht demnächst ma Das fünfte Evangelium, hört sich auch sehr gut an
Karl von Rosenstedt zu »Philipp Vandenberg: Purpurschatten« 01.04.2005
Ich fands nich gut,man merkt mdass der beim playboy gearbeitet hat,die ganze zeit gehts nur um sex.
Der Autor scheint vergessen zu haben dass das buch ein krimi und kein billigporno werden sollte.
Sehr schlechts buch
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Leseratte zu »Philipp Vandenberg: Purpurschatten« 26.03.2005
Ich fand das Buch nicht gut. Man hat sich nach nach einigen Kapiteln gelangweil. Ich musste mich "zwingen" das Buch feretig zu lesen . Und meiner Meinung nach ist das Buch nich gelungen . Es gibt eindeutig bessereBücher als die von Philipp Vandenberg aber das ist nur meine meinung ihr könnt es ja auch mal lesen und dann euch eine Meinung bilden .
sandra zu »Philipp Vandenberg: Purpurschatten« 13.03.2005
Das Buch ist sehr unterhaltsam und äußerst spannend. Die Handlung ist in sich logisch aufgebaut und vermittelt dem Leser nebenbei interessante Hintergrundinformationen über Rom und den Vatikan. Mitmenschliche Beziehungen kommen natürlich auch nicht zu kurz, verfallen aber nicht in das Schema Rosamunde Pilcher. Im Gegensatz zu "Illuminati" wird das Rätsel zum Ende hin sehr knapp, in sich schlüssig und realistisch aufgeklärt und regt den Leser durchaus zu weiteren Überlegungen an. Für Freunde von Verschwörungen ein absolutes Muss.

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