Böses Kind von Martin Krist

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2017 bei epubli.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Berlin, 2010 - heute.
Folge 1 der Henry-Frei-Serie.

  • Berlin: epubli, 2017. ISBN: 978-3745035292. 324 Seiten.

'Böses Kind' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Ein Mord mitten in der Hauptstadt. Das Opfer wurde erschlagen und gekreuzigt. Kriminalkommissar Henry Frei und sein Team ermitteln.
Suse, heillos mit ihren Kindern überfordert, seit ihr Mann sie verlassen hat, ist in Panik: Ihre Tochter Jacqueline ist verschwunden. Die alarmierte Polizei glaubt der Mutter kein Wort.
Wo ist Jacqueline? Wer zieht seine blutige Spur durch Berlin? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt!

Das meint Krimi-Couch.de: Knallhart und kompromisslos: Ein typischer Krist 85°Treffer

Krimi-Rezension von Stephanie Manig

In Berlin-Spandau wird die 14-jährige Jacqueline vermisst. Ihre Mutter, alleinerziehend mit drei Kindern, vermutet, dass sie sich mit zwielichtigen Gestalten herumtreibt. Als man Jacquelines Rucksack bei einer eingemauerten und gekreuzigten männlichen Leiche findet, wird Kommissar Henry Frei von der Mordkommission auf den Vermisstenfall aufmerksam. Für ihn und sein Team liegt ein Zusammenhang zwischen dem Verschwinden des Mädchens und des brutalen Tötungsdelikts auf der Hand. Fieberhaft versuchen sie, die einzelnen Puzzleteile zusammenzubringen. Doch es bleibt nicht bei einer Leiche …

Der Autor bleibt seinem Ruf als böser Bube weiterhin treu

»Martin Krist ist der wirklich böse Bube unter den deutschen Krimischreibern.« (Claudia Keikus, Berliner Kurier)

Diesem Image, das sich der in Berlin lebende Autor mit Nerven-zerreißenden Büchern wie »Die Mädchenwiese« und »Drecksspiel« mühelos erarbeitet hat, bleibt er mit seinem neuem Thriller »Böses Kind« treu. Man sollte schon hart verpackt sein, wenn man sich seine Geschichten zur Hand nimmt. An markerschütternder Brutalität und grausigen Details mangelt es in »Böses Kind« nämlich nicht. Die Devise des Autors scheint zu lauten: Keine Kompromisse!

Bonjour Tristesse – soziale Brennpunkte als spezielles Setting

Eine weitere Besonderheit, mit der sich Martin Krist in seinen Büchern beschäftigt, ist der Ort der Handlung: Die sozialen Brennpunkte Berlins bilden die Kulisse für seine Spannungsromane. Diesmal spielt sich die Story hauptsächlich in Berlin-Spandau mit seinen Plattenbauten ab – ein tristes Grau in Grau, in dem sich Perspektiv- und Mittellosigkeit die Hand geben. Glanzvolle Touristen-Attraktionen kommen nicht vor. Krists Fokus liegt dennoch auf den Menschen, die sich mit allerhand Problemen herumschlagen. Am Beispiel der jungen Mutter Suse, die ihre drei Kinder allein großzieht und keinen Cent Unterhalt von deren Vater sieht, illustriert der Autor die Notlagen der meisten Menschen in diesem Bezirk Berlins: Überforderung, Geldnot, familiäre Spannungen und Zukunftsängste machen Suse zu schaffen. Mit einem Teilzeitjob in einer Drogerie hält sie ihre Familie gerade so über Wasser. Aber selbst dieser Job gerät in Gefahr, weil Suse all ihre Kraft und ihre Zeit in die Suche nach ihrer Tochter investiert.

Krist präsentiert dem Leser neue Ermittler und alte Bekannte

Mit »Böses Kind« schickt Martin Krist ein neues Ermittlerteam ins Rennen. Es besteht aus Kriminalkommissar Henry Frei, seiner Kollegin Louisa Albers und dem jungen Vietnamesen Phan Cha Lee, der der Einfachheit halber von allen Charlie genannt wird. Der Autor hat hier ein interessantes Personal-Tableau für seine neue Thriller-Reihe geschaffen. Frei hat mit einem ausgeprägten Ordnungszwang zu kämpfen, der ihn stets und ständig dazu antreibt, alle Dinge um sich herum auf Linie zu bringen. Louisa Albers ist die dauermüde Mutter eines Kleinkinds, während Charlie sich ungestüm und strebsam in die Arbeit der Mordkommission einbringt. 

Wer Martin Krists bisherige Bücher kennt, kann sich darüber hinaus auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten freuen: In den Nebenrollen agieren Dr. Bodde von der Kriminaltechnik, der aufdringliche Journalist Hardy Sackowitz und der Rechtsmediziner Dr. Wittpfuhl, die bereits Auftritte in der Reihe um den Ermittler Paul Kalkbrenner hatten. Ein durchaus bemerkenswerter Schachzug des Autors.

Ständiger Wechsel der Perspektive sorgt für reichlich Dynamik

»Böses Kind« hat vor allem Tempo und Abwechslung zu bieten, denn Frei und sein Team ermitteln zeitgleich noch in einem anderen Mordfall. Außerdem wechselt Martin Krist kapitelweise die Erzählperspektive – ein Umstand, der ebenfalls für ordentlich Dynamik sorgt. Mal schildert er die Dinge aus der Sicht von Kommissar Frei, dann aus Suses Blickwinkel – und streut zusätzlich kurze Passagen aus der Perspektive einer Frau ein, die in einem dunklen Raum gefangen gehalten wird. Es ist also eine Menge los in dem Thriller, aber der Autor sorgt routiniert dafür, dass dem Leser der rote Faden nicht entgleitet.

Allerdings muss der Leser damit leben, dass am Schluss viele Fragen offen bleiben. Für meinen Geschmack waren das leider zu viele. Mit einem Cliffhanger par excellence weckt Martin Krist die Lust auf den zweiten Band aus der Reihe um Kommissar Frei. Es bleibt zu hoffen, dass dieser ein paar Antworten auf die Fragen liefert, die man sich nach der Lektüre von »Böses Kind« stellt.

Stephanie Manig, Februar 2018

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Principessa1909 zu »Martin Krist: Böses Kind« 02.03.2018
Spannender Thriller mit neuem Ermittler-Duo


Ein Mord an der Frau eines Fernsehpredigers, ein gekreuzigter Hund, ein gekreuzigter junger Mann,..

Das neue Ermittlerduo Henry Frey und Louise Albers könnten verschiedener nicht sein. Er: Pedantisch, ordnungsfanatisch, exakt. Sie: Chaotisch, übermüdet, salopp. Dennoch ein eingespieltes Team, welches sich perfekt in die Karten spielt.

Zu Beginn eine Leiche in einem tristen, schmuddeligen Zimmer eines heruntergekommenen Hotels. Das Opfer: Die Ehefrau eines bekannten Fernsehpredigers, der sich auf die Fahnen geschrieben hat: „Traditionelle Familie als Leitbild erhalten“. Der Aufenthalt und die Ermordung der Ehefrau in einem billigen Hotelzimmer scheint wenig mit traditionellem Familienbild gemein zu haben und rückt den Ehemann ins Zentrum der Ermittlungen.

Diese werden jedoch sehr schnell auf ein anderes Geschehen geleitet, denn in der stark renovierungsbedürftigen Stadtteilbibliothek eines weniger ansehnlichen Viertels Berlins wird ein toter gekreuzigter Hund aufgefunden.

Parallel hierzu einige Straßen weiter die Hauptdarstellerin des Buches: Suse Pirnatt, alleinerziehende Mutter dreier Kinder, vom Ex-Mann im Stich gelassen, völlig überfordert, entdeckt, dass ihre Älteste, die 14-jährige Jaquie spurlos verschwunden ist, ebenso wie deren Hund Tapsi.

Dann wird eine weitere Leiche in der Bibliothek gefunden, dieses Mal die eines jungen Mannes, ebenfalls ermordet und gekreuzigt.

Wie hängt dies alles zusammen? Wer war der junge Mann? Und wo ist Jaquie? Schwebt sie in Lebensgefahr?

Das Buch ist – gerade durch die permanenten Wechsel zwischen mehreren Handlungssträngen (das Ermittlerduo, Suse Pirnatt, eine unbekannte weibliche Person in Gefangenschaft) – sehr spannend und wenig vorhersehbar, zumal es immer neue Wendungen nimmt, und von vorherigen Vermutungen (die einem schon sicher erschienen), wegleitet, bis es zu einer äußerst überraschenden Auflösung führt.

Am Ende des Buches dann die Rückkehr zum Ursprungsfall Weinstein und eine geschickte Überleitung zum zweiten Teil der Alanna-Serie, welche den Leser neugierig auf Band 2 zurücklässt.

Uneingeschränkt empfehlenswert meinerseits.
subechto zu »Martin Krist: Böses Kind« 02.02.2018
Nur ein schlechter Traum

Um es gleich vorwegzunehmen, ich bin ein großer Fan von Martin Krist und habe fast alle seine Krimis und Thriller gelesen, zuletzt „Brandstifter“. Und so war ich schon gespannt auf „Böses Kind“. Die Inhaltsangabe ließ erneut auf einen abgründigen Thriller hoffen und ich wurde nicht enttäuscht.
Der Autor geht gleich in medias res: „Böses Kind“ startet mit einem blutigen Intermezzo. Nur ein schlechter Traum?
Suse hat verschlafen. Sie ist total überfordert - drei Kinder und kein Mann. Deshalb merkt sie auch erst nicht, dass ihre 14-jährige Tochter Jaquie verschwunden ist. Zudem fühlt sie sich von einem Mann namens Miro verfolgt.
Danach lernen wir den Berliner Kommissar Henry Frei kennen. Zusammen mit seiner Kollegin Louisa Albers wird er zu einem Tatort gerufen: Sina Weinstein wurde in einem Hotel ermordet. Der Fall scheint schnell gelöst…
Im Fall Jacqueline stapeln sich die Leichen: Die Opfer wurden tagelang gefangen gehalten und gefoltert. Ist Jaquie die Nächste? Wo liegt das Motiv?
Martin Krist, der Meister der Irrungen und Wendungen, hat seinen neuen Thriller routiniert in Szene gesetzt. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Selbst wenn der Leser der Polizei immer einen Schritt voraus ist, wird dennoch Spannung aufgebaut.
Gleich mehrere Handlungsstränge, die zeitlich versetzt sind, gilt es zu verfolgen. Ab und zu werden sogenannte Intermezzi eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen. Nichts ist wie es auf den ersten Blick scheint.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Henry und Louisa, beide haben Familie und so nimmt das Privatleben sehr viel Raum ein. Auch Reporter Hardy Sackowitz, eine Figur aus anderen Krist-Romanen, ist wieder mit von der Partie.
Es wird ermittelt, manch falsche Fährte begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf. Erst ganz am Ende schließt sich dann der Kreis. Die Auflösung kommt unerwartet und mit voller Wucht, ist aber absolut stimmig.
Gut gefallen hat mir, dass es auch wieder einen Soundtrack zum Roman gibt. Gestört hat mich dagegen, dass auf 276 Seiten (epub), der Rest sind Leseproben und Werbung, vierzigmal das Wort „verflixt“ vorkommt. Mitunter zwei- bis dreimal auf einer Seite.
Last but not least: Wie geht es weiter mit Alanna? Werden wir es nächstes Jahr in „Stille Schwester“ erfahren? Jedenfalls endet das Buch mit einem fiesen Cliffhanger, der neugierig macht, wie der Autor diese Reihe fortsetzen wird.

Fazit: Der erste Fall für Kommissar Henry Frei. Grausam und brutal!
Krimisofa.com zu »Martin Krist: Böses Kind« 22.01.2018
Einzelbewertung:

Plot: 3/5
Atmosphäre: 2/5
Charaktere: 4/5
Spannung: 4/5
Showdown: 5/5
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Martin Krist schreibt so einiges. In verschiedensten Genres und unter mehreren Pseudonymem - Martin Krist ist eines davon, denn eigentlich heißt der Autor Marcel Feige; als Feige Thriller zu schreiben kommt aber vermutlich nicht so gut. Mein erstes Buch von ihm war „Drecksspiel“, in dem der Ex-Polizist David Gross den Protagonisten mimt. „Böses Kind“ ist der Auftakt zu einer Serie rund um Henry Frei und schlägt in eine ähnliche Kerbe.

Henry Frei ist Neurotiker. Bei ihm muss immer alles am rechten Ort sein, Chaos kann er nicht ausstehen. Frei lebt in einer intakten Familie, was in diesem Genre meiner Meinung nach viel zu selten vorkommt. Meistens sind Ermittler geschieden, haben den Kontakt zu ihren Kindern verloren oder sind depressiv - nicht bei Frei. Er liebt seine Frau wie am ersten Tag und kümmert sich rührend um seine Kinder. Vor allem um seinen Sohn, der das Asperger-Syndrom hat; mit ihm spielt er gerne über lange Distanzen Schach - jeden Tag nur einen Zug! - und verliert regelmäßig.
Seine Kollegin Louisa Albers hat hingegen ein Faible für Karotten und ist in letzter Zeit alles andere als ausgeschlafen, denn sie ist gerade Mutter geworden und das Neugeborene hält sie vor allem nachts auf Trab.

Es ist ein schönes Gespann, das Krist hier geschaffen hat. Die zwei Ermittler Frei und Albers ergänzen sich prima - Frei, der systematisch denkende und Albers, die Intuitive. Dann ist da noch der Halbvietnamese Phan Cha Lee, der von allen nur Charlie genannt wird und der seine Sätze gerne mit „Chê - verdammt“ beginnt - er ist erst vor wenigen Wochen zur Truppe gestoßen und daher noch etwas grün hinter den Ohren, spielt in dem Roman aber auch eine untergeordnete Rolle.

Der Strang rund um die Ermittler wechselt sich mit dem um Suse ab. Suse vermisst ihre Tochter Jacqueline und deren Hund. Sie arbeitet Teilzeit in einem Supermarkt, weil sie das Geld dringend benötigt - ihr Ex-Mann weigert sich, Unterhalt zu zahlen. Zwischendurch gibt es immer wieder Kapitel mit dem Titel „Intermezzo“; hier erlebt man ein Opfer, das festgehalten wird und man beginnt bald zu ahnen, um wen es sich dabei handelt.

Es ist ein flotter Thriller, den Krist hier geschrieben hat, ich bin selten so schnell durch ein Buch geflogen, was auch daran liegt, dass die Geschichte am Anfang fast nur aus Dialogen besteht, die nur durch kurze Absätze unterbrochen werden - fast erinnert es an ein Theaterstück in Buchform. Dadurch, dass der Leser so durch die Geschichte gejagt wird und diese zu einem Gutteil fast nur aus Dialogen besteht, fällt es der Atmosphäre schwer, sich zu entfalten. Erst im letzten Drittel bekommt man etwas Atmosphäre, hier wird die Geschichte ruhiger, aber auch spannender. Teilweise wird die Spannung aber auch etwas zu künstlich hochgehalten. Übrigens spielt das Wort „Allana", das am Cover steht, eine größere Rolle als man anfangs denkt; so richtig manifest wird es vermutlich aber erst im zweiten Teil der Serie, der am 21. Mai erscheint.

Tl;dr: „Böses Kind“ von Martin Krist ist ein rasanter Thriller mit einem gut gezeichneten Ermittlerteam, durch den der Leser aufgrund der Dialoglastigkeit geradezu durchgejagt wird, was vor allem in der ersten Hälfte zulasten der Atmosphäre geht. Teilweise wird die Spannung auch etwas zu künstlich hochgehalten.
claudi-1963 zu »Martin Krist: Böses Kind« 31.12.2017
"Vieles Gewaltige lebt und nichts ist gewaltiger als der Mensch." (Sophokles)
Suse Pirnatt die nach der Trennung ihres Mannes mit ihren drei Kindern alleine dasteht, ist hoffnungslos überlastet. Zu dem bekommt sie von ihrem Mann Ludger keinen Unterhalt, weil dieser Insolvenz anmelden musste. Nun sitzt sie hier in dieser kleinen Wohnung, in einer nicht gerade guten Gegend Berlins. Eines Morgens bemerkt sie das ihre 14- jährige Tochter Jaqueline am Abend nicht nach Hause gekommen ist, zudem fehlt auch ihr Hund Tapsi. Als sie am nächsten Tag noch immer nicht auftaucht, ruft sie bei der Polizei an und meldet sie als vermisst. Zur gleichen Zeit bearbeiten Hauptkommissar Henry Frei und seine Kollegen den Tod von Sina Weinstein, die man stranguliert in einem Hotel fand. Da werden sie vom Kollegen zu einem neuen Tatort gerufen. In dem sanierungsbedürftigen Büchereisaal wo man am Vortag den toten Hund mit zerschlagenen Kopf entdeckt hat, wurde eine Leiche gefunden. Wie schon bei dem Hund wurde ihm ebenfalls der Kopf zur Unkenntlichkeit eingeschlagen und man findet den Rucksack von Jaqueline. Haben die Verbrechen etwas mit dem Verschwinden von Suses Tochter zu tun? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bei dem ihnen ein ehemaliger Kollege behilflich sein könnte.

Meine Meinung:
Für mich war es mein erstes Buch von Martin Krist, ich wurde durch die Kurzinfo auf diesen Thriller aufmerksam. Das ansprechende Cover konnte mich sofort überzeugen. Der gute Schreibstil des Autors machte es mir auch nicht schwer das Buch schnell zu Ende zu lesen. Voll Sorgen um die vermisste Tochter, bangt man selbst als Leser und ebenfalls Mutter mit Suse mit. An Hand zweier Handlungsstränge wird man durch das Buch und das Geschehen geführt. Inhaltlich ist die Geschichte sehr fesselnd und gut aufgebaut, auch die Protagonisten sind recht realistisch dargestellt. Doch mit der Zeit fand ich die überpenible Art von Henry Frei etwas anstrengend. Auch die häufigen Uhrangaben, störten mich ein wenig, doch am meisten ärgerte ich mich das nichtssagende Ende des Buches. Ich mag keine Bücher wo der Leser schon fast notgedrungen gezwungen wird, den nächsten Band zu lesen, damit er weiß wie es weiter geht. Sehr schade das fand ich unnötig, man hätte, das durchaus anders lösen können. Auch fehlt mir bis zum Ende der Bezug zum Titel, ich hoffe, dass er im nächsten Teil aufgeklärt wird. Trotzdem konnte mich der Autor durch den Inhalt und seine fesselnde Schreibweise überzeugen. Darum gebe ich diesem Buch 4 von 5 Sterne und freue mich jetzt auf die nächste Folge.
c-bird zu »Martin Krist: Böses Kind« 27.12.2017
Und wieder ein guter Krist

Serie.
Im Berliner Bezirk Spandau wurde eine Leiche gefunden, erschlagen und gekreuzigt. Erst am Tag zuvor fand man einen Hund auf ähnliche Weise.
Gleichzeitig lernt man Suse kennen, die von ihrem Ex-Mann Ludger getrennt lebt. Als alleinerziehende Mutter von drei Kindern ist diese restlos überfordert. Doch eines Morgens fehlt nicht nur Hund Tapsi, sondern auch ihre 14jährige Tochter Jaqueline ist verschwunden.
Die Aussagen der Mutter sind verwirrend und Kommissar Frei und sein Team ahnen noch nicht welche Dimension der Fall annehmen wird.

Mit Henry Frei hat Martin Krist einen sympathischen Protagonisten geschaffen. Eigentlich ein ganz normaler Familienmensch, der allerdings einen zwanghaften Sinn für Ordnung und Pünktlichkeit besitzt. Seine Kollegin Louise Albers ist nicht minder sympathisch, die frisch gebackene Mutter ist aber in Punkt Ordnung eher das Gegenteil zu Henry. Gut ergänzt wird das Team für den Vietnamesen Phan Cha Lee, den alle nur Charlie nennen. Natürlich gibt es auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten wie z. B. Dem Reporter Hardy Sackowitz.
Insgesamt ist das Buch sehr spannend und kurzweilig. Die Perspektiven wechseln ständig und die angenehm kurzen Kapitel lassen einen das Buch nur so verschlingen.

„Böses Kind“ ist der erste Teil der Alanna- Serie. Bei Alanna handelt es sich um ein 15jähriges Mädchen, das vor Jahren verschwand. Der Vater, ein ehemaliger Polizeibeamte, ist davon überzeugt, dass seine Tochter verschleppt, missbraucht und getönt wurde. Der Fall wurde nie geklärt.
Man darf also gespannt sein, wie es weitergeht, denn der zweite Band wird im Mai 2018 erscheinen.
Mrs.Rabes_Bookaccount zu »Martin Krist: Böses Kind« 26.12.2017
Eine Frau wird in einem Hotelzimmer ermordet, ein Mädchen im Teenageralter verschwindet. Der erste Fall scheint rasch geklärt, der zweite wird nach dem Fund einer verstümmelten männlichen Leiche zu einem Fall für Henry Frei und seinem Team. Auch ein alter ungelöster Fall rückt plötzlich wieder in den Fokus des Ermittlers
Böses Kind von Martin Krist hat einige Handlungsstränge. Oft fragte ich mich beim Lesen, wie denn der eine mit den anderen zusammenhängen könnte. Das Buch war nicht unspannend, aber manches Mal kam mir die Handlung zu weit hergeholt vor. Das Handeln der verzweifelten chaotischen Mutter des verschwunden Mädchens fand ich nicht immer nachvollziehbar, große Sympathiepunkte hat diese Figur bei mir nicht gewonnen. Generell fand ich die Protagonisten sehr flach und wenig greifbar.
Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der mich allerdings in Bezug auf einige ärgerliche lose Enden dann wieder mit dem Buch ausgesöhnt hat.
MissNorge zu »Martin Krist: Böses Kind« 23.12.2017
Dies war mein erster Thriller von Martin Krist und da ich schon viel Gutes über seine Bücher gehört bzw. gelesen hatte, war ich recht gespannt, wie es mir gefallen wird.
Ohne großes bla bla bla, landet man gleich mitten in der Geschichte und vor allem in dem recht chaotischen Leben von Suse. Sie ist alleinerziehende Mutter von 3 Kindern mit einem Halbtagsjob als Verkäuferin in einer Drogerie, lebt in einer kleinen Wohnung im Plattenbau in Berlin-Spandau und ihre Welt wird noch mehr auf den Kopf gestellt, als sie merkt das ihre 14jährige Tochter Jacqueline verschwunden ist. Diese morgendliche Hektik von Suse und die plärrenden und jammernden Kinder auf den ersten Seiten haben mich regelrecht nervös gemacht. Dann treten die Kommissare Frei und seine Kollegin Albers auf den Plan und brachten auch noch ihre Marotten bzw.ihre Pedanterie mit. Bei Henry Frei muss alles seine Ordnung haben, alles an seinem angestammten Platz sein, nichts darf verschoben oder leicht schräg liegen, von den Fusseln auf seiner Kleidung oder Falten im Jacket ganz zu schweigen. Seine Kollegin Albers hingegen scheint nur von Karotten zu leben und durch ihr kleines Baby zu wenig zu Schlaf zu bekommen, sie gähnt in einer Tour und hält kurze Nickerchen. Diese Zwänge hätte man vielleicht nach ein- oder zweimaligen erwähnen etwas in den Hintergrund treten lassen können, statt sie dem Leser fast auf jeder Seite unter die Nase zu reiben.
Gut gefallen haben mir hingegen die verschiedenen Hinweise, die mich in eine völlig falsche Richtung gelenkt haben, um dem Täter auf die Spur zu kommen. Hier hatte ich mal die Person in Verdacht, dann jene, dann hatte sich das wieder logisch aufgeklärt und ich hatte wen anderes im Visier, aber am Ende, da kam alles ganz anders, als gedacht. Hier konnte mich das Buch dann wieder überzeugen und für sich gewinnen.

Fazit
Der Handlung ist einfach zu folgen, die meisten Charaktere blieben mir persönlich etwas blass, unterkühlt und unsympathisch. Leider konnte mich dieser erste Band einer neuen Serie nicht vollends überzeugen.
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