You will pay - Tödliche Botschaft von Lisa Jackson

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2017 unter dem Titel You will pay, deutsche Ausgabe erstmals 2018 bei Knaur.

  • New York: Kensington, 2017 unter dem Titel You will pay. 528 Seiten.
  • München: Knaur, 2018. Übersetzt von ?. ISBN: 978-3-426-65428-6. 528 Seiten.

'You will pay - Tödliche Botschaft' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Vor zwanzig Jahren arbeitete eine Gruppe junger Leute den Sommer über als Betreuer in einem Ferienlager. Nachts, wenn ihre Schützlinge im Bett lagen, schlichen sie sich aus ihren Hütten, hatten Sex, feierten wilde Partys mit Alkohol und Drogen, spannen Intrigen bis etwas gründlich schiefging und zwei von ihnen spurlos verschwanden. Heute, zwei Jahrzehnte später, erhalten die Verbliebenen des ehemaliges Betreuer-Teams ein grausiges Foto und dazu die Botschaft »You will pay« …

Das meint Krimi-Couch.de: Alle Zutaten drin, nur ein Prise Salz fehlt 75°

Krimi-Rezension von Annette Wolter

Der Klappentext des Buchs von Lisa Jackson indiziert nervenaufreibende Spannung. Zu Beginn der Story bekommt der Leser den Eindruck, er befindet sich in einer Mischung aus »Pretty Little Liars« und »Ich weiß, was du im letzten Sommer getan hast«: Attraktive Teenager, dunkle Gestalten an Klippen über dem Meer, ein unheimliches Klima, und andere düstere Geheimnisse.

Ein Ferienjob in einem religiösen Camp in pittoresk-wilder Landschaft in Oregon an der Küste. Der Traum aller Teenager Eltern wird wahr. Die Sprösslinge sind gut aufgehoben und bekommen noch eine gute, christliche Erziehung mit auf den Weg.

Die Idylle täuscht – angesagt sind beten und arbeiten

Nach einem dramatischen Auftakt wird gleich zu Anfang des Buchs beschrieben, wie der Camp-Alltag für die meist weiblichen Betreuerinnen tatsächlich aussieht; er besteht zu 90 Prozent aus harter Arbeit, Beten und langweiligen Predigten.

Nur nachts, wenn die kleineren Mädchen und Jungen endlich schlafen, kommt Leben ins Camp. Da wird gekifft, getrunken und heißer Sex mit den attraktiven Jungs Lucas und Tylor ist auch im Angebot. Gleich zwei Schwangerschaften zu Beginn deuten darauf hin, dass mittels der katholischen Methode verhütet wird. Für diese Mädchen ist Heirat entweder aus religiösen Gründen die einzige Option, oder das Mädchen möchte das triste Elternhaus verlassen und durch Heirat nach oben kommen.

Im Laufe der Handlung wird klar, dass in diesem christlichen Camp tatsächlich einiges faul war: Inzest, düstere Geheimnisse, bigotte Verhältnisse und Gewalt.

Autorin ist immer wieder zu Gast auf den Bestseller-Listen

Lisa Jackson zählt zu den amerikanischen Spitzen-Autorinnen, deren Romane regelmäßig die Bestseller-Listen anführen. Auch in Deutschland sind ihre Bücher immer wieder dort vertreten: Nach den Erfolgen von »Zwillingsbrut« und »Desire« gelang mit »S-Spur der Angst« der Sprung in die Top 10.

In diesem Stand-Alone lässt Jackson kein Ermittlerduo, sondern einen Betreuer im Camp ermitteln, der später als Detective zur Polizei gegangen ist – Lucas Dalton. Genau in diesen kleinen Küstenort in Oregon führt es auch alle anderen wieder zurück.

Die Autorin bedient sich der Zeitebenen damals und heute. Dabei kommt jeder der Beteiligten zu Wort, und der Leser erfährt alles über die Beweggründe der einzelnen Protagonisten, bekommt eine detalierte Beschreibung welche Schicksalsschläge sie erlebt haben. In der Gegenwart wird sehr stimmig beschrieben, wo die Personen jetzt stehen, als sie sich wieder im Ort von damals einfinden sollen.

Alle Figuren passen in eine bestimmte Schublade

Jede der einzelnen Figuren entspricht einem Klischee. Hier die reiche Anführerin Jo-Beth, schon als Teenie »Leader oft he Pack«, später Partner in einer renommierten Anwaltskanzlei. Dort die religiöse Eiferin, eine Schnüfflerin, ein Mädchen aus einer »White Trash Familie« und eine Latina, die gerne dem Alkohol zuspricht.

Dann Bernadette: Ein klassisches, patentes und attraktives »All American Girl. Die Liebesgeschichte zwischen Lucas und Bernadette nimmt schon im Camp ihren Anfang, wird aber durch eine – für Bernadette – entsetzliche Entdeckung abrupt beendet.

Die USA sind das Land der religiösen Eiferer, Wiedergeborener Christen und Fernsehprediger. In dieser Atmosphäre bewegt sich die Story. Lisa Jackson beschreibt diese Thematik anfangs sehr glaubwürdig.

Schwarz-weiß und kein bisschen grau

Die Landschaft des kleinen Küstenortes hoch auf den Klippen wird atmosphärisch eingehend beschrieben, Äußeres und Attitüde der Protagonisten werden deutlich, aber dabei bleibt der Gesamteindruck etwas blass und die Personen eindimensional. Bei der Beschreibung der amerikanischen Verhältnisse ist es schade, dass Jackson nur an der Oberfläche bleibt, denn für den Leser wäre das sicher eine Art Mehrwert gewesen. Nur ein kleiner Wermutstropfen.

Wirklich gut ist, dass einige falsche Fährten gelegt werden und wirklich so gut wie jeder als Mörder in Frage kommen kann. Am Anfang werden die Figuren noch von ihren Emotionen vorangetrieben. In diesem Buch gibt es Gut oder Böse oder in Farben ausgedrückt schwarz oder weiß.

Auch wenn man wenig über die Beweggründe der Protagonisten erfährt, tut es der Spannung keinen Abbruch. Lisa Jackson bedient sich der Technik in jedem Erzählstrang etwas mehr Informationen zu liefern, so dass sich die losen Enden am Schluss logisch zusammenfügen.

Auch als die Frauen sich wieder in der Nähe des Ex-Camps zusammenfinden, haben sich die meisten von ihrer Grundpersönlichkeit nicht geändert. Aber einige wollen den Pakt brechen. Dann überschlagen sich die Ereignisse.

Ein überraschendes Ende

Zum Ende hin gelingt der Autorin noch ein raffinierter Twist und ein spannender Showdown. Ohne Zweifel ist Lisa Jackson eine Meisterin ihres Fachs, beherrscht ihre Suspense-Technik virtuos und konstruiert dazu eine dramatische Liebesgeschichte.

Wenn «frei nach Patricia Highsmith zitiert, Schriftsteller Entertainer sind", ein hat der Klappentext nicht zu viel versprochen. Fazit: Lisa Jackson ist eine der Königinnen des Mainstream Thrillers.

Annette Wolter, Februar 2018

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Marc Pohl zu »Lisa Jackson: You will pay - Tödliche Botschaft« 07.03.2018
Die Besprechung von You will Pay hat meine Einschätzung genaue getroffen. Der Plot ist spannend und die Landschaft um Oregon wird stimmungsvoll beschrieben.

Die Figuren sind eigentlich ganz gut getroffen, teilweise aber tatsächlich ein bisschen schablonenhaft, aber das tut der Spannung keinen Abbruch.

Auf jeden Fall ein spannendes und unterhaltsames Buch für ein Wochenende oder für den Urlaub.
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