Ostfriesenwut von Klaus-Peter Wolf

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2015 bei Fischer.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Ostfriesland, 2010 - heute.
Folge 9 der Ann-Kathrin-Klaasen-Serie.

  • Frankfurt am Main: Fischer, 2015. ISBN: 978-3-596-52086-2. 669 Seiten.
  • Frankfuirt am Main: Fischer, 2015. ISBN: 978-3-596-19726-2. 496 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Jumbo, 2015. Gesprochen von gekürzte Autorenlesung. ISBN: 3833733837. 4 CDs.

'Ostfriesenwut' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

In Leer wird eine junge Frau tot aus dem Hafenbecken gefischt. Erste Spuren führen Ann Kathrin Klaasen zum Freund der Toten. Doch merkwürdig: In der Wohnung des Mannes gibt es keinen einzigen Hinweis auf dessen Identität. Könnte es sein, dass hier einer im Verborgenen lebt und agiert? Als Ann Kathrin ihre Recherchen aufnimmt, ahnt sie nicht, in welches Wespennest sie sticht. Die Aufklärung könnte sie nicht nur ihre Existenz, sondern auch ihr Leben kosten. Denn das Schicksal einer ganzen Region hängt nur noch an einem seidenen Faden.

Das meint Krimi-Couch.de: »Kluntje, Klaasen und (zahlreiche) Katastrophen« 79°

Krimi-Rezension von Silke Wronkowski

Klappentextschreiber sind manchmal wirklich nicht zu beneiden. Zumindest solche, die ihren Job ernst nehmen und tatsächlich etwas, das sich auch zwischen den Buchdeckeln wiederfinden lässt, versuchen in ihrem Anheizer- und Kaufimpulsverstärkertext zu erwähnen. Mit seinem neunten Fall der Ostfriesen-Reihe macht es Autor Klaus-Peter Wolf niemandem leicht, in ein paar Sätzen zu beschreiben, worum es diesmal geht.

Ostfriesenwut. Wut. Jemand bringt aus Wut Menschen um, die einem anderen lieb und teuer sind, nur um ihn leiden zu lassen. Jemand will aus Wut das Trinkwasser der Region vergiften und mit dem erpressten Geld der großen Liebe helfen. Jemand will aus Wut den »Mörder« (seiner) ihrer Mutter umbringen. Und jemand ist wütend, weil (er) sie sich von Menschen, denen sie vertraut hat, hintergangen und allein gelassen fühlt. Letztere ist die Serienheldin Ann Kathrin Klaasen, die in diesem Roman das größte Päckchen zu tragen hat und auch am meisten erleiden muss.

Auf knapp 500 Seiten vermengt Klaus-Peter Wolf diese Mal so viele komplexe Handlungsstränge, das es gut und gerne auch zwei oder drei Romane hätten sein können. Mafiöse Verbrecherbanden, Menschenhandel, Porno- und Abhörskandale, terroristische Anschläge – gespickt mit Leichen, gebrochenen Nasenbeinen, lebensgefährlichen Krankheitserregern, Börsenspekulationen und wilden Verfolgungsjagden – nicht nur quer durch das (eigentlich) beschauliche Ostfriesland und seine Inseln, sondern sogar bis in die Landeshauptstadt. Da werden einige Wegkilometer gemacht.

Modern und geschickt vermischt Klaus-Peter Wolf dabei Realität und Fiktion, lässt hier via Facebook nach einer vermissten Person suchen, lässt einen Erpresser einen Flashmob initiieren, um die Polizei abzulenken. Und natürlich dürfen auch die detailreichen Beschreibungen von Land und Leuten – ob nun real existierender oder fiktiver Seriencharaktere – in Band neun der Reihe nicht fehlen. Und all dies wir gleichermaßen Fanherzen höher schlagen und Kritikerstimmen lauter werden lassen. In diesem Fall vielleicht zurecht, denn Ann Kathrin schrappt in Band neun hart an der Grenze des sympathischen mit ihren teilweise Rambo-haften Alleingängen.

Die Ostfrieslandkrimis sind mittlerweile ein Phänomen für sich. Bereits mit Erscheinen schraubte sich Ostfriesenwut an die Spitze der Spiegel-Bestsellerliste, wo es sich auch in der sechsten Woche immer noch tapfer zu behaupten weiß. Unaufdringlich schafft es der Autor auch »Neueinsteigern« ausreichend Informationen über sein Personal und die Umgebung zu vermitteln, ohne dabei Serienfans allzu sehr zu vergraulen. Dennoch gilt auch hier, wie für jede Krimireihe, die sich über fast ein ganzes Jahrzehnt erstreckt: Lesen Sie zuerst den ersten Band, um den gewünschten »Nach Hause kommen«-Effekt in vollen Zügen auszukosten. Spannend bleibt, was den Leser in Band zehn erwarten wird, wo einer der Reihen-Handlungsstränge mit diesem Band abgeschlossen wurde.

Silke Wronkowski, März 2015

Ihre Meinung zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenwut«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Astrid R zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenwut« 11.05.2018
Nachdem ich neulich durch Zufall auf diese Reihe stieß, hab ich einen Band nach dem anderen durchgelesen, allerdings mit deutlich abnehmender Begeisterung. Sprachlich finde ich sie schon zum Teil recht platt, aber was mich zunehmend nervt, ist die Charakterisierung der Personen. Klischeehafter geht es ja gar nicht. Der einzige Mensch, der mehrere Seiten haben darf, scheint Weller zu sein, alle anderen werden immer extremer und unglaubwürdiger. Dazu dieser Unfug, dass in jeder Geschichte eine, oder besser noch mehrere Hauptpersonen, persönlich involviert sind, das kann man mal machen, aber doch bitte nicht in jedem Band.Dazu kommen die unzähligen Einstreuungen von Künstlern, die keiner kennt und Cafés und Restaurants, die von der Publicity ordentlich profitieren dürften, das hinterlässt beim Lesen einen faden Beigeschmack.
Der vorliegende Band geht mir inzwischen so auf die Nerven, dass ich ihn abbrechen werde.
Gabyquer zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenwut« 24.04.2018
Dies war mein Erstes Klaus Peter Wolf Buch aus der Ostfriesenkrimi Reihe. Damals beim Stöbern in einer Bücherei als spannende Abendlektüre mitgenommen und ihn "verschlungen". Ich mag diese verschlungenen Verbindungen und wie sich dann hinterher alles fügt und aufklärt - das ist Klaus Peter Wolf in diesem Buch sehr gut gelungen. Daraufhin habe ich mir in kurzen Abständen die 8 "Vorgänger" gekauft und wie aus meinen vorherigen Kommentaren schon zu lesen: ich habe sie alle verschlungen!
kritikaster zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenwut« 30.03.2018
wie - bairisch formuliert - a solcha schoofscheiß auf die bestsellerliste des spiegel kommt, bleibt ein rätsel. der autor bringt immer neue personen, immer neue motive in die handlung, um zu verbergen, dass es hier an jeglicher logik mangelt. und wieso man für seine ann-kathrin auch nur einen funken sympathie aufbringen kann, erschließt sich mir nicht. eine neurotikerin mit vaterkomplex als hauptkommissarin, die über leichen zu gehen bereit ist, um den tod des vaters zu rächen. meine fresse... sagt man dazu in berlin. und das ganze auch noch im verschlafenen, friedlichen ostfriesland. unfassbar. und dass keiner dem autor sagt, DASS ER ALS VORLESER EINE ABSOLUTE NIETE IST, macht die sache auch nicht besser, endungen kennt der mann gar nicht, und mit einem so ausgeprägten, fehlendern ruhrpott-R die leute zu belästigen und hervorragenden sprechern, das brot auf die butter nicht zu gönnen - traurig, traurig, traurig.
allerhöchsten 10 punkte
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Waldgeist zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenwut« 05.02.2018
Nr. 9 der Ostfriesenkrimireihe! Wie immer gute Unterhaltung. Natürlich sind die Kriminalfälle sehr weit hergeholt und stehen im Widerspruch zum sehr schönen - aber doch unbedeutenden - Ostfriesland. Aber wenn ich was Reelles lesen will, lese ich die Zeitung und keinen Krimiroman. Bei einem fiktiven Krimi muss man sich dann auch schon einmal auf außergewöhnliche Ereignisse einlassen können. Ich bin selber Ermittler und natürlich sind die Ermittlungsmethoden von Frau Klaasen unrealistisch, aber auch da bin ich großzügig, solange sie nicht fliegt und mit Superkräften die Welt rettet. Obwohl so ein wenig „Weltretten“ hätten wir ja jetzt schon! Im Werbezeitalter stören mich auch bestimmte Markenplatzierungen im Krimi nicht so sehr, da das Buch hierdurch dann wieder ein Stück in den reelen Rahmen zurückgeholt wird. Insgesamt nicht sein bestes Buch, aber ganz okay.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
simo zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenwut« 21.06.2017
Dieser Ostfriesen Krimi ist einfach nur schlecht. Ich mochte die Krimis mit Ann Katrin bisher sehr gerne und so wie in diesem Krimi würde sie sich nie verhalten. Das ist eine komplette Demontage einer bisher lesenswürdigen Kommissarin. Evtl. wäre es besser nicht jedes Jahr ein Buch auf den Markt zu bringen, sondern wieder qualitativ gute Krimis zu schrieben, was der Autor durchaus kann.
Agatha100 zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenwut« 21.04.2017
Lieber Herr Wolf,

ich finde es großartig, dass Sie sich hier persönlich zu Wort melden! Das ist wirklich aller Ehren Wert.

Aber: dosis facit venenum. Ich habe auch gerade "Ostfriesen-Wut" und noch davor "Ostfriesen-Tod" ausgelesen. Mein erster Wolf-Krimi war "Ostfriesen-Feuer". Hat mir gefallen; wie einige andere LeserInnen hier mag ich es auch, wenn eine Krimireihe ein gewisses Heimatgefühl vermittelt und wiedererkennbare Figuren aufgebaut werden.

In welcher "Dosis" dieses in die Geschichten eingebunden wird, stellt sich natürlich erst nach dem Lesen weiterer Bände heraus. Und spätestens beim dritten gelesenen Buch wurde es leider ein bisschen schal für mich.

Sie referenzieren zahlreiche krimischreibende Kollegen, aber die ganze Zeit frage ich ich: Wo bleibt die Verneigung vor Jacques Berndorf? Ja, er hat in Sachen Regionalkrimi einen Standard geschaffen, finde ich, und finde das auch belastbar.

Ich sag' es mal ganz hart: Etliche Sujets in den Klaasen-Krimis wirken leider abgekupfert. Nun ist es sicher ein Zufall, dass wir bei Ihnen auch die Situation "Ruhrgebiets-Geborener zieht in eine andere markante Gegend und schreibt dort jetzt Krimis" haben, ebenso wie bei Berndorf/Preute.

Aber in den Ostfriesen...-Krimis wimmelt es nur so von expatriierten Ruhris (ich meine das nicht despektierlich, ich mag den Pott sehr). Und die eingeflochtenen realen Personen, Orte, lokale ... : too much. Es wirkt auch auf mich wie eine sehr routinierte Werbekampagne. Es hat ein G'schmäckle.

Ich stamme aus der Osnabrücker Gegend, also gar nicht so weit entfernt von Ostfriesland, kenne Ostfriesland natürlich auch, besonders gut Wilhelmshaven, Fedderwarden und Schillig, weiß also, wovon Sie schreiben.

Mich ärgert all das allem vor dem Hintergrund, dass ich Ihren Schreibstil sehr mag, aber ein Stück weit kippen Sie das potentialträchtige ostfriesische Kind mit dem Bade aus, in dem sich allzuviel Gefühlsduselei und Lokalkoloritübersättigung befinden.

Ein bisschen weniger Bettina Göschl, deutlich weniger Ten Cate (das IST Werbung!), nicht noch mehr zugezogene Ruhris und weniger Personenkult um Ann Kathrin Klaasen, dafür "echte" Fälle, in denen die heißgeliebte Protagonistin mal "nur" ihren Job macht und nicht gleich selbst sehr tragisch das Ziel von Kriminellen ist - das wäre sehr wohltuend.

Just my three cups of tea (ich schreibe dies mit einer Tasse Thiele-Tee neben mir :-) )
Marie-Luise Goerke zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenwut« 18.04.2017
Mit "Ostfriesenwut" ist es der 9. Ostfriesenkrimi von K.-P. Wolf, den ich gelesen habe. Ja, es ist Unterhaltungsliteratur und diesmal war dieHandlung verschachtelt, aber dennoch spannend.
Was mich ein wenig stört, ist die Narrenfreiheit, die Ann Katrin Klaasen geniesst. Das ist doch völlig unrealistisch, das sie einfach nach Hannover fährt , nicht im Büro erscheint und sich nicht an ihre Dienstzeiten hält.
In Vorgängerbüchern sind ja ähnliche Alleingänge zu verzeichnen.
Auch wenn es einige Mängel und Ungereimtheiten in dem Buch gibt, wie auch in den Vorgängerbüchern,
lese ich sie doch ganz gerne.
Es ist eben Unterhaltungsliteratur und nichts Hochkarätiges.
MCS zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenwut« 15.09.2015
Lieber Jazzoxnpz,nun bist du hier also als Arno Nym unterwegs, obwohl wir doch längst wissen, wer du bist, lieber Kollege. Jetzt bin ich also geoutet als Kommentarschreiber und Pusher das Ganzen; und ich muss zugeben, ja, es stimmt. Jahrelang habe ich zu verheimlichen versucht (genau wie du, dass du gerne erfolgreich schreiben möchtest), dass ich der „Meistermacher“, der „Bestsellermacher“ bin. Enttäuscht bin ich allerdings in zweierlei Hinsicht: 1)Du hättest es doch eigentlich nicht so öffentlich heraus posaunen müssen, wo ich dir doch auch schon meine Hilfe hab zuteilwerden lassen; wenn ich dir schon deinen Rücken auf unserem Küchentisch wieder gerade rückte, lieber Rupert, dann behalte doch diese Interna für dich. Eine kleine Rücksprache hätte es bedurft und wir würden auch dich zu einem der angeblich meist gelesensten Autoren Deutschlands und darüber hinaus machen. Und da wären wir auch schon beim 2ten Punkt: ja ich gebe zu, dass ich der Kopf einer Organisation bin, die u. a. Bestsellerautoren installiert. Allerdings bestehe ich darauf, dass es nicht „Manfred Schmidt und Consorten“ heißt, sondern ... und Kohorten!!! Als ich es dir damals vertrauensvoll erzählte, Rupert, da schien es nicht nur in deinem Rücken, sondern auch im Kopf geknackt zu haben; daher wahrscheinlich der Verständnisfehler. Den Zusatz „... und Konsorten“ wollte ich natürlich als ein gewisses Understatement und mit einem Augenzwinkern verstanden wissen. In Wirklichkeit beschäftigen wir mittlerweile so viele Mitarbeiter, dass Kohorte nun echt untertrieben ist.
Wäre es sonst möglich, dass ich Gestalten wie diesen ominösen KP Wolf, den es real gar nicht gibt, in die obersten Spiegelränge schreiben bzw. kommentieren könnte, wie du so treffen konstatierst? Wohl kaum, lieber Rupert. Wir sind für so manchen Durchmarsch an die Spitze durch das Schreiben unserer positiven Kommentare verantwortlich: Nehmen wir den FC Bayern. Glaubst du denn in echt, dass der Verein diese Meistertitel errungen hätten, wenn wir uns nicht die Finger wundgeschrieben, „Grass gefressen“ und unsere Leserbriefe im Kicker platziert hätten. Die würden heute noch auf dem Bolzplatz an der Grünwalderstraße kicken.
Oder Berlusconi; was habe ich noch kürzlich mit meinem Freund Luigi darüber gelacht, wie wir in Cagliari auf Sardinien die Schnaps- oder soll ich sagen Limonelloidee entwickelten, diese Lichtgestalt der italienischen Politik in die höchsten Weihen zu schreiben. Glaubst du in echt, solch einen Typen hätte jemand normal gewählt?Aber du, Rupert, du hast es genau erkannt. Erst durch mich ist das Markenzeichen KPW zu dem geworden, was es heute ist. Und du legst ja auch deinen Finger direkt in die Wunde: natürlich hat der Typ keine Ahnung, natürlich werden die namentlich Erwähnten (ten Cate, dieser Maurer da, diese komischen Autoren...) zur Kasse gebeten; es gibt auch keine Leser in dem Sinne; alle gekauft! Die bekommen 10 Euro vor dem Buchladen in die Hand und müssen gezielt KPW-Bücher kaufen. Die liest ja auch keiner, niemand. Ebenso wenige kommen zu den Lesungen: Alles Betrug. In Wirklichkeit sind das Betriebsurlaube meiner Kohorten, ein paar großflächige Spiegel aufgebaut und schon wird die photographierte Personenzahl verdoppelt. Du, Rupert hast es erkannt. Was mich allerdings wundert ist, dass du jedes Buch negativ kritisiert und mit Faszination auf das nächste wartest, um es niederzumachen. Nun ja, jeder hat ein anderes Hobby. Jetzt habe ich aber genug aus dem Nähkästchen geplaudert. Zum Schluss möchte dir allerdings sagen: da du scheinbar selber gerne erfolgreich sein möchtest, vielleicht schon seit Jahrhunderten ein Büchlein bleiern in der Schublade hast, biete ich dir an: komm zu mir und zu meinen (!) Kohorten.Wir schreiben dich groß!!! Mit den besten Grüßen, der Macher Manfred Zehpunkt Schmidt und Kohorten
Jazzoxnpz zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenwut« 02.09.2015
Product-Placement stört den Lesefluss und nervt

Ich frage mich schon seit langem, was dran ist, an den Spiegel Bestsellerlisten. Beziehungsweise, warum Bücher dort erst auftauchen, wenn der Autor längst über den Zenit ist. Ich fand die Ostfrieslandkrimis mal ganz witzig, aber das Ganze ist schlichtweg auch mal ausgereizt. Die Handlung völlig überkonstruiert und viel zu verschachtelt. Die Sprache ist einfach schwach und um hier auch konstruktiv zu sein, empfehle ich Eric Berg, das Nebelhaus oder das Küstengrab. Über den Plott kann man auch hier trefflich streiten, aber der spielt sprachlich in einer ganz anderen Liga.
Zudem finde ich es mittlerweile nur noch inflationär und abgedroschen, dass in fast jedem Krimi der Kommissar selbst, seine Frau, seine Mutter sein Opa oder irgendwer anders selbst involviert ist. Und ein Mörder, der sich durch eine Gesichts OP verändert hat, damit er sich an einer Kommissarin rächen kann, er überlegt aber noch gemeinsam mit dem Leser in epischer Breite: ob er „ihr nur beruflich schaden soll oder sie dann doch umbringen will“ sorry, das ist eines deutsch Aufsatzes nicht würdig.
Zum Thema Product-Placement: Ich finde das so etwas nicht in einen Roman gehört. Es ist mir auch völlig schnuppe, ob das im Fernsehen auch so ist oder nicht. Ich zahle Geld für ein Buch und möchte davon nicht belästigt werden. Es ist mir auch egal, ob Herr Wolf Geld dafür bekommt oder einfach nur seine Spezis und Amigos nach dem Prinzip des gegenseitigen Händewaschens unterstützt. Es ist einfach viel zu viel stört den Lesefluss und nervt. (Gute PR erkennt man nicht als solche). Letztlich denke ich aber, dass Manfred C. Schmidt und Konsorten hier auch die Kommentare schreiben und das ganze pushen.
Eule Buer zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenwut« 29.07.2015
Für mich sind die Ostfriesenkrimis einfach Unterhaltungsliteratur. Ich verstehe hier einige Nutzer nicht. Warum regen sie sich so darüber auf, daß einige realexistierende Orte, Personen, Einrichtungen usw. in den Büchern von Herrn Wolf erwähnt/genannt werden? Dann dürfte man ja auch nicht mehr fern sehen. Da fahren Autos rum, deren Logo nicht abgeklebt ist. Sind dann die Filme von diesen Marken gesponsort? Ach, Beispiele gibt es so viele. Und wer sich über angebliche Werbund und über das Niveau der Ostfriesenkrimis aufregt, der braucht sie doch nicht lesen. Auch wenn ich Herrn Wolf nicht persönlich kenne, obwohl ich in Gelsenkirchen wohne, bin ich doch der Meinung, daß er kritikfähig ist. Mit Sicherheit kann er es vertragen, wenn man sagt oder schreibt, daß einem die Bücher nicht gefallen. Aber muß man ihn über das anonyme Internet so dermaßen runtermachen? In seinen Büchern, egal in welchem, gab es auch für mich Stellen, die mich genervt haben, aber ich kann meine Kritik auf höfliche und freundliche Art rüber bringen. Die Krimi-Couch ist für mich ein Platz, an dem sich Leser fair über Bücher austauschen. Und wie ich gelesen habe, hat sich sogar Herr Wolf zu Wort gemeldet. Und besser geht es ja wohl nicht! Da hat man die Gelegenheit, sich mit dem Autoren auseinanderzusetzen - f a i r -, dann sollte man diese Gelegenheit auch auf f a i r e Art nutzen. Ich habe fertig! Und ehe ich auch noch eins auf den Deckel bekomme, nein, diese Aussage ist nicht von mir, aber ich weiß von wem. Und wenn Herr Wolf meine Worte lesen sollte: Hallo Herr Wolf, ich grüße Sie mit einem herzlichen "Glück auf!" aus Gelsenkirchen.

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 24.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Ostfriesenwut

Hinweis: Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen zu löschen. Beachten und respektieren Sie jederzeit Urheberrecht und Privatsphäre. Werbung ist nicht gestattet. Lesen Sie auch die Hinweise zu Kommentaren in unserer Datenschut­zerklärung.

Seiten-Funktionen: