Ostfriesenfluch von Klaus-Peter Wolf

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2018 bei Fischer.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Ostfriesland, 2010 - heute.
Folge 12 der Ann-Kathrin-Klaasen-Serie.

  • Frankfurt am Main: Fischer, 2018. ISBN: 978-3-596-03634-9. 512 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Jumbo, 2018. Gesprochen von Klaus-Peter Wolf. ISBN: 978-3833738050. 4 CDs.

'Ostfriesenfluch' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen von der Kriminalpolizei Aurich bekommt es dieses Mal gleich mit zwei Toten zu tun. Als sie am Tatort erscheint, zeigt sich ihr ein bizarres Bild: Angela Röttgen liegt nackt und wie aufgebahrt im Rapsfeld, die Beine sittsam zusammengeklemmt, die Hände gefaltet. Zwischen den Fingern hält sie eine Rose. Der Täter hat Wildblumen auf ihrem Körper verteilt. Aber genauso wie der Mann, den das Ermittlerteam in der Nähe mit offenem Hosenschlitz tot auffindet, wurde die Scheidungsanwältin brutal mit einem Schrotgewehr erschossen.

Für Kommissar Rupert steht schnell fest, dass es sich hierbei um ein Eifersuchtsdrama handeln muss. Angela Röttgen verschwand bereits drei Monate zuvor: Keine Erklärung. Keine Nachricht. Kein Lebenszeichen. Nichts. Wo war sie während dieser Zeit? Wurde sie entführt oder war es ein freiwilliger Entschluss? Was hat Harm Eissing, ihr Partner in der Kanzlei, mit dem Fall zu tun? Das Team um Ann Kathrin Klaasen steht zunächst vor einem Rätsel.

Das meint Krimi-Couch: Ostfriesenkrimi mit Spannung und Humor – aber auch mit Schwächen 65°

Krimi-Rezension von Thomas Gisbertz

In ihrem nunmehr zwölften Fall bekommt es Hauptkommissarin Klaasen mit einem psychopathischen Täter zu tun, der Frauen entführt, aber kein Lösegeld fordert. Stattdessen schickt er deren Kleidung an Bekannte der Entführungsopfer. Das Ermittlerteam steht vor einem schwierigen Fall, da das Motiv des Täters Rätsel aufgibt. Plötzlich wird auch noch ein Anschlag auf den Ehemann der Toten, Peter Röttgen, verübt und eine weitere Frau wird vermisst.

Hängen diese beiden Fälle mit der Ermordung zusammen? Aber warum sollte der Entführer den Ehemann töten wollen? Als Ann Kathrin Klaasen dann auch noch als Geisel genommen wird, und der Täter Jagd auf Kinder macht, droht alles aus dem Ruder zu laufen. Erst eine zufällige Entdeckung bringt die Ermittler auf die richtige Spur.

Verbrecherjagd mit viel Humor, aber leider auch zuviel Slapstick

Man kann vortrefflich darüber streiten, wie viel Humor in einem Kriminalroman erlaubt sein sollte. Klaus-Peter Wolf verfügt sicherlich über eine Menge Witz – und lässt dies auch immer wieder in den Roman mit einfließen. Ich gebe zu, dass ich an einigen Stellen schmunzeln, zum Teil auch laut lachen musste. So antwortet zum Beispiel Peter Röttgen, der Ehemann des ersten Opfers, auf die Frage, ob er Feinde habe: -Ich habe mal bei den Kommunalwahlen kandidiert-. Wolf formuliert teilweise auch auf eine recht schwarzhumorige Art und Weise, was dem Krimi gut tut.

Allerdings – und hier muss man leider auch deutliche Kritik üben – driftet Wolf auch immer wieder ins Platte und Alberne ab. So wird beispielsweise ein Eindringling von einer rüstigen Dame mit der Klobürste verjagt, und Kommissar Rupert klärt eine Verwechslung mit einem -Partyboy- beim Jungesellinnenabend nicht auf, sondern strippt stattdessen munter drauf los, als gäbe es kein Morgen. Damit nicht genug: Er findet bei einem Verdächtigen Aktfotografien und sieht es als seine polizeiliche Pflicht an, alle Frauen persönlich zu danach zu befragen – gerne auch nach Feierabend. Auch der russischen Austauschpolizistin Larissa nimmt er sich an und lässt dabei kein Fettnäpfchen aus. Wie ein Mann mit solch einem wiederholt infantilen Benehmen, der immer wieder dienstliche Anweisungen missachtet, von sich selber aber restlos überzeugt ist, überhaupt Kommissar bei der Kriminalpolizei werden konnte, ist für mich das größte Rätsel dieses Romans.

Das alles ist für meinen Geschmack etwas zu viel des Guten. Sicherlich wird es Leser geben, denen genau das gefällt, aber es passt meines Erachtens nicht zum Gesamtkonzept dieses Krimis. Auch wenn Kollegen des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden als einfältige und naive Anfänger dargestellt werden, die der Kriminalpolizei in Friesland nicht ansatzweise das Wasser reichen können, wirkt der Roman schnell unglaubwürdig und plump.

Die Hauptkommissarin stellt leider keine Ausnahme dar. Als Klaasen beispielsweise ein Muttermal untersuchen lässt, das sich als bösartig herausstellt und unverzüglich entfernt werden muss (nicht, dass die Kommissarin daran auch noch vor Lösung des Falles stirbt), versucht Klaus-Peter Wolf mit dem Brecheisen dem Leser die menschliche, verletzliche Seite der Polizistin zu zeigen. Da passt es nur allzu gut, dass die harte, resolute Kommissarin trotz Wundpflasters weiter ermittelt. Nicht nur hier wird der Roman unfreiwillig komisch, um nicht zu sagen albern. Eine fast schon nette Randnotiz ist es, dass man durchaus das Gefühl bekommen kann, einen Fremdenführer des ostfriesischen Touristenverbandes zu lesen, da fast alle Orte, Gemeinden und Städte dieser Region einmal namentlich genannt werden.

Hervorragendes Psychogramm eines Irren

Die Darstellung des psychopatischen Entführers ist meines Erachtens sehr gut gelungen, da Wolf es schafft, ihn in seiner ganzen Zwiespältigkeit zu zeichnen. Er zeigt den Täter von seiner schwachen, zum Teil auch verrückt-liebevollen Seite. Diese wird aber auch immer wieder durch Anfälle von Brutalität und blanken Hass gebrochen. Hier zeigt der Autor seine Stärke: die Darstellung eines wahnsinnigen, psychisch kranken Menschen, der unter dem Glück seiner Umwelt und Mitmenschen leidet und der eigentlich für seine Opfer nur das Beste will. Er vermittelt das Bild einer zerrütteten Seele.

Das verstört den Leser und lässt ihm immer wieder einen Schauer über den Rücken laufen. Besonders der Wechsel zwischen der Perspektive der Opfer und den Gedanken des Entführers lassen den Leser mitfiebern. Gerade in solchen Phasen wirken die slapstickhaften Einschübe dann aber mehr als störend. Der Autor schafft es dennoch, den Leser im letzten Drittel des Romans wieder mitzureißen, da die Spannung steigt und man wie in einem Film die Handlung verfolgen kann. Hier spürt man deutlich, dass Wolf eigentlich Drehbuchschreiber (-Tatort- und -Polizeiruf 110-) ist. In diesen Momenten fesselt der zwölfte Fall von Ann Kathrin Klaasen den Leser tatsächlich.

Spannender Ostfriesenkrimi mit Schwächen

Klaus-Peter Wolfs aktueller Krimi -Ostfriesenfluch- hätte das Potential zu einem packenden Roman. Es ist nur schade, dass sich der Autor nicht allein auf den eigentlichen Fall und die sehr gute Darstellung des Täters und dessen Motivs beschränkt. Vor allem das Verhalten der Kriminalbeamten ist oftmals überzogen und unglaubwürdig. Insgesamt verliert der Roman dadurch an Glaubwürdigkeit.

Der Autor hätte sich entscheiden müssen: seichte Comedy-Unterhaltung oder ernstzunehmender Kriminalroman. So bleibt Klaus-Peter Wolf aber irgendwo zwischen packendem Thriller und vergnüglichem Regio-Krimi à la Rita Falk stecken. Unterhaltsam mag das für den einen oder anderen Leser durchaus sein. Wolf-Fans werden daher beim zwölften Band der Reihe um das Auricher-Ermittlerteam ihre Freude haben. Auch wer gerne Nina Ohlandt (Benthien-Reihe), Klüpfl/Kobr (Kluftinger) oder Nicola Förg (Mangold-Reihe) liest, wird hier gerne zugreifen.

Thomas Gisbertz, März 2018

Ihre Meinung zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfluch«

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Pöschl Brigitte zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfluch« 14.10.2018
Zu langatmig langweilige Passagen und unsympathische Hauptfiguren
Schrecklich

Zu viele Nebenstränge und Kommunikationen
Ich habe vieles einfach überlesen und weitergeblättert da unwichtig für die Geschichte
Seltsamer Humor. Wirkt sehr einfach
Mir hat dieses Buch nicht gefallen und ich werde es auch nicht weiterempfehlen
KlausA zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfluch« 24.08.2018
Es ist ja fast schon alles geschrieben, aber ich sage es trotzdem: sehr schlecht!
Selbst die Hauptprotagonistin lässt das Buch teilweise so stümperhaft vorgehen, dass es nur daran liegen kann, dass das Buch noch viele Seiten hat.
Ein nun wirklich kaum noch zu ertragender Rupert.
Ein dermaßen naiv und inkompetent "gemalter" BKA-Beamter.
Ein Ruck-Zuck verarbeitetes Krebsleiden.
Auf dem Autodach sitzende Polizisten; Mörder, die sich Essen nach Wunsch bestellen können.
Alles einfach nur grauenhaft.
Mit dem Dutzend ist das Maß jetzt voll, Ann Kathrin muss zukünftig ohne mich ermitteln.

Klaus-Peter Wolf setzt seine schlechten Bücher, die er mit dem Serienmörderheld Sommerfeldt begonnen hat, jetzt mit Ann-Kathrin fort - Schade!
Rita J. zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfluch« 06.08.2018
'Rita J.
sie waren mal wirklich spannend und unterhaltsam, die Krimis aus Ostfriesland.
Dieser neue Roman ist einfach nur Klamauk und unglaubwürdig.
Liebt der Schriftsteller eingesperrte Frauen, da gab es doch schon einen ähnlichen Fall - mit eigemauerten Frauen??
Arme Ostfriesland-Polizei - mit nur einer "intilligenten" Kommissarin als Mini-James-Bond.
Schade..
Sigrid Otte zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfluch« 04.07.2018
Ich habe selten so ein schlechtes Buch gelesen ,wie dieses ! Hören Sie auf , so eine Kacke zu schreiben . Eine MFA , die einen Wohnsitz in Gelsenkirchen findet ,ein Liebesleben wieder aufbaut, ohne Hintrerfragungen, das glaubt keiner mehr ! Sie sind zu selbst verliebt ! Sigrid Otte , die Ihre Romane , bis jetzt gerne gelesenen hat
Heinrich Kindler zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfluch« 16.05.2018
Das war definitiv mein letzter Ostfriesenkrimi von Klaus-Peter Wolf. Die Geschichte an den Haaren herbeigezogen und noch ausgeschmückt, fern jeglicher Realität. Wenn sich so Polizeibeamte benehmen und aufführen würden, hätten sie schnell ein Disziplinarverfahren am Hals. Aber in Ostfriesland ticken die Uhren anscheinend anders. Der Begriff "Klamauk" eines anderen Rezessienten trifft voll und ganz zu.
Karl-Heinz Nimz zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfluch« 30.04.2018
Ich bin eigentlich ein Krimi-Fan mit einer Krimi-Bibliothek von 492 Büchern(auch 4 Bücher diese Autors), aber was mir hier angeboten wurde könnte mich abschrecken.
Was soll es eigentlich sein? Eine Krimikomödie, eine Satire oder was eigentlich?
Vieles ist einfach unrealistisch, unwirklich oder einfach albern.
Ich habe schon besseres gelesen.
Noch nie habe ich zu einem Buch geschrieben, aber dieses Mal Konnte ich nicht anders.
Claudia R. zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfluch« 17.04.2018
Ein spannender Krimi, der die Spannung bis zur letzten Seite hält. Ich habe es kaum geschafft, das Buch aus der Hand zu legen und war in Gedanken ständig in der Handlung. Ann-Kathrin sowie Ruper & Co wie immer klasse, die Story ist interessant, die Schauplätze real. Ich liebe diese Buchreihe und freue mich auf Februar 2019!!!
Gaby Meinschien zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfluch« 09.04.2018
Ich melde mich nochmals kurz zu Wort: Nun habe auch ich den Ostfriesenfluch fertig gelesen. Mir hat er, wie die anderen Fälle auch, sehr gut gefallen. (Keine Angst - ich Beschreibe keine Details aus dem Buch)
Allerdings habe ich die Ersten Seiten des 13. Falles nicht gelesen.. Wie soll ich das aushalten ? - bis Februar 2019 ist noch lang hin. :-)
Gaby Meinschien zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfluch« 06.04.2018
Das Buch ist super, spannend und schwer aus der Hand zu legen.. habe es (leider ;-))bald geschafft. Ich finde die Fälle um Ann Kathrin Klaasen super und hoffe das Klaus Peter Wolf noch einige spannende Fälle auf Lager hat. Meine Lieblingsfigur ist natürlich Rupert :-) Ich finde das es super gelungen ist, Krimi und Witz so schön miteinander verschmelzen zu lassen !! Ich finde auch das macht die Bücher für mich so besonders.
Clemens H. zu »Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfluch« 02.04.2018
Miserabel! Ich gebe dem Rezensenten der Krimi-Couch recht: "Ostfriesenfluch" wackelt permanent zwischen Krimi und Klamauk. Rupert ist dabei nur ein Tölpel unter vielen. Der Schreibstil ist dürftig, das Buch an vielen Stellen auch noch unfreiwillig komisch. Die Dialoge sind zum Teil unerträglich, und wieder wimmelt es von Schleichwerbung. Ich habe die Lektüre abgebrochen.

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