Der Frevel des Clodius von John Maddox Roberts

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1992 unter dem Titel The Sacrilege, deutsche Ausgabe erstmals 1993 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: Italien / Rom, -800 - 699 (Antike).
Folge 3 der SPQR-Serie.

  • New York: Avon, 1992 unter dem Titel The Sacrilege. 216 Seiten.
  • München: Goldmann, 1993. Übersetzt von Kristian Lutze. 316 Seiten.
  • München: Goldmann, 1996. Übersetzt von Kristian Lutze. ISBN: 3-442-43290-1. 316 Seiten.
  • München: Goldmann, 2003. Übersetzt von Kristian Lutze. ISBN: 3-442-55199-4. 316 Seiten.
  • München: Goldmann, 2008. Übersetzt von Kristian Lutze. ISBN: 978-3-442-46892-8. 316 Seiten.

'Der Frevel des Clodius' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Rom im Jahre 63 vor Christus: Ein Skandal erschüttert die Stadt. Beim Ritus der »Bona Dea«, bei dem nur verheiratete Frauen anwesend sein durfen, wird ein Mann entdeckt. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem frechen Frevel und einer Serie von Morden, bei der die Opfer alle ein merkwürdiges Mal auf der Stirn tragen? Decius Caecilius Metellus nimmt die Fahrte auf – und schon bald kämpft er um sein Leben …

Das meint Krimi-Couch.de: »Atmosphärisch dicht und mit anspruchsvollen, detailreichen geschichtlichen Bezügen« 65°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Metellus kehrt von seiner Armeezeit in Gallien nach Rom zurück und findet dort Pompeius mit seinen Truppen vor den Stadttoren lagernd vor. Noch wird der ihm zustehende Triumphzug nach seinen Erfolgen im Orient von einer Mehrheit des Senates verweigert. Metellus besucht zunächst seinen Vater und dieser eröffnet ihm gleich zwei frohe Botschaften. Sein Kommandant in Gallien, Celer, will im kommenden Jahr einer von zwei Konsuln werden und möchte hierfür Metellus als seinen Wahlkampfhelfer gewinnen. Außerdem wurde Metellus unlängst in die Liste der Senatoren aufgenommen. Dennoch gibt es auch einen Wermutstropfen, denn Metellus’ Intimfeind Clodius befindet sich noch immer in Rom und trachtet Metellus, wie dieser bald herausfinden soll, mehr denn je nach dem Leben.

Celer bittet Metellus umgehend mit Mamercus Capito Kontakt aufzunehmen und diesen zu befragen, ob er im nächsten Jahr als zweiter Konsul kandidieren möchte. Natürlich behält sich Celer für diesen Fall die Richtlinienkompetenz vor. Wenig später findet im Hause Capitos ein großer Empfang statt, zu dem auch Metellus geladen wird. Während des umfangreichen Essens ruft ein Diener Capito nach draußen, da er einen Besucher empfangen möchte. Kurz darauf hören die Gäste eine hitzige Auseinandersetzung, einen Schrei und finden Capito ermordet auf dem Boden liegend vor. Als Metellus sich zum Tatort begeben will, weist ihn sein Sklave Hermes darauf hin, dass sein Nebenmann am Tisch, ein Helfer Clodius', ihn umbringen wollte, in dem er die vor ihm befindlichen Gebäckstücke mit Gift versehen hat. Metellus nimmt einen Keks als Beweisstück mit und wenig später bestätigt sein Freund, der Arzt Asplekiodes, den Verdacht von Hermes. Die Befragung von Capitos Diener ergibt derweil keinerlei Hinweise auf den Täter, da dieser sein Gesicht mit einem Umhang verhüllt hielt. Lediglich der Torwächter muss ihm beim Einlassen gesehen haben, doch dieser wurde ebenfalls ermordet. Hermes folgt dem Tischnachbarn von Metellus auf dessen Heimweg und muss zu seiner Überraschung feststellen, dass dieser nicht zum Haus von Clodius, sondern zu dem Haus von Celer geht. Dies hat allerdings nicht viel zu bedeuten, denn Celer ist mit Clodia, Clodius Schwester verheiratet …

Während Metellus am nächsten Tag die Ermittlungen aufnehmen soll, findet eine überraschend angeordnete Sondersitzung des Senates statt. Bei dem geheimnisumwitterten religiösen Ritus der »Bona Dea«, an der nur verheiratete Frauen teilnehmen dürfen, schleicht sich Clodius als Frau verkleidet in die Gruppe ein und begeht damit den titelgebenden Frevel. Metellus wäre nicht Metellus, wenn er nicht alsbald entdecken würde, dass hinter den geheimnisvollen Vorgängen, der Ermordung Capitos sowie dem Frevel des Clodius, ein Zusammenhang bestehen würde, der auf eine große Verschwörung hinausläuft …

Im dritten Teil der sog. »SPQR«-Serie hätte sich John Maddox Roberts zur Abwechslung mal eine neue Story einfallen lassen dürfen, denn so hervorragend er es versteht, seine Leser in das Jahr 693 der Stadt Rom, im Jahr des Konsulats von Calpurnias und Messala Niger hinein zu katapultieren (gemeint ist übrigens das Jahr 63 vor Christus), so sehr langweilt er dann doch mit dem erneuten Aufguss um eine weitere Verschwörung. Nach einigen Morden und dem »Frevel des Clodius« vermutet Metellus einen Zusammenhang zwischen diesen Ereignissen und da er bereits in den ersten beiden Romanen jeweils eine Verschwörung aufdecken konnte, liegt es auch in der vorliegenden Geschichte nahe, hier eine weitere zu vermuten. Das ihm die Lösung des Falles bei einer Theateraufführung förmlich zufliegt, erscheint ein wenig simpel gestrickt und das ihm der alles entscheidende Beweis dann auch noch in Form eines »Insider-Briefes« zugetragen wird, ist selbst für Roberts zu einfältig konstruiert. Demgegenüber verlangt Roberts dem Leser erneut ein Höchstmaß an Konzentration ab, will der Leser verfolgen, wer mit wem wie verwandt oder politisch verbunden ist:

»Fausta war die Tochter des verstorbenen Diktators Sulla. Aber was war sie sonst noch? Das Mündel von Lucullus, der als Sullas Testamentsvollstrecker benannt worden war. Ihr Zwillingsbruder Faustus war ein Spießgeselle Pompeius. Fausta hatte also eine Verbindung zu Pompeius. Sie lebte im Haushalt Lucullus, der Pompeius haßte, während sie wahrscheinlich auf der Seite ihres geliebten Zwillingsbruders als auf der ihres Vormunds stand. Am Abend der Riten war sie zusammen mit Lucullus’ Frau Claudia, der älteren Schwester von Clodius und Clodia, zu Caesars Haus gekommen. Der andere Bruder der Claudier, Appius, hielt sich in Pompeius’ Lager auf...«

Die Vorzüge der SPQR-Romane liegen in ihrer atmosphärischen Dichte und ihren anspruchsvollen, detailreichen geschichtlichen Bezügen. Für den Urlaub am Strand oder für »Freizeit«-Leser eignen sie sich jedoch keinesfalls, da man – wie das vorstehende Beispiel aufzeigt – sehr schnell den Überblick und damit den Lesespaß zu verlieren droht.

Wer »leichtere Kost« bevorzugt und dennoch einen anspruchsvollen Roman aus dem alten Rom lesen möchte, dem sei alternativ »Caligula« von Siegfried Obermeier empfohlen.

Ihre Meinung zu »John Maddox Roberts: Der Frevel des Clodius«

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Leo1 zu »John Maddox Roberts: Der Frevel des Clodius« 11.05.2018
Mein erster Roman vom J.M. Roberts. Bis es zum Verbrechen kommt, ist fast ein Drittel des Werks schon vorbei. Die Handlung dreht sich um die politischen Intrigen und um den Kampf um die Macht. Deswegen passt der Name historischer Roman besser als der Krimi. Wer sich für das politische Leben Roms interessiert, wird es wahrscheinlich spannend finden. Ich finde es nicht und muss definitiv nicht den nächsten Roman vom demselben Author lesen.
Cyra zu »John Maddox Roberts: Der Frevel des Clodius« 08.06.2010
Wer auf einen Commissario Brunetti des Alten Roms gewartet hat kann sich jetzt fereuen. Decius Caecilius Metellus ist eine Bereicherung fuer jeden Krimi- Liebhaber. Mit viel Charm, Witz und einen Hauch Selbst- Ironie, lernt man mehr und mehr ueber Politic, Maenner und Frauen und das sich bis heute nicht ganz so viel veraendert hat.
Ein Mann des 21 Jhr klaert Mordfaelle im alten Rom. Mit viel Geschick hat John Maddox Roberst die Methoden des 21 Jhr zu Caesars Zeiten gebracht und uns eine leichte und frische Kost auf die Couch.
tedesca zu »John Maddox Roberts: Der Frevel des Clodius« 10.03.2010
Diese Serie wird wirklich von Teil zu Teil noch besser, spannender und witziger. Wir treffen auf altbekannte Figuren, lernen aber auch Julia kennen, die schöne Nichte Cäsars, der unser guter Held bald verfallen wird, und als Geschenk seines Vaters zur Erhebung in den Senatorenstand erhält Decius den frechen Sklaven Hermes, der seinem Namen alle Ehre macht.
Natürlich geht es wieder um die Hintergründe historischer Geschehnisse, die mit viel Witz und Fantasie erzählt werden. Man stelle sich mal das hochwohlgeborene Triumvirat Cäsar, Pompeius und Grassus in Frauenkleidern vor! Ein paar deftige Schlägereien dürfen natürlich auch nicht fehlen, und Decius gelingt es einmal mehr, diverse Morde und düstere Machenschaften aufzuklären.
Erich Räuker liest wie immer ganz wundebar, und somit kann man nicht nur das Buch an sich, sondern vor allem auch diese ungekürtze Hörbuchvariante bedingungslos empfehlen.
Chantal Duvall zu »John Maddox Roberts: Der Frevel des Clodius« 09.02.2008

Gefällt mir noch eine Spur besser als die Catilinia Verschwörung.Es wird sehr originell von John Maddox Roberts erzählt,wie das erste Triumvirat mit Caesar, Pompeius Magnus und Crassus Dives entstand.
Der historische "Vater" des Decius Caecilius Metellus so wie ihn J.M.Roberts beschreibt wird wohl Lucius Caecilius Metellus gewesen sein, welcher mit Quintus Hortensius Hortalus Konsul war.
Anna zu »John Maddox Roberts: Der Frevel des Clodius« 22.01.2007
Also ich finde das Buch nicht schlecht geschrieben und die Vorkenntnisse des Autors helfen dem Leser nicht nur einen spannenden Roman zu lesen sondern gleichzeitig etwas über das alte Rom zu erfahren. Dennoch muss ich bemängeln, dass es an einigen Stellen etwas schwerfällig wird. Doch mein größter Kritikpunkt und gleichzeitig mein größtes Anliegen ist das Ende des Romans den die Auflösung ist zu simpel während andere Dinge wie z.B. der Bezug der einzelnen Personen zueinander unnötig komplizert ist.
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Mina zu »John Maddox Roberts: Der Frevel des Clodius« 03.10.2006
Ich finde das Buch echt super interessant. Es ist spannend und wenn man einmal anfängt zu lesen kann man nicht mehr aufhören. Nachdem ich es gelesen hatte, konnte ich nicht anders als in die Buchhandlung zu gehen und mir die anderen Romane zu kaufen, wie z.B.:
SPQR, Der Musentenpel etc.
Die Geschichte von Decius ist so lebendig erzählt als ob man mit ihm durch die gassen Roms rennt auf der Suche nach Verschwörungen und neuen Abenteuern. Ich bin ein begeisterter Leser und kann nicht genug von Decius kriegen.
Man beginnt beim Lesen mit diesem netten Detektiv zu sypatieren und kann nicht mehr aufhören zu lesen.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
angie zu »John Maddox Roberts: Der Frevel des Clodius« 30.09.2006
Ich fand das Buch auch echt klasse. Ich hab es ja als erstes Buch gelesen und war sofort begeister,von dem schreibstil(spannend und trotzdem etwas humorvoll)
Dennis zu »John Maddox Roberts: Der Frevel des Clodius« 05.05.2004
Selten habe ich ein so spannendes Buch gelesen, besonders die authentischen Personen und die Fachkenntniss des Autos überzeugen!
Swen Piper zu »John Maddox Roberts: Der Frevel des Clodius« 08.12.2003
Ein Höhepunkt der Reihe um Decius Caecilius Metellus.
Silkee69 zu »John Maddox Roberts: Der Frevel des Clodius« 07.12.2003
Wenn man noch nie ein Buch von John Maddox Roberts gelesen hat ist dies ein super einstieg. ES IST WIRKLICH KLASSE. Obwohl ich mich zu Beginn ein wenig schwer getan habe all die neuen Wörter zu verstehen; Aber keine Sorge, dass schafft man schnell

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