Nebelsturm von Johan Theorin

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel Nattfåk, deutsche Ausgabe erstmals 2009 bei Piper.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 2 der Öland-Serie.

  • Stockholm: Wahlström & Widstrand, 2008 unter dem Titel Nattfåk. 383 Seiten.
  • München: Piper, 2009. Übersetzt von Kerstin Schöps. 446 Seiten.
  • München; Zürich: Piper, 2011. Übersetzt von Kerstin Schöps. ISBN: 978-3-492-26367-2. 446 Seiten.
  • [Hörbuch] München: Der Hörverlag, 2009. Gesprochen von Johannes Steck. gekürzt. ISBN: 3867175268. 5 CDs.

'Nebelsturm' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Ein kalter, finsterer Oktober auf Öland. Niemand sollte sich jetzt draußen aufhalten. Nebel und Schneestürme kündigen sich an. Joakim hat die Abergläubigen der Insel nicht um Rat gefragt und ist mit seiner Familie auf dem prachtvollen Hof Åludden eingezogen. Aus dem Holz eines Schiffswracks ist das Anwesen errichtet worden. Man sagt, die Leuchtturmbauer haben die Schreie der ertrinkenden Seeleute damals nie vergessen können. Auf den Balken der Scheune stehen noch immer die Namen der Toten eingeritzt, und all seinen Bewohnern hat dieser Ort nur Unglück gebracht. Und dann findet man die Leiche von Joakims Frau Katrine: sie ist tot, ertrunken. Die junge Polizistin Davidsson nimmt sich des Falles an. Was ist mit Åludden? Und welche Rolle spielt Joakims Schwester, zu der die Familie längst den Kontakt abgebrochen hat?

Das meint Krimi-Couch.de: »Erst unscheinbar, dann gewaltig – wie ein echter Nebelsturm« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Joakim Westin und seine Frau Katrine haben die Stadt Stockholm hinter sich gelassen und für sich und ihre beiden Kinder den alten und großräumigen Hof Aludden auf der Insel Öland gekauft. Das Anwesen liegt abgelegen an der Küste in der Nähe zweier Leuchttürme. So wollen es die Legendenbildungen der Insel, dass jährlich zu Weihnachten die Toten als Wiedergänger den Hof aufsuchen.

Joakim interessieren solche Geschichten nicht und fährt daher gut gelaunt kurz nach seinem Einzug in Aludden noch ein letztes Mal nach Stockholm, um aus seinem alten Haus die dort verbliebenen restlichen Gegenstände abzuholen. Auf der Rückfahrt erwartet ihn jedoch eine Schreckensnachricht, denn die junge Polizistin Tilda Davidsson teilt ihm am Handy mit, dass seine sechsjährige Tochter Livia im Meer ertrunken sei. Kaum zurück erwartet Joakim der nächste Schock, denn bei seinen Nachbarn findet er Livia wohlauf. Eine tragische Verwechslung wie Tilda einräumen muss.

 Währenddessen treibt eine Bande Einbrecher auf Öland ihr Unwesen. Nach dem diese es bislang nur auf unbewohnte Sommerhäuser abgesehen haben, wollen sie nun – sozusagen zum Abschluss ihrer Aktivitäten auf der Insel – noch ein paar bewohnte Häuser ausnehmen. Höhepunkt soll dabei Aludden sein, wo es angeblich sehr wertvolle Gemälde gibt.

Derweil kehrt für Joakim notgedrungen der Alltag wieder ein, doch plötzlich hört Livia nachts Stimmen aus der Wand ihres Zimmers. Auch Joakim entdeckt mehr und mehr die Geheimnisse des Hofes und dessen Vergangenheit. Sollten die Verstorbenen tatsächlich versuchen, Kontakt aufzunehmen? Als wäre dies nicht schon schlimm genug, deuten die Wetterprognosen darauf hin, dass ein schlimmer Nebelsturm die Insel heimsuchen wird. Bereits in der Vergangenheit fielen mehrere Menschen einem derartigen Naturereignis zum Opfer. Und dann steht auch noch Weihnachten vor der Tür…

 Johan Theorin ist ohne Zweifel eine der Entdeckungen der skandinavischen Krimiszene der letzten Jahre. Sein Erstling mit dem schlicht anmutenden Titel Öland wurde als bester Debütroman prämiert, und Nebelsturm bekam 2008 von der Schwedischen Krimiakademie den Preis für den besten Krimi des Jahres. Dabei ist Nebelsturm alles andere als ein gewöhnlicher Kriminalroman.

Zunächst fällt auf, wie ruhig und ausschweifend die Geschichte erzählt wird, wobei im vorliegenden Fall das Wort »ausschweifend« einmal nicht negativ besetzt ist. Still und heimlich – der Begriff suspense scheint passend – treibt der Autor seine Geschichte voran. Schritt für Schritt werden die Geschichten von Joakims und Katrines Familien offen gelegt, wobei zahlreiche dunkle Kapitel aufgedeckt und aufgeklärt werden.

Ergänzend erzählen Katrines Mutter, in einem Buch, und Gerlof, der Bruder von Tildas Großvater Ragnar, über Aludden und dessen geheimnisvolle Vergangenheit. Diese begann im Winter des Jahres 1846, als ein Schiff vor der Küste sank, aus dessen Holzbalken später Aludden errichtet wurde. Seitdem gibt es die berüchtigten Geschichten über Wiedergänger und den Hof, in dessen Vergangenheit es immer wieder zu seltsamen Todesfällen kam. So auch im vorliegenden Fall, bei dem eine Person (der Name soll nicht verraten werden) von einer Mole ins Meer stürzt und dort im eiskalten Wasser ertrinkt. Die Spuren im Sand zeigen eindeutig, dass die Person alleine war, nur ist völlig unklar, warum sie ausgerutscht sein soll. Oder war es ein Selbstmord, für den es aber keinen nachvollziehbaren Anlass gibt, ganz im Gegenteil. Einen Mord als dritte denkbare Todesursache schließt zumindest die Polizei aus, die den Fall recht schnell als tragischen Unfall zu den Akten legt. Allerdings ist die gerade erst mit der Ausbildung fertig gewordene Tilda weitgehend auf sich alleine gestellt.

 Nebelsturm ist ein Kriminalroman mit zahlreichen Mystery-Effekten und erzählt zudem zwei tragische Familiengeschichten, die von zahlreichen Missverständnissen geprägt sind. So steuert der Plot langsam, aber stetig auf seinen Höhepunkt an Weihnachten zu, wo die Ereignisse sich plötzlich überschlagen. Am Ende werden alle Fragen über die Toten der Gegenwart und der Vergangenheit sauber beantwortet. Das ist großes Kino, wobei das Schöne dabei ist, dass die Öland-Serie als »Jahreszeiten-Quartett« angelegt ist. Soll heißen, dass es noch zwei weitere Romane geben wird.

Mein Tipp: Lesen Sie dieses Buch in der bevorstehenden kalten Jahreszeit.

Jörg Kijanski, November 2009

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trafik zu »Johan Theorin: Nebelsturm« 28.12.2016
Auch der zweite Krimi von Johan Theorin war insgesamt sehr gut. Vorallem die Beschreibung von der kleinen schwedischen Insel hat mir gut gefallen. Der Schreibstil von Johan Theorin ist auch sehr flüssig und so werden daher die einzelnen Geschichten immer wieder sehr spannend erzählt..
Die Auflösung ist der einzige Schwachpunkt in diesem Krimi.
Freue mich schon auf den nächsten.
Frank Buschmann zu »Johan Theorin: Nebelsturm« 21.12.2012
Toll, dass sich ein Autor heute noch traut, einen so schön altmodischen, fast schon klassischen Gruselkrimi zu schreiben. Wo andere ihre Fantasie nur noch benutzen, um immer widerlichere Bluttaten zu erfinden, setzt Theorin auf Atmosphäre und eine Dramaturgie, die es in sich hat. Die Geschichte ist irre spannend und steckt voll schöner Bilder. Ich bin begeistert und hoffe, dass Theorin seinem Stil und seinen Motiven treu bleiben wird!
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Stefan83 zu »Johan Theorin: Nebelsturm« 02.09.2012
Eigentlich hätte ich es ja besser wissen müssen. „Spiegel-Bestseller“-Aufkleber auf dem Cover, Brigitte-Lobeshymne auf der Rückseite und überschwängliche Lobeshymnen von allen Seiten – die Warnhinweise waren eigentlich gut zu erkennen. Als eifriger Krimi-Leser mit dem Riecher für das Besondere fernab des Mainstreams, macht man normalerweise um solch beworbene Bücher stets einen größeren Bogen, greift doch hier sehr oft die Formel: Außen hui, innen pfui. Da der Vorgänger „Öland“ aber, trotz einiger Längen und Schwächen, durchaus zu gefallen wusste, wanderte „Nebelsturm“, der zweite Part des geplanten Quartetts über die schwedische Insel, in mein Bücherregal. Und da hätte er letztlich ruhig auch noch etwas länger stehen und anderen Titeln aus dem Genre den Vorrang lassen können, denn über knapp 450 Seiten bietet Theorin zweites Werk vieles – allerdings nicht die vom Buchjournal erlebte „Große Kriminalliteratur“.

Das liegt in erster Linie daran, dass der Geschichte über eine zu lange Distanz die Zutaten für die Zubereitung der erwarteten Spannung vorenthalten werden und Theorin sich mehr aufs Beschreiben konzentriert, als auf das Erzählen. Bis ins kleinste Detail erfährt der Leser, wo welches Möbelstück steht, wie sich welche Tapete in welchem Winkel von der Wand löst und was zwischen Frühstück und Schulbeginn bei Familie Westin sonst noch so passiert. Diese, insbesondere Familienvater Joakim, steht im Mittelpunkt der Handlung, welche sich vor allem auf das alte Gut Aludden konzentriert. Ein großes Haus, gebaut aus dem Holz eines vor langer Zeit vor der Küste gekenterten Schiffs, um das sich einige Legenden ranken und das, fernab der Zivilisation gelegen, ein durchaus stimmungsvolles Setting abgibt. Oder besser abgegeben hätte, denn Theorin weiß den leichten Grusel im Stile von „Sixth Sense“ nicht wirklich in Szene zu setzen bzw. im richtigen Maße zu dosieren. Mal kommt der schaurige Kitzel zu seicht daher, an anderer Stelle wird der Phantasie des Lesers wieder zu viel vorweggenommen.

Dies ist insofern bedauerlich, da Potenzial für mehr vorhanden gewesen wäre. Theorin schöpft dieses aber, insbesondere bei der Zeichnung seiner Charaktere, nicht aus. So hat mir von allen Beteiligten die toughe, junge Polizistin noch am Besten gefallen, wenngleich ihr Beitrag an der Geschichte letztlich eher marginal ausfällt und vor allem der Beziehungsstress mit ihrem Ausbilder in Erinnerung bleibt. Überhaupt leiden, typisch skandinavisch, sämtliche Protagonisten sehr viel. Zwar ist man diese Nordlicht-Tristesse von Mankell, Indridason und Co. gewohnt – selten kam sie mir aber so überzogen vor, wie hier. Durch diese andauernde Melancholie wirkt die Geschichte erschreckend leblos und fad, hat der Krimiplot große Probleme, in die Gänge zu kommen. Die Trumpfkarte Atmosphäre, welche viele begeisterte Leser von „Nebelsturm“ zücken, zieht in meinem Fall leider nicht. Die Frage „Wie wie viel Seiten sind es eigentlich noch?“ stellte ich mir wesentlich öfter, als die nach der Identität des Mörders. So wäre das Buch fast auch in der Ecke gelandet, hätte Theorin dann nicht doch noch hundert Seiten vor Schluss endlich die Kurve bekommen.

Plötzlich ist der Rhythmus dar, fügen sich die über dreihundert Seiten parallel laufenden Handlungsstränge zusammen, verleiht der namensgebende „Nebelsturm“ der so lang hinplätschernden Story etwas Tempo. Der „Showdown“ im Tiefschnee sorgt nun für Spannung, die Auflösung des Falles sogar für die ein oder andere Überraschung. Das kann aber am Ende nicht für die vielen Längen entschädigen oder gar die vielen Lobpreisungen rechtfertigen.

Insgesamt ist Theorins zweiter Krimi ein gefälliger, aber auch enttäuschend unspektakulärer und biederer Skandinavien-Krimi, dessen Schauerelemente allzu oft wirkungslos verpuffen und der einfach zu wenig aus seinen Möglichkeiten macht.
Amica65 zu »Johan Theorin: Nebelsturm« 24.05.2012
Nebelsturm ist mir hier auf der Couch empfohlen worden (danke Idgie :-) und eigentlich stehe ich nicht so auf Mystery in einem Krimi. Von diesem Roman war ich aber von der ersten Seite so geflasht,
es hat mich derart gegruselt, ich hörte überall Geräusche, musste Türen und Fenster schliessen. Theorin entwickelt eine ganz besondere, fast greifbare, bedrohliche Atmosphäre.
Toll wie zum Schluss die verschiedenen Erzählstränge auf ein spannendes Finale zulaufen und es für alles eine rationale Erklärung gibt. Hier geht aber auch ein bisschen die Atmosphäre verloren.
Liebhaber reißerischer Krimis mit viel Blut kommen hier sicher nicht auf Ihre Kosten, aber ich fand diese Mischung aus Krimi, Familiengeschichte, Grusel und Schauermärchen großartig und
Theorin rutschte ganz schnell auf die Liste meiner Lieblings-Autoren.
Für mich ein kleines Meisterwerk, noch einen Tacken besser als Öland und die optimale Lektüre für den Winter.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
heike strate zu »Johan Theorin: Nebelsturm« 12.12.2011
„Nebelsturm: Ein meteorologisches Phänomen, das nur auf Öland vorkommt und als kräftiger Sturm aus Nordost mit Eis, Schnee und Nebel alles mit sich reißt. Es gilt als lebensgefährlich, sich bei Nebelsturm aus dem Haus zu wagen.“ Soviel zum Titel, den Johan Theorin seinem jetzt als Taschenbuch erschienenen Kriminalroman gegeben und damit die „Jahreszeiten“- Serie über die schwedische Insel Öland mit dem „Winter-Teil“ fortgesetzt hat. Doch geht es darin nicht nur um den Nebelsturm, der von den wetterkundigen Bewohnern Ölands kurz vor Weihnachten erwartet wird. Es geht auch um die alte, schwedische Legende, der zufolge sich zu Weihnachten die Toten versammeln, um gemeinsam die Messe zu feiern. Und um die junge Familie von Joakim Westin, die auf einen alten, abgelegenen Hof an der öländischen Küste zieht. Der Hof ist aus dem Holz von gestrandeten Schiffen gebaut, an das sich die Ertrinkenden geklammert haben. Angeblich kann man noch heute die Stimmen der Toten in den Wänden erzählen hören. Und dann ist da Tilda Davidsson, eine junge Polizistin, die aus Liebeskummer in der Einsamkeit Ölands ihren Dienst antritt und eine Einbrecherbande jagen muss. Und ihr Großonkel Gerlof Davidsson, Kapitän zur See a.D. und ein „alter Bekannter“, der schon in „Öland“ (Theorins Erstlingswerk, ebenfalls als Taschenbuch erhältlich), zusammen mit seiner Tochter ein Mordkomplott aufgeklärt hat. Ihm ist es zu verdanken, dass ein tragischer Todesfall letztendlich als Mord erkannt wird und: dass sich dieses Buch „Krimi“ und nicht „Fantasy“-Roman nennen darf. Denn es wimmelt nur so von Geistern und tragischen Todesfällen. Aber das sind ja (fast) nur Hirngespinste von traumatisierten Ehemännern, hellsichtigen Kindern, spiritistischen Einbrechern, Mördern mit Gewissensbissen und halberfrorenen Polizistinnen – oder etwa doch nicht? Johan Theorin hat ein unheimliches Buch geschrieben. Die verschiedenen Erzählstränge werden spannend und kunstvoll zu einem verblüffenden Knoten gewunden, der am Weihnachtsabend zerschlagen wird. Gänsehaut, Spannung und damit eine unheimliche Vorweihnachtszeit sind garantiert. Dringend jetzt lesen und nicht erst bis Heiligabend warten - oder bis zum nächsten deutschen Wintersturm!

Heike Strate
mylo zu »Johan Theorin: Nebelsturm« 08.10.2011
In diesem zweiten Roman ist wieder Gerlof aus dem Altersheim auf Öland mit von Partie. Wenn auch nicht so vordergründig in die Handlung eingebunden wie im ersten Buch und dieses Mal in Verbindung über seine Nichte mit der Geschichte vernetzt.
Nun wieder einmal beeindruckt die leise Sprache die ohne die üblichen Mittel anderer Krimis eine sich schnell - aber fast unmerklich - entwickelnde Spannung und Fesselung entfacht, die einem die Seiten verschlingen lässt. Pageturner nennt man das wohl heute neudeutsch. Die Story, Personen, Beschreibung von Mensch und Natur sind mehr noch als im ersten Roman einzigartig. Ein wahrer Lesegenuss, der leider wegen dem "seitenfressen" nicht lange andauert.
95 Punkte und Lust auf den dritten Teil, es sollen ja 4 der Reihe werden?
Niklas zu »Johan Theorin: Nebelsturm« 27.09.2011
Ein außergewöhnlich gut geschriebener Krimi, weit entfernt von dem üblichen Klischee. Vielmehr gelingt es dem Autor mit einer leisen Sprache eine Geschichte zu erzählen, die von Seite zu Seite immer spannender wird und dafür sorgt, dass man nur mit Mühe das Buch aus der Hand legen kann.
Das Buch hat mich sehr beeindruckt, weil Johan Theorin seine Personen so lebendig und hautnah schildert, dass man das Gefühl bekommt selbst Teil der Handlung zu sein.
100 Punkte - eine großartige Lektüre!
Cthulhu zu »Johan Theorin: Nebelsturm« 10.08.2011
Nachdem ich schon "Öland" aussergewöhnlich gut fand - also, "Nebelsturm" ist noch um Klassen besser. Weiss gar nicht, was ich sagen soll: Kein Krimi im herkömmlichen Sinn, viel Mystik, Schneestürme toben durch das ganze Buch, persönliche Tragödien, düster, ohne viel Action - aber jede Seite ein Genuss zu lesen. Wer schwermütige Schweden mag, unbedingt zugreifen.
Theorin ist nullkommaplötzlich zu einem meiner Lieblings-Schweden avanciert.
Ich bin begeistert!
Warnung: Nichts für Leser, die verspritzte Gehirne an Wänden und Lampenschirmen lesen wollen. Auch nach aufgeschlitzten Frauen sucht man vergebens.

Bin ein schlechter Rezi-Schreiber - bitte um Verzeihung. :-D
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
MrNice2011 zu »Johan Theorin: Nebelsturm« 08.08.2011
Es ist einfach erstaunlich, man nimmt das Buch in die Hand liest, und plötzlich sind die ersten 200 Seiten vorüber. Die Story tröpfelt so dahin, aber dennoch ist der Leser von dieser Ruhe und den verschiedenen Erzählsträngen angetan. Es hat manchmal den Eindruck, der Autor will den Leser damit quälen, wenn er die einzelnen Erzählstränge jeweils mit einen sogenannten Cliffhänger beendet und später wieder aufnimmt. Es scheint, dass der Autor die Einöde und Langsamkeit der Insel Öland auch in seiner Art der Erzählung wiedergeben möchte. Es baut sich dennoch eine Spannung auf, die das weglegen des Buches sehr schwer macht. Ich werde nun das erste Buch Öland lesen und hoffe genauso gut unterhalten zu werden.
Haefler zu »Johan Theorin: Nebelsturm« 19.07.2011
Positiv: Interessant ist der Aufbau durch die parallel verlaufenden Erzählungen inkl. der Zeitsprünge, welche dann am Ende mit zunehmender Spannung zusammenlaufen und in einem "Show-Down" enden.
Negativ: Völlig konstruiert ist die Szene, wo an Weihnachten der Hauptdarsteller inkl. Kinder mit dem Straftäter vor dem Fernseher sitzen (in Anbetracht der Tragödie, die sich in der Nacht zuvor ereignet hat...).
Der öländische "Nebelsturm" findet etwas zu häufig Erwähnung.
In der deutschen Übersetzung finden nicht wenig Rechtschreibfehler.
Unterm Strich: spannendes Buch

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