Lügennetz von James Patterson

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 unter dem Titel Now you see her, deutsche Ausgabe erstmals 2013 bei Goldmann.

  • New York: Little, Brown and Co., 2011 unter dem Titel Now you see her. 383 Seiten.
  • München: Goldmann, 2013. Übersetzt von Helmut Splinter. 352 Seiten.

'Lügennetz' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Nina Bloom führt als erfolgreiche New Yorker Anwältin und liebevolle Mutter ein perfektes Leben. Aber das alles beruht auf einer Lüge … Achtzehn Jahre zuvor wurde Nina durch eine furchtbare Entdeckung dazu gezwungen, ihr bisherigen Leben in Key West hinter sich zu lassen und eine andere Identität anzunehmen. nicht einmal ihre Tochter weiß von alldem. Doch dann wird ein vermeintlicher Serienmörder von damals gefasst, und nur Nina weiß, dass dies nicht der richtige Mann ist. Sie darf nicht zulassen, dass ein Unschuldiger bestraft wird, aber dazu muss sie sich der Vergangenheit stellen – einer tödlichen Vergangenheit.

Ihre Meinung zu »James Patterson: Lügennetz«

In Kürze ist es soweit und die Krimi-Couch erstrahlt im neuen "Couch-Look". Aus technischen Gründen müssen wir die Kommentar- und Wertungsfunktion vorübergehend deaktivieren. Vielen Dank für Euer Verständnis.

Edith Sprunck zu »James Patterson: Lügennetz« 06.07.2015
Ein Thriller für den Schnelldurchlauf, wenn einem mal nicht nach Hochkarätigem zumute ist. Flüssig zu lesen, eine Überraschung folgt der andern, spannend, kurzweilig und sehr amerikanisch. Der Thriller ist gut gegliedert, in sehr kurzen Kapiteln gehalten. Ein korrupter Polizist mit extrem hohen kriminellen Energien und eine seiner Ex-Frauen stehen sich als Gegenspieler gegenüber. Diese Frau ist auch nicht eben das brave Mädchen, durchläuft aber eine positive Entwicklung und versucht, die Fehler ihrer illustren Vergangenheit Schritt für Schritt wieder gut zu machen. Nicht gerade zur Freude ihres Ex-Mannes setzt sie sich dafür ein, einem unschuldig zum Tode Verurteilten zur Freiheit zu verhelfen. Das brisante Thema "Todesstrafe" wird im Gesamtgeschehen relativ ernsthaft gewürdigt.
geronimox zu »James Patterson: Lügennetz« 03.04.2015
Ein neuer »Patterson-Krimi« aus der Feder von Michael Ledwidge, einem Lohnschreiber für James Patterson. Diesmal hat Patterson (der nur das Exposé für diesen Krimi geliefert und dann durch Ledwidge ausgeschrieben wurde) jedoch keine gute Vorarbeit geleistet.

Jeder mag Thriller mit verblüffenden Wendungen in der Handlung – nur müssen sie im Nachhinein auch plausibel in die bisherige Geschichte integriert werden. In diesem Roman ist das leider nicht der Fall.

In der Geschichte um die Frau eines mörderischen Polizisten werden unglaubwürdige Zufälle und Handlungswendungen wie weisse Kaninchen aus dem leeren Zylinderhut eines Zauberers gezogen. Was sich auf einem Drei-Seiten-Exposé vielleicht noch pfiffig angehört hat, ist als nun ausgeschriebener Roman kaum plausibel.

So erlebt z.B. die Protagonistin dieses Romans, die Polizistenfrau die später dessen mörderische Seite erkennt und vor ihm flieht, in der Geschichte eine recht unglaubwürdige Karriere von der Schulabbrecherin (mit Kind und auf der Flucht) zur Anwältin einer grossen NewYorker Anwaltskanzlei. An anderer Stelle werden erbitterte Gegner innerhalb Stunden zu dicken Freunden. Undsoweiter undsofort. Kurz gesagt, die Entwicklung dieser und anderen beteiligten Figuren stimmt für mich Hinten und Vorne nicht.

Die eigentliche Geschichte liest sich schnell und verblüfft mit unerwarteten und manchmal unglaubwürdigen Wendungen. Das Finale bietet die genretypische »Rettung in letzter Sekunde« und knüpft am Schluss tatsächlich alle losen Handlungsfäden zusammen, jedoch nur dadurch, dass Exposéautor Patterson plötzlich Personenbeziehungen aus der Zeit vor der eigentlichen Romanhandlung hinzuerfindet, die der Leser so natürlich nicht wissen konnte. Naja.

Mein Fazit: Ein überkonstruierter Krimi der Handelsmarke Patterson. Es gibt ein unnatürlich taffes All-American-Girl auf der Guten und einen soziopathischen Bad-Cop auf der Bösen Seite. Der Autor liefert alle thrillertypischen Elemente wie Liebe, Hass, Verrat, Blut, Schweiss und mehrere Tote. Kein Komplettausfall, lesbar, aber für mich trotzdem ein Roman für die Patterson-Minusliste.

6,5/10

-

Seiten-Funktionen: