Die Tätowierung von Helene Tursten

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2000 unter dem Titel Tatuerad torso, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei btb.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 3 der Irene-Huss-Serie.

  • Göteborg: Anamma, 2000 unter dem Titel Tatuerad torso. 345 Seiten.
  • München: btb, 2002. Übersetzt von Holger Wolandt. ISBN: 3-442-75065-2. 446 Seiten.
  • München: btb, 2004. Übersetzt von Holger Wolandt. ISBN: 978-3-442-73147-3. 446 Seiten.
  • München: btb, 2006. Übersetzt von Holger Wolandt. ISBN: 978-3-442-73552-5. 446 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2006. Übersetzt von Holger Wolandt. ISBN: 978-3828980044. 446 Seiten.
  • München: btb, 2008. Übersetzt von Holger Wolandt. ISBN: 978-3-442-73827-4. 446 Seiten.

'Die Tätowierung' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch E-Book

In Kürze:

Eines Morgens im Mai wird am Fjordufer von Göteborg eine männliche Leiche gefunden. Es handelt sich um einen Torso – Arme, Beine und Kopf wurden abgetrennt, der Körper grausam verstümmelt. Wer ist der Tote? Die einzige Spur besteht in einer seltsamen fernöstlichen Tätowierung auf der Schulter des Opfers. Sie führt Inspektorin Irene Huss schließlich nach Kopenhagen, wo zwei Jahre zuvor eine Prostituierte unter ähnlichen Umständen ums Leben kam. Als eine Reihe weiterer grausamer Morde geschieht, überstürzen sich die Ereignisse. Auf der Suche nach dem Täter steht die junge Beamtin vor einer Vielzahl von Rätseln: Was verschweigt Tom Tanaka, der ehemalige Sumo-Ringer mit Kontakten zu einigen der Opfer? Ist er das Bindeglied zwischen den Toten? Warum verhalten sich einige ihrer dänischen Kollegen so seltsam bedeckt? Und kann sie überhaupt noch jemandem trauen? Denn längst spürt sie, dass sich der Mörder wie ein Schatten an ihre Fersen geheftet hat.

Das meint Krimi-Couch.de: »Kein Meilenstein der schwedischen Kriminalliteratur« 72°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Der Hund einer Spaziergängerin finden in den Felsen am Strand einen schwarzen Sack, in dem sich ein Torso befindet. Mehr als grausam ist, dass auch die Brust und die Eingeweide fehlen. Eine Identifizierung scheint kaum möglich, auch die Todesursache ist nicht klar. Die einzige Spur, die Kommissar Andersson und sein Team verfolgen können, ist die außergewöhnliche Tätowierung, die sich am Körper befindet. Nachfragen bei den örtlichen Tattoo-Studios in Göteborg ergeben, dass man für so eine Tätowierung mehrere Tage benötigt und dass sie höchstwahrscheinlich von einem Meister seines Fachs ausgeführt wurde. Es handelt sich dabei um das japanische Zeichen für Mann, um das sich ein Drache windet. Gleichzeitig erfährt die zuständige Pathologin bei einer Konferenz von einem Kollegen, dass vor zwei Jahren in Kopenhagen eine ähnlich verstümmelte Leiche einer Prostituierten aufgefunden wurde. Und wie es der Zufall will, ergibt die Veröffentlichung über Interpol ebenfalls eine Spur nach Kopenhagen, denn die Zeichnung findet sich auf dem Schild eines Ladens im Rotlicht-Milieu.

Inspektorin Irene Huss fährt nach Dänemark. Da eine frühere Nachbarin sie um Mithilfe gebeten hat, da ihre Tochter Isabell in Kopenhagen angeblich bei einer Modellagentur arbeitet und sich nicht mehr meldet, will sie auch in diesem Fall nachforschen. Bingo, das Mädchen arbeitet bei einem sogenannten Begleit-Service, doch leider kann sie nicht mit ihr sprechen, da sie unterwegs ist. Dafür gibt es einen ersten Erfolg beim Torso. Der Besitzer des Ladens mit dem Drachen-Emblem kann die Leiche höchstwahrscheinlich identifizieren.

Irene Huss erfährt ein paar Tage später, dass die Leiche von Isabell in einem Hotel in Kopenhagen gefunden wurde. Sie weist den gleichen Obduktionsschnitt auf wie der verstümmelte Körper aus den Felsen, einen weiteren Zusammenhang gibt es nicht. Sollte dies eine Warnung für sie sein, sich nicht einzumischen?

1000 Tassen Kaffee und IKEA-Möbel

Am auffälligsten an Helene Turstens Schreibstil ist in der Tat die Detailverliebtheit, etwas, war mir noch bei keinem anderen Autoren in diesem Maße aufgefallen ist. Dass eine Geschichte nicht ohne Speck auf den Rippen auskommt, ist einleuchtend, denn zu einem Roman gehört mehr als eine Aneinanderreihung von Fakten. Aber Helene Tursten übertreibt es meiner Meinung nach mit den Angaben über die vielen getrunkenen Tassen Kaffee eindeutig. Da wird z.B. zudem einer Personenbeschreibung über eine halbe Seite gewidmet, bis zum Goldkettchen am Arm, und diese Figur hat rein gar nichts mit der Handlung zu tun, weder als Opfer oder Zeuge noch als Verdächtiger.

Auch die Übersetzung erscheint mir in manchen Fällen nicht ganz sinnvoll. Da wird ein Name aus dem Handy »radiert«, da ist ein Hausbesitzer, in dessen Haus die Mieter »Besitzer« der Wohnungen sind etc. Zu guter letzt sind die Dialoge teilweise platt, z.B. die Aussage über den australischen Weißwein zum Essen: »Gibt es auch in rot« (S. 48). Das erinnert an einen Sketch aus RTL Samstag Nacht, als Wigald Boning über einen Wein aus dem TetraPak philosophiert: »Wein – Marke trinkfertig – gibt es auch in rot.« Nun wird Helene Tursten wohl kaum Wigald Boning kennen, aber der Satz ist dennoch lächerlich. Oder wenn Irene Huss ihre Nachbarin fragt: »Hat Janne noch seine Software-Firma? Kannst du mir die Bilder mailen?« (S. 79). Sind nur Leute mit einer Software-Firma in der Lage, Fotos per Mail zu verschicken?

Leichen pflastern ihren Weg

Genug der Negativpunkte. Die Story ist spannend, auch wenn ihr ein paar Seiten weniger (siehe Details) durchaus gut getan hätten. Dass sie sehr blutrünstig ist und auch in diesem Punkt mit vielen Details aufwartet, die nicht jeder so genau wissen möchte, ist für Leser von Helene Tursten vielleicht neu, aber es gibt genug Autoren, die sich darin überbieten. Anders als in ihren vorhergehenden Büchern verzichtet die Autorin darauf, eine Parallelhandlung mit Problemen in der Familie zu entwickeln, was angesichts dessen, dass die beiden Töchter schon dafür herhalten mussten, positiv zu sehen ist.

Irgendetwas hat diese Inspektorin, dass ich trotz der geäußerten Kritik schon zum dritten Mal zu einem Buch von Frau Tursten gegriffen habe. »Die Tätowierung« ist sicherlich kein Meilenstein in Schwedens Kriminalliteratur, aber flott lesbare und leichte Unterhaltung inklusive Serienkiller-Touch.

Das meinen andere:

»Leider füllt Helene Tursten den gewaltigen Raum [...] eher mit dramatischer Handlung als mit jenen subtilen Zwischentönen aus, die gute Kriminalromane so unvergesslich machen.« (Die Welt)

Ihre Meinung zu »Helene Tursten: Die Tätowierung«

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trafik zu »Helene Tursten: Die Tätowierung« 23.01.2016
Ich finde die Bücher von Helene Tursten immer wieder gut. Sie schreibt spannend, erzählt die familiere Geschichte der Kommissarin und findet immer wieder gute Storys.
Von mir bekommt sie 90 Punkte. weiter so!
Freue mich schon jetzt auf die nächsten Teile dieser Serie.
Bin schon gespannt, ob die Autorin in Zukunft eine neue Serie schreiben wird.
Jossele zu »Helene Tursten: Die Tätowierung« 26.12.2013
Oha, an diesem Verwirrspiel hat sich Helene Tursten deutlich überhoben. Sie kann es nicht logisch auflösen. Das versucht sie offenbar durch nebensächliche Streckungsversuche der Geschichte zu übertünchen, wie den Besuch bei der Mutter des Täters oder deren abgebranntem Haus.
Die Geschichte, die sich - wie bei Tursten gewohnt - flott liest, wird zunehmend seltsamer von der Logik her. Die Polizei stößt auf einen Zeugen, der den Täter kennt, weil der ihn in eine Falle locken wollte, aber es wird kein Phamtombild gefertigt. Es wird ein Anschlag auf Irene Huss verübt und zwar vom Täter, aber das Familienleben geht ganz normal weiter und die Töchter gehen ganz normal zur Schule ohne Schutz, obwohl bekannt ist, dass der Täter schon gemordet hat, als Irene sich nach der Tochter einer Freundin erkundigte, und zwar genau die Tochter. So blöd sind schwedische und dänische Polizei in dem Fall nie und nimmer.
Von der Auflösung schweige ich, aber sie so logisch: 1+1=11!
Schrott, aber richtig. 10°
stoitschkov zu »Helene Tursten: Die Tätowierung« 11.01.2013
Der Inhalt ist ja schon deutlich beschrieben worden, also komme ich gleich zur Beurteilung:
Bereits nach den ersten Seiten wird mir deutlich, dass der "Krimi" von einer Frau und Hundenärrin geschrieben worden ist und nach und nach ergibt sich der Eindruck, dass er für eigentlich auch für Frauen geschrieben worden ist.
Nach 180 Seiten haben sich die zwei verschiedenen Fälle (offiziell und privat) miteinander verwoben, es gibt inzwischen 3 Tote. Ohne jegliche eigene Ermittlungsarbeit, aber mit Hilfe von unglaublichen Zufällen und Konstruktionen kommt die gute Irene in der Aufklärung langsam vorwärts.
Leichen pflastern weiterhin ihren Weg wie in einem schlechten Italo-Western.
Der dritte Fall im Buch (ein Wurf Welpen) wird durchgehend bis zum Exzess ausgebreitet. So was kennen manche nur aus Groschenromanen.
Fazit: Mit Abstand der schlechteste Skandinavien-Krimi, den ich in den letzten 20 Jahren gelesen habe.
Begründungen: Schlechte Übersetzung, grausam trivial, konstruiert, unlogisch. Dazu Passagen wie "Sie hatte zugenommen. Ihre Jeans war am Morgen richtig eng gesessen. In zwei Tagen würde sie ihre Tage bekommen, vielleicht war es auch das." will eigentlich kein Mensch lesen müssen.
Fehler häufen sich: Mit einer Kreissäge kann man z. B. keinen Oberschenkel absägen. Sie hat auch keine rote "Klinge" sondern ein Blatt (Es handelte sich vermutlich um eine Säbelsäge).
Anderes Beispiel: Die ehemalige Nachbarin meldet ihre Tochter als vermisst und eigene Nachforschungen bleiben wochenlang ergebnislos. Als Frau Huss die Sache in die Hand nimmt stellt sich heraus, dass sich eigentlich in den Lebensumständen der Nachbarstochter seit ihrem Aufenthalt in Kopenhagen nichts geändert hat. Warum sollte sie dann den Kontakt zur Mutter einstellen?
Warum ich das Buch bis zum Ende gelesen habe? - Ja warum eigentlich; bin ich Masochist oder was?
Petra Hannemann zu »Helene Tursten: Die Tätowierung« 26.11.2010
Erstens,man darf nicht vergessen das der Roman ende der 90er geschrieben wurde.Kann mir vorstellen das die Softwaretechnik, was das senden von Fotos betrifft noch nicht so fortgeschritten war wie heute.Man muss daher auch den Kontext beachten,außerdem sind die Schweden leidenschaftliche Kaffetrinker, zudem viel sinnlicher als die Deutschen.Irene Huss als Genussmensch ist und bleibt sympathisch!!!
Rakchi zu »Helene Tursten: Die Tätowierung« 10.09.2010
Habe das Buch gerade zu Ende gelesen. Es war das erste Buch von Helene Tursten, aber es macht Lust auf mehr.
Zuden Beschreibungen: da gibt es so manch andere Autoren, die seitenweise Details beschreiben oder sich in Details verweilen, die nicht wirklich etwas mit der Handlung zu tun haben (z. B Kathy Reichs). Ach ja, und Koffeinjunkies gibt's auch in der realen Welt...
Das Buch war leicht zu lesen, unterhaltsam, sicher z.T. harte Kost, aber ich würde es sofort weiterempfehlen.
peter-ro zu »Helene Tursten: Die Tätowierung« 21.03.2010
Nach ungefähr 30 Seiten habe ich vor lauter neu eingeführten Personen (ca. 20?) nicht mehr durchgeblickt. Ich musste einen Zettel nehmen und die Namen und ihre Rollen notieren. Im Laufe des Krimis kamen über 50 Namen zusammen. In den letzten 10-20% des Krimis ließ die Handlung nach, es gab zuwenig unerwartete Ereignisse. Dem Krimi würde ich nur Note 3 geben.
SJVS zu »Helene Tursten: Die Tätowierung« 21.02.2010
Mein erstes Buch von Tursten, aber nicht das letzte. Mein Mann hatte es auf Reisen gekauft und mir dann mit den Worten "kann man lesen" hingelegt - das trifft's ganz gut: Sicher kein "großes" Werk, aber gute, solide und hinreichend spannende Unterhaltung für eine Zugfahrt oder in der Badewanne. Man kann das Buch auch wieder weglegen, wenn man unterbrochen wird und kommt doch leicht wieder in die Handlung.
Von der Spannung her war's nun nicht so, dass ich gefesselt war aber gefallen hat's mir doch.
Ich habe nun die ersten beiden im Doppelband bestellt - mal sehen...
Enri zu »Helene Tursten: Die Tätowierung« 03.01.2010
Ich fand das Buch auch sehr spannend und insgesamt empfehlenswert. Zwei Dinge haben mich aber gestört: Das viele Essen, dass im Buch verschlungen worden ist. Irene Huss gibt zudem viel zu viele Details aus ihren Ermittlungen unbedacht an Privatpersonen weiter. Polizeiliche Ermittlungen erfolgen unter grösstmöglicher Geheimhaltung. Aus diesem Grund erscheint mir die Geschichte deshalb auch noch so besonders authentisch wie sie eigentlich sein könnte.
Silke zu »Helene Tursten: Die Tätowierung« 23.06.2009
Ich kann mich nur anschließen: Ich liebe Helene Tursten und das war eins ihrer spannensten Werke. (Auch eins der heftigsten... Ich hab die Handlung immer noch lebhaft in Erinnerung)

Meiner Meinung nach übertreiben andere Autoren es wesentlich mehr mit der Detailbeschreibung. Ich kann mich der Kritik rein gar nicht anschließen.
Helene Turstens Bücher hinterlassen bei mir einfach den Eindruck mittendrin im Geschehen zu sein. Das ist besonders toll, weil man das Gefühl hat einen Eindruck in das Leben in Schweden zu bekommen:) Außerdem bin ich mittlerweile eingefleischter Fan und lese die Passagen über Irene Huss' Familie und Freunde genauso gern wie die eigentliche Handlung der Bücher.
(Obwohl ich die Stories von Anfang an mochte. Fand sie niemals überflüssig oder langatmig, obwohl mir das bei anderen Autoren schon öfter mal so geht.)
Mandy Lehmann zu »Helene Tursten: Die Tätowierung« 10.10.2008
das buch ist einfach nur geil^^
es ist übelst gut geschrieben da kann man sich richtig hineinversetzen und man erlebt es richtig^^
ich find es einfach nur spitze sie ist eine ausgezeichnete schriftstellerin^^
vor allem wird allen in einzelheiten geschildert und die szenen werden bis ins kleinste detail beschrieben was das ganze übelst spannend macht^^

ich konnte das buch nicht mehr aus der hand legen^^
ich war wie versessen es endlich zu ende zu lesen^^

es ist auf jeden fall lesenswert für alle die auf krimis und thriller stehen^^

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