Teufelskälte von Gard Sveen

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2015 unter dem Titel Helvete åpent, deutsche Ausgabe erstmals 2017 bei List.
Folge 2 der Tommy-Bergmann-Serie.

  • Bergen: Vigmostad Bjørke, 2015 unter dem Titel Helvete åpent. 429 Seiten.
  • Berlin: List, 2017. Übersetzt von Günther Frauenlob. ISBN: 978-3-471-35149-9. 415 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2017. Gesprochen von Detlef Bierstedt. ISBN: 3957130689. 2 CDs.

'Teufelskälte' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Nie war Tommy Bergmann verzweifelter, nie einsamer. Da wird sein schlimmster Albtraum wahr. Er hielt seinen ersten Fall für gelöst. Doch nun geht das Morden wieder los. Auf die gleiche Weise wie damals. Hat er den falschen eingesperrt? Ist der wahre Mörder seit Jahren auf freiem Fuß? Hat er als Kommissar auf ganzer Linie versagt? Bergmanns neue Kollegin entdeckt eine Spur. Sie ist eine Frau nach seinem Geschmack: klug, verletzlich und schön. Doch sie hat einen Hang zu den falschen Männern.

Das meint Krimi-Couch.de: Wer kennt sich schon in den Abgründen der Psyche aus? 75°

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Im eiskalten Winter 1988 wird in einem Wald bei Oslo die brutal verstümmelte Leiche einer jungen Frau gefunden. Der junge Kommissar Tommy Bergmann folgt einer Spur in den hohen Norden – und der Täter wird gefasst. Bergmann erwirbt sich dann im Laufe seiner Polizeikarriere den Ruf, auch schwierige Fälle zu lösen. Aber sein erster Mordfall verursacht noch immer Alpträume. Als es dann zu einem Mord an einer Prostituierten kommt, hat Bergmann die Befürchtung, den falschen Mann eingebuchtet zu haben. Denn der neue Fall trägt die Handschrift des damaligen Mörders – und der sitzt im Hochsicherheitstrakt einer psychiatrischen Klinik. Die Polizisten um Tommy Bergmann fragen sich nun, ob der falsche Mann verurteilt wurde und ein brutaler Mörder noch immer herumläuft. Als der Verurteilte sein Geständnis von damals widerruft und den Mord von 1988 plötzlich bestreitet, schlingert Tommy Bergmann in eine ernsthafte Krise.

Der eigentliche Kriminalfall kommt zuweilen etwas zu kurz

»Teufelskälte« ist ein spannender und lesenswerter Roman, reicht an den Vorgängerband »Der letzte Pilger« allerdings nicht heran. Während in Sveens erstem Roman die hochgradig komplizierte Geschichte im Vordergrund stand, geht es hier in weiten Passagen vor allem um die Person Tommy Bergmann. Das ist gar nicht negativ gemeint, aber der Kriminalfall kommt mir in einigen Passagen etwas zu kurz.

Bergmann ist eine durchaus sympathische Figur, der Leser bemitleidet den Kommissar zuweilen sogar. Oft wirkt es so, als sei er dem Beruf nicht mehr gewachsen, weil er die vielen Grausamkeiten, mit denen er sich befassen muss, nur schwer verarbeiten kann. Das ist kein Wunder, denn auch die in allen Einzelheiten beschriebenen Tatorte der aktuellen Morde – es gibt nämlich weitere Tote – erfordern starke Nerven bei Lesern und Ermittler. Dadurch wirkt der Plot aber durchaus realistisch und authentisch.

Tommy Bergmann hat aber auch eine dunkle Seite. Er ist gewalttätig gegenüber Frauen, und muss deshalb regelmäßig zu Therapie-Gesprächen. Es ist ja groß in Mode, dass Ermittler einen Knacks haben, meist sind sie Alkoholiker, hatten eine schwere Kindheit oder haben familiäre Probleme. Bei Bergmann liegt das Übel in seinem Charakterzug, über die Ursachen lässt sich der Autor allerdings kaum aus. Möglicherweise hat sich Gard Sveen das für einen späteren Roman der Reihe aufgehoben.

Bergmann leistet trotz seiner Probleme akribische Polizeiarbeit

Die Ermittler haben es mit einem Cold Case aus dem Jahr 1988 und und mit aktuellen Morden in 2004 zu tun. Tommy Bergmann wurde bei seinem ersten Mordfall offenbar traumatisiert, der Täter wurde überführt und verurteilt – aber jetzt kommen mehr als ernsthafte Zweifel an der damaligen Ermittlungsarbeit auf. Für einen Polizisten muss das ziemlich heftig sein, wenn seine Überzeugungen so in ihren Grundfesten erschüttert werden. Tommy Bergmann wird nach der Zulassung der Revision im Mordfall von 1988 von tiefgehenden Selbstzweifeln geschüttelt, die seine Ermittlungsarbeit und sein ganzes Handeln fortan prägen.

Die Tatmuster der Morde damals und heute sind zu ähnlich, um von einem Zufall auszugehen. Und gerade deshalb ist nun akribische Polizeiarbeit gefordert, und die leistet Bergmann mit Mühe und mit großen psychischen Problemen. Bei den zähen und schier unendlich wirkenden Ermittlungen bekommt er entscheidende Unterstützung von einer Kollegin, die er eigentlich nur für Laufburschen-Arbeit akzeptiert hat. Am Ende muss er der jungen Kommissarin jedoch für die Unterstützung dankbar sein.

Abgründe der menschlichen Psyche sind ziemlich erschütternd

»Teufelskälte« ist durchgängig von einer melancholischen, düsteren Stimmung geprägt. In dieser Hinsicht ist das Buch »skandinavischer« als »Der letzte Pilger«. Der Leser lernt die Figur des Tommy Bergmann noch besser kennen, und durchaus auch schätzen. Der Kommissar ist kein Draufgänger, sondern durchaus selbstreflexiv und nachdenklich.

Die Abgründe der menschlichen Psyche, in die Gard Sveen seine Leser blicken lässt, sind ziemlich erschütternd. Die Suche nach der Wahrheit führt zu Menschen, deren Inneres für Polizisten und Therapeuten nur schwer zu entschlüsseln ist.

Ansonsten zeigt Gard Sveen auch in seinem zweiten Roman um Tommy Bergmann, dass er eine Geschichte spannend und lesenswert erzählen kann. Es gibt überraschende Wendungen, Sackgassen bei den Ermittlungen, gute Dialoge. Kurzum – fesselnde Krimi-Lektüre wie sie sein sollte.

Andreas Kurth, Februar 2018

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books4ever zu »Gard Sveen: Teufelskälte« 11.09.2017
Teuflisch gut!

Gard Sveen hat mit „Teufelskälte“ einen atmosphärisch dichten Thriller der Extraklasse geschrieben. Obwohl ich den Vorgängerband „Der letzte Pilger“ nicht gelesen habe, was ich definitiv nachholen werde, konnte ich der Handlung ohne Probleme folgen.

Alles beginnt im Winter des Jahres 1988, in dem die grausam zugerichtete Leiche der 15-Jährigen Kristiane Thorstensen gefunden wird. Der junge Tommy Bergmann ist damals als einer der ersten am Tatort. Nach einer Reihe weiterer brutaler Morde an jungen Frauen, wird schließlich Anders Rask als der Täter überführt und verurteilt. Seitdem sitzt er in der Sicherheitsabteilung der Psychiatrie. Im November 2004 wird schließlich erneut eine junge Prostituierte ermordet. Alles erinnert an den Mord vor 16 Jahren, der Tommy Bergmann bis heute in seinen Albträumen verfolgt. Wurde damals vielleicht der falsche Mann verhaftet und treibt der wahre Mörder seit Jahren unerkannt sein Unwesen?

Schon das Cover ist mir sofort ins Auge gefallen. Auf dem ansonsten schwarzen Cover stechen die farbenfrohen, typisch skandinavischen Häuser sowie der Titel „Teufelskälte“ auf unheimliche Weise hervor. Auch die gesamte Atmosphäre des Thrillers ist unglaublich düster und beklemmend. Der brutale Mord an Kristiane war doch sehr verstörend und bei so mancher Schilderung ist es kalt den Rücken hinuntergelaufen. Die Handlung hat mich direkt gefesselt und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so sehr wollte ich wissen, wie es weitergeht.

Mich haben zudem die Protagonisten dieses Thrillers, die alle ihre Ecken und Kanten aufweisen, überzeugen können. Tommy Bergmann macht eine Therapie, weil er seine Exfrau misshandelt hat und ihn quälen seit dem Mord an Kristiane Thorstensen heftige Albträume. Auch die Schilderung der Mutter des 1988 ermordeten Mädchens, Elisabeth Thorstensen, war sehr eindringlich und beklemmend. Besonders der Perspektivenwechsel von Kapitel zu Kapitel macht die Geschichte noch einmal umso spannender, da man so noch mehr über die einzelnen Charaktere und ihre Beweggründe erfährt.

Mein Fazit: „Teufelskälte“ ist ein absolut lesenswerter Skandinavien-Thriller! Besonders das Ende, welches mich doch sehr überrascht hat, hat es in sich und ich warte nun sehnlichst auf die Fortsetzung. Wer gerne atmosphärisch düstere Krimis liest, dem sei dieser 5-Sterne-Krimi wärmstens empfohlen!
Oldman zu »Gard Sveen: Teufelskälte« 10.08.2017
Norwegen und seine Einwohner mag ich sehr. Hin und wieder mag ich sogar skandinavische Krimis. Dieser gehört nicht dazu. Im Buch treten eigentlich nur mehr oder minder stark gestörte Figuren auf, es gibt keinen starken Charakter, der die Story trägt. Diese ist wirr, am Ende sogar endlich spannend erzählt, aber dann bleiben viele Punkte offen, und der Schluß bleibt im Hinblick auf die Fortsetzung komplett ungelöst, für mich ein absolutes No Go. Die Fortsetzung dieser extrem melancholischen Serie werde ich mir nicht mehr antun.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Prof. Dr. Johannes Herrmann zu »Gard Sveen: Teufelskälte« 21.07.2017
Das erste Buch war super
Das zweite Buch war bis zur letzten Seite super
Dann trat die Geldgeilheit des Autors zu Tage
ICH WERDE KEINEN DRITTEN BAND KAUFEN

Ich habe meine beiden Bände in die Mülltonne geworfen
Ich habe die vier Bücher, die ich für Freunde zum Geburtstag gekauft hatte, in die Mülltonne geworfen
Herr Sveen soll an seiner Raffgier ersticken

Mit besten Grüßen

Prof. Dr. Johannes Herrmann
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
maren78 zu »Gard Sveen: Teufelskälte« 11.07.2017
Tommy Bergmann wird zu einer grausam zugerichteten Leiche gerufen. Dieser Mord erinnert ihn an den Anfang seiner Polizeikarriere.
Diesen Mord hat er allerdings aufgeklärt und der Verurteilte sitzt nach wie vor in Haft. Hat Bergmann wirklich den richtigen Mörder gefunden?
Nach und nach arbeitet er sich mit Hilfe seiner Kollegin wieder durch den Fall. Nicht ganz ohne Zeitdruck, denn der damals verurteilte Mörder will Wiederaufnahme seines Falles.
Der Autor springt teilweise etwas zwischen den Charaktären hin und her. Aufgrund der Namen bin ich manchmal etwas durcheinander geraten und musste die Passage nochmals lesen.
Der Schreibstil ist jedoch sehr flüssig und das Buch lässt kaum Wünsche offen.
Spannend bis zur letzten Seite.
MissMarple64 zu »Gard Sveen: Teufelskälte« 02.07.2017
Tommy Bergmanns zweite Runde

Hatte Teil 1 der Reihe um den Kommissar Tommy Bergman aus Oslo noch einen geschichtlich-politischen Hintergrund, so führt der Autor die Leser diesmal weit zurück in Tommys eigene Vergangenheit.
Nachdem die furchtbar zugerichtete Leiche einer Prostituierten gefunden wird, erkennt Tommy Bergmann bald Parallelen zu einem Mädchenmord vor 16 Jahren, als er ein ganz junger Polizist war. Ihm scheint ein Zusammenhang kaum möglich, da sich der Täter seitdem in einer Hochsicherheitsklinik befindet. Gemeinsam mit seiner neuen Kollegin Susanne Bech hat er nur eine Woche Zeit, zwischen dem alten und neuen Fall eine Verbindung zu finden.
Der Autor zeichnet mit Tommy Bergmann einen Kommissar, der nicht nur mit positiven Eigenschaften ausgestattet ist. Schwer hat er an seiner eigenen Aggressivität gegenüber seiner ehemaligen Lebensgefährtin zu tragen, weswegen er sich auch in Therapie befindet. Oft sieht er sich deshalb mit den Tätern auf einer Stufe.
Besonders gefallen hat mir seine neue Kollegin Susanne, die sich von ihrem Mann getrennt hat und nun alle Hürden einer alleinerziehenden Mutter zu nehmen hat und sich vielen Vorurteilen ihrer männlichen Kollegen gegenübersieht. Sie ist stolz, möchte für ihre Leistungen als Polizisten anerkannt werden und verbeißt sich mit Eifer in diesen Fall.
Obwohl der wesentliche Teil des Falles gelöst ist, konstruiert der Autor für den Leser ein offenes Ende und lässt uns im Nachwort schon einen kleinen Blick auf den nächsten Fall werfen.
Miss Marple zu »Gard Sveen: Teufelskälte« 02.07.2017
Tommy Bergmanns zweite Runde

Hatte Teil 1 der Reihe um den Kommissar Tommy Bergman aus Oslo noch einen geschichtlich-politischen Hintergrund, so führt der Autor die Leser diesmal weit zurück in Tommys eigene Vergangenheit.
Nachdem die furchtbar zugerichtete Leiche einer Prostituierten gefunden wird, erkennt Tommy Bergmann bald Parallelen zu einem Mädchenmord vor 16 Jahren, als er ein ganz junger Polizist war. Ihm scheint ein Zusammenhang kaum möglich, da sich der Täter seitdem in einer Hochsicherheitsklinik befindet. Gemeinsam mit seiner neuen Kollegin Susanne Bech hat er nur eine Woche Zeit, zwischen dem alten und neuen Fall eine Verbindung zu finden.
Der Autor zeichnet mit Tommy Bergmann einen Kommissar, der nicht nur mit positiven Eigenschaften ausgestattet ist. Schwer hat er an seiner eigenen Aggressivität gegenüber seiner ehemaligen Lebensgefährtin zu tragen, weswegen er sich auch in Therapie befindet. Oft sieht er sich deshalb mit den Tätern auf einer Stufe.
Besonders gefallen hat mir seine neue Kollegin Susanne, die sich von ihrem Mann getrennt hat und nun alle Hürden einer alleinerziehenden Mutter zu nehmen hat und sich vielen Vorurteilen ihrer männlichen Kollegen gegenübersieht. Sie ist stolz, möchte für ihre Leistungen als Polizisten anerkannt werden und verbeißt sich mit Eifer in diesen Fall.
Obwohl der wesentliche Teil des Falles gelöst ist, konstruiert der Autor für den Leser ein offenes Ende und lässt uns im Nachwort schon einen kleinen Blick auf den nächsten Fall werfen.
ulliken zu »Gard Sveen: Teufelskälte« 28.06.2017
Gard Sveen schreibt mit "Teufelskälte" einen stark verstörenden Krimi.

1988 wird der junge Kriminalbeamte Tommy Bergmann zu seiner ersten Leiche gerufen. Sie ist schrecklich zugerichtet und Tommy wird diesen Anblick niemals vergessen. Er verspricht der jungen Toten, ein guter Mensch zu werden. Wir Leser erleben, wie er sich Jahrzehnte später mit seinem schlechten Gewissen herumschlägt, weil er dieses Versprechen nicht gehalten hat. Aber er ist wegen seiner Aggressionen in Behandlung.

Diesem Mord folgen weitere, bis ein Schuldiger gefunden wird, der die Morde gesteht. Jahrzehnte später wird wieder eine junge Frau ermordet aufgefunden. Alle Anzeichen sind wie bei dem ersten Mord. Ihm graust es und er muss immer wieder an seine von ihm getrennte Frau denken, die früh genug den Absprung von ihm gefunden hat.

Der damalige Täter stellt einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens wegen des ersten Mordes. Der ihn behandelnde Psychiater in der Forensik sieht dem mit Bangen entgegen, ja er möchte ihm noch nicht einmal mit irgendwelchen Erleichterungen entgegenkommen. Hat es einen Grund, weshalb der verurteilte Täter gerade jetzt das Wiederaufnahmeverfahren anstrebt?

Tommy und seiner Kollegin Susanne bleiben nur 5 Tage, um für Sicherheit zu sorgen. Ob der Täter nur ein Nachahmer ist? Oder ob damals der Falsche verhaftet wurde, also der Täter noch frei herumläuft?

Verdächtige, die seinerzeit schon vernommen wurden, werden wieder aufgesucht und neue Erkenntnisse fließen in die Ermittlungen ein. Allerdings leben die Beamten auch sehr gefährlich.

Tommy und Susanne werden persönlich vom Mörder einbezogen.

Das Buch ist sehr flüssig und spannend geschrieben. Es ist zwar der zweite Fall des Tommy Bergmann, den man aber auch gut lesen kann, ohne den ersten zu kennen.
HexeLilli zu »Gard Sveen: Teufelskälte« 21.06.2017
21.06.2017 – 12:03
Von hexelilli
Mit so einem Schluss hat wohl kaum einer gerechnet. Verzweifelt wünscht man sich als Leser gleich die Fortsetzung.
Das düstere Cover passt zum Titel. Das Buch beginnt super spannend. Bei den Morden wird nicht unbedingt bis ins blutige Detail gegangen. Das ist ja auch nicht immer nötig.
Ein junges Mädchen ist ermordet worden. Es tauchen Parallelen zu einem 16 Jahre zurückliegenden Fall auf. Nur sitzt der Täter seit dieser Zeit in der geschlossenen Anstalt. Dann widerruft er sein damaliges Geständnis. Kommissar Tommy Bergmann und seine Kollegin Susanne Beck haben eine Woche Zeit, um Beweise zu liefern, damit Anders Rask nicht freikommt. Gleichzeitig kämpft Tommy mit den Dämonen aus seiner Vergangenheit. Susanne reibt sich auf beim Spagat als alleinerziehende Mutter und Beruf. Sie darf in diesen Fall nicht versagen. Und dann die seltsame Figur Elisabeth Thorstensen. Die Mutter des Mädchens das vor 16 Jahren getötet wurde.
Beim Lesen hat man das Gefühl, dass sämtliche Hauptpersonen leicht gestört sind. Aber gerade deshalb ist das Buch kein 0815 Krimi. Toll zu lesen, mit fesselnden Charakteren, schaurig und düster. Dem Autoren gelingt es die Spannung aufzubauen und den Leser zu fesseln.
Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen.
subechto zu »Gard Sveen: Teufelskälte« 16.06.2017
Hölle, Hölle, Hölle

„Teufelskälte“ von Gard Sveen ist der zweite Fall für den Osloer Kommissar Tommy Bergmann. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Den Vorgänger, „Der letzte Pilger“, hatte ich mit Begeisterung verschlungen und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Worum geht es?
November 2004. Die junge Prostituierte Daina wurde brutal misshandelt. Bevor sie stirbt, kann sie Tommy noch einen Namen nennen, Maria, Edel Maria. Tommy ist geschockt. Denn der Modus Operandi erinnert ihn an Kristiane. Das junge Mädchen wurde 1988 tot im Wald in einem Müllsack abgelegt. Doch der Täter befindet sich in einer geschlossenen Anstalt, nachdem er den Mord an Kristiane und eine Reihe ähnlicher Taten gestanden hatte.
Hat Anders Rask einen Komplizen, der sich noch auf freiem Fuß befindet, oder wurde er unschuldig verurteilt?
Zusammen mit seiner neuen Kollegin Susanne Bech rollt Tommy den alten Fall erneut auf. Bei den damaligen Ermittlungen wurden Fehler gemacht. Susanne ist alleinerziehende Mutter der fünfjährigen Mathea und hat somit eine empfindliche Schwachstelle. Auch Tommy hat Schwächen. Er neigt zu Gewaltausbrüchen. Deshalb hatte sich seine Frau von ihm getrennt. Doch nun befindet sich Tommy in Therapie. Mit menschlichen Abgründen kennt er sich also bestens aus.
Die Morde sind grausam. Mit detaillierten Beschreibungen hält der Autor sich aber zum Glück zurück, so dass Raum bleibt für das Kopfkino des Lesers. „Teufelskälte“ ist gut konstruiert und spannend erzählt. Ein klassischer Krimi. Ein bisschen gemein ist allerdings, dass am Ende vieles offen bleibt. Zitat: „Seele in Flammen, tanzendes Blut. Wo bin ich, Tommy?“ Im Nachwort kündigt der Autor an, dass es einen Folgeband geben wird.

Fazit: Alles in allem ein spannender, abgründiger Who-Done-It-Roman, der jedoch nicht an den Vorgänger heranreicht.
walli007 zu »Gard Sveen: Teufelskälte« 16.06.2017
Wo bin ich

Seit er vor fast zwanzig Jahren den Mord an einer jungen Frau gestanden hat, ist Anders Rask in Sicherungsverwahrung. Doch plötzlich zieht er sein Geständnis zurück und beantrag die Wiederaufnahme seines Verfahrens. Kommissar Tommy Bergmann hat nicht viel Zeit, um zu beweisen, dass Rask doch schuldig ist. Wie passt aber die Leiche ins Bild, die auf eine Art und Weise zugerichtet wurde, wie in dem alten Fall. Ist hier ein Nachahmer am Werk oder könnte an Rasks Aussage, er habe die Jugendliche damals nicht umgebracht etwas dran sein? Es war sein erster Mordfall im Jahr 1988 und im Jahr 2004 will Tommy Bergmann unbedingt alles richtig machen.

Auch in seinem zweiten Fall hadert Tommy Bergmann mit seiner eigenen Vergangenheit, seinen Vater kennt er nicht und zu seiner Mutter hatte er nicht das beste Verhältnis. Nicht nur, um seine Stelle zu behalten, unterzieht er sich einer Therapie. Dass sein aktueller Fall in laufend an seine eigene Vergangenheit erinnert, macht die Ermittlung nicht leichter. Doch dem Mörder muss einfach das Handwerk gelegt werden. Zusammen oder vielleicht doch eher auf unterschiedlichen Pfaden machen Tommy und seine Kollegin Susanne Bech daran, den Fall aufzuklären. Zunächst scheint dabei nichts zusammen zu passen. Erst nach und nach beginnen sich Zusammenhänge zu entwickeln, in denen große Brisanz steckt.

Ein Buch, dass mit einem Paukenschlag endet. Wie Gard Sveen im Nachwort berichtet, habe eine Leserin ihm entgegengeworfen, so könne er das Buch nicht enden lassen. Doch, er könne, aber es werde eine Fortsetzung geben. Und so hat man mit diesem ersten Teil einer Geschichte, einen zum Teil aufgeklärten Fall, der fesselt, aber zwangsläufig auch etwas unbefriedigt zurücklässt. Mit dem mitreißenden ersten Fall in „Der letzte Pilger“ kann das nicht verglichen werden. Auch der vorliegende Band um Kommissar Tommy Bergmann ist gerade zum Ende hin ausgesprochen spannend und natürlich wird man ebenso neugierig wie es mit Bergmanns persönlicher Geschichte wie auch die Beantwortung der Frage „Wo bin ich?“ hergeleitet wird. Mit Überzeugung, dass der Autor eine packende Lösung finden wird, bleibt man doch etwas hängen gelassen zurück.

Ein sehr spannender Kriminalroman, der wegen der Unvollendung des erzählten Falles nicht wirklich abschließend gewürdigt werden kann.
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