Matto regiert von Friedrich Glauser

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1936 bei Jean Christophe.
Ort & Zeit der Handlung: Schweiz, 1910 - 1929.
Folge 2 der Wachtmeister-Studer-Serie.

  • Zürich: Jean Christophe, 1936. 208 Seiten.
  • Zürich: Schweizer Druck- und Verlagshaus, 1943. 278 Seiten.
  • Zürich: Arche, 1973. ISBN: 3716016276. 240 Seiten.
  • Zürich: Arche, 1985. ISBN: 3716020257. 240 Seiten.
  • Zürich: Diogenes, 1989. ISBN: 3-257-21735-8. 310 Seiten.
  • Berlin: Neues Leben, 1990. 220 Seiten.
  • Zürich: Unionsverlag, 1998. ISBN: 3293201172. 305 Seiten.
  • Zürich: Tamedia, 2005. ISBN: 3293203159. 329 Seiten.

'Matto regiert' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Eine Irrenanstalt im Kanton Bern in den zwanziger Jahren: Der Direktor ist verschwunden, der Patient Pieterlen, ein Kindsmörder, ausgebrochen. Wachtmeister Studer blickt hinter die Kulissen psychiatrischer Theorien und Therapien. Er versucht nicht nur, einem Verbrecher auf die Spur zu kommen, sondern tritt auch eine Reise in die Grenzregionen von Vernunft und Irrationalität an, die keineswegs immer so klar voneinander zu trennen sind – Matto, der Geist des Wahnsinns, regiert überall und spinnt seine silbernen Fäden …

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Annette Traks zu »Friedrich Glauser: Matto regiert« 25.06.2018
Der Schweizer Fahndungswachtmeister Jakob Studer wird eines Morgens vom Klingeln seines Telefons geweckt: Der kantonale Polizeidirektor teilt ihm mit, dass er in einer halben Stunde von Dr. Ernst Laduner, dem stellvertretenden Direktor der psychiatrischen Heil- und Pflegeanstalt Randlingen, abgeholt werde. Denn in der Einrichtung werden der Patient Peter / Pierre Pieterlen und Direktor Ulrich Borstli vermisst.

Nach seinem Eintreffen in der Klinik werden Studer im Rahmen der von Dr. Laduner geleiteten Visite die Örtlichkeiten gezeigt sowie Ärzte, Pfleger und Patienten vorgestellt.

Als der Wachtmeister später den vermissten Direktor tot im Heizungskeller findet, geht er davon aus, dass er ermordet wurde. Es fehlen außerdem eine größere Summe Bargeld und eine Mappe mit Dokumenten.

Studer stellt bald fest, dass viele Personen ein Tatmotiv gehabt hätten:

der verschwundene Patient Pieterlen ebenso wie der stellvertretende Direktor Laduner, aber auch die Pfleger Gilgen und Jutzeler.

Studer sieht sich mit folgenschweren menschlichen Schicksalen konfrontiert. Als er einen Verdächtigen stellt, begeht dieser Selbstmord.

Als man den vermissten Patienten Pieterlen findet, glaubt der Fahndungswachtmeister schließlich, den Fall gelöst zu haben.

Resümee:
Der Schweizer Schriftsteller Friedrich Glauser (*1896 in Wien, †1938 bei Genua) gilt als erster deutschsprachiger Krimi-Autor. Mit seiner Wachtmeister-Studer-Reihe gelang ihm 3 Jahre vor seinem Tod endlich der literarische Durchbruch.

"Matto regiert" ist der 3. Fall für den Fahndungswachtmeister und ein sehr autobiografischer Roman: Glauser verarbeitet in ihm eigene Erfahrungen mit diversen, durch seine Drogensucht bedingten Aufenthalten in der Psychiatrie.

"Matto" ist das italienische Wort für "verrückt, wahnsinnig"; d. h. der Irrsinn wird hier personifiziert - er regiert, und das nach ganz eigenen Gesetzen. Dem Leser wird ein Blick in die Welt der (fiktiven) psychiatrischen Anstalt Randlingen offenbart - mit all ihren zum Teil sehr fragwürdigen Theorien und Therapien. Man fragt sich nicht nur einmal, wo die Vernunft aufhört und das Verrücktsein beginnt.

Bei der Schilderung verschiedener Lebensgeschichten gerät die Krimi-Handlung schnell in den Hintergrund, zumal der Schwerpunkt - vom Autor gewollt - auch gar nicht auf den Ermittlungen liegt, sondern auf der Beschreibung von Schauplätzen und möglichen Motiven.

Die Charaktere sind ausgesprochen einfühlsam dargestellt, die Figur des Wachtmeisters Studer sehr vielschichtig:

Wir lernen ihn als scharfen Beobachter kennen, den so schnell nichts erschüttern kann.

Bei aller Sturheit und Beharrlichkeit ist er immer sensibel, fair, verständnisvoll und verurteilt nicht. Man könnte ihn fast als väterlich-gütig bezeichnen. Bei seinen Ermittlungen verlässt er sich vor allem auf sein Gespür.

Schwierig ist oft die Sprache: Hochdeutsch gemischt mit schweizerischem Dialekt, manchmal erst im zweiten Anlauf verständlich.

Fazit: ein autobiografisches und sozialkritisches Werk - ein Klassiker, auf den man sich unbedingt einlassen sollte.

Seit 1987 wird vom "Syndikat" jährlich der Friedrich-Glauser-Preis verliehen. Hier ein Link dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich-Glauser-Preis
Darix zu »Friedrich Glauser: Matto regiert« 19.06.2013
Wenn der Matto nicht schon ein Klassiker wäre, würde man nun von einem Schweizer Regiokrimi sprechen. Aber was für einer!
Eine besondere, spezielle Stimmung einer Heilanstalt wird fabelhaft beschrieben. Der
Plot ist etwas besonderes. Häufig bleibt schulische "Pflichtlektüre", wie in diesem Kriminalroman, etwas schwierig zu erfassen. Glücklicherweise ist der M. ohne perverse Massenmorde spannend.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Lilia zu »Friedrich Glauser: Matto regiert« 26.02.2013
Ich musste zum Teil auch einige Stellen nachlesen, um das Buch zu verstehen. Wenn man sich aber auf die Idee des überall regierenden Mattos und die spezielle Atmosphäre in der Pflegeanstalt einlässt, dann ist die Geschichte einfach Genial. Die zum Teil Berndeutschen Gespräche machen sie erst recht einladend.
Zum Glück sind ja nicht alle Bücher schlecht, die man in der Schule lesen muss...
3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Charly zu »Friedrich Glauser: Matto regiert« 25.02.2013
Ich fand den Roman höchst spannend, da er in einer Umgebung spielt, welche ich selber auch kenne. Ich finde es respektlos, nur zu sagen, das Werk sei komplex und deshalb schlecht. Die Komplexität zeigt ein grosses Fachwissen, welches sich Glauser angeeignet haben muss. Ausserdem war es sehr realistisch geschrieben. Da man am Schluss nicht genau weiss, ob er nun alles herausgefunden hat oder nicht, kann man noch viel weiter denken. Mir gefällt das Irrationale und gleichzeitig realistische sehr gut.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Sarah zu »Friedrich Glauser: Matto regiert« 23.02.2013
ich finde das buch auch nicht sehr gut, aber da ich es für die Schule lesen muss, quäle ich mich da irgendwie durch. 1. Ist es teils so komplex geschrieben, das ich manchmal mehrmals nachlesen muss und 2. hab ich Schwierigkeiten mit dem Schweizerdeutschen im Buch. Das finde ich persönlich ziemlich blöd gemacht, weil man, wenn man kein Schweizerdeutsch versteht, ziemlich augeschmissen ist...
Lynn Groth zu »Friedrich Glauser: Matto regiert« 17.01.2011
Auch ich muss dieses Buch momentan in der Schule lesen und ich muss leider sagen, dass ich fast die einzige war, die es gut fand aus unserer ganzen Klasse. Die düstere und irre Atmosphäre, die von Glauser gekonnt aufgebaut wird, fesselt mich persönlich jedesmal wenn ich darin lese. Die spezielle Nähe, die man durch die, zwar oft ein wenig mühsam von Mundart ins Schriftdeutsche wechselnd geschriebenen, zum Teil auch unzusammenhängenden Gedankengänge Studers zu ihm suggeriert bekommt, empfand ich als unglaublich faszinierend. Dadurch wird auch der wachsende Einfluss Mattos sehr subtil vermittelt, so dass man auf seltsame Weise selber ein bisschen mit hinein gerät in das Netz von Mattos silbernen Fäden.:)
Allerdings besprechen wir jetzt seit bald 4 Stunden den Schluss, den wir zuerst noch sorgfältig entschlüsseln mussten, damit jeder nur schon mal die Handlung wusste, von verstehen kann schon gar keine Rede sein. Leider muss ich den Schluss als grosses Manko von Glausers sonst grossartig gemachtem Werk bezeichnen. Ich finde er hat mit der Verworrenheit und Undeutbarkeit hier weit übers Ziel hinausgeschossen. Anderseits ist es genau wieder das, was unseren Deutschstunden viel Stoff für interessante Duskussionen und Interpretationen gibt. Auf jeden Fall ist Matto regiert eine tolle Lektüre für den interessanten Deutschunterricht und ob man es privat lesen will ist natürlich Geschmackssache, ich würde jedenfalls dafür sorgen, dass mindestens ein guter Diskussionspartner das Buch auch liest denn dies ist fast der spannendste Teil.
Morgenstern zu »Friedrich Glauser: Matto regiert« 09.11.2010
ich muss diese Buch auch gerade lesen, und dich habe das Gefühl das es in mein eines Ohr rein und in das andere Ohr raus geht.
ich probiere mich trotz allem zu konzentrieren, da das Buch komplex geschrieben ist.
Dieser Glauser hat für mich einfach eine Begabung dinge schwer zu erzählen.

Ich wünsche jedem der das buch liest sehr viel Geduld und ruhe. Und habt ein bisschen erbarmen mit dem armen Mann Glauser. Er hatte ein schreckliches Leben
Fye zu »Friedrich Glauser: Matto regiert« 08.11.2010
Ich habe dieses Buch für einen Vortrag ausgesucht und Glauser als meinen Matura-Autoren gewählt.
Man muss sich in das Buch einlesen und auch bereit sein, sich einwenig dem Wahnsinn hinzugeben, das Buch ist verwirrend und manchmal schwer zu verstehen.
Ich finde aber, es zeigt einem, der Wahnsinn regiert tatsächlich überall.
Nachdem ich das Buch in nur zwei Tagen gelesen hatte, musste ich es weglegen, weil es mir einfach zu irrsinnig war. Ich sah Matto in jedem, wie auch im Buch, jeder in und ausserhalb der Anstalt einen eigenen Matto hat.
$ zu »Friedrich Glauser: Matto regiert« 29.08.2010
ICH HASSE DIESES BUCH!!! Da ich Krimis im Allgemeinen schon überaus ermüdent finde, aber insbesondere die des Autors Glauser, ist es für mich umso ärgerlicher, dass ich dieses Buch lesen und auch noch kaufen musste. Natürlich war dies mal wieder eine der achso hervorragenden Ideen meiner psychopatischen, leicht geistig unterbelichteten Deutschlehrerin, die der Meinung ist, weil ihr dieses Buch gefallen hat, muss es allen anderen auch zusagen.Ich lese gerne und viel, aber wie man mit diesem Buch Geld verdienen kann, ist mir wirklich ein Rätsel. Es gibt keine Spannung und teilweise noch nicht einmal richtige Zusammenhänge und es fällt mir wirklich schwer, mich auf den überdiemassen langweiligen Inhalt zu konzentrieren.
Annemarie A. zu »Friedrich Glauser: Matto regiert« 21.02.2010
nebst dem Lesen des Buches kann man auch neue Inszenierungen des Stückes bewundern.Aufführungen in der Schüüre, Theater WIWA, CH-Laufenburg:
Freitag, 30. April 2010, 20 Uhr, Premiere
Samstag, 01. Mai 2010, 20 Uhr
Mittwoch, 05. Mai 2010, 20 Uhr
Freitag, 07. Mai 2010, 20 Uhr
Samstag, 08. Mai 2010, 20 Uhr
Mittwoch, 12. Mai 2010, 20 Uhr
Freitag, 14. Mai 2010, 20 Uhr
Samstag, 15. Mai 2010, 20 Uhr
Sonntag, 16. Mai 2010, 17 Uhr, Derniereeine Mitspielerin

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