Miss Daisy und der Tote auf dem Eis von Carola Dunn

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1994 unter dem Titel Death at Wentwater Court, deutsche Ausgabe erstmals 1997 bei Aufbau.
Ort & Zeit der Handlung: , 1910 - 1929.
Folge 1 der Daisy-Dalrymple-Serie.

  • New York: St. Martin’s Press, 1994 unter dem Titel Death at Wentwater Court. 216 Seiten.
  • Berlin: Aufbau, 1997. Übersetzt von Carmen von Samson-Himmelstjerna. ISBN: 3-7466-1493-7. 236 Seiten.
  • Berlin: Aufbau, 1999. Übersetzt von Carmen von Samson-Himmelstjerna. ISBN: 3-7466-1490-2. 236 Seiten.

'Miss Daisy und der Tote auf dem Eis' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

England in den Wilden Zwanziger Jahren. Eigentlich soll die junge Adlige Daisy Dalrymple einen Artikel über Wentwater Court schreiben, das zauberhaft gelegene Gut des gleichnamigen Grafen und seiner schönen Frau. Aber der Schein der Idylle trügt: Im zugefrorenen See wird eine Leiche gefunden. Zusammen mit Alec Fletcher von Scotland Yard löst Miss Daisy ihren ersten Fall.

Ihre Meinung zu »Carola Dunn: Miss Daisy und der Tote auf dem Eis«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Sagota zu »Carola Dunn: Miss Daisy und der Tote auf dem Eis« 28.03.2018
Hampshire, England - Winter 1923:
Daisy Dalrymple (25), Journalistin aus London, erhält den Auftrag, eine Reportage über "Wentwater Court", ein Herrenhaus auf dem Land, zu schreiben und begibt sich auf die Reise...

Selbst von 'blauem Blut', wird sie mit Begeisterung über ihr Vorhaben von der illustren Gesellschaft, die ihr teils bekannt ist, empfangen. Nachdem die geschwätzige Lady Josephine aus dem Nähkästchen und der Vergangenheit des ehrwürdigen Hauses und der Familie erzählt, nimmt Daisy mit Freuden an den üppigen Dinnern teil, fühlt jedoch die teils recht angespannte Atmosphäre bei Tisch. Die anderen Gäste überreden sie, am nächsten Morgen am nahe gelegenen See Schlittschuhe zu laufen - wozu es dann aber nicht kommen sollte: Im Eis finden die erschrockenen Schlittschuhläufer einen Toten.

Es handelt sich dabei um jemandem, dem niemand aus dem illustren Kreis große Sympathien entgegenbrachte. Ein gerade wegen eines Diebstahls von Schmuck in der Nähe weilenden Inspectors von Scotland Yard wird dieser kurzerhand nach Wentwater geschickt, um den Fall zu untersuchen: DCI Alec Fletcher macht die Bekanntschaft von Daisy, die sich - sehr talentiert, wie sie ist - gerne als Assistentin von Alec anbietet und fotografische sowie stenografische Kenntnisse besitzt. Wie Fletcher feststellt, ist sie auch mit einer guten Kombinationsgabe und Klugheit ausgestattet: Sie versuchen also mit Sgt. Tring und Piper, Zusammenhänge in beiden Fällen zu suchen.
Im Falle des Toten im See ist nicht klar, ob es sich um einen Unfall oder einen Mord handelt. Daisy steht auf Wunsch mancher Bewohnerinnen, so Lady Annabel z.B., der zweiten Frau des Viscount, in den nun folgenden Vernehmungen seitens Scotland Yards zur Seite.

Die Auflösung des Ablebens des Toten im See passt bestens zu dem etwas tradierten Stil, in dem dieser nette und vor allem unterhaltsame "Tea-Time-Krimi" geschrieben wurde. Der Stil Carola Dunn's ist flüssig und sehr leicht zu lesen, die Winterlandschaft im ländlichen England sehr gut vorstellbar, da atmosphärisch geschildert.

Wer kriminalistische Unterhaltung in "Downton Abbey" Ambiente liebt, dem sei die Reihe um 'Miss Daisy' empfohlen; wer jedoch anspruchsvollere Krimikost lesen möchte, kann diese getrost auslassen. Ich für meinen Teil bevorzuge aus dem England dieser Zeit z.B. die Kriminalromane von Rennie Airth, die mehr in die Tiefe gehen und spannender zu lesen sind (man möge es mir verzeihen).

Pluspunkte kann jedoch auf jeden Fall die sympathische Miss Dalrymple, Daisy verbuchen, die auf ihre Art eine emanzipierte, vielseitig talentierte und für diese Zeit recht unabhängige junge Frau darstellt, die hier auch kriminologischen Spürsinn aufweist, gewürzt mit einer Prise Romantik und weiblichem Scharfsinn. Ich vergebe 3 Sterne am Krimi-Firmament und 78° auf der "Krimi-Couch".
PMelittaM zu »Carola Dunn: Miss Daisy und der Tote auf dem Eis« 28.01.2018
1923: Daisy Dalrymple ist zwar adeliger Abstammung, muss sich aber nach dem Tod ihres Vaters ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Als Journalistin berichtet sie über das Landgut Wentwater Court, während ihres Aufenthaltes dort gibt es einen Todesfall. Da sie fotografieren und stenografieren kann, ist sie dem Ermittler, D. C. I. Alec Fletcher von Scotland Yard eine große Hilfe …

Cosy Crimes sind im Moment in, und so werden viele Reihen neu aufgelegt, so auch die um Daisy, deren erster Band bereits 1997 erstmals auf deutsch erschien, das Original stammt aus 1994. In diesem ersten Band lernt man Daisy recht gut kennen, erfährt etwas über ihre Vergangenheit und erhält einen ordentlichen Einblick in ihren Charakter. Durch ihre adelige Abstammung kennt sie sich mit dem Verhalten des Adels gut aus und passt sich so wunderbar in die Gesellschaft ein, die sie sich auf Wentwater Court versammelt hat. Außerdem ist sie sehr patent, mitfühlend und hat offenbar eine besondere Ausstrahlung, die andere dazu veranlasst, sich ihr anzuvertrauen. Daisy, aus deren Perspektive man das Geschehen größtenteils erlebt, war mir schnell sympathisch.

Über Alec Fletcher erfährt man noch relativ wenig, aber das wird sich in den folgenden Bänden sicher noch ändern. Die weiteren Charaktere – da man sich auf einem Landgut aufhält, ist nicht nur die Location sondern auch die Anzahl der Personen begrenzt – sind vielfältig und jeder einzelne ist pointiert dargestellt, wobei der Fokus auf der Familie und den Gästen liegt, nicht auf dem Personal, lediglich die Ermittler, neben Fletcher zwei weitere, bilden hier eine Ausnahme. Alle Charaktere und auch das Landgut kann man sich sehr gut vorstellen.

Die Kriminalgeschichte ist einigermaßen interessant und man kann auch miträtseln, jedoch fehlt es an Spannung. Das ist im Cosy Crime nicht ungewöhnlich, hier finde ich das Geschehen dennoch etwas sehr langatmig. Man ist bei den Verhören dabei und kann den Gedankengängen und Vermutungen Daisys und der Ermittler, die auch untereinander ausgetauscht werden, folgen, manches wiederholt sich, Action gibt es keine.

Interessant dagegen die Auflösung und die Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Aufgelöst wird bereits überraschend früh, aber logisch und passend, und hat einen etwas eigenwilligen Effekt, der mich überraschte, mir aber ebenso passend erschien, und meine Bewertung noch ein bisschen nach oben korrigierte.

Der Roman ist ein typischer Cosy Crime, zudem der erste Band einer Reihe. Die Protagonistin wird gekonnt eingeführt, die Geschichte ist jedoch etwas zu langatmig gestaltet. Das überraschende Ende hat mir dann aber doch Lust auf weitere Romane der Reihe gemacht, außerdem habe ich auch nichts dagegen, Daisy Dalrymple noch einmal zu treffen und mehr über Alec Fletcher zu erfahren. 75°
dorli zu »Carola Dunn: Miss Daisy und der Tote auf dem Eis« 18.10.2017
England, Januar 1923. Die 25-jährige Daisy Dalrymple arbeitet als Journalistin für die Zeitschrift „Town and Country“ und soll einen Bericht über das idyllisch gelegene Gut Wentwater Court schreiben. Am Morgen nach ihrer Ankunft nimmt Daisy eine Einladung zum Schlittschuhlaufen auf dem nahe gelegenen See an. Kaum dort angekommen, machen Daisy und ihre Begleiter eine grausige Entdeckung: im Schatten einer Brücke ist das Eis gebrochen und ein Mann hängt kopfüber im dunklen Wasser – tot. Was zunächst wie ein Unfall aussieht, lässt nach genauerem Hinsehen einen Mord vermuten. Daisy nimmt gemeinsam mit Chief Inspector Alec Fletcher von Scotland Yard die Ermittlungen auf…

In ihrem historischen Kriminalroman „Miss Daisy und der Tote auf dem Eis“ nimmt Carola Dunn den Leser mit auf eine Reise in die Goldenen Zwanziger. Ruckzuck ist man mittendrin im Geschehen und fühlt sich dank der detailreichen Beschreibungen und ausführlichen Schilderungen von Landschaft, Gesellschaft und Stimmung an einen Ort versetzt, der an das klassische englische Landleben erinnert.

Die Ruhe und Beschaulichkeit dieses Idylls spiegelt sich auch in dem Kriminalfall wider. Keine atemlose Höchstspannung oder bluttriefende Details – die Ermittlungen verlaufen in ruhigen Bahnen und es geht eher gemütlich zu. Fragen stellen, Hinweisen nachgehen, beobachten und spekulieren – so versuchen Daisy und Inspector Fletcher nach und nach dem Täter auf die Spur zu kommen.

Daisy ist mir schnell ans Herz gewachsen. Sie stammt aus wohlhabendem Hause, lässt sich aber nicht in eine vorbestimmte Rolle pressen. Sie will ihren Lebensunterhalt selbst verdienen, ist gewieft, voller Tatendrang und unterstützt den sympathischen Inspector Fletcher ganz ausgezeichnet. Es hat Spaß gemacht, dieses ungleiche Ermittlerduo kennenzulernen, sie bei ihrer Spurensuche zu begleiten und mit ihnen mitzurätseln und mitzugrübeln.

„Miss Daisy und der Tote auf dem Eis“ hat mir sehr gut gefallen. Die gut ausbalancierte Mischung aus Spannung, Historie und ein bisschen Romantik eingebettet in das behagliche Ambiente des englischen Landadels lässt sich angenehm flott lesen und hat mir ein paar unterhaltsame Lesestunden beschert. Leser, die die Krimis von Agatha Christie mögen, werden auch von Miss Daisy begeistert sein.
Ihr Kommentar zu Miss Daisy und der Tote auf dem Eis

Hinweis: Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen zu löschen. Beachten und respektieren Sie jederzeit Urheberrecht und Privatsphäre. Werbung ist nicht gestattet. Lesen Sie auch die Hinweise zu Kommentaren in unserer Datenschut­zerklärung.

Seiten-Funktionen: