Die Kinder von Wulf Dorn

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2017 bei Heyne.

  • München: Heyne, 2017. ISBN: 978-3-453-27094-7. 320 Seiten.

'Die Kinder' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Auf einer abgelegenen Bergstraße wird die völlig verstörte Laura Schrader aus den Trümmern eines Wagens geborgen. Im Kofferraum entdecken die Retter eine grausam entstellte Leiche. Als die Polizei den Psychologen Robert Winter hinzuzieht, wird dieser mit dem rätselhaftesten Fall seiner Karriere konfrontiert: Die Geschichte, die Laura Schrader ihm erzählt, klingt unglaublich. Doch irgendwo innerhalb dieses Wahnkonstrukts muss die Wahrheit verborgen sein. Je weiter Robert vordringt, desto mehr muss er erkennen, dass die Gefahr, vor der Laura Schrader warnt, weitaus erschreckender ist als jeder Wahn.

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Krimisofa.com zu »Wulf Dorn: Die Kinder« 04.12.2017
Einzelbewertung

Plot: 4/5
Atmosphäre: 5/5
Charaktere: 3/5
Spannung: 4/5
Showdown: 3/5

Manche Menschen glauben, ihnen gehe es schlecht, dabei bedenken sie nur selten, dass es Menschen gibt, denen es bedeutend schlechter geht. Menschen, die täglich vor dem Krieg flüchten oder nichts zu essen haben – oder beides. Menschen, die ihre Kinder arbeiten schicken müssen oder viel schlimmeres mit ihnen tun, um mit dem Geld, das sie dafür bekommen, überleben zu können. Aber das ist nur eines von vielen Themen, die Wulf Dorn in „Die Kinder“ anspricht.

Es hat eine Zeit gedauert, bis ich mich in dem neuesten Thriller von Wulf Dorn zurechtgefunden habe, denn man begegnet anfangs einigen Charakteren. So wie den oben beschriebenen Patrick, oder dem Psychiater Robert Winter, oder Kommissar Bennell. Sie alle haben eines gemein: Sie alle sind nur Nebendarsteller. Hauptfigur ist Laura Schrader, die sich in der Psychiatrie nach und nach dem Kern ihrer und damit Dorns Geschichte nähert. Laura begegnet man zwar schon recht früh, als Hauptfigur kristallisiert sie sich aber erst später heraus. In der Geschichte, die sie erzählt, gibt es wiederum eine ganz andere Hauptfigur, nämlich ihre Nichte Mia, die eigentlich ein aufgewecktes Mädchen ist, seit einem Vorfall aber nicht mehr spricht und damit ihre Mutter Su und Laura in immer größere Sorgen stürzt. Zwischen der Hauptgeschichte findet man immer wieder Kapitel mit Kurzgeschichten, die mit der Hauptgeschichte scheinbar nichts zu tun haben, außer, dass in jeder dieser Geschichten Kinder im Mittelpunkt stehen. Jede dieser Geschichten hat einen wahren Hintergrund, wie Dorn in einem Vorwort schreibt und sich damit wesentlich geschickter anstellt als andere Autoren, die ich in letzter Zeit rezensiert habe.

Man könnte in den Plot so viel hineininterpretieren, weil Dorn einige Themen behandelt. Unter anderem übt er Kritik an der Werbeindustrie und zeigt auf, in welch Überfluss die westliche Welt lebt. Aber auch die tägliche Reizüberflutung, derer wir ausgesetzt werden oder der wir uns bewusst aussetzen, weil wir nichts verpassen wollen, kritisiert er. Wulf will damit auf ein bestimmtes Thema hinweisen, überspitzt es aber bewusst. Welches Thema das ist, wird an dieser Stelle allerdings nicht verraten. Insgesamt ist „Die Kinder“ ein wunderbares, aber auch ziemlich gruseliges Buch. Man kommt nie wirklich dahinter, wie die Geschichte enden wird, weshalb der Spannungsbogen ständig vorhanden ist und man endlich wissen will, was hier vor sich geht. Psychothriller trifft es gut, wenn man „Die Kinder“ einem Genre zuordnen müsste, aber ich würde das Buch auch ein Stück weit im Horror-Genre verorten.

Das Buch ist mit 320 Seiten recht schlank ausgefallen, die Kapitel der Hauptgeschichte haben plusminus 20 Seiten und beginnen durchgehend auf den Seiten mit ungeraden Seitenzahlen, weshalb es öfter passiert, dass die Seite davor unbeschrieben ist. Wenn man dann noch bedenkt, dass die Geschichte aufgrund von Widmungen, Zitaten und dem Vorwort erst auf Seite dreizehn beginnt, hat die Geschichte keine 300 Seiten, was schon sehr dürftig ist. Dennoch wird man ziemlich gut unterhalten und kann das Buch nur schwer aus der Hand legen; Leerläufe sucht man nämlich vergebens.

Tl;dr: „Die Kinder“ von Wulf Dorn ist ein packender, atmosphärischer und gruseliger Psychothriller mit einem Schuss Horror, der Gesellschaftskritik übt und uns darüber nachdenken lässt, wie wir eigentlich leben. Zwar ist er mit unter dreihundert Seiten recht schlank, dafür wird er aber auch nicht langweilig.
laura ro zu »Wulf Dorn: Die Kinder« 25.10.2017
Also wer hier einen typischen Wulf Dorn Thriller erwartet wird etwas enttäuscht.
Der Hintergrundgedanke der Handlung über die Missstände, die derzeit auf der Welt herrschen, ist wirklich gut gewählt. Jedoch ist das Buch etwas langatmig und der Höhepunkt kommt erst auf de letzten Seiten. Er versucht zwar bereits in der Vorgeschichte die Spannung zu steigern jedoch misslingt dies etwas. Allersings schafft er es trotz allem die Neugier soweit zu wecken, dass man das Buch bis zum Ende lesen möchte, um zu erfahren was mit Laura Schrader passiert ist. Wobei ich sagen muss, das das Ende etwas an den Haaren herbeigezogen ist und ich etwas enttäuscht war. Also wer hier erwartet das Ende würde sich wieder nachvollziehbar und realistisch aufklären wird eines besseren belehrt.
Im großen im ganzen war das Buch schon in Ordnung und gut geschrieben, aber kommt bei weitem nicht an die vorherigen ran.
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