Am zwölften Tag von Wolfgang Schorlau

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2013 bei Kiepenheuer & Witsch.
Folge 7 der Georg-Dengler-Serie.

  • Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2013. ISBN: 978-3-462-04547-5.

'Am zwölften Tag' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Georg Denglers Sohn Jakob ist verschwunden. Bereits seit drei Tagen! Denglers geschiedene Frau macht ihm die Hölle heiß: Finde unseren Sohn! Aber nicht nur Jakob ist unauffindbar. Auch Laura Trapp, die in Jakobs Parallelklasse geht, ist verschwunden. Ebenso Julian und Tim, zwei seiner Freunde. Georg Dengler, der Stuttgarter Privatermittler, macht sich auf die Suche nach seinem Sohn und dessen Freunden. Er findet bei Jakob zu Hause Aufkleber, wie sie Unbekannte in den letzten Wochen auch in den Tiefkühltruhen von Supermärkten angebracht haben. »Dieses Fleisch stammt aus Massentierhaltung. Sie vergiften damit sich und ihre Familie«, steht darauf. Auf Jakobs Computer findet er Fotos und Filme aus Hühner- und Putenmastanlagen. Widerliche Fotos, eklige Filme, die das Elend der Tiere dokumentieren. Ist sein Sohn ein radikaler Tierschützer geworden? Bereitet er mit seinen Mitstreitern eine große Aktion vor? Oder sind sie den Betreibern der Tierfarmen in die Quere gekommen und jetzt in Gefahr? Wieso weiß er nichts darüber? Wieso kennt er seinen Sohn so wenig? So lernt Georg Dengler auf der Suche nach Jakob seinen Sohn erst wirklich kennen – und kommt den mörderischen Methoden von Massentierhaltung und Lebensmittelindustrie auf die Spur.

Ihre Meinung zu »Wolfgang Schorlau: Am zwölften Tag«

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Philip zu »Wolfgang Schorlau: Am zwölften Tag« 09.01.2015
Einfach ein Schrott habe es nach knapp 100 Seiten aus der Hand gelegt. Nicht nur das mit der leicht linkslastige Schorlau , seit Brennende Kälte auf den Sack geht, nein es wird auch immer unrealistischer. Brennede Kälte als Denglers Freundin 2 Typen vom BKA mit der Hilfe von Wodka und Wassermelonen ausser Gefecht setzt, war schon sehr konstruiert, aber jetzt das Bikermillieu und Fleisch "mafia" miteinander zu verweben halte ich für Blödsinn!! Zudem wird das Wort Mafia mittlerweile dermassen inflationär benutzt, das es den eigentlichen Sinn verfehlt. Was hat ein Bauer der seine Tiere quält und auf unmenschliche Art und Weise Mästet mit Mafia, also mit OK zu tun? NIX! Das es in den landwirtschaftlichen Betrieben sehr hart und unmenschlich gegenüber den Tieren zu geht wissen wir Alle, dafür bedarf es keinem Schorlau. Dem kann ich nur raten, back to the roots! Blaue List war und ist - bsiher - der beste von Ihm gewesen. Hoffentlich besinnt er sich mal in absehbarer Zeit wieder auf disen Roman und kommt mit einem richtig guten Dengler zurück und evtl auch mal ohne Melonen, ohne Olga , nervigen Sohn und nervige Ex, das wäre doch was!
vifu zu »Wolfgang Schorlau: Am zwölften Tag« 26.12.2014
Obwohl ich mich über die Fleischmachenschaften für aufgeklärt hielt, hab ich dies Buch jetzt in1,5 Tagen "gefressen". Der Plot ist dermaßen spannend aufgebaut, daß die kleinen logischen "Webfehler"nicht ins Gewicht fallen. Mein Glück, daß der Weihnachtsbraten bereits gegessen war!
Aber nur solch ein Buch kann die Augen an der Fleischtheke öffnen und den Fleischkonsum vielleicht wieder in die vernünftigere Richtung bringen. Ich werde nicht zur Vegetarierin, aber frei aufgezogenen Tiere müssen ihren berechtigten Preis erzielen können.
Ausserdem ist es dringend notwendig, die Wertigkeit der eigen Arbeitswelt auf andere Arbeitsbereiche zu übertragen.
Wie kann sonst in unserer heilen Arbeitswelt solch eine Sklavensparte toleriert werden!
Hoffentlich findet Dengler bald wieder ein drängendes Thema!
jonny zu »Wolfgang Schorlau: Am zwölften Tag« 22.12.2014
Am Inhalt keine Kritik, das passt so. Schreiben kann Schorlau auch.

Aber zwei Dinge fallen negativ auf:
Als Etagen-Brandschutzbeauftrager weiß ich, dass für einen Menschen kaum noch eine Überlebenschance besteht, wenn er sich in einem Raum aufhält, der bereits so verraucht ist, dass man kaum noch etwas sehen kann. Ebenfalls hat ein Mensch keine Chance, seine Fesseln an einem Feuer zu lösen, das bereits eine mit Benzin übergossene Doppelbetthälfte entflammt hat. Auch wenn am Ende offen bleibt, ob Frau Zemke überlebt.prinzipiell ein wenig zuviel dichterische Freiheit bei der Beschreibung eines Großbrandes und der Möglichkeiten, seine Folgen zu überleben!
Und als jemand, der 40 Jahre Handball gespielt hat, kann ich nur sagen, dass die Passage auf S. 134 über die handballerischen Aktivitäten Cems und Simons von kompletter Unkenntnis zeugt. Da wird von Cem als "begnadeter Dribbler" bezeichnet, der in seiner Rolle als Kreisläufer "Gegner schwindelig spielen kann". Und Simon als Mittelspieler wartet auf die Flanke, springt hoch, fängt den Ball und (mit der besseren Wurfhand) . - Tor!
Dribbeln ist kein Handballbegriff. Da geht man 1 gegen 1 (gegen oder mit der Wurfhand), zieht 2 Gegenspieler auf sich etc. Allerdings niemals als Kreisläufer, sondern als Rückraumspieler (z.B. als Mittelspieler). Als Kreisläufer setzt man eine Sperre und setzt sich ab, oder man hinterläuft eine Abwehspieler, um angespielt zu werden.
Ebensowenig ein Handballbegriff: die Flanke. Beim Handball spielt man ab oder man passt. Auch Zuspiele sind bekannt. Dann gibt es den Kempa-Trick (Anspiel in den Kreis, ein Angreifer nimmt den Ball im Sprung an und verwandelt, bevor er wieder landet). Aber Flanken gibt es beim Handball nicht, und schon gar nicht vom Kreisläufer auf den Mittelmann. Solches Zuspiel gibt es nur, wenn der Kreisläufer selbst nicht zum Wurf kommt und den nachsetzenden Mittelmann anspielt. Aber das ist schon höhere Handballkunst.

Wozu gibt es eigentlich ein Lektorat? Solche Schnitzer sollten dort eigentlich behoben werden!
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Edith Sprunck zu »Wolfgang Schorlau: Am zwölften Tag« 29.07.2014
Dieses Buch sollte zur Pflichtlektüre in den Schulen werden. Es zeigt auf, wie aufnahme- und begeisterungsfähig junge Menschen sind, wenn es um wehrhaftes Verhalten gegen Verachtung und Misshandlung jeglicher Kreatur geht. Dort, wo die Erwachsenen sich oftmals gedankenlos mit Tatbeständen abfinden (und sie fördern), hinterfragen die Jüngeren sie und rebellieren dagegen. Sie haben noch genug Enthusiasmus, um sich für Veränderungen einzusetzen - und überzeugen letztendlich damit die Erwachsenen.
Manch einer wird sich durch die Lektüre dieses Krimis b ei den drastischen Schilderungen über die Vorgehens- und Denkweise der Fleischmafia überlegen, ob er nicht besser seinen Fleischkonsum verändert. Die Medien berichten zwar immer wieder über diverse Vorkommnisse, aber dies bleibt nicht so haften wie ein solch exzellenter Krimi, in dem einen die Verbrechen gegen Mensch und Tier regelrecht anschreien. Der Plot war so spannend und erschütternd, dass ich immer wieder Pausen einlegen musste, um mich zu beruhigen.
Ich hoffe sehr, dass Georg Dengler in weiteren Krimis ermitteln wird.
Susanne Müller zu »Wolfgang Schorlau: Am zwölften Tag« 17.07.2014
Tolles Buch!! ... das ich bereits 8 mal verschenkt habe... an Menschen mit Gewissen, und solche die noch lesen (können).Ich hatte Angst, dass das Buch zu brutal und traurig ist... unbegründet. Es besticht durch sehr gut recherchierte Fakten und einer kurzweiligen Rahmenhandlung.
Es zeigt, welch´ Moloch diese Fleisch- und Milchindustrie in Wahrheit ist.Danke Herr Schorlau!
nobbe zu »Wolfgang Schorlau: Am zwölften Tag« 15.06.2014
Schorlau hat mal richtig gute Krimis geschrieben, die immer ein gesellschaftliches Problem zum Thema hatten. Darum herum hat er spannende Fälle mit manchmal durchaus "herben" Szenen gebaut. Diese Krimis hab ich gerne gelesen. Aber schon die letzten Fälle wurden immer brutaler.
Dieses Buch nun habe ich nach 60 Seiten in den Papiermüll geschmissen, denn genau dort gehört es hin! Schorlau scheint mittlerweile seine "Aufhänger" nur noch mit brutaler Gewalt zu Papier bringen zu können.
Was man dort zu lesen bekommt, ist keine Literatur mehr, sondern nichts als Gewaltpornograhie, die auch der vermeintlich "edle Zweck" in keiner Weise rechtfertigt. Zum Kotzen!
Herr Schorlau, ich halte so eine Schreibe für behandlungsbedürfig!!
pidder zu »Wolfgang Schorlau: Am zwölften Tag« 14.06.2014
Das ist mit Abstand der brutalste Schorlau, den ich gelesen habe bisher - und ungeheuer spannend, man kann das Buch schlecht aus der Hand legen. Seine Montage-Technik der parallel verlaufenden Handlungsstränge ist für meinen Geschmack etwas zu ausgeprägt, der Plot wird zuweilen etwas sprunghaft. Das ändert aber nichts daran, dass das Buch einen großen Zorn hinterlässt, dass solche Verhältnisse, wie hier beschrieben, so oder so ähnlich hierzulande möglich sind. Im Prinzip und im auch Detail mögen die Schweinereien der Fleischindustrie bekannt sein, ich gehe seit der Lektüre trotzdem mit anderen Augen durch den Supermarkt.
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E.Bentel zu »Wolfgang Schorlau: Am zwölften Tag« 15.05.2014
Ich finde das buch unglaublich erschreckend. Mich hat es sehr erschüttert. Man weiß natürlich, wenn man nicht allzu naiv ist, das es kein gutes Fleisch sein kann, wenn es billig ist. Daher kann ich auch nur als nicht-Vegetarier mein Fleisch ausschließlich bei einem Metzger meines Vertrauens mit eigener Schlachtung einkaufen, in Restaurants oder Imbissen bestelle ich immer öfter Gemüsebereiche. Was ich aber in diesem Buch, das wie immer gründlich und glaubhaft recherchiert wurde, lesen musste, ist so grauenhaft und furchtbar, ich hatte tränen in den Augen . und mich ekeln die Menschen die aus reiner Habgier so etwas mit Tieren und auch Menschen tun , absolut an,im übrigen auch die Regierung, die das mit Sicherheit weiß und nichts tut. Wie kann jemand, der die Macht hat etwas zu verändern, da noch ruhig schlafen?
Ein ausgezeichnetes Buch,das jeder schon in der Schule lesen sollte!
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uli völker zu »Wolfgang Schorlau: Am zwölften Tag« 14.04.2014
Schorlau bleibt sich in Stil, Lokalkolorit und Thematik treu. Und das ist gut so. Wer Schorlau/Dengler will, will dann nicht Tennessee Williams.
Das wichtigste bzw. beeindruckendste an diesem Buch war für mich dennoch das Nachwort, genauer gesagt, die erschreckende Erkenntnis des alltäglichen Realitätsbezugs.
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Marius zu »Wolfgang Schorlau: Am zwölften Tag« 12.02.2014
Die Fleischmafia

Er hat es wieder getan: in seinem neuen Krimi „Am zwölften Tag“ legt Wolfgang Schorlau wieder den Finger in die Wunden unserer Gesellschaft. Diesmal schickt er seinen Privatdetektiv Georg Dengler auf eine persönliche Mission. Sein Sohn Jakob ist verschwunden. Offensichtlich hatte sich dieser in Angelegenheiten der fleischverarbeitenden Industrie herumgeschnüffelt.

Nun liegt es an Dengler, seinen Sohn wieder zu finden und die Geheimnisse der Fleischindustrie zu ergründen.

Die Krimihandlung von „Am zwölften Tag“ mag etwas an den Haaren herbei gezogen sein beziehungsweise wenig Neues bieten. Dennoch funktioniert das Buch hervorragend, da die Stärke des Buches in meinen Augen weniger auf dem Krimi als in seiner Verbindung mit dem brisanten Thema des Fleischkonsums und der Fleischherstellung steht. Schorlau schaut dahin, wo wie lieber unsere Augen abwenden: Wollen wir wirklich wissen, was das Schnitzel in der Kühltheke war, bevor es dorthin kam? Wollen wir wirklich wissen, wer unser täglich Fleisch herstellt und wie die Arbeitsbedingungen der Menschen sind, die täglich in Schlachtereien ihren Dienst versehen?

Zwar ragt in einigen Passagen der moralische Zeigefinger Schorlaus etwas überhöht auf, dennoch schmälert das die Qualität des Buchs keineswegs. Es regt zum Nachdenken an und lässt uns unsere Ernährungsgewohnheiten hinterfragen. Müssen wir wirklich sieben Tage in der Woche Fleisch verzehren, das im Laden zu obszön billigen Preisen angeboten wird?

Ein Krimi, der auch ein Debattenbuch ist und der uns wieder klar macht, wie wir leben beziehungsweise wie wir leben wollen – stark!
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