Tod im Apothekenhaus von Wolf Serno

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 bei Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Hamburg, 1701 - 1800.

  • München: Knaur, 2003. ISBN: 3-426-62533-4. 413 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2005. ISBN: 3828973132. 413 Seiten.
  • Hamburg: Hamburger Abendblatt, 2010. ISBN: 978-3939716914. 404 Seiten.
  • [Hörbuch] Daun: TechniSat Digital, Radioropa Hörbuch, 2006. Gesprochen von Helmut Gentsch. ISBN: 3866674082. 11 CDs.

'Tod im Apothekenhaus' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Hamburg im 18. Jahrhundert: Eines Nachts wird der Apotheker Teodorus Rapp hinterrücks überfallen und bewusstlos geschlagen. Als er wieder erwacht, sind seine Kleider blutüberströmt. Er eilt in seine Apotheke und entdeckt dort – sich selbst! Wer ist der geheimnisvolle Doppelgänger? Hat er es etwa auf Teodorus’ wertvolle Naturaliensammlung abgesehen, oder stecken andere Motive hinter den rätselhaften Vorgängen? Bestsellerautor Wolf Serno beweist in diesem Roman, dass er auch das Genre der historischen Spannung mit traumwandlerischer Sicherheit beherrscht.

Das meint Krimi-Couch.de: »Historisch gut, Handlung schwach« 58°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Als Thesaurus war mir bislang nur ein Wörterbuch bekannt. In diesem Buch wird Thesaurus jedoch nicht als Sammlung von Wörtern, sondern als Sammlung von Schätzen gebraucht. Naturalien sind es, die der Apotheker Theodorus Rapp sammelt. Alleine wegen dieser großen Leidenschaft ist er von Thüringen nach Hamburg gezogen, weil er von den Seeleuten oft gute Fundstücke erhält.

Und dieser Thesausus ist der Grund für den Überfall auf den Apotheker Theodorus Rapp im Jahr 1716 in Hamburg.

»...das Ganze hängt damit zusammen, dass ich eine geheimnisvolle Sammlung besitze, ein Kabinett aus Tieren, Pflanzen und Steinen. Alle sind äußerst selten, so selten, dass man sie nirgendwo in Europa findet. Sie haben Farben und Formen, die selbst die kühnste Phantasie sich nicht ausmalen kann: kurios, bizarr, monströs. Es gibt Vögel, die wie Drachen aussehen, Wölfe mit zwei Köpfen und fünf Beinen, Fische, die so tief im Meer schwimmen, dass sie immer eine Laterne bei sich haben müssen. Es gibt Heuschrecken, die einem Zauberstab gleichen, Schmetterlinge so groß wie zwei Kehrbleche, Muscheln, in denen ein ganzes Schwein verschwinden könnte, und vieles, vieles mehr.«

Zum Zeitpunkt des nächtlichen Überfalls kennt Rapp jedoch den Grund noch nicht. Er liefert seinen Widersachern einen harten Kampf, wird dann aber doch bewusstlos geschlagen. Als er wieder zu sich kommt, findet er neben sich zwei Leichen und ist davon überzeugt, dass er die beiden Männer getötet hat. In zerlumpter Kleidung, die man ihm angezogen hat, und ohne seine Apothekerjacke fleiht er vom Tatort und kehrt am Morgen völlig verstört zu seiner Apotheke zurück. Was er dort durch das Fenster erblickt, lässt ihn an seinem Verstand zweifeln. Er sieht sich selber hinter der Theke die Kunden bedienen. Zumindest glaubt er dies, denn der Apotheker scheint ein Doppelgänger – im Buch fortan »der Imitator« ganannt – von ihm zu sein.

Ratlos, was er nun tun soll, sucht er Unterstützung bei seinem ehemaligen Gehilfen. Durch dessen Tochter, der Schneiderin Mine, erfährt er, dass dieser mittlerweile verstorben ist. Dennoch bekommt er die dringend benötigte Hilfe von Mine, mit der er sich schnell anfreundet. In dem jungen Fixfööt, dem Schulmädchen Isi, dem beinamputierten »Opa« sowie dem jüdischen Arzt de Castro findet er weitere Freunde, mit denen er sein Geheimnis teilt und die ihm helfen, so gut sie können.

Zusammen mit Fixfööt findet er bald heraus, dass die Verbrecher es auf seinen Thesaurus abgesehen haben. In mehreren Nächten wird die umfangreiche Beute abtransportiert und Teo kann zunächst nichts anderes tun, als die Diebe zu verfolgen, um wenigstens den Verbleib seines Schatzes zu kennen, um ihn später zurückerlangen zu können.

Sprachlich passt sich Serno der Zeit der Handlung etwas an. So gewöhnt man sich schnell an Ausdrücke wie »Offizin« für die Apotheke. Heutzutage nicht mehr gebräuchliche Redewendungen wie »die Tageszeit entbieten«, die einen zunächst stutzen lassen, sind glücklicherweise nur selten zu finden. Plattdeutscher Dialekt in den Dialogen ist dagegen sehr ausgiebig benutzt. Da könnte manch süddeutscher Bewohner leichte Probleme beim Lesen bekommen.

Hervorragend recherchiert hat der Autor zweifellos. Er versetzt seine Leser sehr realistisch in das Hamburg des frühen 18. Jahrhunderts zurück. Die Schilderungen des damaligen Lebens in der Hansestadt sorgt für Lesevergnügen. Doch die Handlung der Geschichte ist überaus konstruiert. Alleine die Naivität des Protagonisten – die seinem sonstigen Wesen konträr gegenüber steht – sorgt dafür, dass sich die Handlung über 400 Seiten hinweg hinziehen lässt.

Das Ende der Story dagegen wird relativ schnell abgehandelt und man fragt sich, warum die halbwegs intelligent handelnden Personen nicht schon 200 Seiten früher auf diese Lösung verfallen sind. Manches muß man am Schluß mehr erraten als sich logisch nachvollziehen lässt.

Die Charaktere sind zum Teil sehr originell, doch bleiben sie durchweg oberflächlich und in festgefügte Raster eingeteilt, die Milieuschilderungen bilden eindeutig die Stärke des Buches.

»Tod im Apothekenhaus« ist ein leicht zu lesender und kurzweiliger Roman, der es jedoch nicht nur an Tiefgang, sondern vor allem auch an Spannung missen lässt.

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Gloria SN zu »Wolf Serno: Tod im Apothekenhaus« 23.11.2013
Tod im Apothekenhaus ist mein absolutes Lieblingsbuch. Wer Hamburg kennt, wird auf eine authentische + fesselnde Zeitreise mitgenommen, welche nur ein Meister schreiben kann! Großartig beschreibt Serno die Strassenzüge, die Stimmung am Hafen, zwischen den Speichern und die Gewalt und Beschwerlichkeit des Lebens. Ich rieche und schmecke während des Lesens die Stadt und geniesse es, mit dem Buch immer wieder in das HH des 18. Jahrhunderts einzutauchen. Mir gefällt dieses Buch sehr viel besser als alle danach folgenden von Serno. Ich würde mich freuen, wenn er sein Hamburg noch mal wieder in einem neuen Buch einfängt.
jori zu »Wolf Serno: Tod im Apothekenhaus« 22.12.2009
grade habe ich das buch wegGESCHMISSEN. ich bin wirklich ein fan von seinen büchern (puppenkönig, hitzekammer usw.) aber tod im apothekenhaus war so langweilig. ich hab mich da durch gequält und den schluß hab ich auch nicht ganz begriffen, und will es auch gar nicht. bin froh, dass ich es zu ende gelesen habe (mach ich aus prinzip mit einmal angefangen büchern), und werde es jetzt ganz nach hinten stellen. dabei war ich doch so begeistert von wolf serno. mir war nicht klar, das er auch so enttäuschen kann.
Kathleen Eichler zu »Wolf Serno: Tod im Apothekenhaus« 22.07.2009
Ich habe gerade mit diesem Buch angefangen zu lesen , aber ich muß sagen es ist sehr spannend. Man wird richtig gefesselt mit diesen Buch. Wolf Serno ist mein Lieblingsschriftsteller, weil er in verschiedenen Jahrhunderten schreibt und sehr verständlich. Habe von Ihnen schon verschiedene Bücher gelesen z.B. " Der Wanderchirurg" natürlich auch die anderen Teile davon.
Patrick zu »Wolf Serno: Tod im Apothekenhaus« 19.07.2009
Also ich muss wirklich sagen das dieses Buch sehr sehr sehr gut ist. Man wird regelrecht beim lesen gefesselt und hört kaum noch auf. Ich kann es jedem empfehlen. Allgemein finde ich seine Bücher sehr gut und hinreißend. Sollte ich mich noch mal entscheiden würde ich jederzeit wieder Bücher von Wolf Serno kaufen.
Teeshan zu »Wolf Serno: Tod im Apothekenhaus« 03.06.2008
Absolut lesbar.

Es gibt zwar jedoch etwas zu beschweren, jedoch finde ich dieser Krimi spannend, und sehr gut erzählt.

Plus:
Historisch: sehr gut.
Spannend: Spitze.
Personen: Fehlerfrei.

Minus:
Handlung: schwach.
Epilog:Flop.
Schlus: schwacher Ende.

Ansonsten finde ich dem Buch gut.
AndreaFritsch zu »Wolf Serno: Tod im Apothekenhaus« 15.02.2008
"Tod im Apothekenhaus" war mein erstes Buch von Serno. Schon am Anfang hat mich der unlogische Handlungsverlauf gestört, als Teo nicht zurück in seine Apotheke geht. Was ich hingegen toll fand, waren die Milieu- und Zeitstudien: Man fühlte sich ins alte Hamburg zurück versetzt-nicht zuletzt wegen der Verwendeung des Hamburger Platt. Enttäuschend wiederum das Ende: Nur im Epilog abgehandelt,auf 2-3 Seiten, wird eine Geschichte aufgelöst, die bis dahin 400 Seiten "verbraucht" hat. Die Geschichte hätte man locker auf 150 Seiten weniger erzählen könne, und das noch mit einem richtig ausgearbeiteten Schluss.
zt428 zu »Wolf Serno: Tod im Apothekenhaus« 14.07.2007
Das war mein erstes Buch von Wolf Serno und ich fand es irre spannend. Wolf Serno hat eine ganz eigene Art zu Schreiben - einfach nur klasse.
Absolut empfehlenswert!!!
Ruth Edelmann zu »Wolf Serno: Tod im Apothekenhaus« 05.03.2007
Nachdem ich die "Hitzkammer" gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf weitere Bücher des Autors. Nun muss ich leider gestehen, dass mich der "Tod im Apothekenhaus" nicht überzeugt hat. Zwar sind die unterschiedlichen Charaktere der einzelnen "Darsteller" für den Leser sehr anschaulich dargestellt, auch die Handlung bezieht den Leser (so erging es jedenfalls mir) auf eine Art und Weise mit ein, dass man das Gefühl entwicklelt, sich selbst inmitten der Ereignisse zu befinden, allerdings geht die zu Anfang des Buches noch vorhandene Spannung schon recht bald verloren und je mehr sich das Buch dem Ende neigt, desto enttäuschender gestaltet es sich.
Trotzdem habe ich zu einem weiteren "Serno" gegriffen, zum "Balsamträger" nämlich, und das glaube ich schon jetzt sagen zu können, obwohl ich das Buche erst etwa zu einem Drittel gelesen habe, dieses Buch wird mich nicht enttäuschen.
Johannes Stöbener zu »Wolf Serno: Tod im Apothekenhaus« 07.01.2007
Ich fand das Buch "Tod im Apothekenhaus" sehr spannend!! Ich kann es nur empfehlen! Es ist das erste Buch von Wolf Serno das ich gelesen habe. Ich werde auf jeden fall auch die anderen Bücher von ihm lesen! Es ist zwar am Anfang etwas schwehr zu verstehen aber zum Schluss löst sich alles auf was den efeckt hat das es bis zum Schluss spannend ist

PS: Ich habe das Buch für eine Buchvorstellung in der Schule gewählt!!!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Claudia zu »Wolf Serno: Tod im Apothekenhaus« 24.09.2006
Mir persönlich gefällt das Buch "Tod im Apothekenhaus" nicht. ICh habe mich ziemlich dadurch gequält in der Hoffnung, dass weitere SPannung ausgebaut wird dem war aber nicht so. Es ist eine komplett andere Schreibart von Wolf Serno, als die von mir zuvor gelesenen Büchern. (Die Hitzkammer/Hexenkammer, Der Wanderchirug, Chirug von...) Ich war ganz ehrlich wirklich enttäuscht. ICh rate allen die etwas von Wolf Serno lesen wollen, lest am besten die Hexenkammer.

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