Willi Voss

1944 geboren, verbrachte Willi Voss seine Kindheit und Jugend im westfälischen Velbert. Er war u.a. Bibliothekar und Journalist, arbeitete für den Bastei Verlag, schrieb dort Western und Jerry Cotton Romane für die verlagsinternen Heftreihen. 1979 erschien unter dem Pseudonym E.W. Pless sein erster Roman »Geblendet«, laut eigenem Blog eine »autobiographisch eingefärbte Insiderstory aus dem Bereich des Terrorismus«. 1981 veröffentlichte er bei Bastei seinen ersten Kriminalroman »Tränen schützen nicht vor Mord« unter dem Namen Willi Voss. Während E.W. Pless für die Politthriller »Gegner«, »Auch Narren sterben einsam« und »Signum F« reserviert blieb, die laut des Lexikons der deutschen Krimi-Autoren »in ihrer stilistischen und erzählerischen Qualität weit über alles hinausragten, was zur Zeit ihres Erscheinens von deutschen Autoren in diesem Genre geschrieben wurde«. Gleichzeitig veröffentlichte er seine restlichen Kriminalromane als Willi Voss, zuerst bei Bastei, später im Ullstein-Verlag. Während die »Stand-Alones« eher im ländlichen Milieu angesiedelt sind, spielt die Reihe um den (Ex)-Kommissar Holger Fleestedt in der Großstadt Hamburg. Alle Bücher zeichnet eine klare, knappe Sprache aus, die nie ihr Sujet und ihre Figuren aus den Augen verliert. So schuf Voss etliche Kleinode deutscher Kriminalliteratur, die sich von den endlos lamentierenden Krimis zahlreicher deutscher Kollegen wohltuend unterschied. Vor allem die Fleestedt-Serie heimste zurecht Ruhm ein, zeichnete sie doch ziemlich abgeklärt das ein Bild einer Stadt, die von Korruption und Verbrechen regiert wird. Fleestedt ist ein Getriebener, ein Kämpfer, der genau weiß, dass er kaum eine Chance hat, den ungleichen Kampf gegen die Kriminalität und kriminelles Denken zu gewinnen, und trotzdem nicht aufgibt. Ein fast klassischer Hardboiled-Charakter in sauber durchkomponierten Noirs. Das bescherte Voss u.a. eine Auszeichnung mit dem deutschen Krimi-Preis für »Das Gesetz des Dschungels«.

Anfang der 90er schrieb Voss auch Drehbücher für das »Großstadtrevier« und den »Tatort«. Vor allem »Stoevers Fall« hinterließ bleibenden Eindruck, als Tatort-Folge mit einer der höchsten Einschaltquoten aller Zeiten.

Mitte der 90er wurde es still um Willi Voss. Außer einigen Wiederveröffentlichungen im eigenen MediaprovO Verlag erschien lange Jahre nichts Neues. Erst 2008 trat Voss mit einer Geschichte im Kurzgeschichtenband »Mord-Westfalen« wieder an die Öffentlichkeit und erregte nicht nur wegen ihres kontroversen Inhalts einiges Aufsehen. Für 2009 stehen zwei Romane zur Veröffentlichung an. Wir dürfen gespannt sein.

Voss, der Kosmopolit, den es von Velbert aus u.a. bis in den Libanon trieb, der in Hamburg, Griechenland und Spanien lange heimisch war, bevor er nach Deutschland zurückkehrte, lebt heute in Berlin.

Krimis:

Als Willi Voss:

  • (1981) Tränen schützen nicht vor Mord
  • (1982) Kein Platz an der Sonne
  • (1983) Wo Rauch ist
  • (1984) Der stirbt von selbst
  • (1984) So schön, so tot
  • (1985) Der Fahnder (Roman zur Serie)
  • (1985) Keine Tränen für das Opfer
  • (1986) Requiem für einen gefallenen Engel
  • (1986) Das Gangsterliebchen
  • (1987) Die glitzernde Falle
  • (1996) 24 Stunden grüne Hölle, 25 Jahre 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring
  • (2008) Mord-Westfalen (Kurzgeschichte »Der unschuldige Mörder«); Hg. Von Günter Butkus
  • (2009) Mord-Westfalen 2 ( Kurzgeschichte »Satchmos Trompete«); Hg. Von Günter Butkus
  • (2009) Pforte des Todes  Rezension
  • (2012) Bitteres Blut Rezension
  • (2012) UnterGrund Rezension

Kommissar Fleestedt-Reihe:

  • (1983) Frost im Blut
  • (1988) Tränen schützen nicht vor Mord / Frost im Blut, Ullstein
  • (1988) Das Gesetz des Dschungels (Ullstein 10565) OA
  • (1989) Asphalt
  • (1990) Die Nacht, der Tod (Neuausgabe)
  • (1992) Bluthunde

Als E.W. Pless:

Drehbücher:

  • (1992) Tatort – Stoevers Fall
  • (1992) Großstadtrevier – Der Flußpirat
  • (1992) Großstadtrevier – Auf Gift gebaut
  • (1994) Tatort – Singvogel
  • (1995) Großstadtrevier – Crashkids

Mehr über Willi Voss:

Seiten-Funktionen: