Wang Shuo

Wang Shuo

Geboren 1958 in Nanjing. In der Marine, in die der Vater den aufsässigen Sohn gesteckt hatte, kaufte sich Wang Shuo Kugelschreiber und Papier, »sonst wäre ich Alkoholiker geworden«. Nach der Entlassung arbeitete er in einer Apotheke und führte mit seinen Kumpeln ein wildes Leben: Frauen, krumme Geschäfte, reichlich Kontakt mit der Polizei. Ein Lebensabschnitt, der den Stoff für seine Romane lieferte, welche ihn zum populärsten Autor Chinas und seine Fernsehfilme zu Straßenfegern machten. Das Schreiben wurde vielleicht zur Therapie, oder er ist einfach älter geworden: Heute jedenfalls führt Wang Shuo ein geregelteres Leben, das er mit einer Tänzerin und mit einer gemeinsamen Tochter teilt. Ein »Rowdy-Literat« ist er in den Augen der Machthaber dennoch geblieben, was ihn sehr beruhigt: »Wenn mich die staatliche Presse loben würde, dann wüßte ich, es geht mit mir bergab.« (Text: Diogenes)

Krimis von Wang Shuo(in chronologischer Reihenfolge):

Oberchaoten
Wanzhu (1987)
Herzklopfen heißt das Spiel
Wande-jiu-shi-xintiao (1989)

»Einer der populärsten Autoren Chinas. Wang Shuo und seine Helden sind selber typische Vertreter jener chinesischen Zwischengeneration, die zu jung ist, um noch den Idealen der Revolution anzuhängen, und zu alt, um sich zu den Nutznießern der Wirtschaftsliberalisierung zu zählen oder gar zum Protest jener Studenten, den das Regime 1989 blutig niederschlug. Es sind unbekümmerte Zyniker, die Maos Lehren als Zitatengrube nutzen, aus der sie nach Lust und Laune plündern und Stoff für Witze fördern.« (Der Spiegel)

»Das Idol der jungen Chinesen schreibt mit Tempo und Schärfe. Seine Romane schlagen einen in Bann wie die besten amerikanischen Krimis der schwarzen Serie.« (Télérama)

»Wang Shuo gilt als Chinas erfolgreichster zeitgenössischer Schriftsteller und ist zugleich das Enfant terrible der chinesischen Literatur.« (Die Weltwoche)

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