Oscar Wilde im Wilden Westen von Walter Satterthwait

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

deutsche Ausgabe erstmals 1990 .
Ort & Zeit der Handlung: USA, 1870 - 1889.

  • New York: St. Martin’s Press, 1990 Wilde West. 374 Seiten.
  • Zürich: Haffmans, 1996. Übersetzt von Gunnar Kwisinski. ISBN: 3-251-00339-9. 381 Seiten.
  • München: dtv, 1998. ISBN: 3423201967. 447 Seiten.

'Oscar Wilde im Wilden Westen' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Im Jahr 1882 hält die Kultur Einzug im Wilden Westen. Ein Jahr nach dem legendären Revolverduell am O. K. Corral reist ein Mann durch das gesetz- und sittenlose Land zwischen San Francisco und Chicago. In seiner Heimat Inbegriff für Geschmack, Stil und Bildung, provoziert er in der neuen Welt eine Mischung aus Bewunderung und Abscheu: Oscar Wilde. Er wird begleitet von Journalisten, Schülern, Spielern, Profitgeiern, schönen Bewunderern beiderlei Geschlechts und einem Mörder: Denn in den Orten und an den Abenden von Oscars Auftritten werden Prostituierte ermordet …

Ihre Meinung zu »Walter Satterthwait: Oscar Wilde im Wilden Westen«

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CBG zu »Walter Satterthwait: Oscar Wilde im Wilden Westen« 26.07.2010
Wer kennt nicht die Geschichte vom Jack the Ripper? Mit diesem Buch erhält man jedoch die Chance, eine Verwebung mit der Wilde-Biographie zu erleben. Satterthwait ist es gelungen, eine Fiktion im meistehaft-ästhetischen Stil seines Protagonisten selbst zu schaffen. Dabei spart er nicht an zahlreichen Parallelen auf andere Stories und Aphorismen - stets mit einem bestechenden Augenzwinkern. Ein Plagiat Oscars ist hier dennoch kaum möglich: "Nachahmung ist die charmateste Form der Zustimmung". Die Handlung bleibt - einem guten Krimi gemäß - fesselnd. Für Oscar-Fans ein Hochgenuß, für Unbewanderte hingegen ein lustvoller Spaziergang durch den Garten der Ironie. Noch ein Warnung: Das Buch ist als Geschenk prima, hingegen einmal verliehen, sieht man es nie wieder.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
anath zu »Walter Satterthwait: Oscar Wilde im Wilden Westen« 18.06.2010
Einfach mal köstlich geschrieben ! Wer Spaß an witzigen Dialogen hat, wer auf schräge Typen steht, der ist mit diesem Buch gut bedient. Allein die Reisegesellschaft des Oscar Wilde ist ein wirklich reizendes Sammelsurium , dazu kommen ein hüftlahmer Marshal, eine überirdisch schöne Millionärsgattin,Doc Holliday und diverse Kleindarsteller mit jeweils eigenem Charakter - wobei mir der Juwelier mit seinem gallig-trockenen Kurzauftritt ganz besonders ans Herz gewachsen ist.

"Herzallerliebste" sagte der Juwelier.
Oscar räusperte sich."Ja."
"Die Herzallerliebste bekommt ein Herz."
Oscar runzelte die Stirn."Haben Sie nichts anderes?"
Der Juwelier zuckte die Achseln."Was wollen Sie ihr sonst geben?Eine Leber? Oder eine Niere?"

Umwerfend spannend ist das Buch nicht, die Konstruktion des Kriminalfalls folgt eher altbekannten Mustern - wer also allein auf Gänsehaut aus ist wird nicht auf seine Kosten kommen. Wem aber das Spiel mit der Sprache gefällt und wer Oscar Wilde mal nicht auf hohem Literatenthron sehen will, wer sich auch über das Zusammentreffen abgehobener Ästhetik mit Wildwest-Staubmänteln amüsieren kann - der sollte sich das Buch besorgen !Alleine schon zu lesen, wie Wilde seine Garderobe zusammenstellt und auf der nächsten Seite zu verfolgen, wie sich Marshal Grigsby im Ganzkörperkondom aus dem Bett schält ist das Geld für dieses Buch wert ! Da vergißt man gern, wie dilettantisch Mr.Wilde versucht, diesen Fall aufzuklären, muß er ja auch nicht, es gibt ja auch noch den Marshal und der ist schließlich vom Fach!
tassieteufel zu »Walter Satterthwait: Oscar Wilde im Wilden Westen« 16.06.2010
1882 begibt sich der englische Dichter Oscar Wilde auf eine Vortragstournee in den Wilden Westen, begleitet wird er dabei von einer Reihe von skurilen Charakteren und wie sich bald
herausstellt, von einem Serienmörder, der es auf rothaarige Prostituierte abgesehen hat. In jeder Stadt, in der Oscar auftritt, hinterläßt er ein grauenvoll verstümmeltes Opfer, das ruft US Marshal
Grigsby auf den Plan, der zunächst jeden in der Gruppe um Oscar verdächtigt. Auch Doc Holliday, der berüchtigte Revolverheld scheint ein Interesse an Oscar zu haben, denn er taucht
ebenfalls bei jeder Station der Vortragsreise auf u. rettet den Dichter des öfteren aus brenzligen Situationen, denn nachdem Oscar von Marshal Grigsbys Verdacht erfahren hat, stellt er eigene Nachforschungen an, ist er doch überzeugt davon, das niemand aus seiner Gruppe der Mörder sein kann. Oscars Schnüffeleien geraten ein wenig ins Hintertreffen, als er auf die faszinierende Elizabeth McCourt Doe trifft, deren Charm Oscar sofort verfällt.
Walter Satterthwait ist hier eine erstaunliche Kombination zwischen spannendem Krimi, Liebesgeschichte und historischem Abenteuerroman gelungen, die Figuren sind in all ihrer Schrägheit
durchweg glaubwürdig und als Leser kann man regelrecht in den Wilden Westen eintauchen.
Man folgt Oscar gern durch rauchige Saloons, protzige Herrenhäuser von Geldbaronen denen es an jeglichem Geschmack fehlt, mondänen Opernhäusern ebenso wie auf rasanten Kutschfahrten und langen Eisenbahnreisen und durch die elenden Siedlungen der Bergarbeiter.
Obwohl das gesamte Buch in einem großartigen Erzählstil geschrieben ist, sind Oscars rethorische Höhenflüge ein besonderes Highlight, die mich oft dazu brachten, laut zu lachen.
Die Figuren die das Buch bevölkern sind durchweg glaubwürdig geschildert, vom versoffenen Marshal über den charismatischen Revolverhelden bis hin zur verführerischen Schönheit ist alles
vertreten was man so vom Wilden Westen erwartet u. auch wenn manches ein wenig überzogen wirkt, so paßt es doch perfekt in die Geschichte. Besonders gut haben mir auch Doc Hollidays Auftritte gefallen, den immer eine leicht gruselige Aura umgibt.
Der Krimifall ist auch recht spannend, wobei er doch ab und an in dem skurilen Geschehen unter geht, aber das stört irgendwie gar nicht. Nur das Ende hat mich ein wenig enttäuscht. Die Auflösung kommt arg überstürzt und knapp daher, da hätte ich mir irgendwie ein wenig mehr
gewünscht.
Insgesamt gesehen hab ich mich aber mit dem Buch großartig unterhalten gefühlt, mich köstlich amüsiert und stellenweise herzhaft gelacht! Ein Buch das ich mit Sicherheit irgendwann nochmal lesen werde.

Fazit: eine Geschichte voller Witz u. Charm, Oscar Wilde brilliert hier mit rethorischen Bonmonts die einfach begeistern! Gelungen geschilderte Figuren, eine tolle Atmosphäre u. ein spannender Krimifall runden das Ganze ab!
3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Henning zu »Walter Satterthwait: Oscar Wilde im Wilden Westen« 13.10.2009
Habe das Buch gerade ausgelesen. Mein erster Eindruck: Zu lang, präzise Sprache, aber durchweg detailverliebt, durchsetzt von Küchenpsychologie. Satterthwait kann sich nicht entscheiden, ob er Psychogramme, also im Endeffekt einen Psychothriller, schreiben will, oder einen stinknormalen Whodunnit.
Nett sind die Bonmonts, die er Wilde in den Mund legt. Richtig gut wird der Krimi immer dann, wenn Doc Holliday auftritt.
Die Sexszenen haben mich überrascht; ich hatte nicht damit gerechnet, in einem "amerikanischen" Krimi solche Szenen, seitenlang, zu finden.
Die Mörderfrage wird eineseits trivial beantwortet, andererseits gibt Satterthwait keine richtigen Indizien, mittels derer der LEser auf den Täter kommen könnte.
Trotzdem immer noch 70 Grad, weils halt ein easy reading ist.
0 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Juergen zu »Walter Satterthwait: Oscar Wilde im Wilden Westen« 06.02.2009
irgendwo in diesem aussergwöhnlichen buch behauptet oscar wilde,das cover verrate viel über ein buch. dieses muss eine ausnahme sein,bei dem cover dachten meine freunde ich lese jugendromane ab dreizehn.das täuscht.neben spannendem krimi(es werden reihenweise rothaarige prostituierte zerstückelt,der sensible dandy dichter oscar ermittelt ganz psychologe neben einem versoffenen marshall),autehntischem western(howdie!),liebesroman(die personifizierte verführung,eine reinkarnation der venus aus der sicht der männerwelt:elizabeth mccourt doe,die auch oscar,der bei ihrem anblick poetische und andere höhepunkte erlangt erstmal nicht links liegen lässt)und psychothriller(gespaltene persönlichkeiten,ungewissheit und misstrauen..die kranken gedanken des mörders begleiten einen durch das ganze buch.man traut sich kaum weiterzulesen,als könne man das ahnungslose opfer vor dem schrecklichen mord schützen)ist das buch eine wundersam reise in die ironie und charmante gedankenwelt eines dichters zwischen cowboys und revolverhelden. pikante einzelheiten wie anträge beiderlei geschlechts an den poeten wie auch dessen gespräche mit seinem besten stück provozieren lachtränen.nicht im bus oder ähnlichem öffentlichen ort lesen!peinliche situationen!
3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Frank Richter zu »Walter Satterthwait: Oscar Wilde im Wilden Westen« 04.04.2006
Eins meiner Lieblingsbücher!
Nicht nur Krimilesern, sondern auch vor allem Oscar Wilde Fans zu empfehlen.
Satterthwait schafft es, Wilde Bonmots in den Mund zu legen und Sprüche machen zu lassen, die Oscar Wildes würdig sind.
Klasse!
Renate zu »Walter Satterthwait: Oscar Wilde im Wilden Westen« 09.05.2004
Ich habe mich halb kaputt gelacht, besonders ueber Freddie Phallus und die siamesischen Zwillinge, aber auch ueber Doc Holiday's Neigungen!!!!
Leute: auf jeden Fall lesen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Thomas zu »Walter Satterthwait: Oscar Wilde im Wilden Westen« 29.09.2003
sehr spannend und ziemlich lustig - da kann ich Anja S. nur ganz feste beipflichten!!
Anja S. zu »Walter Satterthwait: Oscar Wilde im Wilden Westen« 06.08.2003
Ziemlich spannend, aber vor allem ungeheuer lustig!!!
unbedingt lesen
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