W. R. Burnett

William Ripley Burnett wurde am 25. November 1899 geboren. In Springfield, US-Staat Ohio, begann er schon in jungen Jahren als Statistiker zu arbeiten. Nebenbei schrieb er zahlreiche Kurzgeschichten und fünf Romane, die freilich unveröffentlicht blieben. 1927 zog Burnett nach Chicago, wo er eine Stelle im Northmere Hotel antrat. Es waren die Jahre, in denen das organisierte Verbrechen nicht nur die Unterwelt dieser Stadt regierte. Burnett lernte eine Vielzahl schillernder Charaktere aus dem kriminellen Milieu kennen. Hier hörte die Geschichten, die sich für ein Buch eigneten, das einen Verleger fand: Little Cesar (dt. Der kleine Cäsar), die Geschichte vom Aufstieg und Fall eines Gangsters à la Al Capone, brachte ihm 1929 endlich den Durchbruch als Schriftsteller sowie die Aufmerksamkeit Hollywoods: Mervyn LeRoy verfilmte den Roman 1931 mit Edward G. Robinson in der Hauptrolle und schuf nicht nur einen Blockbuster, sondern einen ewigen Klassiker des Kriminalfilms.

Burnett ging nach Hollywood und wurde zu einem bestens beschäftigten Drehbuchautor. Gleichzeitig schrieb er neue Romane, die er wiederum in Drehbücher verwandelte. Er erweitete sein Spektrum nach einer ausgiebigen Reise durch den mittleren Westen und schrieb nun auch Western. Aus heutiger Sicht beeindruckt seine Ablehnung einer strikten Schwarz-Weiß-Teilung der Welt. Burnetts Figuren leben in einem Zwielicht, das sympathische Gangster ebenso kennt wie skrupellose Gesetzeshüter. Verdammnis schwebt über den Häuptern seiner vielschichtigen Helden. Ihre oft düstere Vergangenheit können sie nicht hinter sich lassen. Irgendwann holen sie ihre oft längst bereuten Fehler ein und zerstören sie. Exemplarisch führt Burnett dies in seinen großartigen Romanen High Sierra (1940; verfilmt mit Humphrey Bogart) und The Asphalt Jungle (1950, dt. Asphalt-Dschungel, verfilmt von John Huston) vor.

36 Romane und 60 Drehbücher verfasste Burnett, hinzu kamen Stücke für Theater und Radio, sogar Liedtexte. In den 1960er Jahren begann seine Produktivität zu verebben. Hinzu kam der gesellschaftliche und kulturelle Wandel dieser Epoche. Auch beruflich war Burnett aus dem Spiel; Filme wie Der Pate zeigten eine neue Sicht auf das Verbrechen, die Burnett nicht teilen mochte oder konnte. Er konzentrierte sich darauf, seine alten Werke auf dem Buchmarkt präsent zu halten, während er zwischen 1968 und 1981 kein neues Buch mehr veröffentlichte. Good Bye Chicago: 1928, End of an Era (dt. Goodbye Chicago) wurde mit seinem passenden Titel Burnetts letztes Werk. Am 25. April 1982 ist er im Alter von 82 Jahren gestorben.

Krimis von W. R. Burnett:

  • (1929) Little Caesar / Der kleine Cäsar / Kleiner Cäsar Rezension
    Little Caesar
  • (1931) The Silver Eagle
  • (1934) Dark Hazard
  • (1940) High Sierra
    High Sierra
  • (1943) The Quick Brown Fox
  • (1944) Späterer Mord nicht ausgeschlossen
    Nobody Lives Forever
  • (1946) Tomorrow’s Another Day
  • (1947) Romelle
  • (1950) Asphalt Dschungel / Da waren es nur noch zwei
    The Asphalt Jungle
  • (1952) Im Schatten der Scheinwerfer
    Little Men, Big World
  • (1953) Der Henker hat keine Freunde / Ein gefährlicher Weg
    Vanity Row
  • (1955) Big Stan (als John Monahan)
  • (1957) Der Gezeichnete
    Underdog
  • (1961) Ein Mann namens Conant
    Conant
  • (1961) Nachtclub Volari (für Burnett geschrieben von Robert Silverberg)
    Round the Clock at Volari’s
  • (1962) The Widow Barony
  • (1968) Von vielen Hunden gehetzt
    The Cool Man
  • (1981) Goodbye Chicago
    Good Bye Chicago: 1928, End of an Era

Andere Werke

  • (1932) The Silver Swing
  • (1932) Iron Man
  • (1932) »Saint« Johnson
  • (1934) Goodbye to the Past: Scenes from the Life of William Meadows
  • (1934) The Goodhues of Sinking Creek
  • (1936) King Cole
  • (1938) The Dark Command: A Kansas Iliad
  • (1950) Das harte Rudel
    Stretch Dawson
  • (1953) Adobe Walls: A Novel of the Last Apache Rising
  • (1954) Captain Lightfoot
  • (1956) It’s Always Four O'Clock (als James Updyke)
  • (1956) Pale Moon
  • (1959) Mi Amigo
    Mi Amigo: A Story of the Southwest
  • (1962) The Goldseekers
  • (1963) The Abilene Samson
  • (1963) Sergeants 3
  • (1964) The Roar of the Crowd: Conversations with an Ex-Big-Leaguer
  • (1965) Con, Mirabelle und der schwarze Hengst / Der schwarze Hengst von Mount Hall
    The Winning of Mickey Free (vollendet von Byron Preiss, d. i. Robert Silverberg)

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