Volker Mauersberger

Seitdem Volker Mauersberger, geb. 1939 in Weimar, als zehnjähriger Schüler bei der Lokalzeitung seiner Heimatstadt Gevelsberg 1949 beim Wettbewerb »Schüler schreiben« einen Preis gewann, wollte er Journalist werden.

Nach dem Volontariat und dem Studium der Sozial- wissenschaften, das er mit Diplom und Promotion beendete, verschrieb er sich dem damals neuen Medium Hörfunk: Als politischer Redakteur des WDR berichtete er aus der damaligen Bundeshauptstadt Bonn, mit Abstechern nach Berlin, Warschau, Madrid und Lissabon. Mauersberger liebt das gute alte Radio. Aber sein Herz hängt am Buch und besonders an der Zeitung. »Wer schreibt, der bleibt«, meint der Journalist, der zwölf Jahre für DIE ZEIT aus Madrid und sechs Jahre für DIE WOCHE aus Bonn berichtet hat. Mit seinen Buchpublikationen hat er oft Widerspruch provoziert. Die Enttarnung des selbsternannten Widerständlers Rudolf Pechel als frühen Gefolgsmann Adolf Hitlers führte Anfang der siebziger Jahre zu einem um- strittenen Medienecho; in seinem Bestseller »Wie links dürfen Jusos sein?« attackierte der damalige Bewunderer Willy Brandts zusammen mit prominenten Autoren den politischen Rechtsschwenk nach der Guillaume-Affäre und dem Amtsantritt von Helmut Schmidt. Ab 1977 folgten zwölf Jahre als ARD-Korrespondent auf der Iberischen Halbinsel, die von einer dreijährigen Chefredakteurszeit bei RADIO BREMEN unterbrochen wurden. Die Rückkehr nach Madrid war für Mauersberger, der das Schreiben über alles liebt, ein Akt der Befreiung. In seinem Buch »Spanien – Wandel nach Europa« berichtete er über den dortigen Wandel von der Diktatur zur Demokratie. Anfang der neunziger Jahre kehrte Mauersberger in das vereinte Deutschland zurück, um sich neben der aktuellen Arbeit einem neuen Buchprojekt zu widmen. Der 1939 in Weimar Geborene wollte erfahren, warum sein Vater, der Goethe und Schiller verehrte, als SS-Scharführer im Konzentrationslager Buchenwald landete. Dem Sohn war es nur ein kleiner Trost, dass sein Vater 1940 auf eigenes Drängen Buchenwald verlassen und sich an die Front gemeldet hatte. Das Buch »Hitler in Weimar – Der Fall einer deutschen Kulturstadt« ist die Abrechnung mit einem politisch verblendeten Bürgertum, das Hitler freiwillig den Weg bereitete.

Seit seiner Pensionierung befindet sich der in Bonn Lebende im aktiven Unruhestand. Nach längerer Lehrtätigkeit an der Universität Münster präsentierte er 2007 die Biografie über den Bremer Politiker Henning Scherf. »Ein wunderbar lesbares und distanziert geschriebenes Buch«, lobte die F.A.Z. Danach erfüllte sich Mauersberger einen lange gehegten Wunsch: einen spannenden Roman nach Art seines literarischen Vorbildes Truman Capote zu schreiben. Den Stoff fand er im Archiv seiner ehemaligen Heimatstadt, wo alte Akten über den Fall Ellen Rinsche lagerten. »Mein Beitrag zur Aufklärung der deutschen Nachkriegszeit«, meint der Autor. »Beim Schreiben wurde mir wieder klar, warum wir so vehement gegen die muffige Adenauer- Zeit protestierten.«

Krimis von Volker Mauersberger(in chronologischer Reihenfolge):

Kalte Wut. Der Fall Ellen Rinsche (2009)

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