Lunapark von Volker Kutscher

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2016 bei Kiepenheuer & Witsch.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Berlin, 1930 - 1949.
Folge 6 der Gereon-Rath-Serie.

  • Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2016. ISBN: 978-3-462-04923-7. 556 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Argon, 2016. Gesprochen von David Nathan. ISBN: 3839814952. 10 CDs.

'Lunapark' ist erschienen als Hardcover HörbuchE-Book

In Kürze:

Unter der Eisenbahnbrücke an der Liesenstraße, unter einer unvollendeten kommunistischen Parole, liegt ein SA-Mann, der scheinbar erschlagen wurde, tatsächlich aber an einem Glasauge erstickt ist. Am Tatort trifft Kommissar Rath auf seinen früheren Kollegen Reinhold Gräf, der nun für die Geheime Staatspolizei arbeitet. Während Gräf von einem politischen Mord ausgeht, ermittelt Rath in eine andere Richtung und entdeckt Verbindungen zum zerschlagenen Ringverein »Nordpiraten«, der seine kriminellen Aktivitäten als SA-Sturm getarnt fortsetzt. Als ein zweiter SA-Mann erschlagen aufgefunden wird, scheint alles auf eine Mordserie zu deuten. Eine Spur führt in den seit Kurzem geschlossenen Lunapark, einstmals Berlins berühmtester Rummel. Und Rath fragt sich, welche Rolle Unterweltboss Johann Marlow, ein Erzfeind der »Nordpiraten«, in diesem Fall spielt. Die politische Lage wird immer brisanter, Raths Frau Charly gerät in SA-Haft, und der Kommissar wird in einen Strudel sich überschlagender Ereignisse gezogen, an deren Ende er sogar einen unmissverständlichen Mordauftrag erhält. Wird er ihn ausführen?

Ihre Meinung zu »Volker Kutscher: Lunapark«

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AgathaC zu »Volker Kutscher: Lunapark« 29.08.2017
Ich bin begeistert, wie Volker Kutscher seine Kriminalgeschichten mit Zeitgeschichte verwoben hat. Es ist bedrückend, wie sich der Nationalsozialismus immer tiefer in das Leben der Menschen einschleicht, wie es nun langsam beginnt, dass man auch seinen Familienmitgliedern nicht mehr trauen kann. Und es wird vorstellbar, wie es denn möglich war, "dass so etwas passiert", weil es langsam, Schritt für Schritt geht und fast unmerklich immer schlimmer wird.
Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird.
wuhmr zu »Volker Kutscher: Lunapark« 24.05.2017
Welch ein Buch! Viel zu schnell habe ich es gelesen, um nun verzweifelt auf den nächsten Gereon-Rath-Krimi warten zu müssen. Der Roman liest sich flüssig.
Vieles wurde bereits zum Inhalt gesagt. Gereon Rath begegnet jemandem, der mit ihm noch eine Rechnung offen hat. Und wer der Mörder ist, das steht relativ bald fest, was aber dem Buch nicht schadet. Denn die Suche nach dem Bekannten wird für Rath zur Qual.
In kaum einem der Romane der Gereon-Rath-Reihe wird deutlicher, wie zerrissen die Protagonisten sind. Selbst die zentrale Gestalt Gereon Rath zeigt ihre dunklen Seite. Er muss mit einer Lüge leben, weil eine sympatische Nebenfigur mit 4 Beinen ihr Ende auf tragische Weise erfahren hat.
Auch Johann Marlow, von dem man in den anderen Romanen das Gefühl vermittelt bekam, er sei zwar ein Verbrecher, aber ein nobler Verbrecher, zeigt sein wahres, bösartiges Gesicht.

Was aber den Inhalt dieses Romans so brutal macht, das ist die Wahrnehmung der Geschichte.
Reinhold Gräf verwandelt sich zum Systemtreuen. Ja, es ist die Darstellung der Ereignisse des Jahres 1934, es sind die Gewaltexzesse der SA, die Kämpfe zwischen SA und SS, die Menschenverachtung der machthaber, der zunehmende Antisemitismus, die Manipulation der Jugend durch das Regime, wie an Fritze deutlich wird, es ist ide Naivität Raths gegenüber dem Terrorregime nach 1933, die dem Leser kalte schauer über den Rücken laufen lassen.

Am Ende bleibt für den Leser die Frage im Raum: Wohin wird sich alles um Gereon Rath entwickeln?
Gerd Schmidt zu »Volker Kutscher: Lunapark« 23.05.2017
Ich habe alle Krimis über Gereon Rath mit Vergnügen gelesen. Atmosphärisch gut verpacktin die 30-iger Jahre. Die letzte Begegnung Rath mit Juretzka hätte vielleicht etwas geschickter verpackt werden können, aber das nimmt man hin in der sonst stimmigen und die Zeit recht gut vermittels Handlung. Ich hoffe auf weitere Fälle von Komissar Rath, auch in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Also unbedingt weiter machen !!!
Elmar Dubber zu »Volker Kutscher: Lunapark« 23.03.2017
Der Kommentar von Erich Willmes darf nicht dazu führen, Leser von der Lektüre der Romane um und mit Gereon Rath abzuhalten. Die Anmerkungen von Willmes sind völlig daneben und zeigen, welches Geistes Kind er selbst ist. Herr W. stört sich an Schilderungen des Autors, welche absolut zur Geschichte gehören.
Man kann nur jedem Interessenten empfehlen, sich die Rezensionen der Profis von KC zu den einzelnen Büchern anzusehen und keinesfalls dem Urteil von Willmes zu vertrauen.
Es ist zwar empfehlenswert, die Romane in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen aber kein Bedingung - denn jeder Roman ist in sich abgeschlossen.
111fgh@web.de zu »Volker Kutscher: Lunapark« 19.03.2017
Eine wilde Geschichte, fast schon ertrunken in der braunen Sauce, mit dir der Alltag der Menschen eindringlich beschrieben wird. Obwohl der Roman unterhaltsam und Facettenreich ist, hätte ich mir eine etwas straffere HandlungsFührung gewünscht.
Ausgerechnet der alte Gangsterboss zieht wieder die Fäden im Hintergrund, in einer Zeit, in der alle anderen machtlos den Veränderungen zu schauen müssen?
Franz S zu »Volker Kutscher: Lunapark« 04.02.2017
Herr Willmes , ich überlese mal ihre Fehler . Da sind ja einige drin .
Was sie schreiben , ist nicht so ganz zu verstehen , da sie immer von "Er" schreiben .
Wer ist denn immer "er" :
Am Anfang schreiben sie wohl vom Autor als "er" und dann ?
Perverse Handlungen habe ich im Buch nicht gelesen und ich bezweifele, das der Autor mit diesem Buch für seine früheren werben will .
Ich denke ihm ist es lieber wenn man die Bücher in Reihenfolge liest .
Mir hat das Buch wieder sehr gut gefallen .
Das ist aber wie bei allen Büchern Geschmacksache .
Erich Willmes zu »Volker Kutscher: Lunapark« 04.02.2017
Mein erster Roman von Volker Kutscher, den ich las. Nach etwa 2/3 des Inhaltes gab ich auf. Zu viele Ungereimtheiten und Fehler. Kutscher versucht mit vordergründigen, fast hilflosen Bemerkungen wie zum Beispiel die Nennung alter Automarken, Zigarettensorten u. ä. eine Atmosphäre der 30er Jahre zu schaffen. Ich glaube, er will durch die genaue Schilderung von perversen Handlungen die Leser schocken und für seine anderen Bücher interessieren. Er schreibt z. B. von Waffen aus Armeebeständen. Aus Heeres- oder vielleicht aus Wehrmachtsbeständen (1934?) wäre wohl besser gewesen. Er öffnet mit einem Dietrich das schwergängige Schloss (nach seinen Worten lange nicht benutzt) einer Tür, aber dahinter wimmelt es nur so von Menschen. Er füttert seinen geliebten Hund zum Entsetzen fast aller Hundebesitzer mit zwei Frikatellen. Er hasst Komonisten mehr als Nazis (War wohl Kutschers Meinung nach typisch für 1934). Lag es nicht näher, direkt seinen Erpresser und Mörder seines Hundes zu töten, statt dem Wunsch des Erpressers nachzugehen, einen anderen Menschen umzubringen? usw. usw. Manchmal eine verwirrende Mischung in dem Stil, wie heutzutage viele "Tatorte" gedreht werden.
Ein Mixtur von Simmel bis Jerry Cotton.
manrei zu »Volker Kutscher: Lunapark« 15.01.2017
Auch den 6. Roman um Gereon Rath von Volker Kutscher habe ich sehr gerne gelesen. Spannend von der ersten Seite an! Ich bin ja ganz froh, dass Juretzka auf S. 531 G. Rath nicht abgeknallt hat, nachvollziehbar ist es für mich jedoch nicht. Er hatte es fest vor und die Gelegenheit. Warum tat er es nicht? Versteht das jemand?
leseratte1310 zu »Volker Kutscher: Lunapark« 17.12.2016
Ein toter SA-Mann wird 1934 unter einer Eisenbahnbrücke in Berlin aufgefunden. Es sieht aus, als sei er erschlagen worden. Als Gereon Rath am Tatort ankommt, muss er feststellen, dass auch die Geheime Staatspolizei an dem Fall interessiert ist. So muss er wieder mit seinem früheren Kollegen Reinhold Gräf zusammenarbeiten, der ihm inzwischen rangmäßig gleichgestellt ist. Während Gräf felsenfest überzeugt ist, dass es sich um einen politischen Mord handelt, den die Roten verübt haben, hat Gereon da seine Zweifel. Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass der Tote in Wirklichkeit an einem Glasauge erstickt ist. Rath beginnt zu ermitteln ohne die Staatspolizei zu informieren und findet Spuren, die in die Vergangenheit weisen.
In Berlin ändert sich vieles, aber Gereon bleibt wie er ist. Er verdrängt die Situation und hofft, dass alles schon nicht so schlimm wird und der Spuk bald eine Ende hat. Noch kommt er mit seiner höchst eigenen Version des Hitler-Grußes durch. Wir wissen natürlich, wie alles wirklich weiterging. Es ist sehr bedrückend zu lesen, wie die Menschen drangsaliert wurden und wie die Angst umgeht. Man flüchtet von der Straße sobald schwarze Uniformen auftauchen, denn man weiß nicht, ob man solch eine Begegnung heil übersteht. Wer verhaftet wird, den erwarten harte Verhöre und Folterung, und wer allzu widerspenstig ist, der landet auch schon mal im Konzentrationslager.Auch in der Familie Rath macht sich die politische Situation unangenehm bemerkbar. Charly geht offenen Auges durch die Welt und sieht die drohende Gefahr. Gereons mangelndes politisches Interesse regt sie auf und der Haussegen hängt öfter mal schief. Dass ihr Pflegesohn Fritze dann auch noch der HJ beitreten will, macht sie nur noch wütender. Diese Unzufriedenheit bringt sie dazu, leichtsinnig zu handeln und einer jungen Frau zu helfen. Fritze dagegen fühlt sich in der Gruppe anderer Jungen wohl und nimmt begierig auf, was ihm dort vermittelt wird.
Gräf hat die Zeichen der Zeit für seine Karriere zu nutzen gewusst. Er weiß, dass ihm alle Wege offen stehen. Mich hat aber überrascht, wie kaltblütig er die Chance nutzt, dunkle Flecken in seinem Leben verschwinden zu lassen.Es gibt weitere tote SA-Männer und Gereon hat schon bald einen Verdacht, wer hinter den Morden steckt. Er will den Täter natürlich festnehmen, aber Dr. Marlow hat auch ein Interesse daran, dass dieser von der Bildfläche verschwindet – aber das bitte tot. Gereon spürt nun sehr heftig, dass die Nähe zu dem Gangsterboss für ihn gefährlich ist. Da er Charly aber immer aus solchen Geschichten rausgehalten hat, kann er nun auch nicht offen mit ihr reden. Er verhält sich wieder einmal wie immer, wenn’s schwierig wird: Er duckt sich weg. Aber das Problem ist da und muss gelöst werden.
Wieder einmal gelingt es Volker Kutscher perfekt, uns diese bedrückende Zeit nahe zu bringen. Von Buch zu Buch wird es bedrückender und mit dem Wissen von heute geht es einem beim Lesen besonders nah. Trotzdem fesselt diese Geschichte und versetzt einen in ein Wechselbad der Gefühle. Dennoch bin ich schon sehr auf den nächsten Band gespannt.
Ein packender Krimi in einer dunklen Zeit.
Kblitz zu »Volker Kutscher: Lunapark« 14.12.2016
Ich kann mich dem Kommentar von Stefan voll und ganz anschliessen.
Das Buch packt einen von der ersten Seite an.
Man sollte alle G.Rath Bücher gelesen haben, dann ist man mit den Personen vertraut, die bereits mitgewirkt haben.
Den Schluss fand ich jetzt nicht ganz so gut, lässt aber auch auf weitere Bücher hoffen.

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