Seegrund von Volker Klüpfel / Michael Kobr

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 bei Piper.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 3 der Kommissar-Kluftinger-Serie.

  • München; Zürich: Piper, 2006. ISBN: 978-3-492-04954-2. 336 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2008. ISBN: 978-3828992016. 340 Seiten.
  • München; Zürich: Piper, 2008. ISBN: 978-3-492-25094-8. 340 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: DAV, 2007. Gesprochen von Volker Klüpfel & Michael Kobr. ISBN: 978-3898136310. 3 CDs.

'Seegrund' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Statt Kässpatzen essen zu dürfen, muss Kluftinger nun seinen neuen Fall lösen: Am Alatsee bei Füssen macht er eine schreckliche Entdeckung – am Ufer liegt ein lebloser Taucher in einer riesigen roten Lache. Was zunächst aussieht wie Blut, entpuppt sich als eine seltene organische Substanz aus dem Bergsee. Kluftinger, der diesmal bei den Ermittlungen sehr zu seinem Mißfallen weibliche Unterstützung erhält, tappt lange im dunklen. Der Schlüssel zur Lösung des Falles muß tief auf dem Grund des geheimnisvollen, sagenumwobenen Sees liegen. Viele scheinen etwas zu wissen, doch überall trifft der Kommissar auf eine Mauer des Schweigens …

Das meint krimi-couch.de: »Inspiriert vom Mystery-Boom« 72°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Wie bereits bei den Vorgängern »Milchgeld« und »Erntedank« braucht das Allgäuer Autorenduo wieder sehr lange – fast zu lange -, bis es wirklich zur Sache geht. Zunächst darf Kommissar Kluftinger mal wieder von einem Fettnäpfchen zum nächsten tappen. Inmitten japanischer Touristenscharen vor den bayerischen Königsschlössern lernen die Kluftingers »Miki«, die neue Freundin ihres Sohnes kennen, die sich natürlich prompt als Japanerin Yumiko entpuppt. Beim anschließenden Familienausflug zum nahe gelegenen Alatsee stolpert man dann über eine Leiche: ein Taucher liegt in einer großen Blutlache – so scheint zumindest der erste Eindruck. Doch dann entdeckt Kluftinger Lebenszeichen an der vermeintlichen Leiche – und das »Blut« entpuppt sich als eine geheimnisvolle Substanz, die an verschiedenen Stellen des Sees vorkommt.

Unerwünschte Unterstützung erhält das Team um Kommissar Kluftinger bei den Ermittlungen von Friedel Marx, einer sehr männlich wirkenden Zigarillos rauchenden Beamtin der Kripo Füssen. Da der Taucher im Koma liegt, können die Polizeibeamten auf diesem Weg keine Hilfe erwarten, und so gehen die Ermittlungen nur sehr schleppend voran.

Ein Charakter mit Potential zum Außenseiter-Kultstar

Der Taucher war Mitglied einer Forschergruppe um Professor Guthknecht, die die ökologischen Besonderheiten des Alatsees untersucht, in dem Tauchen streng verboten ist. Erste Spuren führen zu einem Souvenirladen sowie zu einem bekannten Architekten, und irgendwann versteift sich Kluftinger darauf, daß das Geheimnis auf dem Seegrund des Alatsees zu finden ist, bis zu dem bisher keiner durchgedrungen ist.

Etwas zuviel Inspriration haben sich die Allgäuer Autoren wohl beim derzeitigen Mystery-Boom geholt, denn so nach und nach scheint sich herauszustellen, daß sagenhafte Schätze aus der Nazizeit im See auf ihre Schatzsucher warten. Dies führt zu einem zwar interessanten, aber doch reichlich konstruierten Plot, mit dem man aber innerhalb der Kluftiger-Reihe weiterhin für Abwechslung sorgen kann.

Die Charaktere der Nebendarsteller scheinen weiterhin noch etwas unausgegoren zu sein. So mausert sich Richard Maier, der in »Erntedank« zum für die Polizei unwürdigen Depp verkommen war, zum lernfähigen Polizisten. Vielleicht hat man sich hier Kritik zu Herzen genommen. Der Staatsanwalt, dem in »Erntedank« eine größeres Rolle zugedacht war, fehlt diesmal völlig, dafür wurde mit Friedel Marx ein neuer Charakter geschaffen, der das Potential zum Außenseiter-Kultstar hat.

Nicht jeder Gag ein Treffer

Das Team rauft sich schließlich zusammen und kommt mit zielstrebigen Ermittlungen dem Ziel Schritt für Schritt näher. Doch bleibt es letztendlich dem sonst so tollpatschigen Kluftinger vorbehalten, mit genialen Gedankenzügen auf des Rätsels Lösung zu kommen und die Schuldigen zu entlarven.

So mancher Seitenhieb wie den auf Reinecker-Krimis sitzt, doch bei einigen Scherzen entpuppt sich die Pointe auch als Rohrkrepierer. Auch die ständigen Duelle zwischen Kluftinger und Dr. Langhammer bieten gelegentlich nicht mehr als peinliche Albernheiten, dazwischen aber auch gelungene Gags. Doch »Seegrund« kann ebenso wie »Erntedank« leider nicht an den Anfangserfolg »Milchgeld« anknüpfen. Natürlich ist es schwer, auf einen Anfangserfolg noch einen draufzusetzen. Das sollte aber auch nicht unbedingt das Ziel der Autoren sein. Mit der unverkrampften Originalität der Krimis mit ihrer Mischung aus Lokalkolorit, ernsthafter Krimihandlung und nicht ganz so ernsthaftem Beiwerk lässt sich ein großes Publikum besgeistern.

Bleibt zu hoffen, daß sich die beiden vielversprechenden Autoren nicht verheizen lassen, sprich: sich nicht von den Verlagen so in Termindruck bringen lassen, daß den Lesern unausgereifte Romane vorgesetzt werden, wie das leider bei so manchem Schriftsteller nach Anfangserfolgen der Fall ist. Die Fans warten auch gerne zwei Jahre, wenn sie dafür einen Kluftinger-Krimi erhalten, in dem auch wirklich alles passt.

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Schnippi zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Seegrund« 20.11.2016
Wieder eine Handlung, die eine gewisse Spannung von Anfang bis Ende bei behält. Manche Pssagen sind allerdings (vor allem, wenn es um die privaten Dinge, Eigenheiten und Befindlichkeiten des ermittelden Kommisars gehen) zu langatmig geschrieben. Sie verleihen dem Buch aber auch ein "gewisses Extra" dass einen Lokalkrimi ausmacht. Für Freunde handfester Krimis allerdings nicht geeignet.
kianan zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Seegrund« 01.10.2013
Was soll ich sagen: Hier steht nicht unbedingt der Kriminalfall im Vordergrund, sondern der absolut treffend herrliche Humor und Lokalkolorith. Zwischendrinnen habe ich wirklich sehr gelacht - es entspricht m. E. vielem der Wahrheit ohne beleidigend zu wirken. Trotzdem war die Geschichte spannend. Es handelt sich um kein Pageturner - aber für mich ein absolut lesenswertes, unterhaltsames Buch und aus meiner Sicht bisher das Beste der Serie, die ich definitiv weiterlesen werde!!! Ein gelungenes Buch!!!
machichsonstnie zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Seegrund« 03.04.2012
Als Späteinsteiger in den Klufti-Hype wollte ich nach der Hälfte des Premierenromans "Milchgeld" schon wieder aufhören - hätte ich nicht zufällig noch Rauhnacht" zuhause liegen gehabt; danach begann das Klufti-Fieber auch bei mir und eine Ausgabe folgte der Nächsten. Zu Weihnachten bekam ich dann den "Schutzpatron". Und muss sagen - war e t w a s enttäuscht. Die Recherche mag intensiver und genauer geworden sein, die Geschichte ausgefeilter, aber Klufti himself verliert an Kautzigkeit. (Wer hat sich nicht gebogen vor Lachen bei der Beschreibung des Running Sushi?!im Seegrund)
Wäre im Schutzpatron nicht die Szene "Kluftinger im Flieger", würde ich dieses Buch fast schon hinter Milchgeld einreihen;
Ich möchte mich einigen Meinungen hier anschliessen - für einen GUTEN Kluftinger warten wir auch länger als 1 Jahr.EINE "Dan-Brown-Blockade" reicht;bitte nicht soviel Druck, dass es auch hier zu einem Nachfolgeroman kommt, der das Papier nicht wert ist auf dem er gedruckt wurde...
schlimm genug, dass die hochgelobte Doku im BR so stinkelangweilig war, dass ich mich als Klufti-Fan vor sämtlichen Bekannten und Verwandten blamiert habe mit meinem Tipp "unbedingt ansehen, wir sehen die Location der Kluftinger Romane und erfahren etwas über den Inhalt der Bücher."
Von wegen - dadurch konnte ich nicht einen Neu-leser dazugewinnen.Fazit: Wir warten sehnsüchtig auf einen neuen kauzigen Klufti - und Vorfreude ist bekanntlich die Schönste Freude; also, bitte nicht mit übereilten Schritten ein Buch auf den Markt werfen, dass nur auf Kommerz zielt aber nicht "zieht". toitoitoi
T.Sch. zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Seegrund« 01.09.2011
Ich habe "Seegrund" als erstes Buch in der Kluftinger-Reihe gelesen. Ich bin eigentlich der absolute Thriller-Fan, angefangen bei Charlotte Link über Joy Fielding, Tess Gerritsen, u.s.w. .und mir kann es gar nicht spannend genug sein.
Nun bekam ich Seegrund ausgeliehen von einem absoluten Kluftinger-Fan. Ich habe nach der Hälfte - ehrlich gesagt - aufgehört zu lesen, weil ich regelmässig eingeschlafen bin vor Langeweile. Ich finde es einfach langatmig, dass über mehrere Seiten beispielsweise ein Restaurantbesuch beschrieben wird bis ins kleinste Detail, aber eine wirkliche Spannung kam bisher gar nicht auf.
Fazit: Ich bleibe lieber bei meinen Thrillern und gebe Seegrund wieder zurück. ;-0)))
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Julchen1988 zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Seegrund« 11.03.2011
Die Bücher von Volker Klüpfel und Michael Kobr ist die beste Krimireihe überhaupt!! Der urige Kommissar mit teilweise ganz alltäglichen Problemen ist sehr real geschrieben. Auch im Roman "Seegrund" fühl ich mich, wie in allen anderen Titeln, sehr wohl. Man möchte gar nicht mehr aufhören zu lesen.
Freue mich bereits schon auf den nächsten Roman mit Kommissar Kluftinger.
A.Paul zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Seegrund« 26.02.2011
Ein toller Krimi, ein herrlicher Kommissar mit einem ehrlich normalen Team. Als ebenfalls über 50ig Jähriger amüsiere ich mich an der Familie Kluftinger ebenso wie am Krimi. Da wird in gutem Deutsch Unterhaltung und Spannung geboten. Weiter so, ich warte gerne auf weitere Taten. Zudem sind die Figuren wirklich echt. Es gibt Leute, die mit dem Handy keine Fotos machen können, es gibt Leute, die mit Elektronik nicht umgehen können, echt und natürlich!
koepper zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Seegrund« 23.10.2010
Mir hat "Seegrund" überhaupt nicht gefallen. Das Buch hat einfach kein Tempo. Da wird über mehrere Seiten beschrieben, wie ein befreundeter Arzt den "Helden" der Geschichte, den Kripobeamten Kluftinger, wegen einer Grippe untersucht. Dieser Kluftinger tappt von einer Peinlichkeit in die Nächste. Das soll wohl humorig sein, auf mich wirkte es einfach zu bemüht. Die Person Kluftinger ist schon sehr unglaubwürdig angelegt. Er ist nicht in der Lage mit einem Handy ein Foto zumachen, man muss ihm auch erklären, dass im Sushi Restaurant roher Fisch verspeist wird. Und solch ein Trottel ist ein erfolgreicher Ermittler. DIe Krimihandlung kommt arg zäh in Gang und so hat mich " Seegrund" im Grunde nur gelanweilt. Keine Empfehlung.
Thommy191968 zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Seegrund« 21.10.2010
"Seegrund" reiht sich reibungslos in seine Vorgänger "Milchgeld" und "Erntedank" ein. Auch hier haben wir eine tolle Story, die mit historischen Elementen, aber auch mit lustigen Elementen angereichert ist. Auf jeden Fall löst "Klufti" in seiner eigenen Art den Fall und auch so manche privates "Scharmützel". Der Roman ist einfach "priml" und ich freue mich schon auf "Laienspiel".
Vince-Garron zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Seegrund« 04.08.2010
Ich bin gerade mit den dritten Teil(Seegrund) fertig geworden und ich muß sagen,das es für mich bis jetzt der beste von Klufti ist.Es war super toll gemacht,die ganze Story super gestaltet mit richtig tollen Einlagen zum lachen .Aber auch der Krimi kommt nicht zu kurz!!Ich werde heute noch anfangen den vierten zu lesen.Ich bin schon ganz gespannt was mich als nächstes erwartet!
Purzelina zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Seegrund« 15.06.2010
Kluftinger ist Kult! Der Lokalkolorit, gerade in den "Dialekt"-Passagen ist einfach hinreißend gelungen, man "hört" die Protagonisten geradezu schwäbeln.
Der Krimi-Fall wird da etwas zur Nebensache, der Roman ist insgesamt trotzdem sehr lustig und nett zu lesen.
Man kann sich wirklich auf noch viele weitere
Bücher der Kluftinger-Serie freuen!

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