Laienspiel von Volker Klüpfel / Michael Kobr

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 bei Piper.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 4 der Kommissar-Kluftinger-Serie.

  • München: Piper, 2008. ISBN: 978-3-492-05073-9. 368 Seiten.
  • Müchen; Zürich: Piper, 2009. ISBN: 978-3-492-25482-3. 368 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: DAV, 2008. Gesprochen von Volker Klüpfel & Michael Kobr. ISBN: 978-3898137423. 3 CDs.

'Laienspiel' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Lodenbacher, der Chef von Kommissar Kluftinger, tobt. Ausgerechnet bei ihnen im schönen Allgäu hat sich ein Unbekannter auf der Flucht vor der österreichischen Polizei erschossen. Verdacht: er plane einen terroristischen Anschlag. Bloß wo? Nun muss Kluftinger nicht nur mit Spezialisten des BKA, sondern auch noch mit den Kollegen aus Österreich zusammenarbeiten. Doch das ist nicht sein Hauptproblem. Er soll mit seiner Frau Erika und dem Ehepaar Langhammer einen Tanzkurs absolvieren. Dabei hat er gar keine Zeit, denn er steckt mitten in den Endproben für die große Freilichtspiel-Inszenierung von »Wilhelm Tell« …Kluftingers neuer Fall vom Allgäuer Autoren-Duo Volker Klüpfel und Michael Kobr. 

Das meint krimi-couch.de: »Empfehlung für Krimileser, die nicht alles so bierenst nehmen« 83°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

»Noch 12 Tage, 2 Stunden, 14 Minuten, 38 Sekunden« – mit diesen ungewöhnlichen Kapitelüberschriften mit den immer kleiner werdenden Zeitspannen wecken die Autoren die Neugier des Lesers, und auf Seite 64 kann diese endlich befriedigt werden.

Was für die Beamten der Kemptener Polizei wie ein simpler Routinefall beginnt, sollte sich zum schockierendsden Verbrechen auswachsen, das das Allgäu jemals erlebt hat. Der Selbstmord eines jungen Mannes war es, der die Freilichtspiele in Kommissar Kluftingers heimischem Altusried zu einem unvergesslichen Medienspektakel machen sollten.

Das Unangenehmste an dem Selbstmord scheinen neben den beiden österreichischen Polizisten Bydlinski und Haas selber zunächst die Verwicklungen zu sein, die durch den eigenmächtigen Einsatz zweier österreichischer Polizisten auf deutschem Staatsgebiet entstanden sind. Bei der Observierung eines für Waffenschiebereien benutzten Postfaches in Innsbruck fiel den Österreichern der junge Mann auf. Bei der anschließenden Beschattung verfolgten ihn die Beamten bis nach Kempten. Als sie sich dort als Polizisten zu erkennen geben, erschießt sich der Mann.

Der Selbtmörder war vor kurzem zum Islam konvertiert. Er studierte Maschinenbau und war, wie man an seiner Hinterlassenschaft erkennen konnte, offensichtlich begeisterter Elektronikbastler. Als sich auf seinem Computer Baupläne für Bomben finden und ein laufender Countdown, der mittlerweile bei 19 Tagen, 11 Stunden, 17 Minuten und 53 Sekunden angekommen ist, da ist plötzlich eifrige Geschäftigkeit angesagt.

Diese Sache ist doch eine Nummer zu groß für die Polizisten aus dem Allgäu. Jetzt rückt das BKA an und bildet eine Task Force unter der Leitung von Faruk Yildrim. Mit dabei: Kluftinger und der ungeliebte Kollege Bydlinski aus Österreich. Und die Zeit läuft unerbittlich, denn noch ist nicht klar, wo der Anschlag geplant ist …

Trotz aller Gaudi auch Realismus

Kluftinger, der in Laienspiel seinen vierten Fall lösen muß, ist mittlerweile schon zu einem guten Bekannten geworden, auf dessen neueste Taten man sich schon im Vorfeld freut. Das Autorenteam Klüpfel und Kobr bietet wieder beste Unterhaltung mit einer in nette Nebenstories verpackten Krimihandlung, bei der man nicht alles so bierernst nehmen sollte, obwohl das Thema der Handlung ein ernstes und überaus aktuelles ist. Der Terrorismus macht auch vor der Provinz nicht halt.

Wie immer lässt unser Held kein Fettnäpfchen aus, hat aber andererseits die richtigen Ideen zum richtigen Zeitpunkt, um an der Aufklärung des Verbrechens entscheidend mitzuwirken. Und das, obwohl er zur Zeit neben seinem Beruf völlig ausgelastet ist. Da sind nicht nur die Proben für die Freilichtspiele, bei denen Kluftinger als Schauspieler mitwirkt, nein, seine Frau quält ihn auch noch damit, einen Tanzkurs zu besuchen. Und bei beiden Veranstaltungen hat Kluftinger auch noch engen Kontakt mit seinem Intimfeind Martin Langhammer.

Obwohl bei Krimihandlung nicht alles für bare Münze zu nehmen ist, überzeugt sie in einzelnen Situationen durch einen Realismus, wie man ihn aus anderen Krimis nicht kennt. So vor allem in der Szene, als Kluftinger versucht, die Haustür eines Mietshauses mit seiner Körperfülle aufzubrechen, aber erkennen muss, dass deren Widerstand weitaus stärker als gedacht ist. Wie man das kennt, drücken die Polizisten nun alle Klingeln zugleich. Doch statt des Ertönens des Türsummers öffnet sich nur ein Fenster in einem der oberen Stockwerke und eine Frau möchte erst aus großer Entfernung die Ausweise der Beamten kontrollieren.

Was immer noch ungeklärt bleibt und sicher auch in den weiteren Fällen für Rätselraten sorgen wird, ist Kluftingers ungeliebter Vorname. Zumindest bei seinem Zweitnamen hat man Aufklärung bekommen: Da er »Der Feurige« bedeutet, dürfte es sich um Ignatius oder Ignaz handeln.

Für innerbetriebliche Differenzen sorgt neben Bydlinkski vor allem Kollege Maier, dessen Darstellung über die vier Bücher hinweg einfach zu unausgegoren ist. Man glaubt, in seiner Person in jedem der vier Bände einen anderen Charakter vor sich zu haben.

Die beiden Allgäuer Autoren bleiben auch in ihrem neuen Roman ihrem Stil treu. Eine stark überzogene und mit sämtlichen Klischees der Welt versehene Krimihandlung geschmückt mit amüsanten Randgeschichten bietet den Fans der Reihe wieder all das, worauf sie sich freuen. Doch nicht jeder ist für Humor dieser Art empfänglich.

Peter Kümmel, Mai 2008

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Schnippi zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Laienspiel« 07.09.2015
Dieser Band...diese Folge um Kommissar Kluftinger und seine Kollegen ist zwar unterhaltsam geschrieben und zeichnet die Charaktere der Personen herrlich "lebensecht", aber die ausschweifenden Abhandlung über den "Schuhkauf" und den" Tanzkurs" fand ich - für einen Krimi jedenfalls - deplaziert.
Auch wenn der Krimi von den schrulligen Eigenheiten seiner Akteure lebt ...mit der eigentlichen Handlung des Krimis hatte vieles nicht zu tun. Hier wäre Weniger... mehr gewesen.
Vom nächsten Fall erhoffe ich mir mehr, das zum Fall passt.
margana zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Laienspiel« 11.10.2014
Ich bin Grade dabei das Buch zu lesen. Kenne die Vorherigen auch und finde sie sehr unterhaltsam weil sie sehr realistisch geschrieben sind und der Humor darauf passt wie der Kaas zu die Spatzn. Es wird jeder Charakter so gut dargestellt das man genau die Person vor sich sieht. Filme sind natürlich nichts im Vergleich. Ich möchte noch mehr von den beiden lesen. Für mich gehören diese Bücher zu den besten und repräsentieren unser schönes Bayern.
kianan zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Laienspiel« 30.06.2014
Ich mag die Serie um "Klufti" sehr gerne. Dieses habe ich gerne, aber nicht so gerne wie die bisherigen Bücher der Serie gelesen, da es aus meiner Sicht erst in der zweiten Hälfte des Buches spannend wurde und es dieses Mal nicht ganz so viel zum Schmunzeln über Situationen und Charaktere gab wie bei den bisherigen Geschichten. Aber Kluftinger bleibt Klufti und ist für mich ein Muss. Wie gesagt: nicht so toll wie die bisherigen, aber durchaus lesenswert.
Theatermichel zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Laienspiel« 29.06.2011
Spätestens mit diesem Band sollte der Untertitel "Kluftingers neuer Reinfall" heißen. Und was ist das überhaupt für eine Charakterzeichnung? Kluftinger mal als begriffsstutziger Depp, wahlweise auch als ausgemachter Spießer, mal als kaum belastbarer Ermittler - und dann haut er, etwa in den Gesprächen mit Yildrim, wiederum gelegentlich Sätze heraus, die geradezu philosophischen Tiefsinn in geschliffener Formulierung enthalten. Wie soll das sinnvoll zusammengehen? Und was ist mit seinem Team? Maier ändert seinen Charakter mit jeder Geschichte, während Hefele und Strobl vollkommen ohne individuelle Konturen bleiben. Mir ist das alles zu vordergründig auf Klamauk gebürstet, um es als gute Unterhaltung noch zu akzeptieren. Und diese 84°-Wertung, die das Buch zur Zeit hat, sind für mich einfach lächerlich.
RabeRudi zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Laienspiel« 21.06.2011
Ich finde die Autoren haben es geschafft die Figuren "wie im echten Leben" darzustellen. Durch die Fettnäpfchen und peinlichen Momente im Dienst, mit Oma Klufti oder Erika erkennt man Alltagssituationen wieder (über die nätürlich keiner spricht) und werden (deshalb) in eine gute Protion Humor insziniert. Personen wie Langhammer sind einfach nur herrlich!
Mir war beim Lesen recht schnell klar, wer der "Schläfer" und das Ziel des Terrors sein könnte, deshalb würde ich mir noch überraschende Wendungen wünschen. Ich lese sonst gern rauhe skadinavische Krimis und bin sehr von dieser Fröhlichkeit und Menschlichkeit beeindruckt!
Ursula zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Laienspiel« 24.01.2011
Es war mein erster Klufti-Krimi - die Story hat mir sehr gut gefallen, allerdings wusste ich beim ersten Auftreten des unbekannten Schauspielers, dass dieser noch für den Fall wichtig werden würde. Der Schluss war enttäuschend für mich - es war für die Geschichte absolut nicht nötig, dass auch die Freilichtspiele im Allgäu Ziel sein müssen. Die Figur des Klufti gefällt mir ausgesprochen gut, nur die Charaktere von Dr. Langhammer und seiner Frau Erika sind stark überzeichnet.
Thommy191968 zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Laienspiel« 10.01.2011
"Laienspiel" - ein Buch von Profis! Mit zielsicheren Schüssen auf die "Scheiben" Spannung und Humor schaffen es Klüpfel und Kobr, einen echten Volltreffer zu landen. Es ist ein sehr gutes Buch - das Beste aus der Kluftinger-Reihe bisher. Bin echt gespannt auf "Rauhnacht". Macht weiter so und bleibt bei Euren naturgetreuen Charaktären und tollen Schreibstilen!

Dieses Buch bekommt 90 Grad von mir!
Bubu zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Laienspiel« 22.12.2010
Laienspiel ist mein vierter Klufftingen. Die erste hälfte hat sich schwer lesen lassen und verdauen lassen, zumindest aber das erste drittel. Für mich war entweder zuviel von „Erika“ und Klufftis „ Lieblingsdoktor“ oder aber gar zuwenig dabei. Beides hätte dem Krimi gut getan. Ansonsten tolle Story. Die Verfollgungsjagd hätte ich Kluffti nie zugetraut. Bin auf den nächsten Band gespannt.
Kieli zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Laienspiel« 20.10.2010
Hallo, obwohl mir die Krimis ganz gut gefallen haben, so offenbart der vorliegende Text doch zumindest in einem Punkt, dass die tolle Erika, Kluftis Frau, mit dem grandiosen Tanzkurs-Geschenk sich entweder saublöd oder erbärmlich schäbig gegenüber ihrem Manne verhält. Nach über 25 Ehejahren dem angeblich so geliebten Partner, von dem man genau wissen müsste, dass er Tanzen hasst, solch ein Geschenk zu machen, zeugt geradezu von Bösartigkeit bzw. von unaussprechlicher Dämlichkeit. Dass zudem K. es sich zudem auch noch antut, an dem Tanzkurs teilzunehmen, spricht für seine Armseligkeit und Schlichtheit und nicht für Liebe für eine Frau, die nur schmarotzerhaft zu Hause sitzt. Sich von seiner (dummen ?) Partnerin demütigen zu lassen, zeigt eben, dass Klufti nicht Herr der Lage ist.
Ewige Blumenkraft zu »Volker Klüpfel / Michael Kobr: Laienspiel« 18.10.2010
Hallo, wollte mal fragen ob es anderen auch so ergangen ist:
Als Richard Maier vor dem "War Room" rumlungert, sich aufdrängt Teil der Task Force zu werden und später dann von Kluftinger im Büro vor dem Rechner erwischt wird, da hätte ich schwören können, dass er sich aus Rache für die Demütigungen verkauft hat, z.B. an die Presse oder vielleicht sogar an den internationalen Terrorismus.

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